Wichtigste Punkte


Oli Nussbaum
Diese Lernkarten behandeln die Diagnose und Therapie des akuten Abdomens bei Nutztieren auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Symptome wie Kolik, Blinddarmdilatation, Ileus und Labmagenverlagerung, sowie auf diagnostische Befunde wie Hämatokrit und Tympanie. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Tiermedizinstudenten und Veterinäre, die sich auf die Behandlung von Nutztieren mit akuten abdominalen Erkrankungen spezialisieren.
Flashcards
85
Students
7
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
22.06.2013 / 11.06.2020

Flashcards

Schmerzproben

  • Rückengriff
  • Schmerzperkussion der Lunge
  • Stabprobe
  • Bergabwärtsführen

--> Am besten werden Rückengriff, Schmerzperkussion und Stabprobe nach mehrmaligem Auf- und Abwärtsführen in Hangabwärtsstellung durchgeführt.

Wie Labmagen untersuchen?

--> Welches sind jeweils die Befunde für eine Labmagenverlagerung nach links?

--> wie auf der rechten Seite untersuchen?

  • Adspektion
  • Doppelauskultation links (metallisch-hell und hoch klingende Labmagentöne)
  • Schwingauskultation (Flüssigkeitsplätschern mit glockenähnlichem Nachklang?)
  • Perkussionsauskultation (Steelbandeffekt" = metallisches Klingeln und im kaudalen Bereich Pansengeräusche?)

--> Schwing- und Perkussionsauskultation bis in die Flanken

Was kann bei rektaler Untersuchung beurteilt werden?

Innere Geschlechtsorgane, linker Niere, Pansen, Darmbeinlymphknoten und Peritoneum.

Mögliche abnrome Befunde am Darm bei rektalen Untersuchung

  • Dünndarm-Ileus: Dünndärme dilatiert
  • Blinddarmdilatation und -verlagerung mit oder ohne Drehung bzw. Abknickung: Blinddarmspit-ze vor Beckeneingang liegend oder in Beckenhöhle hineinragend
  • Colonscheibentorsion: Prall geblähte Dickdarmschlingen

Normaler pH-Wert Pansensaft

--> Ursachen von Abweichungen

5.5 bis 6.8. pH-Wert

--> Abweichungen:

Basisch (bis pH 8.5):
- Mehr als 24stündiger Futterentzug
- Inaktivität, Alkalose, Pansenfäulnis.

Sauer (im Extremfall bis unter pH 4.0):
- Milchsäureazidose: Überfütterung mit leichtverdaulichen Kohlenhydraten
- Salzsäureazidose infolge Reflux von Labmageninhalt

Was versteht man unter Sedimentation/Flotation bei der Pansensaftuntersuchung?

--> abnorme Befunde?

Pansensaft in Standzylinder giessen und Zeit bis zum Eintreten der Sedimentation bzw. Flotation gemessen. Normal 4 - 8 Minuten.

  • Sedimentation: Freischwebende feine Futterpartikel und Infusorien sinken ab.
  • Flotation: Gröbere und faserige Bestandteile werden mit den bei der Gärung entstehenden Gasbläschen nach oben getragen und sammeln sich hier zu einer unterschiedlich breiten schaumigen Schicht an. Später steigen auch die zunächst abgesunkenen Partikel auf und lagern sich der Oberflächenschicht an.

Abnorme Befunde:
- Schnelle Sedimentation mit verzögerter oder ausbleibender Flotation: Bei inaktivem Pansensaft
- Schnelle Flotation: Schaumbildung bei Fäulnis oder bei schaumiger Gärung.

Was bestimmt man mit der Methylenblau-Probe?

--> Durchführung?

--> Abmorme Befunde?

Redox-Potential des Pansensaftes

--> Rückschlüsse auf mikrobielle Aktivität

--> Ausführung:

Reagenzglas 1 : 1 ml 0.03 %ige Methylenblaulösung + 20 ml körperwarmer Pansensaft. Mischen. Zeitspanne bis zur Entfärbung messen
Reagenzglas 2 : Nur Pansensaft (dient zum Farbvergleich).

--> Beurteilung der Entfärbung:
- 1-3 Minuten bei hochaktiver Mikroflora
- 3-6 Minuten bei mässiger Aktivität
- Über 6 Minuten bei Inaktivität des Pansensafts.

Bestimmun Chloridkonzentration im Pansensaft

--> wie normal?

--> welche Erkrankungen verursachen Veränderungen?

Normale Chloridkonzentration = 15 - 25 mmol/l.
Behinderungen der Labmagen-Darm-Passage führen zum Rückstau von salzsäurehaltigem Labmageninhalt in Vormägen und zur Zunahme des Chloridgehalts auf 30 bis 100 mmol/l.

--> abomasalen Refluxsyndroms infolge funktioneller oder me-chanischer Pylorusstenose, Abomasitis, Labmagenulkus, Labmagenverlagerung

Einzige Indikation beim erwachsenen Rind, wo Tetrazykline per os gegeben werden können?

Akute Pansenazidose (Eliminieren der Laktobazillen, die normale Pan-senflora überwuchert haben).

Symptome bei FK

 

  • Wichtigste Ausdrucksform des FK-Schmerzes. Typisch ist kurzes, stimmhaftes Ächzen, bei dessen Äusserung Exspiration kurz unterbrochen wird.
  • Bewegungen langsam und vorsichtig
  • Pansenmotorik reduziert oder ganz aufgehoben

Komplikationen bei FK

  • Generalisierte Peritonitis (Fieber, Schmerz, Flanke rechts wegen Gasbildung aufgetrieben, bei rektaler Untersuchung Schneballknirschen wegen Verklebungen, Bauchhöhlenpunktat verändert)
  • Traumatische Splenitis
  • Traumatische Hepatitis
  • Traumatische Pleuro-Pneumonie
  • Pericarditis Traumatica

Wozu dient der Glutaltest?

--> prognostische Aussagekraft?

Grad der Erhöhung gibt Hinweis auf Intensität und Stadium der Entzündung

--> Prognostische Aussage nur bei der sehr kurzen Reaktionszeit bis zu einer Minute relevant. Wahrscheinlichkeit einer ungünstigen Prognose beträgt in einem solchem Fall 82 %.

DD zu Retikuloperitonitis traumatica (=FK)

  • Peritonitis anderer Genese
  • Pleuritis und Bronchopneumonie
  • Lebererkrankungen
  • Hoflund-Syndrom
  • Primäre Psalterparese
  • Abomasitis, Labmagenulkus.

Konservative Therapie FK

  • Käfigmagnet
  • Procain-Penicillin i.m.
  • Beurteilung des Heilungsverlaufes nach folgenden Punkten: 1) Deutliche Besserung des Allgemeinzustandes, 2) Normale Körpertemperatur, 3) Normale Fresslust, 4) Regelmässiges Wiederkauen mit über 40 Kauschlägen pro Bissen, 5) Steigende Milchleistung.

Ursachen einer chronisch latenten Pansenazidose

1. Raufaseranteil der Ration zu gering
2. Mangelnde physikalische Struktur des Futters
3. Abrupter Futterwechsel

Was passiert im Pansen bei kraftfutterreichen Ration?

= viel Stärke

  • Relativ hohe Konzentration an flüchtigen Fettsäuren
  • Relativ kurzes Wiederkauen --> Geringe Speichelproduktion

--> Niedrige pH-Werte im Pansen

 

Was passiert im Pansen wenn der pH sinkt?

Bei sinkendem pH-Wert wird in steigendem Mass Milchsäure gebildet, da nun milchsäurebildende Bakterien günstigen pH-Bereich finden und sich vermehren.

Ursachen der akuten Milchsäure-Pansenazidose

1. Verabreichung zu grosser Mengen leicht verdaulicher Kohlenhydrate (Stärke, Zucker) wie Zuckerrüben, Kartoffeln, Getreide, Mais, Obst, Melasse, Brot, Bäckereiabfälle
2. Überfressen mit Kraftfutter infolge fehlerhafter Einstellung der computerisierten Futter-zufuhr
3. Abrupter Futterwechsel (z. B. von Grasweide auf Zuckerrübenblatt)
4. Plötzliche Erhöhung der zucker- und stärkereichen Ration.

Pathogenese der akuten Milchsäureazidose

- Bei Einsetzen der Milchsäuregärung zunächst Vermehrung der grampositiven Kokken (Streptococcus bovis)
- Gleichzeitig Zerstörung der gramnegativen Bakterien und sämtlicher Protozoen
- Weitere pH-Wert-Erniedrigung schafft geeignetes Milieu für Vermehrung der grampositiven Laktobazillen

- Anstieg des osmotischen Drucks infolge der hohen Milchsäurekonzentrationen
- Infolge des zunehmenden osmotischen Drucks Einströmen von extrazellulärer Flüssigkeit in den Pansen. Deshalb einerseits starke Zunahme des flüssigen Panseninhalts, andererseits Exsikkose
- Speichelsekretion geht stark zurück, so dass Zufluss an Puffersubstanzen reduziert wird.

Therapie akute Milchsäureazidose

--> 2 Möglichkeiten

--> Ruminotomie:
- Ausräumen des Pansens und mehrmaliges Auswaschen mit lauwarmem Wasser
- Beschicken des Pansens mit 20 Liter Wasser oder dünnem Leinsamenschleim, mehreren Handvoll Heu und einem Antazidum
- Pansensaftübertragung
- Parenterale Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution siehe konservative Therapie.

--> Beste Aussichten, wenn noch Futter palpiert werden kann, d. h. Panseninhalt noch nicht verflüssigt ist

--> Konservativ:

- Absaugen bzw. Abhebern des vergorenen Pansensafts
- Antazida wie Magnesiumoxid

- Bäcker- oder Bierhefe

- Antibiotika (Chlortetrazyklin)

- Flüssigkeits- und Elektrolytersatz: Wasser direkt in Pansen (um osmotischen Druck zu reduzieren), NaCl i.v., Bikarbonat i.v.

-Thiamin (Vit. B1)

- Antihistaminika

- Nur bestes Heu und Wasser

Was ist eine Tympanie und welche Formen gibt es?

Tympanie = übermässige Ausdehnung von Pansen und Haube infolge abnormer Ansammlung von Gärungsgasen. Unterscheidung von 4 Formen:

  • Akute Tympanie mit dorsaler Gasblase
  • Akute Tympanie infolge schaumiger Gärung (Schaumige Gärung)
  • Chronisch rezidivierende Tympanie
  • Tympanie beim Kalb.

Tympanie mit dorsaler Gasblase

--> wer betroffen?

--> Ursachen?

Meist nur Einzeltiere betroffen

  • Schlundverstopfung (Obstruktion des Oesophagus)
  • Verlegung der Kardia durch Vormageninhalt nach zu hastiger Futteraufnahme bzw. durch Tumoren, Abszesse, Papillome
  • Reflektorische Hemmung des Ruktus durch verschiedenste abdominale Reize (Reticuloperitonitis traumatica, Schädigung des Nervus vagus, Enukleation des Corpus luteum, Ovariektomie, Pflanzliche oder im Pansen gebildete Toxine (Atropin, Blausäure, Histamin)

Akute Tympanie infolge schaumiger Gärung

--> Ursache

--> wann?

--> wer betroffen?

Futtermassen und Gas bilden feinblasigen, stabilen Schaum, der die produzierten Gase im Pansen gefangen hält und am Entweichen hemmt. Entwicklung einer Tympanie, da Gas in kleinen Bläschen eingeschlossen ist und deswegen nicht eruktiert werden kann.

--> Saisonal gehäuft auftretend, d.h. vor allem im Frühjahr und Herbst, wenn Weide am saftigsten ist, Pflanzen jung sind und hohe Konzentrationen an löslichen Proteinen enthalten, weiter auch bei Umstellung auf intensive Mast

--> Meist mehrere Tiere gleichzeitig betroffen

 

Hoflund-Syndrom --> Einteilung

  • Vordere funktionelle Stenose zwischen Haube und Psalter mit Atonie von Haube und Pansen: Sehr selten --> - Akute Tympanie mit dorsaler Gasblase, evtl. Erbrechen und Speicheln
  • Vordere funktionelle Stenose mit normaler oder verstärkter Pansenmotorik: Am häufigsten zu beobachtende Form, auf Ausfall der ansaugenden Kraft des Psalters ("Psalterpumpe") zurückzuführen.
  • Dauerhafte, hintere funktionelle Stenose in Pylorushöhe
  • Rezidivierende, hintere funktionelle Stenose in Pylorushöhe. Beruht auf Schädigung mehrerer kleiner Vagusäste, die den Labmagen versorgen.

Ursachen Hoflund-Syndrom

a) Vagale Genese
Schädigung des Nervus vagus durch folgende Ursachen:
- Reticuloperitonitis traumatica (mit oder ohne Abszessbildung)
- Andere Läsionen im Bereich von Haube und Zwerchfell
- Schädigung des Nervus vagus im Pharynx-, Ösophagus- oder Thoraxbereich oder in Gebieten distal der Haube


b) Mechanische Genese
- Mechanisch bedingte Hemmung der Motilität von Haube und Pansen, verursacht durch Verklebungen oder Abszesse (FK, Leberabszesse, Labmagenulzera mit lokaler Peritoni-tis), die ohne Vagusschädigung einhergehen und wahrscheinlich durch Druck bedingt sind.
- Kompression des Verdauungsapparates durch hochgraviden Uterus
- Mechanische Verlegung der Hauben-Psalter-Öffnung, der Schlundrinne oder der Kardia durch Massen (wie Stricke, Nachgeburten, Bezoare) oder Neubildungen (wie Fibrome, Papillome, Abszesse, Aktinomykome).

Extraintestinale Kolikursachen beim Rind

  • Leber: Gallenkolik
  • Harnapparat: Urolithiasis, Pyelonephritis
  • Tosio uteri
  • Pseudokoliken bei Tollwut, Aujeszky, Juckreiz, Vergiftungen, Ektoparasiten, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Dermatitis solaris

Kolikursachen GIT

  • Pansen: Tympanie, akuter Fremdkörper
  • Psalter: Psalteranschoppung
  • Rechtsseitige Labmagenverlagerung
  • Duodenum: Ileus infolge Obstruktion oder Kompression
  • Jejunum: Invagination, Strangulation, Inkarzeration, Kompression, Volvolus, Dauerkrampf
  • Dickdarm: Colonscheibentorsion, Blinddarmdilatation und -torsion

Was bedeutet Kolik?

--> Unterscheidung Pseudokolik

- Echte Kolik: Entsteht durch heftige, krampfartige, schmerzhafte Kontraktionen der glatten Wand-muskulatur
- Pseudokoliken: Krankheitszustände mit kolikähnlichen Symptomen einhergehend.

Viszeraler Schmerz bei Kolik

--> Symptome

Überdehnung, spastische Kontraktionen, Hypoxie, metabo-lische Azidose (bei Infarzierung) der glattmuskulären Hohlorgane im Bauch (Mägen, Darm, Gallenblase, Gallengänge, Uterus, Harnblase, Urethra, Ureteren)

  • Rücken anfallsweise nach unten durchgedrückt (Sägebock-Stellung)
  • Bauchdecke weich (parietalles Bauchfell nicht beteiligt)
  • Schmerz wellenförmig auftretend, dumpf, kolikartig
  • Vegetative Symptome wie Unruhe, Tachykardie, Schwitzen
  • Bewegung und Stellungswechsel (z. B. Abliegen, Aufstehen, Führen etc.) bringen Er-leichterung.

Parietaler Schmerz

--> Symptome

Ursprung im parietalen Peritoneum, im Netz und in Mesenterialwurzel. Schmerzauslösend: Gewebeschädigung und Gewebereizung wie mechanische Traumatisierung, chemische und infektiöse Entzündung, Einklemmung oder chemische Reize. Beim Rind am häufigsten Reticuloperitonitis traumatica --> Peritonitis

  • Rücken aufgekrümmt
  • Bauchdecke gespannt
  • Schmerz ständig anhaltend
  • Kurzes, abgehacktes Stöhnen
  • Schmerz lage- und bewegungsunabhängig. Rind verhält sich deshalb still, vermeidet Erschütterungen, Husten oder Niessen sowie Bewegungen, die Schmerzen verstärken.

DD Stöhnen

Exspiratorisches Stöhnen, dauert meist etwas länger, Schmerz im Thorax: Hauptsächlich Veränderungen im Thorax, die das Atmen schmerzhaft gestalten (Lungenemphysem, Schlundverletzung, Mediastinalphlegmone, Einschüttpneumonie).

Kolikstadien Ileus Rind

  • Kolikstadium (2-6h): Futteraufnahme völlig aufgehoben, HF und AF erhöht, Temperatur normal
  • Indolenzstadium (1-5 Tage): Allgemeinbefinden erheblich gestört, kein Wiederkauen, kein Kotabsatz (nur Schleim im Rektum)
  • Intoxikationsstadium: (1-3 Tage): Intoxikation, Sepsis, Ansteigen von Temperatur, Herz- und Atemfrequenz. Skleralgefässe stark injiziert. Schleimhäute verwaschen, Schock, komatöses Festliegen, Tod

Was versteht man unter Tenesmus?

Fortwährender Drang zum Kot- oder Harnabsatz unter Einsatz der Bauchpresse ohne oder mit geringer Entleerung

Ursachen Tenesmus

lokale Reizzustände im Beckenbereich

  • Wirbelsäule/Rückenmark (Trauma, z. B. nach Aufsprung eines anderen Tieres)
  • Colon/Rektum (Colitis und Proktitis, z. B. bei Coccidiose, rektale Untersuchung)
  • Harnblase (z. B. Zystitis)
  • Uterus/Zervix/Vagina (z. B. Retentio secundinarum, Verletzung nach Schwergeburt).

Behandlung Tenesmus

  • Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung
  • Epiduralanästhesie (4ml 2% Lidocain)
  • Anlegen eines Pneumoperitoneums (von der rechten Hungergrube aus).

Diagnostisches Vorgehen bei akutem Abdomen

1. Gründliche klinische Untersuchung
2. Evtl. Diagnose aufgrund der klinischen Untersuchung
3. Falls keine Diagnose möglich, Pansenchlorid bestimmen (Hinweis auf proximalen Ileus)
4. Hämatologie (Hämatokrit), Blutchemie, (Plasmaprotein, Chlorid, Leberwerte, Harnstoff, Kreatinin), Blutgase
5. Ultraschalluntersuchung des Abdomens (Haube, Leber, Darm, Nieren, Harnleiter)
6. Röntgen der Haube
7. Diagnose- und Prognosestellung
8. Entscheid für weiteres Vorgehen: Konservativ, operativ oder Euthanasie/Schlachtung.

Was versteht man unter dem abomasalen Refluxsyndrom?

Reflux = Zurückfliessen von Labmageninhalt in Blättermagen und Pansen. Wird auch "inneres Erbrechen" genannt und tritt auf, wenn Labmagenflüssigkeit nicht durch Pylorus in Dünndarm übertreten kann.

Ursachen abomasales Refluxsyndrom

Hauptsächlich bei Passagebehinderungen im vorderen Bereich des Verdauungskanals:

  • Grundsätzlich alle Labmagenkrankheiten, insbesondere: Links- und rechtsseitige Labmagenverlagerung, Hintere funktionelle Stenose (Pylorushöhe: Vagal oder mechanisch) , Labmagenulkus
  • Behinderung der normalen Darmpassage infolge Ileus (Dünndarmileus, Blinddarm-dilatation und -torsion)
  • Magen-Darm-Atonie
  • Lokale oder generalisierte Peritonitis
  • Fortgeschrittene Gravidität

Physiologische Verhältnisse HCl

1. Produktion von HCl im Labmagen
2. Transport des HCl in den Dünndarm
3. Rückresorption von Chlorid im proximalen Dünndarm
4. Im Austausch Sekretion von Bikarbonat aus dem Blut in das Lumen des distalen Dünndarmes.

Folgen eines abomasalen Refluxsyndroms

  • Pansensaft: Chloridkonzentration erhöht (> 25 mmol/l), pH-Wert erniedrigt
  • Hypochlorämische metabolische Alkalose: Im Dünndarm stehen keine Chloridionen für die Resorption ins Blut zur Verfügung. Da Chloridresorption ausbleibt, wird auch Sekretion von Bikarbonationen vom Blut in das Darmlumen gestoppt.

Study