LE I.6 Atmung - Anatomie

Krankenpflegeausbildung, Unterkurs

Krankenpflegeausbildung, Unterkurs


J. W.
Diese Lernkarten bieten eine detaillierte Übersicht über die Anatomie der Atmungsorgane auf Berufslehrniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion von Stimmbändern, Rachenraum, Epipharynx, Stimmritze, Gaumen, Epiglottis und verschiedenen Knorpeln wie Schildknorpel und Cartilago. Die Karteikarten behandeln auch Themen wie den Aufbau der Luftwege, die Rolle der Schleimhaut und die Bedeutung von Bronchien und Trachea. Ideal für Medizinstudenten und Berufslehrlinge, die ihr Wissen über die Atmungsorgane vertiefen möchten.
Flashcards
28
Students
2
Language
German
Category
Medical
Created / Updated
07.04.2013 / 17.10.2024

Flashcards

Obere Luftwege

Nase

Nasennebenhöhlen (Stirnhöhle, Kieferhöhle, Keilbeinhöhle, Siebbeinzellen)

Rachenraum (Epipharynx, Mesopharynx)

Untere Luftwege

Kehlkopf (Larynx)

Luftröhre (Trachea)

Hauptbronchus (Bronchus principalis dexter/sinister)

Bronchialbaum

Aufbau Bronchialbaum

Hauptbronchien (Bronchus principalis sinister et dexter)

Lappenbronchien (Bronchi lobares)

Segmentbronchien (Bronchi segmentales)

Läppchenbronchien (Bronchi lobulares)

Terminalbronchien (Bronchi terminales)

respiratorische Bronchien (Bronchi respiratorii)

Alveolen (Ductus alveolaris mit Saccus alveolaris)

►in der Wand der kleinen Bronchiolen viel glatte Muskulatur (Asthma bronchiale macht sich vorallem hier bemerkbar)

Aufbau Nasenschleimhaut

mehrreihiges Flimmerepithel (Nase, Epipharynx, Trachea, Bronchien) mit Kinozilienbesatz und mit Schleim bildenden Becherzellen

Submukosa mit seromukösen Drüsen

Becherzellen und seromuköse Zellen bilden einen feuchten, klebrigen Haftfilm auf den Kinozilien (Schutz vor mechanischer Beanspruchung und Austrocknung, Transport eingeatmeter Fremdpartikel in Richtung Rachenhöhle)

Aufgaben der Nase

Reinigung (Nasenhärchen, Schleimhautschicht)

Erwärmung (gut durchblutete Schleimhaut, Drosselvenen - Locus Kiesselbachi)

Anfeuchtung (durch Drüsenzellen wird Schleimhaut immer feucht gehalten, Luft ist bereits im Rachenraum vollständig mit Wasserdampf gesättgt)

Nasenmuscheln und Nasengänge (mit Einmündungen)

von kranial nach kaudal:

  • obere Nasenmuschel (Concha nasalis superior), Teil des Siebbeins (Os ethmoidale)
  • oberer Nasengang (Meatus nasi superior), Einmündung der Siebbeinzellen und der Keilbahnhöhle
  • mittlere Nasenmuschel (Concha nasalis media), Teil des Siebbeins (Os ethmoidale)
  • mittlerer Nasengang (Meatus nasi medius), Einmündung der Siebbeinzellen sowie der Stirn- und Kieferhöhle
  • untere Nasenmuschel (Concha nasalis inferior), eigenständiger Knochen
  • unterer Nasengang (Meatus nasi inferior), Einmündung des Tränen-Nasen-Gangs (Ductus nasolacrimalis)

Aufbau des Pharynx

oberer Rachenraum (Epipharynx)

mittlerer Rachenraum (Mesopharynx)

unterer Rachenraum (Hypopharynx)

oberer Rachenraum (Epipharynx)

reiner Luftweg unmittelbar hinter den Choanen (hintere Nasenlöcher)

Mündung der Ohrtrompete (Tuba auditiva, Eustach-Röhre)

Bedeckung des Rachendaches von Rachenmandel (Tonsilla pharyngea)

 

Valsalva-Manöver

Schnupfen kann Öffnungsmechanismus der Ohrtrompete blockieren (Hörstörungen)

mit Valsalva-Manöver kann man versuchen trotzdem Druckausgleich zu erreichen: kräftiges Ausatmen durch die Nase bei zugehaltenen Nasenflügeln)

mittlerer Rachenraum (Mesopharynx)

hinter Mundhöhle jenseits des Zäpfchens (Uvula)

dient sowohl als Luft- als auch als Atemweg

unterer Rachenraum (Hypopharynx)

vom Oberrand der Epiglottis bis zum Ösophagusmund

Kehlkopf (Larynx)

Verbindung nach kranial mit dem Zungenbein

Kehldeckel (Epiglottis) bildet Verschlussmechanismus zwischen Trachea und Hypopharynx

Knorpelgerüst des Kehlkopfs ermöglicht unterschiedliche Spannung der Stimmbänder

 

Kehlkopfskelett

Schildknorpel Cartilago thyroidea)

Kerhldeckel (Epiglottis)

Ringknorpel (Cartilago cricoidea)

Stellknorpel (Cartilago arytaenoidea)

►Kehlkopfskelett besteht aus hyalinem Knorpel (AUßER Epiglottis: elastischer Knorpel)

Schildknorpel (Cartilago thyroidea)

  • Form eines Schneepflugs mit hinterer Öffnung
  • bestehend aus hyalinem Knorpel
  • Sporn an der Vorderseite (Adamsapfel)
  • hält Luftraum des Kehlkopfs offen
  • dient den Stimmbändern als vordere Ansatzstelle

Kehldeckel (Epiglottis)

unpaarig, bestehend aus elastischem Knorpel

konvexe Vorderfläche zum Rachen, konkave Hinterfläche zeigt zum Kehlkopfeingang (Rennradsattelform)

Befestigung über einen Stiel am Schildknorpel (von der hinteren Mitte des Schildknorpels zieht der Stiel nahezu senkrecht nach hinten oben und wird dabei weiter)

Ringknorpel (Cartilago cricoidea)

unpaarig, aus hyalinem Knorpel

bildet einen geschlossen Ring, der dorsal breiter ist als ventral (Siegelringform)

Stellknorpel (Cartilago arytenoidea)

paarig, bestehend aus hyalinem Knorpel

verstellen die Spannung der Stimmbänder und sind somit an der Lautbildung beteiligt

Stimmbänder und Stimmritze

Stimmbänder spannen sich zwischen Rückseite des Schildknorpels und vorderem Fortsatz der Stellknorpel aus

sind vom seitlichen Kehlkopfrand her vollständig mit Schleimhaut überzogen (Stimmfalte=Plica vocalis)

Taschenbänder sind oberhalb der Stimmbänder ausgespannt (umgeben von Taschenfalte=Plica vestibularis)

Stimmritze (Glottis) zwischen beiden Stimmbändern

Kehlkopfskelett ist umgeben von einer Reihe fein geregelter Muskeln (regulieren Weite der Stimmritze und Spannung der Stimmbänder)

Gaumen

Unterteilung in harter (Palatum durum) und weicher (Palatum molle) Gaumen

weciher Gaumen ist Fortsetzung des harten Gaumens

harter Gaumen: abgrenzung zwischen Mund- und Nasenhöhle

weicher Gaumen ist ein Ventil, dass beim Schlucken angehoben wird und dadurch den luftführenden Epipharynx gegen des speiseführenden Mesopharynx abdichtet

weicher Gaumen wird beim Schlucken von zwei Muskeln angehoben, die an der Schädelbasis entspringen

Phasen des Schluckreflexes

Unterteilung in verschiedene Phasen:

  1. orale Vorbereitungsphase
  2. orale Transportphase
  3. pharyngeale Phase
  4. ösophageale Phase

Ablauf des Schluckaktes

Beginn mit festem Kieferschluss (kann noch willkürlich verhindert werden)

Speisebissen (Bolus) erreicht Zungengrund und Hinterwand (weiterer Ablauf nun reflektorisch)

Muskeln des Gaumensegels ziehen weichen Gaumen nach hinten oben und verschließen Epipharynx und Zunge legt sich dem harten Gaumen an und trennt Mundhöhle in vorderen und hinteren Bereich

Atmung wird angehalten und Stimmritze maximal geschlossen (auch bei Fehlfunktion der Epiglottis käme kein Speisebrei in Trachea)

Anhebung des Kehlkopfs durch Mundbodenmuskulatur

Zunge drückt Kehldeckel nach unten und dieser verschließt den Kehlkopfeingang

oberer und unterer Luftweg sind nun verschlossen

Schlundmuskulatur zieht sich zusammen und erhöht Innendruck im Rachenraum

Speiseröhreneingang öffnet sich

Hustenreflex

 dient dem Schutz der unteren Luftwege

einer langsamen Einatmung folgt der maximale Schluss der Stimmritze

Verkrampfung von Zwerchfell und Rippenmuskulatur führt zu schlagartiger Veränderung des Innendrucks in Lunge, Bronchien und Trachea

diesem Innendruck halten Stimmbänder nicht mehr stand und die Stimmritze wird augesprengt

es entsteht ein plötzlich starker Luftstrom, der die meisten Partikel auf der Luftröhrenschleimhaut mit sich reisst

abgehusteter Schleim gelangt in Rachenraum und wird verschluckt

nur im Fall massiver Verunreinigungen dringt der Auswurf bis in die Mundhöhle vor

schnell aufeinanderfolgende Hustenstösse ohne neuerliches Luftholen lassen gelösten Schleimpartikeln keine Zeit, ins Bronchialsystem zurück abzusinken

Niesreflex

im Unterschied zum Husten dient Niesen der Reinigung der oberen Luftwege 

Reizung der Schleimhaut von Epipharynx und Nase löst Reflex aus

Stimmritze bleibt während des Niesen maximal geöffnet

Luftstrom wird weitgehend am Gaumensegel vorbei in den Nasen-Rachen-Raum geleitet

dort erreicht die Luftströmung Geschwindigkeiten von weit über 100 km/h und säubert die Schleimhaut von Fremdkörpern

Stimmbildung

Stimmbänder als Lauterzeugungsinstrument

obere Luftwege als Resonanzräume

Mundpartie als Modulationsinstrument

während Stimmbildung ist Stimmritze weitgehend geschlossen und wird senkrecht von unten angeblasen

Stimmbänder schwingen dadurch sowohl seitlich als auch von oben nach unten (annähernd kreisförmige Bewegung)

Sprache

je höher die Geschwindigkeit der Luftströmung an der Stimmritze, desto lauter die Stimme

Tonerhöhung durch Verkürzung oder Erhöhung der Spannung der Stimmbänder

Länge der Stimmbänder 2-3 cm, bei Männern 30% länger als bei der Frau

im Gegensatz zur Länge kann Spannung durch Muskelzug moduliert werden

reine Vokale (u,a und i) entstehen durch Erzeugen unterschiedlich hoher Obertöne in der Mundhöhle über einer fixen Grundfrequenz (ü, ö, ä und o sind Gemische aus verschiedenen Anteilen der reinen Vokale)

Konsonanten werden im Wesentlichen von der Zunge gebildet (durch Verengung und Erweiterung der oberen Luftwege)

 

 

Luftröhre (Trachea)

Beginn unterhalb des Ringknorpels

Auflagerung von Schilddrüse und Thymus

ventral der Speiseröhre liegend

10-15 cm lang, Durchmesser 2 cm

Teilung an der Bifurcatio tracheae auf Höhe von Th4 in rechten und linken Hauptbronchus

bestehend aus 15-20 hufeisenförmigen Knorpelspangen (dazwischen Lig. anulare)

Hinterwand: Bindegewebe und Muskulatur (Paries membranaceus)

elastisch in Längs- und Querrichtung (Atmung, Schlucken, Bewegung des Halses)

Totraum

Definition: Anteile des Atemsystems, die nicht am Gasaustausch teilnehmen, werden als anatomischer Totraum bezeichnet.

Nase, Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, große und kleine Bronchien (Ende: Bronchioli terminales)

Volumen: 150-200 ml

Vergrößerung des anatomischen Totraums

durch Schnorchel

medizinisch durch Giebelrohr

durch Rohr erfolgt vermehrt Einatmung der eigenen verbrauchten Ausatemluft (kohlendioxidhaltig) -> CO2-Konzentration ist erhöht -> Atemzentrum in Medulla oblongata wird angeregt -> häufigere und tiefere Atmung  -> bessere Belüftung der Lunge, ohne Absinken der CO2-Konzentration im Blut

Ziel der therapeutischen Totraumvergrößerung: Verhinderung von Pneumonien

Kontraindikation: Lungenemphysem, Asthma bronchiale, Herzinsuffizienz

Study