LE I.3 Sich bewegen - Anatomie

Krankenpflegeausbildung, Unterkurs

Krankenpflegeausbildung, Unterkurs


J. W.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Anatomie des menschlichen Bewegungsapparats, speziell für die Berufslehre. Sie behandeln die Struktur und Funktion von Knochen, Muskeln, Sehnen, Gelenken und Knorpel, sowie deren Zusammenarbeit. Die Lernkarten sind besonders nützlich für angehende Mediziner und Physiotherapeuten, die ein tiefes Verständnis der menschlichen Anatomie benötigen, um Diagnosen zu stellen und Behandlungen zu planen.
Karten
57
Lernende
12
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
18.04.2013 / 25.12.2020

Lernkarten

Bestandteile des Sekeletts

Schädelknochen

Knochen der Wirbelsäule

knöcherner Brustkorb

knöchernes Becken

Knochen des Schultergürtels

Knochen der oberen Extremität

Knochen der unteren Extremität

Schädelknochen - Hirnschädel

 

Stirnbein (Os frontale)

Scheitelbein (Os parietale)

Schläfenbein (Os temporale)

Hinterhauptsbein (Os occipitale)

Keilbein (Os sphenoidale)

Schädelknochen - Gesichtsschädel

Siebbein (Os ethmoidale)

Nasenbein (Os nasale)

Tränenbein (Os lacrimale)

Pflugscharbein (Vomer)

Untere Nasenmuschel (Concha nasalis inferior)

Oberkiefer (Maxilla)

Unterkiefer (Mandibula)

Jochbein (Os zygomaticum)

Gaumenbein (Os palatinum)

Zungenbein (Os hyoideum)

knöcherner Thorax

12 paarige Rippen (Costae)

Brustbein (Sternum)

12 Brustwirbel (Vertebrae thoracales)

knöchernes Becken (Pelvis)

zwei Hüftbeine (Os coxae)

Kreuzbein (Os sacrum) dazwischen liegend

Schultergürtel

paariges Schlüsselbein (Clavicula) und paariges Schulterblatt (Scapula)

obere Extremitätenknochen

Oberarmknochen (Humerus)

Elle (Ulna)

Speiche (Radius)

Handwurzelknochen (Ossa carpales)

Mittelhandknochen (Ossa metacarpales)

Fingerknochen (Digiti, Phalanges)

untere Extremitätenknochen

Oberschenkel (Femur)

Scheinbein (Tibia)

Wadenbein (Fibula)

Fußwurzelknochen (Ossa tarsales)

Mittelfußknochen (Ossa metatarsales)

Zehenknochen (Digiti, Phalanges)

Gelenke

Synarthrosen (unechtes Gelenk)

Amphiarthrosen (straffes Gelenk)

Diarthrosen (echtes Gelenk)

Synarthrosen (unechte Gelenke)

Syndesmosen (Bindegewebe) - Fontanellen des Säuglings

Synchondrosen (hyaliner Knorpel) - Symphyse (Schambeinfuge)

Synostose (Knochen) - Schädelnähte des Erwachsenen

Amphiarthrose (straffes Gelenk)

Iliosakralgelenk zwischen Kreuzbein und Darmbein (Os Sacrum, Os ilium)

sichert die Stabilität des Beckens, lässt jedoch minimale Bewegungen zu

Diarthrosen (echte Gelenke)

zu einem echten Gelenk gehören:

  • Gelenkknorpel
  • Gelenkkapsel
  • Gelenkspalt
  • Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit)
  • (Gelenkbänder)
  • (Gelenkkopf und Gelenkpfanne)
  • (zwei frei bewegliche Knochen verbinden sich)

Gelenkknorpel setzt Reibung herab

Gelenkkapsel schließt Gelenkhöhle luftdicht ab

Gelenkkapsel besteht aus:

  • äußerer Schicht (Stratum fibrosum) als Fortsetzung des Periosts, bestehend aus kollagenen Faserbündeln verstärkt durch bandartige Strukturen
  • Gelenkinnenhaut (Synovialis) bildet Gelenkschmiere (Ernährung des gefäßlosen Gelenkknorpels und Herabsetzung der Reibung bei Bewegungsvorgängen)

Gelenkformen

Kugelgelenk - Schultergelenk, Hüftgelenk (3 Freiheitsgrade)

Scharniergelenk - Ellenbogengelenk (1 Freiheitsgrad) zwischen Humerus und Ulna

Eigelenk - proximales Handgelenk zwischen Radius, Ulna und Handwurzelknochen (2 Freiheitsgrade) 

Sattelgelenk - Daumenwurzelgelenk zwischen Os trapezium und Mittelhandknochen (2 Freiheitsgrade)

Radgelenk - zwischen Ulna und Radius (1 Freiheitsgrad)

dorsale Muskulatur (von kranial nach kaudal)

M. trapezius (Kapuzenmuskel) - Drehung, Hebung und Senkung der Scapula; Adduktion Arm; Kopfdrehung

M. latissimus dorsi (breiter Rückenmuskel) - Retroversion und Innenrotation des Armes

M. deltoideus (dreieckiger Schultermuskel) - Innenrotation, Außenrotation, Adduktion, Abduktion, Anteversion und Retroversion des Armes

M. triceps brachii (dreiköpfiger Armmuskel) - Extension im Ellenbogengelenk

M. glutaeus maximus (großer Gesäßmuskel) - Extension im Hüftgelenk

M. glutaeus medius (mittlerer Gesäßmuskel) - Abduktion des Beines

M. biceps femoris (zweiköpfiger Oberschenkelmuskel) - Flexion, Begrenzung der Kniekehle

M. gastrocnemius (zweiköpfiger Wadenmuskel) - Flexion, bildet Wadenkontur, Fixierung über Achillessehne am Fersenbein

ventrale Muskulatur (von kranial nach kaudal)

mimische Muskulatur

M. sternocleidomastoideus (Kopfwender) - Kopfdrehung und Kopfneigung

M. biceps brachii (zweiköfiger Armmuskel) - Flexion im Ellenbogengelenk

M. pectoralis major (großer Brustmuskel) - Adduktion Arm, Atemhilfsmuskel bei Inspiration

M. rectus abdominis (gerader Bacuhmuskel) - Anteflexion des Rumpfes

M. quadriceps femoris (vierköpfiger Oberschenkelmuskel) - Extension im Kniegelenk

Schädelbasis

Schädelbasis ist der Boden der Schädelhöhle

durch Form der Innenseite ergeben sich drei Schädelgruben:

  • vordere Schädelgrube
  • mittlere Schädelgrube
  • hintere Schädelgrube

vordere Schädelgrube

bestehend aus:

  • beiden Os temporale
  • Siebbeinplatte (Lamina cribrosa des Os ethmoidale)

Siebbeinplatte weist Löcher für den Durchtritt der Riechfäden auf

mittlere Schädelgrube

gebildet von:

  • Os sphenoidale und Os temporale

beinhaltet:

  • Canalis opticus (Sehnervenkanal)
  • Durchtrittsstelle für A. carotis interna
  • Sella turcica (Türkensattel) mit Hypophyse

hintere Schädelgrube

Grenze zwischen mittlerer und hinterer Schädelgrube wird gebildet von den beiden Schläfenbeinpyramiden (Pars petrosa des Os temporale)

Durchtrittstellen:

  • Foramen jugulare für V. jugularis interna
  • Foramen magnum (Hinterhauptsloch) als Verbindung von Gehirn und Rückenmark

mimische Muskulatur

M. frontalis (Stirnmuskel) - Stirnrunzeln

M. orbicularis occuli (Augenringmuskel) - Augenlidschluss

M. orbicularis oris (Mundringmuskel) - schließt den Mund

M. depressor anguli oris (Mundwinkelsenker)

M. risorius (Lachmuskel)

M. zygomaticus major (großer Jochbeinmuskel) - hebt und zieht den Mundwinkel nach außen

Halsmuskulatur

Platysma (Halshautmuskel)

M. sternocleidomastoideus (Kopfwender) - liegt verdeckend auf Karotisscheide (enthält A. carotis externa, V. jugularis interna und N. vagus)

obere Zungenbeinmuskeln - bilden Mundboden

untere Zungenbeinmuskeln - sind an Kauvorgang beteiligt

Mm. scaleni (Treppenmuskeln)

Nackenmuskeln

Wirbelsäule (Columna vertebralis)

bestehend aus:

  • 7 Halswirbeln (Vertebrae cervicales)
  • 12 Brustwirbeln (Vertebrae thoracales)
  • 5 Lendenwirbeln (Vertebrae lumbales)
  • 5 Kreuzwirbeln (Vertebrae sacrales)
  • 4-5 Steißwirbeln (Vertebrae coccygeae)

einheitliche Grundform aller Wirbel

CAVE: Sonderform des 1. und 2. Halswirbels (Atlas und Axis)

Wirbel ab dem 3. Halswirbel bestehend aus:

  • Wirbelkörper (Corpus vertebrae)
  • Wirbelbogen (Arcus vertebrae)
  • Dornfortsatz (Processus spinosus)
  • Querfortsatz (Processus transversus, bei Lendenwirbeln Processus costalis)
  • Gelenkfortsätze (Processus articularis)

Wirbelbogen begrenzt mit Rückseite des Wirbelkörpers das Foramen vertebrale (diese Wirbellöcher bilden den Wirbelkanal für das Rückenmark)

Rückenmuskulatur

Unterteilung in:

  • eingewanderte Rückenmuskulatur
  • autochthone (=ortsständige Rückenmuskulatur)

eingewanderte Rückenmuskulatur

während der Entwicklung verlagert von Schulter und Arm zum Rücken

  • M. trapezius (Kapuzenmuskel)
  • M. latissimus dorsi (breiter Rückenmuskel)
  • Mm. rhomboidei (Rautenmuskeln)
  • M. levator scapulae (Schulterblattheber)
  • Mm. serrati posteriores (hintere Sägemuskeln)

autochthone Rückenmuskulatur

besteht aus einer Vielzahl von Muskeln, die in ihrer Gesamtheit als 

M. erector spinae (Rumpfaufrichter)

bezeichnet werden

sind an allen Bewegungen der Wirbelsäule beteiligt und sichern die aufrechte Körperhaltung

Brustmuskulatur

  • Mm. intercostales externi (äußere Zwischenrippenmuskeln) - liegen zwischen den Rippen und unterstützen die Inspiration
  • Mm. intercostales interni (innere Zwischenrippenmuskeln) - liegen zwischen den Rippen und unterstützen die Exspiration
  • M. pectoralis major (großer Brustmuskel) - Adduktion Arm und Atemhifsmuskel
  • M. pectoralis minor (kleiner Brustmuskel) - Drehung des Schulterblatts
  • M. serratus anterior (vorderer Sägemuskel) - Fixierung des Schulterblatts am Rumpf

Bauchmuskukatur

paarig angelegt, bestehend aus:

  • M. obliquus externus abdominis (äußerer schräger Bauchmuskel) - Drehung des Rumpfes zur Gegenseite
  • M. obliquus internus abdominis (innerer schräger Bauchmuskel) - Drehung des Rumpfes zur gleichen Seite
  • M. rectus abdominis (gerader Bauchmuskel) - Anteflexion des Rumpfes
  • M. transversus abdominis (querer Bauchmuskel) - formt die Taillen

Knochen, Muskeln, Gelenke und Leitungsbahnen der Schulter und des Arms

Knochen: Scapula (Schulterblatt) und Clavicula (Schlüsselbein)

Muskeln: M. deltoideus, M. subscapularis

Gelenke: Schultergelenk (Articulatio humeri), Schultereckgelenk zwischen Acromion und Clavicula (Articulatio acromioclavicularis)

Leitungsbahnen zum Arm: Stränge des Plexus brachialis, A. und V. axillaris

Plexus brachialis (Armnervengeflecht)

in der Achselhöhle entstehen u.a. folgende Nerven aus dem Plexus:

  • N. ulnaris (Ellennerv) - motorische Versorgung einiger Hand- und Fingerbeuger und der kurzen Handmuskeln
  • N. medianus (Mittelarmnerv) - motorische Versorgung fast aller Hand- und Fingerbeuger und aller Pronatoren, sensible Versorgung der Handinnenfläche inkl. der ersten dreieinhalb Finger und der Endglieder von Zeige- und Mittelfinger
  • N. radialis (Speichennerv) - motorische Versorgung sämtlicher Streckmuskeln in Hand- und Fingergelenken, sensible Versorgung des Handrückens der ersten zweieinhalb Finger

arterielle Versorgung der Schulter und des Arms

Teilung der A. axillaris am Unterrand des M. pectoralis major in A. brachialis

A. brachialis teilt sich im Bereich des Ellenbogengelenks in A. radialis und A. ulnaris

Knochen, Muskeln, Gelenke und Leitungsbahnen von Becken und Bein

Knochen: Os sacrum und das paarige Os coxae (Hüftbein) mit

  • Os ilium (Darnbein)
  • Os ischii (Sitzbein)
  • Os pubis (Schambein)

Gelenke: Hüftgelenk (Articiulatio coxae), Iliosakralgelenk und Schambeinfuge (Symphysis pubica)

Muskeln: Glutealmuskulatur bestehend aus M. glutaeus maximus, medius und minimus

Leitungsbahnen: A. und V. femoralis, N. ischiadicus

Muskeln, die auf das Hüftgelenk wirken

M. glutaeus maximus - Extension

M. sartorius - Flexion

M. glutaeus medius - Abduktion

M. adductor longus - Adduktion

am Bein liegen die Strecker vorn, die Beuger hinten, die Adduktoren innen und die Abduktoren seitlich

Muskeln, die auf das Kniegelenk wirken

M. quadriceps femoris - Extension

M. biceps femoris - Flexion

Unterteilung des Bewegungssystem in aktiven und passiven Bewegungsapparat

passiver Bewegungsapparat: Knochen, Knorpel, Bänder

aktiver Bewegungsapparat: Muskeln, Sehnen, Faszien, Schleimbeutel, Sesambeine

Knorpelgewebe

 

Zusammensetzung des Knorpelgewebes aus Chondrozyten (Knorpelzellen) und Interzellularsubstanz (Matrix)

Knorpelgewebe selbst ist gefäßfrei, bedeckende Bindegewebsschicht ist mit Nerven und Gefäßen bedeckt (Perichondrium)

Unterscheidung verschiedener Knorpelarten: Faserknorpel, hyaliner Knorpel, elastischer Knorpel

hyaliner Knorpel

häufigste Knorpelart, bestehend aus vielen Chondronen und kollagenen Fasern

nicht regenerationsfähig

Vorkommen: Epiphysenfugen, Trachealspangen, Nasenknorpel, Gelenkoberflächen, Rippenansätze

elastischer Knorpel

zallarme Chondrone, aber viele elastische Fasern

umhüllt mit Perichondrium

Vorkommen: Ohrmuschel, äußerer Gehörgang, Tuba auditiva, Epiglottis

Faserknorpel

wenige Chondrone und Kollagenfasern

kein Perichondrium, da er direkt mit Bindegewebe verbunden ist

Vorkommen: Ansatz von Sehnen und Bändern, Discus intervertebralis, Meniscen des Knies

Knochengewebe

druck-, zug- und biegungsfest

Leichtbauprinzip durch typische Trabekelstruktur

Zellen: Osteozyten, Osteoklasten, Osteoblasten

Überzug der inneren Knochenflächen mit Endost, der äußeren Knochenflächen durch Periost (außer die Gelenkflächen)

 

Hauptcharakteristikum ist die Verkalkung: EZR besteht aus reichlich kollagenen Fasern und aus großen Mengen Hydroxylapatit (Calcium-, Phosphat- und Hydroxidionen)

mehr als 99% des körpereigenen Calciums und 75% des Körperphosphats sind im Knochen enthalten

Étudier