Kardiologie und Angiologie - Bits and Notes
Kleine Infohäppchen zu dem Thema..
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Lernkarten
Ab welchem Stenosegrad ist der Puls distal davon nicht mehr tastbar?
Ab Stenosen von >90%
Ab welchem Stenosegrad hört man bei der Auskultation von Arterien ein systolisches Strömungsgeräusch?
Ab einer Lumeneinengung von >/= 60-70%
Normaler ABI?
Was wäre pathologisch und bei einer deutlichen PAVK zu erwarten?
Wann BD-Bein falsch hohe Werte?
0,9-1,2 (Herold), 1-1,4 (Skript)
(je tiefer, desto gröser die Stenose in den Beinarterien. Ab 0,5 (Herold) bzw 0,3 (Skript) wird es kritisch mit der Durchblutun (entspricht grob einem lokalen systol. BD von 50mmHg --> kritische Ischämie, mit Nekrosegefahr, Stadium III-IV)
Falsch hohe Werte wegen Mönchsberger Mediasklerose (90% der DM Typ 2-Patienten!), falsch hohe Drücke gemessen wegen inkompressibler Arterie. Bei Werten > 1,4 (ABI) --> Alternative: Zehenverschlussdruck (TBI - Toe-brachial-index. <0,7 = pathologisch, < 0,3 = kritische Ischämie = <30 mmHg)
Bis zu welchem Stadium ist Gehtraining eine gute Therapiemöglichekit der PAVK?
(Bei Stadium I und) bei hämodynamisch kompensiertem Stadium II (tägl. 1-1,5 strukturiertes Gehen, pausieren bei erreichen der Schmerzgrenze) --> Förderung der Kollateralenbildung
Kontraindikationen: schlecht kompensierter Stadium II, sowie Stadien III und IV.
Was ist bei PAVK verboten, was bei zB verspannter Muskulatur gerne gemacht wird?
Lokale hyperämisierende (Durchblutungsfördernde) und wärmende Massnahmen ("Wärmeanwendungen")* wegen verstärktem O2-Verbrauch (Fuss KANN nicht besser durchblutet werden ...) und Verbrennungsgefahr.
Wie stark sind die verschiedenen PAVK-Stadien mit koronaren Gefässstenosen und arteriosklerotischen Veränderungen der extrakraniellen Hirnarteren assoziiert?
Im Stadium II: 50% der Patienten haben auch koronare Gefässstenosen (KHK).
Stadien III und IV: 90 % der Patienten haben eine KHK!! Dazu haben 50% arteriosklerotischen Veränderungen der extrakraniellen Hirnarteren.
Die Mehrzahl der Patienten verstibt an einem Herzinfarkt (60%) und an einem Schlaganfall (10%). 5JahresÜberleben: 80% (d.h. 20% sind nach 5 Jahren verstorben). Generelle Reduktio der Lebenserwartung um ca. 10 Jahre.
Was kann die Ursache sein, wenn ein Patient Zeichen einer TVT hat und gleichzeitig B-Symptomatik?
Ein Tumor (Vd. a. maligner Tumor wegen B-Symptome), der auf die Vene drückt und sort eine Stenose macht, an welcher eine TVT (Stasis oder/und Endothel durch Tumorinfiltration beschäfigt und somit thrombogen) entstehen kann. Ausserdem kann eine Tumorembolie vorliegen (eher LE statt TVT).
Nomenklatur TVT?
1 Etage TVT: Auf US beschränkt (bis hier "distal")
2 " " : bis V. poplitea
3 " " : bis Leistenband (ab hier "proximal")
4-Etage-TVT: überm Leistenband (geht ev. über in Cavathrombose)
unterscheiden auch nach Wachstumsrichtung der Thrombose: ascendierend vs descendierend
Was ist eine Giacomini-Vene?
Kraniale Extension der V. saphena parve (VSP), (Kniekehle...?)
Zwei Stadien (nach CEAP) der Varikose sollte man mind. kennen - welche?
C3 = Oedeme
C6 = offenes Ulcus
(Vor C3, 0 nix, 1 Besenreiser/ retikuläre Varizen, 2 Varizen >3mm) (vor 6: 4a Pigmentierung, Ekzem, 4b Lipodermatosklerosis, Atr. blanche, 5 abgeheiltes Ulkus)
Normalbefund Oszillographie (BD messung zb Bein)?
(noninvasive PAVK-Abklärung)
Kurve mit
- rascher systolischer Anstieg (steil)
- kurze Gipfelzeit
- Dikrotie (zweiter, kleiner Gipfel - durch Reflexion)
- Langsamer diastolischer Abfall
Bei welchem BD art. kann man den Fusspuls noch tasten? (Knöchelarteriendruckwert)
Heilt da eine Läsion am Fuss?
Bei einem Knöchelarteriendruckwert von min 90-100 mmHg.
Bei gesu heilt dann eine Läsion zu 100% (zumindest durchblutungstechnisch), bei Diabetikern gelten andere Werte... dort heilt die Läsion zu 85% ab.
Ab wann ist eine Seitedifferenz an den Armen bzgl (systol.) Blutdruck pathologisch?
Ab einer BD-Differenz von > 20 mmHg --> Vd.a. A. subclavia-Stenose
Was beudeutet es, wenn man bei einer Läsion, die entzündet ist, eine rote Linie davon ausgehend nach proximal laufen sieht? Ist das ein gutes Zeichen?
Überhaupt kein gutes Zeichen! beginnende infektiöse Lymphangitis (?) --> starker Vd. a. Ausbreitung der Infektion, cave Sepsis möglich (?)
Was bedeutet PTA in der Angiologie?
Perkutane transluminale Angioplastie (PTA) ist ein interventionelles Therapieverfahren, das bspw. bei der PAVK angewandt wird. Mit einem Kathether bringt man einen Bollon in das stenosierte Gefäss ein, dilatiert dann den Ballon an besagten verengter Stelle und drückt damit Steonse in die Gefässwand hinein. Die Rezidivneigung ist höher als wenn man einen Stent einlegt (der das Gefäss ja dann offenhält), daher wird eher ein Stent statt PTA gemacht. (etwa) Für eine einfache, nicht sehr ausgedehnte Stenose ist es aber ein gutes Mittel und ein Versuch wert. Ausserdem gibt es die möglichkeit der Drug-eluting ballons, die gleich auch ein wachstumshemmendes Medikament in die Wand hinein drücken (Paclitaxel), rel. teuer, auch beim Stent möglich (drug-eluting-stent), vermindert aber die Re-Stenosierung.
Was klappt besser: klappt eine interventionelle primäre Stent-Therapie aorta-iliakal (Becken) besser oder primär PTA (mit Stent als bail-out) im femoro-poplitealen Bereich?
Mit primärem Stent im Becken klappts besser: Aorta-iliacal ist die Offenheitsrate nach 4 Jahren beo 90% (bzw 975 mit Re-Behandlung), während man femoro-popliteal (PTA und Stent nur als Bail-out) nur Offenheitsraten von 53% (78% nach Re-Interventionen) erreicht. Generell interventionelle herapie: Je grösser das Gefäss, desto besser die Ergebnisse.
Generell: Lokalisierte Stenose: Eher interventionell, ausgedehnte, komplexe Läsionen: Risikoabwängung interventionell (endovaskulär) vs Bypass.
Wichtiges zu chirurgischer PAVK-Therapie?
- Unterhalb des Leistenbandes lieber Vene als Kunststoff einsetzen! (Oberhalb geht das Kunststoffgefäss viel weniger zu als unterhalb - dort ok und gute Variante).
- Venenklappen --> Vene umdrehen oder Klappen kontrolliert entfernen.
- Bei langstreckigen Stenosen eher Bypass, für kurze ist die Endarterektomie eine gute Sache.
- Operiert wird nur bei kritischer Ischämie (Fontaine-Stadien III und IV), IIb höchst selten. Weil: grosse OP-Marbidität und Gefahr Bypassverschluss (ist eine Komplikation, die oft zur Amputation führt).
- Vor Amputation prüfen, ob Läsion heilen kann (Angiologie --> BD muss >55mmHg sein ..), sonst gilt: Lieber trockene (!) schwarze Zehen (ausser sie schmerzen), als eine nicht heilende Amputationsstelle...
Ist Herzinsuffizienz eine Diagnose oder ein Syndrom?
Ein Syndrom! HI ist keine Diagnose. Immer Ursache für HI suchen.
Def. HI: "Komplexes klinisches Syndrom, bedingt durch die Auswirkungen einer Störung der Füllung und/oder der AUswurfleistung des Herzens und den daraus resultierenden Anpassungen des Körpers." (PD DR. med. O. Pfister)
Kann ein implantierter Defibrillator (ICD) bei HI-Patienten eingesetzt werden?
Ja. Sudden cardiac death wegen Rhythmusstörungen ist bei NYHA II und III die häufigste Todesursache bei HI-Patienten. (bei IV zweithäufigste, dort cronic heart failure(CHF?) häufigste Todesursache).
Defi verbessert die Prognose (Level IA) - nicht jedoch Symptome, Quality of Life oder Progression.
Was ist die Therapie bei HFPEF?
Keine gute Evidenz, unklar welche Therapie die beste ist.
--> Behandlung auslösender Faktoren (individuell), zb mittels: ARB, ACE-I, ARA, BB, CCB, Digoxin, Diuretika (Symotomverbessernd), Nitrate, ...
Therapie der akuten HI?
(Behandlung weitgehend empirisch, verbessert Hämodynamik, aber nicht Mortalität).
- O2 (Maske, 6-12L) wenn Sättigung <90%
- Diuretika (initial 40mg Furosemid i.v, bzw.: individuell anpassen bei vorbestehend Diuretika)
- Vasodilatatoren (wenn BD erhalten! BD =/>110 mmHg --> Nitrate i.v., s.l. oder Pflaster
- Morphin (zurückhaltend. Beruhigt patienten rasch, aber ev. erhöht es die Mortalität).
Therapie bei HFREF?
Flüssigkeitsretention --> Diuretikum
sonst/weiter:
- ACE-I (ARB) + BEtablocker
- + ev. MRA oder ARB
- + ev. Ivabradine (wenn EF =/<35%, HR =/>70, SR)
- + ev. Digoxin
- (+ ev. ICD)
Resultate der Bypasschirurgie bei niedriger EF (<30%)?
(Daten vermutlich gemäss STICH-Trail)
- viables Myokard
- gute Zielgefässe
- EF und NYHA besser
- identisch zu HTx
Was ist der Goldstandart für die Behandlung der terminalen HI?
Mögliche Alternativen?
Die Herztransplantation.
(>80% haben danach keine Einschränkung in ihren Aktivitäten.)
Problem: Zuwenig Spenderorgane. Mögliche Lösung: Kunstherz (werden immer besser..., Problem: viele Infekte, Einsatz v.a. kurz-mittelfristig) oder VAD (ventricular assist device, kleiner, sicherer besser verträglich, minimal invasive, komplette Implantation, Energietransfer durch die Haut, Akkudauer wie Handys, mittel- bis lanfristig)
Welche Ansatzpunkte werden bei der medikamentösen HI-Therapie angegangen?
- Verminderung der neurohumoralen Aktivierung (niedrig dosierte Betablocker, ACE-Hemmer, ARBs, Aldosteron-Antagonisten
- verringern der Natrium- und Wasserretention (Diuretika)
- verringern von Pre- und Afterloard (Preload: Nitrate, Afterload: ACE-HEmmer, ARBs, vasodilatierende Betablocker)
- erhöhen der Kontraktilität und senken der Herzfrequez (Digoxin)
- Senkung der Mortalität: ACE-Hemmer, ARBS, tief-dosierte BEtablocker, Aldosteron-Antagonisten (Spironolacton und Eplerenon)
Fazit Studien zur Therapie der Varikosis?
Laser ist gleich effektiv wie Chirurgie und macht weniger Komplikationen
Schaumsklero ist wenider effektiv.
Schwere Komplikationen selten aber möglich (<1%)
(Kompressiostherapie = Ergänzende Basismassnahme)
Wie ist eine instabile Angina Pectoris definiert?
- Ruheangina (per def. Immer instab. Ang. Pect.)
- (Neue Angina)
- Zunehmende Angina/sich verändernde
Was sind Angina-Equivalente?
- Dyspnoe
- Epigastrische SZ
- Schwäche
- Leistungsintoleranz
- Leistungsknick
Wieviel % des Myocardiums muss von Ischämie betroffen sein, damit die Revaskularisationsrisiken kleiner sind als der damit gewonnene Benefit/die Risiken der Bildgebung (RX)?
>10%. Bei 10% betroffenem Myokard sind die Folgen des Eingriffs und die Folgen der Bildgebung gleichauf. à ev. falsch verstanden...!!!
Wovon hängt das Rupturrisiko des abdominellen Aortenaneurysmas ab?
(Einzig und alleine) vom max. Querdurchmesser (CT)
Ab wann wird ein abdominelles Aortenaneurysma operiert?
- Durchmesser =/>5.5 cm (ev. bei Frauen ab 5cm, noch unklar)
- Wachstum =/>1cm/Jahr
- Schmerzen
- (ab 5cm wird das Rupturrisiko grösser als die Mortalität der OP (1-5/1-8%), Gesamtmortalität bei Ruptur: bis 90%)
- hängt ab von Patientenfaktoren (95 oder 25 Jahre alt? Comorbiditäten?)
Was ist EVAR?
Endovaskuläre Therapie des abdominellen Aortenaneurysmas (sieht aus wie Stent mit Plastik drum herum, einbringen funktioniert auch so, nur vorher genau bestimmen wie gross und zusammensetzbar aus versch. Teilen.) Lebenslanges Follow up (ergo gew. Patientencompliance) nötig wegen Endoleaks (blutet ins Aneurysma rein, das bleibt nämlich da), und Abstand zu Gefässabgängen (ca. 1cm), kein allzu grosser Winkel drin und auch nicht möglich, wenn ein Thrombus da ist oder bei einem kurzen proximalen Hals.
Was ist ein subclavian-steal-syndrom? Symptome?
Stenose oder Verschluss der proximalen A. subclavia oder den Truncus brachiocephalicus (Urs.: Arteriosklerose oder Takayasu Arteritis) -> ganze Subclavia (Arm) wird aus Vertebralis versorgt: Bei Belastung klaut der Arm dem Hirn Blut!
Symptome: (*nennt man nicht-Syndrom sondern: Subclavian-Steal-Situation. -Syndrom erst wenn Beschwerden)
idR Asymptomatisch*, aber:
BD-Differens der Arme von > 20 mmHg
Arm-Claudicatio (Schwäche, Sz unter Belastung, Parästhesien, Kälte- und Schweregefühl)
(In Asien bei Frauen häufiger (Takayasu) --> pulse-less-women)
Neurologische Symptome (Schwindel, Gleichgewichtsstörung, Synkopen, Sehstörungen)
Wieviel % aller Hirnschläge sind cardio-embolisch bedingt?
20%
(davon meist (45%) Vorhofflimmern, 15% Vorhofseptum-Anomalien, 15% Herzklappen, 10% Ventrikelthrombosen (bsp bei schwerer Linksherzinsuffizienz??), 10% kardiale Tumoren, 5% andere)
Stroke Prävention bei paroxysmalem Vorhofflimmern - mit welchen Medikamenten?
- Marcoumar (Vit.K-Antagonist)
- NOAX: (ja bei VHFl. - nicht aber bei Herzklappenursachen!!!)
- Xarelto
- Pradaxa
Wann häufiger Mitralstenosen?
Häufig verursacht durch Rheumatisches Fieber.
(Streptokokken, häufiger in Entwicklungsländern)
Diagnsostik bei paroxysmalem Vorhofflimmern?
4-7 Tage Holter-EKG
Lifetime-Risiko für Vorhofflimmern?
25%
Ursachen für Vorhofflimmern?
höufigste 4:
- Hypertonie (diastolische Dysfunktion, LVH)
- Degenerativ (Alter, kranker Sinusknoten)
- HI
- idiopathisch (genetisch?)
CHADS-Score?
C = recent CHF (congestive heart failure)
H = Hypertension --> 1
A = Age =/> 75years --> 1 (neu 2)
D = Diabetes --> 1
S = Stroke or TIA --> 2
--> neu CH2ADS2VASc Score ... inklusiv:
- Vascular disease -->1
- Age 65-74 --> 1
- Sex category --> 1
--> Wenn 0 = gut, wenn 1 --> Aspirin, wenn =/>2 OAk