Kap. 1.2 Methoden der Datenerhebung

Grundlagen der Wirtschaftsmathematik und Statistik - Teil Statistik, KE 1

Grundlagen der Wirtschaftsmathematik und Statistik - Teil Statistik, KE 1


S. A.
Diese Lernkarten behandeln Methoden der Datenerhebung auf Universitätsniveau. Sie vergleichen Vor- und Nachteile von Primär- und Sekundärerhebungen, Befragungen, Beobachtungen und Experimenten. Die Karteikarten beleuchten auch Teilerhebungen und Vollerhebungen, wobei Kosten, Durchführung und mögliche Missverständnisse thematisiert werden. Besonders nützlich für Studierende der Mathematik, die sich auf statistische Methoden vorbereiten.
Karten
10
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Mathematik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
28.10.2014 / 27.12.2015

Lernkarten

Möglichkeiten der Datenerhebung

Befragung (persönlich, telefonisch, postalisch)

Beobachtung

Experiment

Persönliche Befragung

- Interviewer vor Ort

- Vorteil: Missverständliche und falsche Antworten können durch direktes Nachfragen ausgeschlossen werden

-Nachteil: Hoher finanzieller und organisatorischer Aufwand

Telefonische Befragung

- Vorteil: Missverständliche oder falsche Antworten können durch direktes Nachfragen ausgeschlossen werden, schnelle Durchführung, geringe Kosten

Nachteil: Anzahl der Antwortverweigerer kann sehr hoch sein

Postalische Befragung

- Vorteil: Geringe Kosten, Vermeidung eines Interviewereinflusses bzw von Interviewerfehlern

- Nachteil: Nachträgliche Korrektur der Antworten ist nicht möglich; Systematische Verzerrungen können entstehen, wenn die Rücklaufquote zu gering ist

Beobachtung

- Durch Zählung oder Messung

- Nachteil: Messgenauigkeit, Messfehler können systematisch oder zufällig auftreten (Umgebungsveränderung, Ablesefehler)

 

Experiment

- Besondere Form der Beobachtung

- Es wird eine Hypothese aufgestellt, die mittels der durchgeführten Beobachtungen untermauert oder widerlegt wird.

- In der Wirtschaftswissenschaft ist Experimentieren meistens sehr aufwendig oder nur schwer möglich.

 

Vollerhebung

Werden in einer statistischen Erhebung alle Einheiten einer statistischen Masse berücksichtigt, dann handelt es sich um eine Vollerhebung

Teilerhebung

- Werden in einer statistischen Erhebung nur ein Teil der Einheiten erfasst, so entspricht dies einer Teilerhebung (Stichprobenerhebung)

- Der durch eine Teilerhebung bestimmte Teil der statistischen Masse wird Stichprobe genannt.

- Bei einer Stichprobenuntersuchung werden nur die Aussagen über den tatsächlich betrachteten Teil der statistischen Masse zugelassen, d.h. ein Rückschluss auf die Grundgesamtheit kann nur unter bestimmten Voraussetzungen getroffen werden

- Vorteil: Geringe Kosten; Kurze Erhebungsdauer

- Nachteil: Möglicher Informationsverlust; bei gesetzlichen Vorschriften für die Durchführung einer Vollerhebung kann eine Teilerhebung zu einer Nichtanerkennung der Resultate führen.

Primärerhebung

Eine statistische Erhebung, in der das Datenmaterial mittels Befragung, Beobachtung oder durch ein Experiment gewonnen wird

Sekundärerhebung

- Es wird auf vorhandenes Datenmaterial zurückgegriffen

- Wenn auf bereits bestehende Datenbanken zurückgegriffen wird, spricht man von einer registergestützten Erhebung.

- Daten können vom statistischen Bundesamt (bekannteste Publikation: Statistisches Jahrbuch der BRD) oder anderen Institutionen bezogen werden.

- Internationale Institutionen: Europäisches Amt für Statistik (Eurostat), Statistischer Dienst der Vereinten Nationen, OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development)

- Vorteil: Kostengünstig

- Nachteil: Ist eventuell nicht genau auf die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen statistischen Untersuchung angepasst 

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