Jagdkurs - Wald, Feld und Wiese
Ökologie
Ökologie
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| Summary | Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Einblick in die Jagd und Naturkunde, speziell für die Berufslehre. Sie behandeln Themen wie Waldgesellschaften, Wildmanagement, Lebensräume und jagdliche Praktiken. Besonders nützlich für angehende Jäger und Förster, die sich mit der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern, der Erkennung von Wildschäden und der Raumplanung vertraut machen möchten. Die Karteikarten erklären auch Begriffe wie Ökosystem, Populationsdynamik und Nachhaltigkeit, sowie die Bedeutung von Naturschutzprojekten wie Natura 2000. |
|---|---|
| Flashcards | 56 |
| Students | 14 |
| Language | Deutsch |
| Category | Nature Studies |
| Level | Vocational School |
| Created / Updated | 19.04.2014 / 12.02.2026 |
| Weblink |
https://card2brain.ch/box/jagdkurs_wald_feld_und_wiese
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| Embed |
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Erkläre die Begriffe Baum- und Waldgrenze!
Oberhalb der Waldgrenze ist kein geschlossener Wald mehr zu finden. Dort sind nur mehr einzelne Bäume anzutreffen. Oberhalb der Baumgrenze findet man auch keine hohen Bäume mehr. Dort ist dann die Krummholzzone (Latschen, Grünerlen, …)
Wann liegt eine Rodung vor? Welche gibt es? Wie ist die Vorgehensweise dabei?
Sobald eine Waldfläche einer anderen Funktion dienen soll, als der forstlichen Produktion, liegt eine Rodung vor. Bis 1000m² handelt es sich um eine anmeldepflichtige Rodung. Die Behörde (BFI) hat sechs Wochen nach Einlangen der Anmeldung Zeit, um zu prüfen, ob kein öffentliches Interesse dem Roden entgegensteht. Diese Fläche darf an kein (in den letzten 10 Jahren) gerodetes Grundstück angrenzen. Die Anmeldung erlischt, wenn die Rodung nicht innerhalb eines Jahres durchgeführt wird.
Über einer Rodefläche von 1 ha ist eine Rodungsbewilligung notwendig. Die BFI prüft das Ansuchen und kann gegebenenfalls auch Ersatzaufforstungen fordern.
Was bedeutet unsichtbarer Keimlingsverbiss? Wie kann ich ihn erkennen und wie kann ich Abhilfe schaffen?
Werden Keimlinge verbissen, so merkt man dies gar nicht. Erst durch den Bau eines Kontrollzaunes / Weiserfläche, kann man die Fläche mit Einfluss des Wildes (außer Zaun) und jene Fläche innerhalb des Zaunes ohne Wildeinfluss vergleichen. Meist fällt der Ausfall besonders verbissbeliebter Baumarten, wie der Tanne, erst dann auf.
Was ist eine Wilddichte, wie wird sie angegeben und welche Richtwerte haben wir in unserer Umgebung für das Reh- und Rotwild?
Die Anzahl der Individuen einer Art pro 100 ha bezeichnet man als Wilddichte. Die durchschnittliche Wilddichte schwankt generell sehr stark. So muss man immer genau schauen, wo überhaupt passender Lebensraum für eine Wildart in meinem Revier vorhanden ist (z.B. Abzug von Felsen oder stark beunruhigter Bereiche,…). Wie hoch die Wilddichte dann sein kann, hängt sehr stark vom Bewuchs und somit vom Nahrungsangebot und der vorhanden Ruhe zusammen. Rotwild: 3-8 Stk./100 ha, Rehwild: 5-15 Stk./100 ha.
Erkläre den Begriff ökologische Sukzession!
Dies bedeutet die Aufeinanderfolge natürlicher Pflanzengesellschaften auf einem Standort. So ist z.B. nach einer Erosion zu Beginn nackter Felsboden zu finden. Im Laufe der Zeit entsteht durch die Zersetzung von anfallendem Laub oder anderem organischen Material aus der Umgebung Erde. Darauf siedeln sich Gräser, Kräuter und Pionierbäume (Holunder, Bike, Aspe, Erle, Kiefer, Lärche,…) an. Unter dem Schutz dieser Pflanzen wachsen unsere Haupt- oder Schlussbaumarten heran (bei uns: Fichte, Tanne, Buche und Ahorn).
Äsungsflächenschaffung im subalpinen oder alpinen Gelände kann auch das Schwenden von alten Almflächen beinhalten. Wie ist das gesetzlich richtige Vorgehen?
Im Anhang des Forstgesetzes sind alle Pflanzen angeführt, die als forstlicher Bewuchs bezeichnet sind. Sollte eine Almfläche mit einer dieser Pflanzen zuwachsen und die Überschirmung mehr als 3/10 betragen (gilt dann als Wald), so muss eine Rodung angemeldet bzw. um eine Rodungsbewilligung angesucht werden.
Wie kann Naturschutz wirken?
- Konservierend: Erhaltung wertvoller Lebensräume von besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenarten.
- Defensiv: Durch die Abwehr von schädlichen Eingriffen in die Natur.
- Regenerierend: neue Lebensräume schaffen
Was versteht man unter der Struktur eines Wildbestandes / einer Population?
Die Struktur setzt sich zusammen aus:
- der Wilddichte (Stk./100 ha),
- dem Geschlechterverhältnis,
- der Altersklassenverhältnis und
- eventuell der Verteilung der Stücke im Revier.
Welche Instrumente der Raumplanung kennst du?
Wildökologische Raumplanung:
z.B.: Landesweit: Einteilung in Kern-, Rand- und Rotwildfreizone.
Revierweise: Ruhezonen, Fütterungsgebiete, Anlage von Wildwiesen
Schwerpunktbejagung, Salzlecken, …
Forstliche Raumplanung lt. Forstgesetz:
- Waldentwicklungsplan: Wird vom Land erstellt. Waldflächen werden farblich getrennt nach ihren Waldfunktionen (Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion) dargestellt.
- Gefahrenzonenplan: Liegt auf der Gemeinde auf und wird von der Wildbach- und Lawinenverbauung erstellt. (gelbe und rote Zone).
- Waldfachplan: Kann jeder Waldeigentümer für seinen Besitz erstellen. Z.B. Darstellung der Nutzungseinheiten, oder verjüngungsnotwendigen Flächen, Darstellung der Altersklassen,..
Welche Wildarten dürfen bei uns gefüttert werden?
Rotwild (15. Oktober bis 30. Juni), Rehwild (16. September bis 14. Mai) und Niederwild. Salzvorlage ist immer und für jede Wildart möglich.
Welche Tierarten schälen? Was können die Folgen davon sein?
Rotwild, Muffelwild, aber auch Pferde, Schafe, Hasen oder der Pilch
Was macht der Wald alles für uns?
Waldfunktionen:
- Erholungsfunktion: Leute können im Wald frei spazieren gehen. Kulturflächen unter 3 m Höhe, Sonderkulturen, Sperrgebiete oder landwirtschaftliche Wiesen und Äcker dürfen nicht betreten werden.
- Wohfahrtsfunktion: Der Wald reinigt Wasser und Luft, reduziert den Lärm und produziert Sauerstoff (Photosynthese).
- Schutzfunktion: Der Standortsschutzwald schützt seinen Standort vor Erosion, Lawinen, Rutschungen, Verkarstung…. Auch die Kampfzone und die daran angrenzenden Waldflächen gehören zum Schutzwald. Der Objektschutzwald schützt Menschen und deren Besiedelung.
- Nutzfunktion: Ca. 30 mio Festmeter Holz wachsen jährlich zu. 20 mio Festmeter werden genutzt.
Warum ist Fütterung/Jagd notwendig? Kann die Natur sich nicht selbst regeln?
Natürliche Winterlebensräume für unser Wild wurden besiedelt, bzw. wurden die Wechsel durch den Bau von Straßen abgeschnitten. Weiters wurde das alpine Gelände (abgewehte Bergrücken) zur Spielwiese von Freizeitsportler. Um keine enormen Waldschäden zu verursachen, ist eine Fütterung des Rotwildes im alpinen Gelände unumgänglich. In einigen Revieren wurde das Füttern vom Rehwild eingestellt. Der Wildstand ging rapide nach unten und der Fallwildanteil war extrem hoch. Grundsätzliche Frage ist immer, was der Grundbesitzer für Vorgaben stellt. Will er Wald oder Wild? Auf was legt er mehr Wert?
Ein Reh benötigt im Hochwinter pro Tag ungefähr 1,2 kg Knospen! Wenn ich es füttere natürlich viel weniger.
Der wichtigste Faktor der Jagd ist mit Sicherheit die Erlangung von hochwertigem Wildbret. Das ist der Punkt, wo Jäger punkten können. Ebenso muss der Öffentlichkeit dargelegt werden, dass es nur durch die kommerzielle Jagd möglich ist, das restliche Wild über die strengen Winter zu füttern. Großprädatoren, wie Luchs, Bär oder Wolf haben die nötigen Lebensräume in unseren Wäldern nicht mehr. Weiters führt das Vorhandensein dieser zu extremen Konflikten mit der Landwirtschaft.
Was wirkt sich in Feldrevieren negativ auf den jagdlichen Überschuss aus?
- Lebensräume gehen durch die intensive Landwirtschaft verloren,
- Ernteschock,
- Mähtot,
- Raubwildbestand,
- Verkehr oder Zäune.
Erkläre die Unterschiede zwischen Hoch-, Nieder-, Auslese- und Z-Baumdurchforstung!
Bei der Hochdurchforstung greife ich in den Kronenraum ein. Somit können sich die Kronen vergrößern und es kommt zu einer Zuwachssteigerung.
Bei der Niederdurchforstung greift man nur in die Unterschicht ein und entnimmt die „Unterstandlinge“. Der Bestand wirkt gepflegt, aber es kommt zu keiner Zuwachssteigerung der wertvolleren Bäume.
Bei der Auslesedurchforstung sucht man sich einen vitalen und wertvollen Baum, den man gerne im Endbestand hätte, aus und markiert ihn. Dann bewegt man sich ca. 6-8m in alle Richtungen und markiert wieder jenen Baum, den man im Endbestand möchte, usw.. Jene Bäume, die diese „ausgelesenen“ Bäume bedrängen werden bei der Auslesedurchforstung entfernt. Beim nächsten Durchforstungseingriff werden die Auslesebäume wieder neu festgelegt (können beim nächsten Eingriff wieder andere sein!)
Bei der Z-Baumdurchforstung werden die Z-Bäume einmal festgelegt und diese gefördert. Zum Unterschied zur Auslesedurchforstung bleiben diese Z-Bäume bis zum Schluss immer die gleichen.
Erkläre den Unterschied zwischen Wildeinfluss und Wildschaden!
Wildeinfluss bedeutet, dass man Verbiss, Schälschäden oder dergleichen findet, aber noch ausreichend gesunde Bäume zu finden sind.
Wildschaden liegt vor, wenn das Bestockungsziel, also die gewünschte Baumartenzusammensetzung gefährdet ist.
Vergleiche die ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der künstlichen und natürlichen Waldverjüngung!
Bei der künstlichen Verjüngung kann man die Baumartenzusammensetzung und –verteilung maßgeblich bestimmen. Bei der Nutzung kann ich im Vorfeld große Kahlschläge mit geringen Erntkosten (viel Masse pro m²) durchführen. Verbissanfälliger sind allerdings die gesetzten Pflanzen. Auch bin ich von der Genetik abhängig: Hat der Forstgarten die richtigen Samen verwendet und bekomme ich somit autochthone Pflanzen geliefert?
Allerdings kann man künstlich auch Baumarten einbringen, die nicht in der Umgebung vorkommen. Man erspart sich auch viel an Läuterungskosten, muss jedoch für die Pflanzen und deren Versetzen zahlen (ca.: 1€/Baum).
Was ist Prossholz / Sprossholz?
Prossholz / Sprossholz sind entweder dem Wild vorgelegte Bäume als Ganzes oder Baumteile (z. B. Äste nach dem Obstschnitt), die dem Wild als Äsung dienen. Speziell beim Niederwild wird diese Fütterungsweise gerne angewendet. Aber auch das Gams- und Rotwild nehmen Prossbäume / Sprossbäume gerne auf.
Erkläre den Begriff Ökosystem!
Ein Ökosystem setzt sich aus den Begriffen Biotop, das ist die Summe aller nicht lebenden Faktoren eines Ökosystems (Lebensraum), und der Biozönose, das ist die Summe aller lebenden Faktoren eines Ökosystemes (Tier- und Pflanzenwelt), zusammen.
Was sind Neophyten?
Nicht heimische Pflanzenarten, die aber eingeschleppt wurden, werden als Neophyten bezeichnet. Beispiele dafür wären das Japanische Springkraut oder die Kanadische Goldrute.
Eine Fichten-Lärchenkultur wird kaputt. War es das Wild oder könnte auch etwas anderes daran Schuld haben?
Durch zu frühes Kultivieren könnte sich der Rüsselkäfer angesiedelt haben. Es sind Fraßspuren am Stammhals zu erkennen.
Welche Pflegearbeiten an einem Waldbestand kannst du nennen und wann werden sie durchgeführt?
- Kulturbegründung: auf Kahlflächen
- Sicheln und nachbessern: Jungwuchs
- Läuterung/Stammzahlreduktion: im Jungwuchs- oder Dickungsalter
- Durchforstungen: Stangenholzalter
Erkläre das Natura 2000 Projekt und nenne mind. ein Beispiel!
In einem Natura 2000 Gebiet wirken die FFH – Richtlinie (Fauna – Florahabitatsrichtline) und der Vogelschutzrichtline. Erstere dient dem länderübergreifenden Schutz von heimischen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten - die Vogelschutzrichtlinie dem Schutz der seltenen Vögel.
Was bedeutet Nachhaltigkeit?
Es wird weniger genutzt, als nachwächst.
Nenne die natürlichen Waldgesellschaften in Österreich in den jeweiligen Höhenstufen?
- Auwald: in Tieflagen (Schwarzerle, Weide, Esche, Hainbuche, Linde …), in Alpentäler (600-800m - Grauerle, Silberweide, Esche, Traubenkirsche und Birke)
- 200-350m Eichen-Hainbuchenwald (kolline Stufe): Eichen, Hainbuchen, Linde, Kirsche, Feldahorn … (Südsteiermark, Burgenland)
- 350-600m Buchenwald und Eichen-Buchen-Wald (submontane Stufe): Rotbuche, Fichte, Tanne, Eiche (auf trockenen Standorten), Bergahorn, Birke …
- 600-1400m Bergmischwald (montane Stufe): Fichten-Tannen-Buchenwald, Bergahorn, Bergulme, Esche, Birke, Kiefer, Lärche …
- 1400-1700m Unterer Nadelwald (subalpine Stufe): Fichtenwald oder Fichten-Lärchenwald
- 1600-2200m Oberer Nadelwald (obere subalpine Stufe): Fichte, Lärche, Zirbe – oberhalb der Waldgrenze Latsche bzw. Grünerle
Erkläre die wichtigsten Grundsätze der Kahlschlagwirtschaft! Welche Fristen und Größen, welche Vor- und Nachteile sind zu beachten?
Der Kahlschlag ist eine beliebte Bewirtschaftungsform, da auf kleiner Fläche viel Holz geerntet wird und die Folgeeingriffe (Läuterung, Durchforstung,…) immer zur gleichen Zeit und auf großen Flächen stattfinden.
Kahlschläge bis 0,5 ha sind freie Fällungen. Das heißt, dass man sie sofort und ohne Genehmigung der Bezirksforstinspektion durchführen kann. Zwischen 0,5 ha und 2 ha muss man einen Fällungsantrag an die BFI richten. Großkahlschläge (über 2 ha) sind verboten.
Man soll diese Flächen erst nach 2-3 Jahren kultivieren, da sonst die Gefahr vom Rüsselkäferbefall besteht. Nach spätestens 5 Jahren muss diese Fläche wiederbegründet sein. Will man auf die Naturverjüngung warten, kann man sich 10 Jahre Zeit lassen – in Hochlagen darf man auch auf 15 Jahre verlängern.
Jagdlich sind Kahlschläge auch sehr interessant. Es wird viel eingesehen und das Wild findet viel Äsung.
Wie kann man Tourismus lenken?
Gespräche mit einheimische Touristikern führen und die, für sie wichtigsten Routen festlegen. Sollten wildökologisch keine Bedenken vorliegen, sollten diese Routen gemeinsam optimal markiert und gepflegt werden. Sehr wichtig ist in diesen Bereichen die Schaffung von Parkmöglichkeiten und das Anbringen von Infotafeln, wo zumindest um das Anleinen des Hundes und das Nichtverlassen der Wege gebeten werden soll. Auf alle Fälle gehört die Frage der Haftung geklärt. Am besten ist es, wenn man schriftlich die Wegehaftung an den alpinen Verein überträgt. Wenn nichts schriftlich ist, haftet der Grundbesitzer, falls ein dürrer Baum oder Ast jemanden erschlägt.
Was ist ein Hoch- bzw. ein Niederwald?
Der Hochwald entsteht durch die generative Vermehrung. Das heißt, dass das Bäumchen durch den Aufschlag oder Anflug von Samen entstehen. (Fichte, Tanne, Buche, Eiche, Kirsche, Lärche,….)
Beim Niederwald geschieht die Vermehrung vegetativ. Dies bedeutet, dass abgestockte Bäume wieder auszutreiben beginnen. (Stockausschlag bei Zerreiche, Hainbuche,…). Niederwälder dienen meist der Brennholzerzeugung.
Welche Arten der Schäle kennst du? Wie kann man Schälschäden vermeiden?
Bei der Sommerschäle werden große Rindenstücke heruntergezerrt, da das Holz im Saft ist.
Im Winter jedoch ist der Saftstrom nichtgegeben und so können die einzelnen Schneidezähne an der Schälwunde gesehen werden. Diese Schälung ist kleiner.
Besonders Muffelwild, aber auch das oft das Rotwild schält gerne die Wurzelanläufe.
Zu 90% wird aus Hunger geschält. Entweder wird zuwenig Futter vorgelegt, oder es fehlt dem Wild die nötige Ruhe um ungestört zur Äsung ziehen zu können. In einigen Fällen können jedoch auch Fütterungsfehler an Schälschäden schuld sein. Gibt man nämlich zu viel Eiweiß (Biertreber), so holt sich das Wild durch Schälen die nötige Rohfaser.
Also im Winter richtig und genug füttern und Stücke fernab der Fütterung erlegen, im Sommer Ruhegebiete ausweisen oder bei Problemflächen die gesunden Bäume mit einem Schälschutznetz schützen. Sollte man frisch geschälte Bäume finden, kann man diese mit einem Wundverschlussmittel behandeln. Falls noch kein Pilz eingetreten ist, ist auch kein Wertverlust zu erwarten.
Erkläre die Populationsdynamik!
Darunter versteht man die zeitliche Veränderung der Struktur eines Bestandes/Population.
Dies ist durch Veränderung der Fruchtbarkeit, Sterblichkeit oder durch Zu- bzw. Abwanderungen möglich.
Was bedeutet Wildökologie bzw. wildökologische Raumplanung?
Die Wildökologie untersucht die Wechselwirkung der Wildtiere und ihrer Umwelt.
Bei der Wildökologischen Raumplanung werden z.B. Schadensgebiete, Ruhezonen, Fütterungsanlagen, Steige und Forststraßen, Schadensflächen, usw. in eine Karte eingezeichnet, um diesbezüglich Maßnahmen setzen zu können. Speziell durch die Zunahme des Tourismus muss die Jägerschaft bestrebt sein Ruhezonen zu schaffen. Sollten in einem Gebiet gröbere Schäden vorkommen, sollte in diesem Gebiet tunlichst eine Schwerpunktbejagung durchgeführt werden.
Eine Form der Wildökologischen Raumplanung ist auch die Bildung von Hegegemeinschaften. Hier werden die Bestandeserhebungen, Zuwachsberechnungen und Abschussrichtlinien meist populationsmäßig aufgenommen und die Abschussrichtlinien gemeinsam durchgeführt.
Was wird als Wald bezeichnet?
Flächen, die mindestens 1000m² betragen und mit forstlichem Bewuchs (im Anhang des Forstgesetzes angeführt) bestockt sind, werden als Wald bezeichnet. Eine durchschnittliche Mindestbreite von 10 m ist erforderlich, außer es handelt sich um Windschutzstreifen.
Auch, wenn der Bewuchs vorübergehend (durch Nutzung, oder Rutschung, usw.) entfernt ist, gilt eine Fläche als Wald.
Flächen, die anders als forstlich genutzt werden (z.B. Alm) und mit 60 Jahren (Mindestumtriebszeit) weniger als 3/10 Überschirmung aufweisen, gelten nicht als Wald à beim Schwenden keine Rodungsgehmigung nötig.
Was ist eine Bonität? – Wie kann man feststellen, ob die Bonität auf einem Standort gut oder schlecht ist?
Die Bonität spiegelt die Wuchskraft des Bodens wider (standortsabhängig: Nährstoffe, Seehöhe, Wasserversorgung,…). Eine gute Bonität (z.B. 15) liefert ungefähr 15 fm Zuwachs pro Jahr und Hektar - eine schlechte (z.B. 3) nur etwa 3 fm. Anhand der Trieblänge bei den jungen Bäumen, oder der Jahresringbreite bei den älteren kann man Rückschlüsse auf das Wachstum ziehen. Je höher die Bonität ist, desto gravierender wirkt sich Wildschaden aus.
Wie kann man die Tragfähigkeit eines Lebensraumes erhöhen?
durch Biotophege
Erkläre den Begriff Kampfzone!
Ist der Bereich zwischen Baum- und Waldgrenze. Gehört zum Schutzwald!
Wie erkenne ich einen angepassten Wildstand?
- Trotz eines jagdbaren Wildstandes sollten die Verjüngung und ein schadensfreies Aufwachsen aller wichtigen und potentiellen Baumarten möglich sein. Wird der Wildschaden (Schälen, Fegen oder Verbiss) zu hoch, so ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Biotops oder Reviers überschritten. Dies lässt sich auch mittels Kontrollzäunen / Weiserflächen besonders gut aufzeigen (unsichtbarer Keimlingsverbiss!).
- Besonders dramatisch ist es, wenn bereits die Trophäenqualität, die Zuwachsrate und das Wildbretgewicht zurückgehen oder sogar Krankheiten in der Population zunehmen. Denn dann ist die biotische Tragfähigkeit überschritten. Das heißt, das so viele Individuen in einem Lebensraum sind, dass diese sich nicht mehr wohlfühlen und sich das wiederum negativ auf die physische Kondition der Wildtiere auswirkt.
- Die ökologische Tragfähigkeit eines Lebensraumes gilt als überschritten, sobald einige Pflanzen sei es wegen Verbiss oder anderer wildökologischen Ursachen ausfallen.
Welche Endnutzungsmethoden finden deiner Meinung nach eher im Seilgelände Anwendung und welche würdest du eher der Traktorrückung zusprechen?
Da im Seilgelände die Montage sehr teuer und zeitaufwendig ist, ist es kostengünstiger, wenn man pro Seiltrasse einen höheren Holzanfall hat. Darum werden hier die größeren Nutzungen, wie Kahlschlag, Femelschläge oder Saumschläge durchgeführt.
Kann man zu jedem Baum hinfahren, so wird man sich eher auf die Einzelstammnutzung (Plenterung) oder kleine Femellöcher konzentrieren.
Was ist bei der Jagd bezüglich Tierschutz zu beachten?
- Gute Ausrüstung und Schießfertigkeit der Jäger,
- keine Schüsse bei schlechten Lichtverhältnissen,
- keine riskanten Schüsse, speziell auf weite Distanzen,
- Nachsuchen sollten möglichst schnell stattfinden,
- Auswildern der Tiere zur Erhöhung der Strecke sollte nicht stattfinden,
- Vorlage nur von artgerechtem Futter,
- Lebendfallen müssen mindestens 2x täglich kontrolliert werden,
- kranke Hunde und Katzen dürfen vom Jäger nicht „erlöst“ werden,
- die Haltung und Ausbildung der Jagdhunde unterliegt dem Tierschutzgesetz.
Wie kann ich das Alter eines Baumes bestimmen?
- Alte Aufzeichnungen (wann wurde diese Kultur gesetzt),
- Zählen der Jahresringe (Bohrung oder Zählung am Stock) + Jahre zur Erreichung der Höhe, wo ich gezählt habe.
- bei jungen Bäumen à Zählen der Quirrl
So kann ein 10 jähriger Baum auf gutem Standort schon 2m hoch sein und ein 10 jähriger Baum auf schlechtem Standort nur 30 cm, ohne dass Wildverbiss Schuld ist.
Was ist ein Schirmschlag?
Schirmschläge dienen zur natürlichen Verjüngung von Schattbaumarten. Speziell bei Buchenbeständen wird diese Endnutzungsform angewendet. Durch Lichtstellen des Bestandes kommt Licht und Wärme auf den Waldboden. Dadurch stellt sich unterm Schutz des Altholzes die Verjüngung ein. Wenn die Verjüngung da ist, kann der Altholzschirm geräumt werden.
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