IUK101 Betriebssysteme - Architektur und Funktionsprinzipien
Lernkarten zum Fachbereich Informations- und Kommunikationssysteme des Studiengangs Wirtschaftsinformatiker FH
Lernkarten zum Fachbereich Informations- und Kommunikationssysteme des Studiengangs Wirtschaftsinformatiker FH
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Flashcards
Was versteht man unter einer Prozessbeschreibung?
Der Kontext eines Prozesses enthält alle zu seiner Existenz und Verwaltung im Betriebssystem erforderlichen Informationen und charakterisiert ihn daher eindeutig und vollständig.
Beschreiben Sie den Prozesszustand aktiv (running)
Der Prozess hat den Prozessor zugeteilt bekommen und schreitet voran.
Was enthält der PCB ?
- Scheduling-Parameter
- Speicherreferenzen: Code-, Daten-, Stackadressen im Haupt- bzw. Massenspeicher
- Signaldaten: Masken, Zustände
- Verschiedenes: Prozesszustand, erwartetes Ereignis, Timerzustand, PID, PID der Eltern, User/Group-IDs
Welche Aufgaben hat ein Betriebssystem?
- Anpassung der Leistung an die Bedürfnisse der Benutzer
- Organisation und Steuerung der Betriebsabläufe
- Verwaltung von Ressourcen
- Schutzmaßnahmen
- Protokollierung
Welche Formen von Benutzerschnittstellen gibt es?
- Kommandosprachen
- Text-Menüs
- Bildschirm-Masken
- Grafische Benutzungsoberflächen (GUI)
Welche vier Mittel nutzt die nachrichtenbasierte Kommunikation bei der Interprozesskommunikation (IPC) ?
- Pipes
- Nachrichtenwarteschlangen (message queues)
- Sockets
- Entfernter Prozeduraufruf (Remote Procedure Call, RPC)
Welche Verfahren sind gleichermaßen fair zu allen Prozessen?
Durch welche Eigenschaften ist eine Mikrokern-Architektur eines Betriebssystem gekennzeichnet?
- Der Kern enthält nur die unbedingt nötigen Basisfunktionen und ist dadurch kleiner und effizienter
- Die Dienstprozesse übernehmen Teilaufgaben, die nicht unbedingt im Inneren des Kerns erbracht werden müssen
- Die Dienstprozesse lassen sich einfach modifizieren oder austauschen, wodurch das System sehr flexibel wird
- Die Kommunikation zwischen Anwendungsprozess und Dienstprozess erfolgt nach dem Client-Server-Modell
Nennen Sie einige konkrete Aktionen, die ein Betriebssystem ausführen muss, wenn es ein Prozess beendet.
- Änderung des Zustands
- Freigabe der ggf. noch belegten Ressourcen
- Freigabe des PCBs
- Freigabe des Identifikators
Welche zwei Formen der Implementierung von Threads gibt es?
- User-Level-Thread (Aus Sicht des Programmierers)
- Kernel-Level-Thread (Aus Sicht des Betriebssystems)
Was versteht man unter Koordination von Prozessen?
Eine geeignete Beeinflussung der Abläufe in einem System aus parallelen Prozessen mit dem Ziel, die Wechselwirkungen zwischen ihnen zu beherrschen, d.h. sie so zu gestalten, dass die Ergebnisse in jedem Fall den Anforderungen des Benutzers entsprechen, nennt man Koordinierung. Dazu werden dem Programmierer durch das Betriebssystem verschiedene Mittel zur Synchronisation bzw. Kommunikation angeboten.
Welche Gegenmaßennahmen zur Entstehung von deadlocks gibt es?
- Mit Datenpufferung/Spooling Exklusivität unterlaufen: Dem Prozess wird nicht die Möglichkeit gegeben, die Ressource exklusiv zu nutzen, sondern muss den jeweiligen Systemdienst (Spooler) benutzen
- Gleichzeitige Anforderung der Betriebsmittel: Ein Prozess darf nur einmal zu Beginn alle nötigen Ressourcen auf einmal anfordern, bzw. muss warten, bis alle frei sind (one shot allocation)
Probleme: dynamischer Ressourcen-Bedarf, Aushungerung von Prozessen, Ressourcenverschwendung - Zwang, Ressourcen freizugeben:
Bei Nichterfüllung der Ressourcen-Anforderung, muss der Prozess sämtliche belegten Ressourcen freigeben und kann dann die zusätzlich gewünschten Ressourcen neu anfordern
Probleme: Konsistenz von Dateien, Rechenzeitverschwendung durch Neuberechnung, Aushungerung - Zirkuläre Freigabe der Betriebsmittel:
Betriebsmittel nur in einer festgelegten aufsteigenden Reihenfolge anfordern, sonst müssen alle höher angeordneten Ressourcen freigegeben werden
Probleme: richtige Festlegung der Reihenfolge, Stabilität der Nummerierung, Notwendigkeit des Anerkennens der Regel durch alle Prozesse
Was versteht man unter der Ereignissynchronisation bei der Kooperation von Prozessen?
Die Ereignissynchronisation (bzw. Zustandssychronisation) ist eine einfache Methode zur Koordinierung paralleler Prozesse mit dem Ziel der Kooperation. Die dafür einzuhaltenden Reihenfolgebeziehungen (Präzedenzen) ergeben sich logisch aus der zu lösenden Problemstellung und hängen von bestimmten Ereignissen (bzw. Zuständen) in den beteiligten Prozessen ab. Anhand dieser Ereignisse erfolgt dann die nötige Synchronisation.
Was beinhaltet der System-Kontext einer Prozessbeschreibung?
Er enthält alle innerhalb des Betriebssystems zur Verwaltung gespeicherten Informationen über einen Prozess.
Was versteht man unter der Anforderung von Erweiterbarkeit an die Architektur eines Betriebssystems?
Hierunter versteht man das Hinzufügen weiterer Eigenschaften oder Ressourcen, die zuvor nicht vorhanden waren (bspw. Installation Drittanbietersoftware)
Nenne Nachteile von Threads.
- Die Koordination der Threads und der Zugriff auf gemeinsame Betriebsmittel erfolgt nur durch den Programmierer
- Ein Wechsel zwischen Threads versch. Prozesse kostet genausoviel Zeit, wie ein normaler Prozesswechsel
Was versteht man unter Scheduling?
Unter Ablaufplanung (Scheduling) versteht man die Vorgehensweise des Betriebssystems bei der Zuteilung von Betriebsmitteln an Prozesse. Die Auswahl des für die Zuteilung am besten geeigneten Prozesses wird vom Scheduler (einer speziellen Komponente des Betriebssystems) anhand einer konkreten Strategie vorgenommen.
Was bedeutet die Abkürzung HAL ?
hardware abstraction layer
Wann warten Prozesse?
- auf den Prozessor (bereit)
- auf eine Nachricht (blockiert)
- auf ein Zeitsignal (blockiert)
- auf Daten des I/O-Geräts (blockiert)
Was versteht man unter einem Semaphor?
Ein Semaphor ist ein Objekt (abstrakter Datentyp), der eine globale Steuervariable und eine Warteliste für Prozesse enthält. Außerdem bietet dieses Objekt zwei Methoden an, die vom Erfinder ursprünglich nur p und v genannt wurden (für passieren und verlassen eines kritischen Abschnitts). Sie dienen der Realisierung des erforderlichen Vorprotokolls (p) und des Nachprotokolls (v).
Was versteht man unter einem kritischen Abschnitt bei Prozessen?
Diejenigen Verarbeitungsschritte eines Prozesses, in deren Verlauf ein exklusiver Zugriff zu einem Betriebsmittel erfolgt und die deshalb nicht parallel zu denselben Schritten eines anderen Prozesses ausgeführt werden dürfen, bilden einen kritischen Abschnitt (critical section/region)
Worin unterscheidet sich ein Programm von einem Prozess?
Während ein Programm eine statische Handlungsvorschrift ist, ist der Prozess durch seinen zeitlich veränderlichen Zustand gekennzeichnet.
Bei welcher Betriebsart erfolgt die Kommunikation mit dem Benutzer über eine grafische Oberfläche?
Bei welcher Betriebsart liegen die Antwortzeiten im Durchschnitt im Bereich akzeptabler Werte?
Welche Eigenschaften hat die Betriebsart Verteilte Verarbeitung bei Betriebssystemen?
- Charakterisiert durch Verbund von Ressourcen (bspw. Verbund mehrerer miteinander gekoppelter Computer)
- Das Betriebssystem bietet Dienste zur externen Kommunikation und damit zur Verteilung von Daten, Ressourcen und Arbeitslast an.
Wann tritt eine Konkurrenzsituation bei Prozessen auf?
Eine Konkurrenzsituation zwischen parallelen Prozessen tritt dann auf, wenn mindestens zwei Prozesse unabhängig voneinander dasselbe Betriebsmittel exklusiv benutzen wollen.
Welche zwei Varianten von Semaphoren gibt es?
- Binäre Semaphore: Steuervariable kennt nur true/false
- zählende Semaphore: Steuervariable kann neben Binärinformationen (0/1) auch weitere Ganzzahlwerte annehmen
Was enthält der auslagerbare Benutzer-Kontext?
- Prozessorzustand: Register
- Systemaufruf: Parameter, bisherige Ergebnisse, ...
- Datei-Info-Tabelle (file descriptor table)
- Benutzungsinfo: CPU-Zeit, max. Stackgröße, ...
Was ist ein Betriebssystem?
Ein Betriebssystem ist vor allem als Dienstleistungs- und Verwaltungseinrichtung anzusehen, jedoch beeinflusst es die Leistungsfähigkeit des gesamten System dadurch erheblich.
Es gehört zusammen mit einer Reihe weiterer Programme zur sogenannten Systemsoftware und bildet die Plattform, auf der Anwendungsprogramme entwickelt und ausgeführt werden können.
Beschreiben Sie den Prozesszustand nicht existent (non existing)
Der Prozess existiert noch nicht oder nicht mehr
Was versteht man unter dem Begriff deadlock?
Eine Verklemmung (deadlock) ist ein gefährlicher Zustand in einem System paralleler Prozesse, bei dem einige Prozesse derart wechselseitig aufeinander warten, dass grundsätzlich keiner von ihnen mehr voranschreiten kann.
Durch welche Eigenschaften ist ein Schichtenmodell eines Betriebssystem gekennzeichnet?
Was versteht man unter der Anforderung von Skalierbarkeit an die Architektur eines Betriebssystems?
Hierunter versteht man das Hinzufügen von weiteren Ressourcen zur Leistungssteigerung (bspw. zusätzl. Fesplatte, Clustering, etc)
Welche Ursachen gibt es für die Verdrängung?
- zeitgesteuerte Verfahren (time triggered)
die Verdrängung wird infolge einer Zeitunterbrechung ausgelöst - ereignisgesteuerte Verfahren (event triggered)
Auslöser für die Verdrängung ist ein besonderes Ereignis (bspw. neuer Auftrag mit höherer Prio)
Was versteht man unter der Anforderung von Transparenz an die Architektur eines Betriebssystems?
Ein Betriebssystem sollte möglichst viele Details seiner Arbeit und der Hardware verbergen.
Was beinhaltet der Hardware-Kontext einer Prozessbeschreibung?
Er enthält alle Informationen, die ein Prozess aktuell in der Hardware gespeichert hat.
Welche Anforderungen werden an die Architektur eines Betriebssystems gestellt?
- Modularität und Portierbarkeit
- Erweiterbarkeit
- Konfigurierbarkeit
- Skalierbarkeit
- Zuverlässigkeit und Fehlertoleranz
- Transparenz
Für was steht das Kürzel PCB ?
process control block