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K. N.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über IT-Organisation und Projektmanagement auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie IT-Services, Risikomanagement, Projektplanung, Kostenkontrolle und Outsourcing ab. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Berufstätige, die sich mit der Abstimmung von Prozessen, der Bewertung von Chancen und Nachteilen sowie der Anwendung von Managementmethoden vertraut machen möchten. Die Karteikarten helfen dabei, die komplexen Zusammenhänge und Steuergrößen des Projektcontrollings zu verstehen und effizient anzuwenden.
Karten
98
Lernende
15
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
25.05.2016 / 23.03.2020

Lernkarten

In welche Bereiche lässt sich IT-Orga und Projektmanagement unterteilen und welche beiden Bereiche umschließen alle anderen Bereiche?

- IT-Strategie
- IT-Organisation
- IT-Projekte
- IT-Betrieb
- IT-Risikomanagement und IT-Controlling umfassen die anderen 4 Bereiche

Was ist das Produktivitätsparadoxon? Nennen Sie mögliche Erklärungen.

sinkende Produktivität im Dienstleistungssektor trotz stark steigender IT-Investitionen

- IT-Lösungen nicht wie erwartet nutzbar
- kostenintensive Umstellung der IT
- mangelnde Anwenderakzeptanz
- Nutzen vom Verhalten der Geschäftspartner abhängig (z.B. Lieferanten)
- erforderliche Prozessänderungen
- Produktivitätssteigerung nicht zwangsläufig als Ziel (Qualität)
- Kompensationseffekte: Konkurrenz verliert durch meinen Gewinn --> im Durchschnitt gleiche Produktivität

Was sind die Kernaussagen von "IT doesn't matter"?

- Wettbewerbsvorteile durch Nutzung von Ressourcen, die Konkurrenten nicht besitzen
- Kernfunktionen der IT (data storage, data processing, data transport) jedoch für alle zugängig ("Commodity") --> notwendige Voraussetzung, um Geschäftsprozesse durchzuführen, aber kein Unterscheidungsmerkmal mehr

Gibt es eine direkte Wirkung von IT-Systemen auf den Unternehmenserfolg?

Nein. IT-Systeme optimieren Geschäftsprozesse, welche den Unternehmenserfolg steigern. Der Dreiklang zwischen IT-Systemen, Geschäftsprozessen und den Mitarbeitern, die mit der IT arbeiten, entscheidet über den Erfolg.

Welche Potenziale bringt eine Investition in ein neues IT-System mit sich?

- Steigerung des Umsatzes (Bsp.: CRM-System)
- Senkung von Prozesskosten (Bsp.: jede Automatisierung)
- Senkung der IT-Kosten (Bsp.: IT-System mit besserer Wartbarkeit)

Welche 4 Bereiche von IT-Risiken gibt es?

- Portfolio-Risiken (z.B. starre, unflexible Systemlandschaft)
- Outsourcing-Risiken (z.B. Abhängigkeit)
- Projektrisiken (z.B. Mitarbeiterausfall, Kosten)
- Betriebsrisiken (z.B. Netzwerkausfall, Datenverlust, Virus, Bugs, Lizenzänderungen)

Welche 4 Quadranten gibt es beim Chancen-Risiken-Portfolio?

- Chancen hoch, Risiken gering: Höchste Attraktivität der IT, Umstrukturierung
- Chancen hoch, Risiken hoch: Höchste strategische Relevanz der IT, Strategischer Modus
- Chancen gering, Risiken gering: IT doesn't matter, Supportmodus
- Chancen gering, Risiken hoch: IT als Infrastrukturtechnologie, Fabrikmodus

Welche Herausforderungen bringt der strategische Modus für das IT-Management?

- permanente Abstimmung zwischen IT- und Unternehmensstrategie
- Analyse der Innovationspotentiale der IT-Systeme
- permanente Suche nach Kostensenkungspotenzialen
- Aufbau und Weiterentwicklung von IT-Know-How
- leistungsfähiges IT-Risikomanagement
- IT-Verantwortung auf Managementebene

Welche Herausforderungen bringt der Fabrikmodus für das IT-Management?

- Gewährleistung der Ausfallsicherheit
- Sicherstellung von Datensicherheit
- Aufbau eines Risikobewusstseins bei den Mitarbeitern

Welche Herausforderungen bringt Supportmodus für das IT-Management?

- Analyse der Veränderungen der strategischen Relevanz der IT
- Beobachtung der IT-Aktivitäten der Wettbewerber
- systematische Suche nach Kostensenkungspotenzialen der IT
- Sicherstellung eines stabilen IT-Betriebes

Welche Herausforderungen bringt die Umstrukturierung für das IT-Management?

- Budgetsicherstellung zur bestmöglichen Ausnutzung der Innovationspotenziale der IT
- Vorbereitung der Einführung innovativer IT
- Aufstockung des IT-Personals
- Aufbau eines IT-Controllings

Was ist der Unterschied zwischen Gefährdung und Risiko?

Gefährdung: Ereignis/Umstand, durch das/den ein Schaden entstehen kann
Risiko: umfasst bereits Bewertung, inwiefern bestimmtes Schadensszenario relevant ist

Beschreiben Sie den Prozess des Risikomanagements!

Zyklus:
- Risiko-Identifikation: Was kann alles passieren?
- Risikoanalyse: Untersuchung von Schäden auf Eintrittswahrscheinlichkeit
- Risiko-Steuerung: Outsourcing, organisatorische/personelle Maßnahmen, Versicherungen
- Risiko-Überwachung: Gibt es Veränderungen, die eine neue Bewertung erfordern oder neue Risiken erzeugen?

Nennen Sie Instrumente zur Risikosteuerung.

- Risiko-Vermeidung
- Risiko-Verminderung
- Risiko-Überwälzung
- Risiko-Selbsttragung (bewusste Akzeptanz des Restrisikos)
(- Risiko-Streuung: Einsatz eines Instrumenten-Mixes)

Was sind mögliche zentrale Rollen im IT-Risikomanagement?

- Chief Information Risk Officer: Qualitätsmanager als neutrale, unabhängige Instanz, Festlegung von Policies
- IT Risk Owner: überwiegend in den Fachabteilungen, von Schäden unmittelbar betroffen
- IT Risk Manager: im IT-Bereich, Bewertung von IT-Risiken, Definition von Maßnahmen
- Systemverantwortlicher: Umsetzung der Maßnahmen auf operativer Ebene, Identifikation von Schwachstellen

Welchen Zyklus an Maßnahmen ergreift man im Rahmen der IT-Compliance (gesetzeskonformes Verhalten)?

- Überblick schaffen, welche Gesetze für Firma relevant sind
- Prioritäten setzen (Bsp.: FdA legt Werke in USA sofort still, wenn Richtlinien nicht umgesetzt wurden)
- Ist-Analyse im Unternehmen
- Umsetzen der Richtlinien
- erneuter Start bei Schritt 1

Was ist ein RACI-Chart?

R: Responsible - Wer es tun muss
A: Accountable - Wer für verantwortlich ist
C: Consulted - Wer nach Rat befragt wird
I: Informed - Wer darüber informiert werden muss

Chart aus Aktivitäten und Funktionen (z.B. CEO, PMO), in jeder Zeile sollten min. ein R und ein A stehen

Welches Reife-Modell gibt es beim Process Capability Model?

0: kein Prozess vorhanden
1: Prozess vorhanden
2: zusätzlich Kennzahlen, Prozessmanagement, Struktur vorhanden
3: zusätzlich einheitliches Prozessmuster im gesamten Betrieb, Dokumentation vorhanden
4: Prozess ist verlässlich, vorhersagbar, wann etwas eintrifft
5: Prozess enthält Verantwortliche, die auf Verbesserungsmöglichkeiten prüfen, kontinuierliche Verbesserung

Welche Einflussgrößen gibt es bei der Aufbauorganisation eines IT-Betriebes?

- Unternehmensgröße
- Größe des IT-Bereiches
- Kerngeschäft
- Anzahl und Varietät der Kunden / Produkte
- Outsourcing-Grad
- IT-Affinität der Anwender
- Bedeutung der IT
(- historisch so gewachsen...)

Welche Möglichkeiten gibt es für die Einordnung des IT-Bereiches in funktionale Organisationen?

- als Linieninstanz in einem Hauptressort
- als eigenes Hauptressort
- als Stabstelle
- in einer Matrixorganisation

Welche Vor- und Nachteile bringt die Einordnung des IT-Bereiches als Linieninstanz in einem Hauptressort mit sich?

- Unterordnung der IT in ein anderes Ressort
- mögliche Sichtweisen: IT als Dienstleiter (wenn IT geringe Bedeutung und geringe Kosten hat) oder hohe Bedeutung der IT in einem Kerngeschäftressort (Einordnung in einem Ressort dient dann gezielter Unterstützung)
- geringe Innovationen, dadurch Wettbewerbsnachteil
- fachliche Distanz der Ressortleiter

Welche Vor- und Nachteile bringt die Einordnung des IT-Bereiches als eigenes Hauptressort mit sich?

- neutrale Rolle der IT
- übergreifende Projekte
- Innovationstreiber
- gezielter Aufbau von Ressourcen
- Distanz zu anderen Ressorts
- negativ: Verselbstständigung möglich
- Kosten für administrativen Overhead

Welche Vor- und Nachteile bringt die Einordnung des IT-Bereiches als Stabstelle mit sich?

- Eignung für Unternehmen, die IT ausgelagert haben (Koordinationsfunktion)

Welche Vor- und Nachteile bringt die Einordnung des IT-Bereiches in einer Matrixorganisation mit sich?

- fachliche Vorgaben von der zentralen IT
- Nähe zu Fachressorts durch dezentrale IT
- wechselseitiger Know-How-Transfer
- adiminstrativer Overhead durch zentrale IT-Einheit erledigt
- schnelle Einführung globaler Systeme
- Hauptproblem: Abstimmung zwischen den IT-Einheiten --> zentrale IT möchte Standards schaffen, dezentrale IT möchte individuelle Lösungen

Welche Einbindungsmöglichkeiten gibt es für die IT in Holdingorganisationen?

- dezentrale IT in jedem Unternehmen
- Konzern mit zentraler IT-Koordination
- Shared Service Center  (z.B. Auslagerung als eigenes Unternehmen)
- Outsourcing

Welche Dimensionen hat die IT-Organisation?

- Zentralisierungsgrad (dezentral, zentral)
- Standardisierungsgrad (hoch, gering)
- Leistungserbringung (intern, extern)
- Rolle (Service Provider, Process Engineer, Innovator)
- wirtschaftliche Verantwortung (Cost Center, Profit Center, Servicegesellschaft)

Welche Vorteile und Grenzen bringt die Dezentralisierung der IT mit sich?

Vorteile:
- bessere Reaktionsfähigkeit gegenüber Anwenderanforderungen
- geringere Kommunikationskosten
- bessere Integration in Tagesgeschäft
- Kosten / Nutzen der IT transparenter

Grenzen:
- höhere Gesamtkosten
- höheres Risiko zukünftiger Inkompatibilität
- Ineffizienz durch Redundanz
- mögliche Konflikte zwischen zentraler und dezentraler IT

Welche Merkmale hat ein Cost- / Service-Center?

- sehr begrenzte Form der Selbstständigkeit
- IT als Kostenfaktor
- innerbetriebliche Leistungsverrechnung
- Zusammenarbeit mit Anwendern aufgrund von SLAs
- Fachbereiche können auch andere Angebote einholen, nicht immer Monopolanbieter

Welche Merkmale hat die IT als Profit-Center?

- eigene Verantwortung für wirtschaftlichen Erfolg
- unterstreicht Wert der IT für Unternehmen
- dienstleistungsorientiert
- kein professionelles Marketing / Vertrieb
- Gefahr: "beste" Ressourcen in externen Projekten

Welche Merkmale hat die IT als Servicegesellschaft (Tochterunternehmen)?

- Ziele: Marktorientierung, höhere Flexibilität, Kostenreduktion
- häufig kaum nennenswerte Erfolge am Drittmarkt
- größtes Problem: Aufbau eines Vertriebes
- Gefahr, dass die besten Mitarbeiter an externe Aufträge gesetzt werden
- Gefahr der Entfremdung zwischen IT und Unternehmen

Welche typischen Rollen gibt es bei der Abstimmung zwischen IT- und Fachabteilungen?

IT-Lenkungsausschuss, IT-Steering Committee
- Wahrnehmung der Aufgaben der IT Governance
- Festlegung IT-Strategie
- Abstimmung IT-Budget
- Multiprojektmanagement
- Standardisierung von Verfahren und Technologien

Projektlenkungsausschuss
- Steuerung Zusammenarbeit zwischen Kunden und Projektteam
- Definition Projektziel und -aufgabe
- Genehmigung/Kontrolle Projektplanung
- Treffen von Entscheidungen, die Kompetenz der Projektleitung übersteigen

IT-Koordinator (Kundenseite), Servicemanager (IT-Seite)
- Abstimmung fachlicher Anforderungen an IT
- Aushandlung von Verträgen, SLAs
- Abstimmung Inhalt / Umfang von IT-Leistungen
- Preisverhandlungen

Was ist ein typischer Entwicklungspfad des IT-Outsourcing?

Dezentrale IT in jedem Konzernunternehmen --> Konzern mit zentraler IT-Koordination --> konzerninternes Shared Service Center --> Outsourcing

Welche Chancen bringt das IT-Outsourcing mit sich?

- Kosteneinsparungen durch
  - andere Tarifverträge beim Provider
  - Synergieeffekte / Größeneffekte
  - Nutzung eigener Hardware durch Provider
  - Standardisierung
  - Offshoring
- Zugang zum Know-How des Providers --> Professionalität der IT-Services
- Kapazitätsengpässe beseitigen
- Risikomanagement --> Risiko-Verlagerung
- Konzentration auf Kernkompetenzen

Welche Risiken bringt das IT-Outsourcing mit sich?

- Abhängigkeit vom Dienstleister
- Verlust von Know-How, Wechsel nach Vertragslaufzeit problematisch
- ggf. Wissenstransfer zum Wettbewerber (Provider hat noch andere Kunden)
- Stabilität und Flexibilität des Providers?
- Umstellungsaufwand
- andere Prozesse, andere Kultur (keine Changes mehr auf Zuruf)

Welche Dimensionen des Outsourcings gibt es?

- Ort (Offshoring, Nearshoring, Onshoring)
- Umfang (selektives oder totales Outsourcing)
- zeitliche Abfolge (Outsourcing, Backsourcing/Insourcing)
- Outsourcing-Gegenstand (Infrastruktur, Applikationen, Business Process Outsourcing)
- Anzahl der Dienstleister (Single-Sourcing, Multi-Sourcing)

Erläutern Sie die möglichen Outsourcing-Gegenstände.

Infrastruktur:
- Fokus auf technische Infrastruktur
- z.B. Auslagerung des Rechenzentrums

Application Service Providing / Software as a Service (SaaS):
- Bereitstellung von Standardsoftware ohne / mit begrenztem Customizing über Netzwerk
- beinhaltet Softwarelizenz, Wartung, Aktualisierung, Bereitstellung von Benutzerservices

Business Process Outsourcing (BPO):
- Übertragung eines/mehrerer Geschäftsprozesse an externen Dienstleister
- z.B. Gehaltsabrechnung

Welche Chancen / Risiken kann das Offshoring mit sich bringen?

Chancen:
- Kostensenkung
- 24/7-Support (Follow the sun)
- Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal

Risiken:
- Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede
- Datenschutzrisiko
- räumliche Entfernung, unterschiedliche Zeitzonen
- Naturkatastrophen
- politische / wirtschaftliche Instabilität, rechtliche Unterschiede
- mangelndes Prozess-Know-How

Wie sieht das Outsourcing-Portfolio aus?

- Relation zwischen Outsourcing-Attraktivität (Chancen und Risiken) und Outsourcing-Reifegrad (wie zentral wird der Service bereits erbracht?)
- OS-Attraktivität niedrig, OS-Reifegrad niedrig: Insourcing
- OS-Attraktivität niedrig, OS-Reifegrad hoch: geringer Einfluss
- OS-Attraktivität hoch, OS-Reifegrad niedrig: Standardisierung erforderlich
- OS-Attraktivität hoch, OS-Reifegrad hoch: Outsourcing

Was sind OLAs und welche Vorteile und Nachteile haben sie?

- Operational Level Agreements: Abstimmung / Verhandlung der IT-Services zwischen IT-Service-Organisationen und internen Dienstleistern

Vorteile:
- Verbindlichkeit der Leistungserstellung
- klare Verantwortlichkeiten
- Transparenz
- Zeitmanagement, Planbarkeit

Nachteile:
- Aufwand, Bürokratie
- mangelnde Akzeptanz
- unflexibel: Vertragserfüllung statt Kundenorientierung

Aus welchen Bereichen besteht der ITIL-Service-Lifecycle?

innerer Ring: Service Strategy
mittlerer Ring: Service Design --> Service Transition --> Service Operation
äußerer Ring: Continual Service Improvement

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