IREB

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Sandro Pescante
Study

Sandro Pescante
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die Anforderungsermittlung und -analyse. Sie decken Themen wie Stakeholder, Systemziele, Techniken zur Informationsgewinnung, und Konfliktlösung ab. Benutzer und Stakeholder lernen, wie sie Anforderungen effektiv ermitteln und konsolidieren, um Systeme besser an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.
Flashcards
125
Students
59
Language
German
Category
Computer Science
Created / Updated
17.03.2013 / 04.06.2025

Lernkarten

LE 1.1

Welche Fähigkeiten zeichnen einen RE Engineer im Bereich der Ermittlung und Konsolidierung aus?

Motivierendes Wesen

Führungsstärke (Gruppen leiten, Konliktsituaionen)

Neutralität (eigene Vorstellungen und Wünsche aussen vor lassen)

Reflektierende Kommunikation (um Fehlimpretationen und Missverständnisse frühzeitig aufzulösen)

 

LE 1.2

Sich selbst und andere bezüglich benötigter Fähigkeiten im Bereich der Ermittlung und Konsolidierung einschätzen können.

Welche Arten gibt es?

Wie wird dies gemacht?

- unittelberare Verhaltensbeobachtung

max. 2 Eigenschaften im Workshop beobachten

Bsp. Beobachten der eigenen reflektierenden Kommunikation

- nachgelagerte Analyse

Rückmeldung anderer Personen

Bsp. Kunden oder Kollegen

LE 1.3

Was sind die Massnahmen zur persönlichen Weiterbildung?

Langfristiger und kontinuierlicher Prozess

- Regelmässige Messung der eigenen Fähigkeiten

--> Stärken und Schwächen im Fähigkeitesprofil

--> Durch Selbsteinschätzung oder Feedback dritter

- Ausbildungsmasnahmen einleiten

--> gezielte Weiterbildung, Coaching, Training

--> Verbesserung als fester bestandteil der täglichen Arbeit einführen

--> über längeren Zeitraum (min. 4 Wochen) Verbesserungen vorantreiben

LE 1.4

Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun kennen und anwenden können.

Was sind die 4 Seiten?

  1. Sachinhalt ES IST- Worüber informmiere ich? Wahr, relevant?
  2. Selbstoffenbarung ICH BIN - Was gebe ich von mir zu erkennen?
  3. Appel ICH WILL/DU SOLLST- Was möchte ich bei Dir erreichen?
  4. Beziehung DU BIST/WIR SIND- Was ich von dir halte und wie ich zu Dir stehe.

LE 1.4

Kommunikationsmodell für Requirements Engineers

Welche Ausprägungen sind bei den 4 Seiten wichtig/relevant?

- Sachinhalt: Schwerpunkt der Kommunikation Erworbenes Wissen kommunizieren

- Selbstoffenbarung: möglichst neutral!

- Beziehung: offene, konstruktive, inhaltlich orientierte Diskussion

- Appell: Zu Zustimmung, Ablehnung oder Input motivieren. Was will ich vom Gegenüber?

LE 2.1.1

Klassifizierungsschema für Stakeholder kennen.

Wie sieht das Zwibelschalenmodell aus?

Zentrum ist das System:
unmittelbar betroffene Stakeholder wie Anwender, Wartenungspersonal, Administratoren

Umgebungssystem:
mittelbar betroffene Stakeholder wie Vorgesetzter, Auftraggeber, Geldgeber

Weiteres Umfeld:
Diese Stakeholder haben eine indirekte Beziehung. Gesetzgeber, Standards Mitbewerber aber auch Entwickler, QA, PL <-- Weshalb sind diese hier? Weil Sicht auf das System wenn es in Betrieb genommen wird und nicht bei der Entwicklung!!
 

 

LE 2.1.2

Stakeholder Relationship Management

Welche zwei Bereiche gibt es?

- Einfluss

- Motiation

LE 2.1.2

Stakeholder Relationship Management

 

Einfluss gering/Motivation gering
--> Beobachten (geringer Aufwand)

Einfluss gering/ Motivation hoch
--> Auf dem laufenden halten

Einfluss hoch/Motivation hoch
--> Zufriedenstellen

Einfluss hoch/Motivation hoch
--> um enge und erfolgreiche Zusammenarbeit bemühen
 

LE 2.1.2 Stakeholde Relationship Management

Welche Informationen des Stakeholder sollen dokumentiert werden?

- Name

- Funktion (Rolle)

- Weitere Personen- und Kontaktdaten

- Zeitliche und räumliche Verfügbarkeit während des Projektes

- Relevanz des Stakeholders

- Sein Wissensgebiet und -umfang

- Ziele und Interessen in Bezug auf das Projekt

LE 2.1.2 Stakeholde Relationship Management

Welche WEITEREN Informationen des Stakeholder  (für das Projekt relevant) sollen dokumentiert werden?

- Entscheidungsbefugnisse (Prüfung)/ Einfluss auf das Projekt

- Motivation (Prüfung) in Bezug auf das Projekt

- Beziehungen zu anderen Stakeholdern

- Bevorzugte Kommunikationsform (z.B. per E-Mail, Telefon oder persönliches Treffen)

LE 2.1.2 Stakeholde Relationship Management

Bei der Definition der zusätzlichen Informationen sind die Spezifika des jeweiligen Projektes zu berücksichtigen. Welche beiden Einflussfaktoren sind wichtig?

- öfffentliche Relevanz (dokumentieren wie ein Stakehoder die öffentliche Meinung kennen oder beeinflussen kann.)

- Zeitkritikalität (die Verfügbarkeit oder Reaktionszeit eines Stakeholder kann eine wichtige Information sein, wenn kritische Entscheidungen getroffen werden müssen)

LE 2.1.2

Wann entestehen Probleme mit Stakeholdern?

Was kann dagegen gemacht werden?

Wenn Rechten und Pflichten des Stakeholders in Bezug auf das geplante System nicht eindeutig sind.

Das Stakeholder-Relationship-Management ist eine wirkungsvolle Technik, um Problemen mit Stakeholdern entgegen zu treten.

LE 2.1.2

Was macht ein aktives Stakehoder-Releationship Management?

Ein aktives Stakeholder-Relationship Management definiert in Abhängigkeit vom Projekt bzw. dem geplanten System expliziet die Rechte und Pflichten eines Stakehoders. Zu den Rechten eines Stakeholders geährt unter anderem das Recht auf angemessene Informationen. Zu den Pflichten gehört eine angemessene zeitliche und räumliche Verfügbarkeit für die Arbeit im Projekt.

LE 2.1.2

Was kann gemacht werden, wenn die Situation mit Stakeholdern besonders schwierig ist?

Es kann sinnvoll sein, einen oder mehrere mehr oder minder formelle Stakeholderverträge zwischen dem Projekt und den beteiligten Stakeholdern zu formulieren. Darin sind Rechte und Pflichten der Stakehoder festzuhalten. Bei Problemen kann dieser Vertrag herangezogen werden.

LE 2.1.3

Benutzer als Stakeholder.
Aus welcher Sicht kann man einen Benutzer sehen?
 

- Sicht Business-Analyse oder IT: Rollen vs. Benutzer(-gruppen) eines Systems
- Sicht Marekting: Kunden, Marktsegmente, Zielgruppen vs. Benutzer eines Produktes
- Sicht Business oder Fach: Benutzer vs. Facheinheit einer Lösung
 

LE 2.1.3 Benutzer als Stakeholder

Wie ist das Vorgehen beim Erstellen von Nutzergruppen?

  1. Angemessene Menge tatsächlicher Benutzer erfassen.
  2. Dabei keine Stellvertreter (z.B. Vorgesetzte oder Produktmanagement anstelle von Benutzer) erfassen.
  3. Eigenschaften, Ziele und Einstellungen kennen und dokumentieren
  4. Erkenntnisse in Nutzergruppen aggregieren (anhäufen, ansammeln)
  5. Eine potentielle Nutzergruppe kann ein System Benutzer werden, muss aber nicht

LE 2.1.3 Benutzer als Stakeholder

Wie werden Nutzergruppen priorisiert?

Sobald die Nutzergruppen definiert sind:

- Fokus auf primäre Nutzergruppe
- System sowie Benutzerschnittstelle (UI) für primäre Nutzergruppen optimieren

- Vorgehen für übrige Nutzergruppen festlegen

- Festlegen, welche Nutzergruppen ignoriert werden

LE 2.1.3 Benutzerzentriertes RE

Welche methoden unterstüten das benutzerzentrierte RE?

2

- Usability Engineering / User Centered Design

- Benutzerpartizipation in Gruppenworkshops

LE 2.1.3. Was ist Usability Engineering?

Eine Disziplin, die strukturierte Methoden liefert, um während der Systementwicklung die angestrebte Usability sicherzustellen. Analyse von: Wer ist die genaue Benutzergruppe, die Analyse des Anwendungskontexts und der Arbeitsabläufe.

Sowie die Festlegung der idealen Funktionalität und die Konzeption einer passeneden Benutzungsschittstelle.

LE 2.1.3 Usability Engineering

Wie nennt man Usability Engineering auch noch?

Der Benutzer steht im Zentrum. Deshalb nennt man diese Methode auch benutzerzentrierte Systementwicklung (User-Centered Design UCD).

LE 2.1.3 Welche Schritte sind im benutzerzentrierten Design wichtig?

1) Analyse von Benutzer, Aufgabe, System und Kontext

2) Ermittlung von Anforderungen

3) Umsetzung in einen Prototypen

4) Benutzung des Prototypen / Evaluation der Analyse und der bisher identifizierten Anforderungen sowie zur Ermittlung neuer oder geänderter Anforderungen

LE 2.1.3. Was ist der Vorteil von Benutzerpartizipation und wie passiert es?

Die Einbidung von Benutzern in die Anforderungsermittlung z.B. mittels Gruppenworkshops, ermöglicht es, ihr Wissen und Engagement direkt und konstruktiv für den Prozess zu nutzen.

LE 2.1.3 Was ist für die Benutzerparizipation wichtig?

- wertschätzende Kommunikation

- methodische Kenntnisse mit Gruppen unterschielichster Grösse (Gestaltung Kontext der Gruppenarbeit, Moderationsfähigkeit)

LE 2.1.3 Was ist für die Benutzerparizipation wichtig, bezogen auf das Resultat?

Das Arbeitsergebnisse von allen mitgetragen und vertreten werden.

LE 2.1.3 Was sind die Grundregeln für die Benutzerpartizipation?

- Prozesse und Interventionen richtig vorbereiten

- Prozesse gut strukturiert zu planen

- Prozesse sorgfältig zu begleiten

- Entscheidungsmodus und Entscheidungsregeln müssen von Beginn an festgelegt werden

- Der Prozessverlauf sollte sicherstellen, dass sich alle einbrigen können

- Es soll klar sein was andere erarbeitet haben

- Bei längeren oder geteilten Prozessen sollte über den Stand der Arbeiten laufend Transparenz herrschen.

- Platz für rationale Argumente, aber auch für Emotionen.

LE 2.1.3 Wann Grossgruppenarbeiten oder Kleingruppenarbeiten?

- Abhängig von Anzahl Teilnehmer

- Zur Verfügung stehenden Zeit

- Beteiligungstiefe (Information-, Konsultations- oder Mitbestimmungsprozess)

LE 2.1.3 Erkläre Beteiligungsmethode Open Space.

- Eigent sich zur Strukturierung von grossen Gruppen

- Themen sammeln, pro Thema eine Arbeitsgruppe

Konkret:

- Leute schreiben sich für ein Thema ein. --> Motiviation

- Wenn genügend Leute vorhanden, wird ein Thema erarbeitet

- Ergebnisse am Ende sammeln und präsentieren

LE 2.1.3 Erkläre Beteiligungsmethode World Café

- In einem World Café wird bestehendes Wissen verteilt und neue Erkenntnisse generiert

- Es gibt ein übergeordnetes Thema

- Unterthemen werden an den Tischen (des Café) besprochen.

- Auf dem Tischtuch werden die Resultaten festgehalten.

- Nach gewisser Zeit wechseln die Leute den Tisch, der Moderartor bleibt

LE 2.1.3 Erkläre Beteiligungsmethode Fisch Bowl

- Eignet sich für diskussionen in grossen Gruppen

- Unterscheidet zwischen aktiven Sprechern (Innenkreis) und Zuhörer (Aussenkreis)

- Im Innenkreis dürfen nur eine beschränkte Anzahl von Leuten vorhanden sein

- Nach ein paar Minuten wechseln sich die Teilnehmer im Innenkreis und Aussenkreis aus

LE 2.1.4 Was sind Personas?

Personas sind fiktive Individuen, die typische Nutzergruppen des Systems mit ähnlichen Bedürfnissen, Zielen, Verhalten oder Einstellungen repräsentieren.

LE 2.1.4 Wie werden Daten der Personas erhoben?

Empirisch (aus Erfahrung gewonnen), bei den realen Benutzern erhoben. Dies kann z.B. mittels Interview, Fragebögen oder Contextual Inquiry erfolgen.

Mittels Clusteranalyse (Gruppierung) werden die Daten dann aggregiert (zusammenführen) und dadurch Personas gebildet, welche anschliessend priorisiert werden (eine primäre, mehrere sekundäre Personas)

LE 2.2.1 Was sind typische Dokumentkandidaten?

7 Stück

- Normen, Standards

- Gesetze

- Anforderungsdokumente

- Benutzerhandbücher

- Strategiepapiere

- Zieldokumentation

- Dokumentation zu Geschäftsprozessen

LE 2.2.2 Dokumentationsschema für verwendete Dokumente erstellen können.

4 Stück

- Dokumenttitel

- Aufbewahrungsort des Dokumentes

- Version des Dokumentes

- Kurze Beschreibung (welche Art Information kann das Dokument liefern)

LE 2.3.1 Typische Systeme in Betrieb kennen. Welche sind das?

4 Stück

- Konkurrenzsysteme

- Altsysteme bzw. Vorgängersysteme

- Systeme mit ähnlichen Aufgaben

- Zukünftige Nachbarsysteme

LE 2.3.2 Dokumentationsschema für verwendete Systeme in Betrieb erstellen können. Welche Punkte sind auf der Doku wichtig?

3 Stück

- Name des Systems

- Art des System (Konkurrenz, Vorgängersystem, etc.)

- Kurze Beschreibung

LE 3.1.1 Richtung einer Aktivität definieren

- Befragende Techniken: Dem Stakehodler Fragen und Aufgaben darzubieten und ihm gezielt zur Formulierung von Anforderungen motivieren. Gedankenarbeit bei Stakeholder, da dieser die Anfo selber foruliert. Empfohlene befragende Techniken sind Interview und Fragebogen

- Demonstrierende Techniken: Dem Stakeholder Informationen darzubieten und ihn zur Zustimmung oder zum Widerspruch anzuregen. Ihm die Möglichkeit zu geben, seine Anforderungen durch die Demonstration von Aktivitäten oder Sachverhalte zu transportieren. Die Gedankenarbeit liegt primär beim Requirement Engineer, da dieser die Erläuterungen und Aktivitäten der Stakeholder in Bezug auf Anforderungen analysieren muss. Empfohlene demonstrierende Techniken sind Szenarien, Storyboard und Prototypen.

- Neutrale Techniken: Können als fragende Technik und als demonstrierende Technik eingesetzt werden. Beispiele sind Workshops und Apprenticing

LE 3.1.1 Was definiert die Eigenschaft Aktivitätspartner?

- Gruppenorientiert: Anforderungen werden in einer Gruppe erarbeitet, um gruppendynamische Effekte (z.B. Gegenseitige Inspiration oder Motiviation zur Mitarbeit) zu nutzen. Typisch: Workshop und Brainstorming

- Individualorientierte Techniken: Anforderungen einzelner Stakeholder ermitteln. Typisch Interview, Contextual Inquiry und Apprenticing

- Neutrale Techniken: sowohl für Gruppen wie auch für Individuen verwendet werden. Szenario, Feldbeobachtung und perspektivbasiertes Lesen

LE 3.1.1 Was definiert die Eigenschaft Bezugsrahmen der Aktivität?

- Realitätsbasierte Techniken: Anforderungen in der unmittelbaren Realität des geplanten Systems zu gewinnen. Z.B. Contextual Inquiry, Apprenticing und Feldbeobachtung

- Projizierende Techniken: Anfoderungen aus einer fiktiven Situation heraus zu ermitteln. Z.B. Szenario, Analogietechniken und Storyboard.

- Neutrale Techniken: Sowohl ralitätsbasiert als auch projizierend. Z.B. Brainstorming und Interview

LE 3.1.1 Was definiert die Eigenschaft Charakter einer Aktivität?

- Analysierende Technik: Analyse eines Sachverhaltes Interview, Feldbeobachtung und perspektivbasiertes Lesen

- Involvierende Technik: Durch das Erleben von Sachverhalten zu ermitteln. z.B. Prototyping, Apprenticing, Storyboard.

- Neutrale Technik: analysierend wie auch involvierend sein. Workshop, Contextual Inquiry und Fragebogen

LE 3.1.3 Welche Ermittlungstechniken, wenn Stakeholder geringe Motivation, sich aktiv am Ermittlungsprozess zu beteiligen.

 

Individualbasierte Techniken, da Individuen besser motiviert werden können als Gruppen

Lernen