Inselbiogeo
Wichtigste Informationen zu den Grundlagen der Inselbiogeo.
Wichtigste Informationen zu den Grundlagen der Inselbiogeo.
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Lernkarten
Was ist Biogeographie?
- Die Biogeographie ist eine Forschungsrichtung der Biologie und zugleich der Geographie. Sie kombiniert Aspekte beider Wissenschaften und nimmt eine Mittlerstellung zwischen Bioökologie und Geoökologie ein.
- Unterteilung in Vegetationsgeographie und Zoogeographie
- Weitere Unterteilung in Historische Biogeographie (Rekonstruktion des Ursprungs) und Ökologische Biogeographie (Verteilung und Vielfalt von Leben)
Welche Stellung nimmt Biogeographie innerhalb der Geographie ein?
- Vegetation und ihre Verbreitung sind ohne die umgebenden Wuchs- und Standortbedingungen nicht vollständig
- Pflanzen, Klima, Boden, Relief, der Einfluss des Menschen stehen in einem engen Kontext, deren Teile in geographischer Sicht nicht isoliert voneinander betrachtet werden dürfen
- Pflanzen und Pflanzengesellschaften sind abhängig von Wasser, Licht und Temperatur
- Unterschiede in der Pflanzendecke sind in erster Linie das Resultat der herrschenden Klimaverhältnisse
Was genau ist eine Insel?
- Eine Insel ist ein Teil von der über dem Meer herausragenden sichtbaren Kontinentalmasse, die jedoch von dieser heute durch das Meer oberflächlich getrennt wird und optisch deutlich kleiner in Erscheinung tritt als die übrige Kontinental- oder Landmasse.
- Mehrere Inseln in räumlicher Nähe können eine Inselgruppe (ein Archipel) bilden.
Was ist eine Halbinsel?
- Ist eine Landmasse nur an drei Seiten von Wasser umschlossen oder besteht eine natürliche, nicht ständig überflutete Verbindung zu einer größeren Landmasse, spricht man von einer Halbinsel.
Was sind Gezeiteninseln?
- Eine Sonderform bilden die Gezeiteninseln, die je nach Tidenstand als Insel oder als Erhebung betrachtet werden.
Was sind true islands und wie lassen sie sich differenzieren?
= Land, das vollkommen von Wasser umgeben und dauerhaft mit dem Gewässergrund verbunden ist.
- Inselkontinente
- Ozeanische Inseln: meist entweder als Bestandteil des Mittelozeanischen Rückens, Ergebnis von Hotspot-Vulkanismus, auf offenem Ozean, meist Vulkaninseln oder Atolle
- Kontinentale Inseln: Bruchstücke kontinentaler Landmassen, die durch Plattendrift vom Kontinent getrennt wurden
- Kontinentale Schelfinseln, Landbrücken: Inseln am randlichen Bereich eines Kontinents. Nach der Eiszeit stieg der Meeresspiegel an, Landmasse wird oberflächlich durch das Wasser vom Kontinent getrennt
- Inseln in Flüsse/ Seen
Was sind Habitatinseln?
= Lebensraum einer Art, der von umgebenden Lebensräumen abgrenzbar ist
- Arten kommen nie in einem zusammenhängenden Lebensraum vor (Areal, Biotop), sondern in einem Netzwerk kleinerer Einheiten, den Habitatinseln.
- Fleckchen eines ausgeprägten terrestrischen Habitats, isoliert durch eine feindselige Matrix
- Meereshabitatinseln (Korallenriffe)
Wie entstehen ozeanische Inseln?
- V.a. durch Plattentektonik (Die Erde besteht insg. Aus 7 großen Platten und einigen kleinen)
- Außer der pazifischen Platte bestehen alle aus einem kontinentalen und aus einem ozeanischen Teil
- An divergierenden Plattengrenzen entstehen Inseln durch das Austreten von Magma, das anschließend abkühlt und sich wieder senkt --> Entstehung von ozeanischen Rücken
- Wenn Platten konvergieren, so taucht die leichtere Platte unter die schwerere; an der entstehenden Subduktionszone schmilzt die ozeanische Platte und vulkanisch geprägte Inseln entstehen
- Außerdem:
- Durch das Trennen von Landmassen
- Abtragung
- Änderung des Meeresspiegels
- Durch Hot Spots
Wie entstehen kontinentale Inseln?
- Bruchstücke kontinentaler Landmassen
- Entstanden durch die Spaltung von einem Kontinent, das Ende solcher Inseln kommt durch die Kollision mit einem anderen Erdteil zustande
Was versteht man unter dem "ozeanischem Klima"?
- ozeanisches Klima = wenn das Klima einer Region durch die Anwesenheit einer großen Wassermasse beeinflusst wird à Wasser fungiert in diesem Zusammenhang als Moderator;
- Thermisch dämpfende Wirkung von Wasser: Wasser erhitzt aufgrund seiner großen spezifischen Wärmekapazität relativ langsam, kühlt auch langsamer wieder ab,
- Dadurch sind die Sommer im Seeklima mäßig warm, die Winter aber auch nur mäßig kalt und jeweils niederschlagsreich.
- à geringe Jahres- und Tagesamplituden aus.
- Dies gilt wegen der Abhängigkeit von der Temperatur auch für die Luftfeuchte (thermische und hygrische Maritimität)
- Je nach Klimazone sind die Effekte des Inselklimas unterschiedlich ausgeprägt. (Corioliskraft, Südhalbkugel weniger Landmasse)
- Die extremsten Inselklimate weisen subantarktische Inseln auf, beispielsweise die Macquarie-Inseln südlich von Neuseeland, die kaum eine Tages- und Jahresamplitude der Lufttemperatur haben.
Beschreibe den Einfluss von Winden anhand verschiedener Beispiele.
- Die geringe Rauhigkeit der Oberfläche des Wassers bedingt höhere bodennahe Windgeschwindigkeiten bei gleichzeitig größerer Regelmäßigkeit als über dem Festland.
- Westwinde: Da die Westwinde die Ozeane überqueren, bringen sie viel Luftfeuchtigkeit mit, die sie beim Überqueren der Kontinente durch Steigungsregen und zyklonale Regen nach und nach verlieren. Die Westwinde transportieren die in den gemäßigten Breiten befindlichen Tiefdruckzyklonen ostwärts.
- Teneriffa besitzt wie alle anderen Inseln des Kanarenarchipels ganzjährig milde Temperaturen auf Grund der südlich der Rossbreiten entstehenden Nordost-Passatwinde; tropischen Fallwinde
Was versteht man unter Luv und Lee?
- die der Hauptwindrichtung zugewandte bzw. abgewandte Seite eines Höhenzuges, Gebirges oder einer Wetterscheide.
- Auf der Luv-Seite, der windzugewandten Seite eines solchen topographischen Hindernisses werden die Luftmassen zum Aufsteigen gezwungen, die dabei abkühlen, so dass Steigungsregen fallen.
- Lee bezeichnet die windabgewandte Seite des Hindernisses, an die Luftmassen wieder absinken und als Fallwinde zu Föhn werden, weshalb auf der Lee-Seite deutlich weniger Niederschläge fallen.
Was sind Süßwasserlinsen?
- Süßwasserinseln werden komplett aus dem Niederschlag, der auf den Inseln versickert, gespeist.
- Süßwasser hat eine geringere spezifische Dichte als Salzwasser, dadurch „schwimmt“ das süße Regenwasser auf dem Meerwasser und bildet dabei die ovale Form einer Linse.
- Zwischen der Süßwasserlinse und dem umgebenden salzigem Grundwasser befindet sich eine verhältnismäßig dünne Brackwasserschicht, wo sich Süß- und Salzwasser mischen.
Wie können Kiefern zur Trinkwassergewinnung genutzt werden?
- Die Kanarische Kiefer, die hauptsächlich in höheren Lagen steht, nimmt mehr Wasser auf, als sie selbst benötigt. Dieses hat in der Hydrologie eine große Bedeutung.
- Da die Kiefer Wasser durch ihre Wurzeln abgibt, sind große Gebiete dieser Waldzonen unter Naturschutz gestellt worden.
- Auf einigen Inseln sind Querbohrungen in das Gebirgsmassiv vorgenommen worden, wo das Wasser was von den Kiefern gewonnen wird, über die Wurzeln in diesen Röhren gefangen wird.
Wird mit den Wasserressourcen auf Inseln nachhaltig umgegangen?
- Häufig ist dies nicht der Fall!
- Problematischer Umgang mit Wasserressourcen auf den Kanaren: die Grundwasser-Ausnutzung für die Bananenplantagen hat den Wasserspiegel auf den Kanarischen Inseln deutlich sinken lassen und hat dazu geführt, dass das Grundwasser auf Teneriffa in den letzten 60 Jahren um fast 800 m (!) gesunken ist.
- Nutzung für Tourismus (Pools)
Was sind die Folgen von Hurrikans auf Inseln?
Hurrikans: ein tropischer Wirbelsturm im nördlichen atlantischen Ozean (einschließlich der Karibik und dem Golf von Mexiko) sowie im Nordpazifik östlich von 180° Länge und im Südpazifik östlich von 160° Ost à Sturmflut, Windbruch, Küstenerosion, Erdrutschen, Sturzfluten und Überschwemmungen
Welche Gefahren drohen Inseln durch Vulkanausbrüche?
- Vulkanausbrüche: lassen Inseln entstehen, machen sie auch größer und höher. Abtragungen durch Wind, Meer oder Niederschlag lassen Inseln sinken (manchmal sogar unter den Meeresspiegel); Lavaströme können in kürzester Zeit Vegetation und Leben auslöschen à Inselsterilisation (Krakatau-Insel)
Was kennzeichnet Erdrutsche und welche Folgeprobleme können sie auslösen?
Riesenerdrutsche: vulkanisches Material häuft sich an und bildet so abschüssige Hänge à sehr instabil à Erdrutsch innerhalb kürzester Zeit; können auch durch einen pyroklastischen Strom verursacht werden: dieser besteht aus heißer Asche, Gasen und Gesteinsstücken mit einer Temperatur von über 700°C und einer Geschwindigkeit von über 100km/h; diese Erdrutsche können an tiefen erosiven Schluchten an den Seiten eines Vulkans, aber auch an hohen Klippen entstehen; weitere Folge der Erdrutsche sind Tsunamis, welche auf weiter entfernten Kontinenten/ Inseln Chaos anrichten à prägnantes Merkmal von Vulkaninseln
Warum ist Isolation der Schlüsselfaktor der Evolution und wieso eignen sich Inseln in diesem Kontext als Untersuchungsgegenstand?
- Isolation: Schlüsselfaktor für evolutionsbedingte Veränderung, dadurch kann ein Genpool sich von anderen abgrenzen.
- Inseln bieten sich als klare Beispiele für Isolation an, sie sind durch das Meer abgegrenzt und auf den Inseln können nur wenige Erdbewohner oder Süßwasserorganismen überleben.
Auf welche drei Arten sind Inseln interessant?
1) Es ist interessant die Natur der Inselflora und –fauna zu beobachten. Besonders interessant sind die Unterschiede eine Art von der Herkunftsart, die Anpassungsfähigkeit der Immigrierenden, welche das Immigrieren einer Art auf einer Insel unterstützen.
2) Außerdem ist es interessant festzustellen, welche Arten auf eine Insel gelangen, die Aussterberaten auf einer Insel und die Anzahl der Arten, die es schaffen auf einer Insel zu überleben.
3) Außerdem ist der Evolutionsprozess ein wichtiger Beobachtungspunkt, durch welche die Pflanzen- und Tierwelt ein integriertes Ökosystem wird. Alle Organismen haben sich an die physikalischen und biologischen Aspekte angepasst. Manche Arten besetzen ökologische Nischen, die auf dem Festland normalerweise von anderen Gruppen besetzt sind.