Hypertonie 1
AMK Hypertonie NS
AMK Hypertonie NS
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Cartes-fiches
Wann werden Kalziumantagonisten eingesetzt?
Bei Patienten über 65 Therapie der ersten Wahl. Indikationen: Hypertonie, Koronare Herzkrankheit, Angina pectoris,
periphere Gefässkrankheit, Raynaudsche Krankheit; für Verapamil/Diltiazem auch supraventrikuläre Tachyarrhythmien.
Wirkungsweise von Kalziumantagonisten
Allgemein: Blockierung der Kalziumkanäle, was den Einstrom in die Muskelzellen verhindert und so die Kontraktion verhindert. Dies verringert den Sauertsoffbedarf und steigert die Myokarddurchblutung. Dihydropyridine (Norvasc mit Amlodipin und Adalat mit Nifedipin) wirken vorallem an den glatten Muskelzellen der Gefässe, was zu einer Dilatation und dadurch einer Abnahme des peripheren Widerstandes führt. Verpamile (Isopin mit Verapamil) und Diltiazeme (Dilzem mit Diltiazem) wirken vorallem an Myokardzellen und verringern die Kontraktilität. Das funktioniert beides, da sich der Blutdruck aus peripherem Widerstand und Herz-Minuten-Volumen ergibt.
Nebenwirkungen der Kalziumantagonisten?
Alle.
• Kopfschmerz, Flushing, Schwindel, Hypotonie, Knöchelödeme, Gewichtszunahme. Ganz typisch sind die Ödeme (!).
• GIT-Störungen: gastrooesophagaler Reflux, Obstipation, Diarrhö, Übelkeit
• Insomnie
• Hautreaktionen: Diltiazem > Verapamil und Nifedipin
• Gingivahyperplasie. Ebenfalls eine sehr typische Nebenwirkung (!).
1,4-Dihydropyridine (Norvasc mit Amlodipin und Adalat mit Nifedipin):
• Tachykardie, Sehstörungen, Arthralgie/Myalgie.
Verapamil/ Diltiazem:
• Bradykardie (Risiko für Torsades de pointes). Dshalb werden Diltiazem und Verapamil ungerne mit ?-Blockern eingesetzt, da ?-Blocker ebenfalls zu einer Bradykardie führen.
Interaktionen von Kalziumantagonisten?
Alle
• Medikamente mit einem Risiko für Torsades de pointes
• Antiarrhythmika, ?-Blocker, Digoxin
• Kalziumantagonisten sind typische Substrate von CYP3A4 (!): IA mit den entsprechenden Inhibitoren und – Induktoren
Verapamil und Diltiazem:
• = Inhibitoren von CYP3A4
Was bewirken kardioselektive Betablocker?
Die Herzfrequenz wird reduziert, die Kontraktilität nimmt ab. Die Erregunsüberleitung wird erschwert und der Effekt auf die Bronchien ist gering(er).
Was bewirken nicht-kardioselektive Betablocker?
Die Herzfrequenz wird reduziert, die Kontraktilität nimmt ab. Die Erregunsüberleitung wird erschwert und es entsteht eine Bronchokonstriktion.
Welcher Betablocker von denen, welche wir lernen müssen, hat die grösste Lipophilie? Und was spielt das überhaupt für eine Rolle?
Inderal mit Propanolol. Die Lipophilie hat auf die UAWs einen Einfluss: Eine hydrophilere Substanz penetriert weniger ins ZNS, was zu weniger zentralnervösen Nebenwirkungen führt.
UAW von Betablockern?
• Bradykardie, AV-Block, Herzinsuffizienz: Deshalb bei Herzinsuffizienz einschleichen!
• Maskieren die Symptome der Hypoglykämie (Tachykardie und Zittern), Dyslipidämie: Deshalb Achtung bei Diabetikern.
• Bronchospasmus: Neu bei COPD wieder angebracht, eventuell besser ein kardioselektiver. Viele COPD-Patienten haben auch kardiale Probleme.
• Kalte Extremitäten
• Schlafstörungen, Depression, Schwindel, Kopfschmerzen
• Müdigkeit: Achtung beim Autofahren
• GI-Beschwerden
• Sexuelle Funktionsstörungen: Erektile Dysfunktion
• Rebound-Effekt
Welche Medikamente verstärken die Hypotonie-UAW der Betablocker?
Nitroglycerin und ophthalmologische Augentropfen (Frage: Gibt es auch "Nicht-ophthalmologische Augentropfen"?! "Ah, Sie träufeln die Prostaglandin-Analogon Tropfen auf Ihren Penis? Dann ist kein Problem!")
Welche Medikamente verstärken die bradykarden UAW der Betablocker?
Digoxin und Verapamil (Isoptin). Bradykardie ist übrigens wie Hypokaliämie ein Risikofaktor für Torsade-des-pointes.
Welche Medikamente können den Effekt der Betablocker vermindern?
NSAR, once more. So wie sie auch die Wirkung von Diuretika vermindern können.
Welche Medikamente antagonisieren die Wirkung von Betablockern?
Adrenalin und beta-2-Sympathomimetika.
Was ist mit einer "pre-existing" Hypertonie im Zusammenhang mit Schwangerschaft gemeint?
Eine chronische Hypertonie existierte bereits vor der Schwangerschaft oder vor der 20. SS-Woche. Hier hart die Hypertonie nichts mit der Schwangerschaft zu tun und ist weniger gefährlich.
Was ist mit einer Schwangerschaftshypertonie gemeint?
Hypertonie tritt nach der 20. SS-Woche auf, aber ohne Proteinurie. Hypertensive Beschwerden in der Schwangerschaft sind ein Risiko für Mutter und Kind (Mortalität; Frühgeburt, tiefes Geburtsgewicht).
Was ist mit "Präeklampsie" gemeint?
Hypertonie tritt nach der 20. SS-Woche auf, und eine Proteinurie ist feststellbar. Gefahr einer Eklampsie.
Was ist eine Eklampsie?
Krampfhafte Zustände im Zusammenhang mit einer Präeklampsie.
Was sind die Symptome einer Präeklampsie?
• Starke Kopfschmerzen
• Sehstörungen: verschwommenes Sehen, Blitze
• Starke Schmerzen direkt unterhalb der Rippen
• Erbrechen. In den meisten Fällen stoppt das normale Erbrechen bei Schwangerschaft nach der 12. Woche.
• Plötzliche Schwellung des Gesichts, der Hände oder der Füsse
Wie kann die Schwangerschaftshypertonie behandelt werden?
Therapie der Wahl ist Trandate (Labetalol). Mit Adalat (Nifedipin) können übrigens Frühgeburten berhindert werden, ist aber laut Kompendium kontraindiziert.
Stillzeit und Hypertonie?
Folgende Medikamente haben keine bekannten unerwünschten Wirkungen auf das gestillte Kind:
• Labetalol
• Nifedipin
• Captopril, Enalapril
• Atenolol, Metoprolol
Ungenügend Daten existieren für:
• Amlodipin
• Sartane
• Andere ACE-Hemmer als Captopril oder Enalapril