Hygienic Processing Teil 9

Raumbegasung mit VHP- ein trockenes H2O2-Begasungsverfahren

Raumbegasung mit VHP- ein trockenes H2O2-Begasungsverfahren


L. H.
Diese Lernkarten behandeln die Anwendung von verdampftem Wasserstoffperoxid (VHP®) in der pharmazeutischen Produktion und Forschung, insbesondere für die Dekontamination von Isolatoren und Räumen. Sie erklären den Prozess, die Vorteile wie kurze Zykluszeiten und gute Materialverträglichkeit, sowie die Anforderungen für einen optimalen und validierbaren VHP®-Prozess. Die Karteikarten richten sich an Studierende und Fachkräfte in der Biologie und Pharmazie, die sich mit Hygienemaßnahmen und Sterilisationstechniken befassen.
Flashcards
7
Students
1
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
04.10.2014 / 07.10.2014

Flashcards

Vaporized Hydrogen Peroxide “VHP®”-Prozess

l

EIgenschaften von VHP

  • Alternative zu Formaldehyd, ETO u. Peressigsäure

– effektives Dekontaminationsverfahren (Tabelle Mikroorganismen)
– Reduzierung von DNA
– geringere Materialbelastung im Vergleich zu obigen Verfahren

  • Keine sichtbaren oder toxischen Rückstände

– Aufspaltung in Wasser H2O und Sauerstoff O2
– Abgabe über Dach zulässig (kein Grenzwert für H2O2
in TA-Luft)

  • Schneller Prozess 

– kurze D-Werte, H2O2
ist nicht stabil, kurze Entgasungszeit
– gute Ausnutzung der Isolatoren, Räume etc.
– Dekontamination von Gütern im Durchlauf möglich 

  • Trockener“ Prozess

– Isolatoroberflächen und Materialien in Schleusen bleiben trocken
– deshalb gute Materialverträglichkeit und
– Begasung elektrischer u. elektronischer Geräte zulässig

  • Prozess bei Raumtemperatur

– keine Temperaturbelastung von Geräten, Materialien oder verpackten 
pharmazeutischen Wirkstoffen

  • Prozess bei Unter-, Über- oder Atmosphärendruck

– Anpassung an Anwendungsanforderungen möglich
– Gasdichte aber nicht dampfsterilisierbare Behälter möglich

 

Anforderungen für einen optimalen und validierbaren VHP®-Prozess

 

• Prozessparameter Feuchte, Temperatur, Luftstrom, Druck, Einspritzrate u. Zeit müssen autom. überwacht werden. 
• Anreicherung der VHP-Konzentration bis zum biologisch erforderlichen Niveau (0,3-2mg/L bei ca. 22°C) 
• Erreichung aller Oberflächen im zu begasenden Raum
• Stabilität der VHP Konzentration während der Sterilisation
• Vermeidung von Kondensation wegen:
– H2O2-Nebel schwieriger zu verteilen als in Gasphase
– Gefahr von Gasmangel in Teilen des Isolators wegen ungleichmäßiger H2O2 Konzentration / Verteilung
– H2O2-Kondensation führt zu langer Absaugungszeit
– Materialangriff wird durch H2O2 – Kondensat stark erhöht

Process of VHP®-Cycle Developmen

 

l

Ziele der Zyklusentwicklung

 

1. Ermittlung der Prozessparameter für einen biologisch effektiven H2O2-Prozesses 
2. Einstellung eines für das Raumvolumen optimalen Prozesses unterhalb der Sättigungslinie, da
• Materialangriff wird durch H2O2 – Kondensat stark erhöht
• H2O2-Kondensation führt zu sehr langer Absaugungszeit
• Gefahr von Gasmangel in Raumbereichen wegen ungleichmäßiger H2O2 Konzentration / Verteilung
3. Gleichmäßige Gasverteilung
4. Ermittlung der erforderlichen Entgasungszeit

Anwendungen von VHP

• Isolatoren in Produktion, F&E und QS
• Biologische Sicherheitswerkbänke
• Temperaturempfindliche Güter
– elektro. Artikel
– Verpackungen von Wirkstoffen
• HEPA Filter in Anlagen
• Räume aller Art
– Materialschleusen, 
– OP- und Reinräume, Labore
– Dekontaminationskammern, Behälter, Autoklaven

Zusammenfassung VHP

Die Dekontamination mit verdampftem Wasserstoffperoxid findet immer mehr Anwendung in Forschung & Entwicklung sowie der pharmazeutischen Produktion. Gründe dafür sind:

• Der umweltfreundliche Prozess führt zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz, da keine toxischen Rückstände.
• Kurze Zykluszeiten inklusive Absaugung (da keine Kondensation) ermöglichen höhere Verfügbarkeit von Isolatoren, Schleusen und sonstigen Räumen 
• Gute Materialverträglichkeit
• VHP® ist ein validierbares und weltweit anerkanntes Verfahren
• In der Isolator- und RABS-Technik ist die Begasung mit H2O2 das am meisten eingesetzte Dekontaminationsverfahren. 
• Für Labor- und Reinräume wird H2O2- vermehrt als Ersatz von Formalin oder manueller Wischdesinfektion verwendet. 

Study