Husten
Expektoranzien, Antitussiva
Expektoranzien, Antitussiva
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Lernkarten
Husten: Ursache etc
• Symptom (keine Krankheit an sich)
• willkürlich oder aufgrund Hustenreflex ausgelöst
• bronchopulmonaler Clearance-Mechanismus
• durch vagale Nervenreizung ausgelöst
• über 300 verschiedene Ursachen:
- häufig virale Infektion bzw. grippaler Infekt
- Arzneistoffe (z.B. ACE-Hemmer)
- psychisch bedingt
- Erkrankungen des Herzens oder Magens
Ansätze der Hustentherapie
- spezifisch (Beseitigung der Ursache: Rauchen, ACE-Hemmer)
- unspezifisch (Behandlung des Symptoms „Husten“)
- zu unterscheiden: unproduktiver (trockener) Husten ↔ produktiver (verschleimter) Husten
Antitussive Wirkstoffklassen und jeweils Beispiele
Morphin- und Morphinan-Derivate
• Codein
• Dihydrocodein
• Hydrocodon
• Noscapin
Pethidin- und und Methadon-Verwandte
• Dextromethorpahn
• Clobutionol
• Dropropizin (Levodropropizin)
Verschiedene
• Pentoxyverin
• Benproperin
• Natriumdibunat
Antitussiva: Morphin-Derivate
Morphin: amphoter (tert. Amin und phenol. OH-Gruppe)
Codein: basisches tert. Amin (therap. meist als Phosphat)
Unterscheidung:
- Morphin ist leicht oxidierbar (Pseudomorphin), Codein nicht.
- Löslichkeit in Lauge.
- UV-Spektrum: Codein macht keine bathochrome Verschiebung in Lauge.
Codein hat hohe Affinität zu µ-Rezeptor aber nur geringe Affinität zu anderen Opioid-Rezeptoren, eventuell auch Hustendämpfung via 5-HT1-Rezeptoren
Metabolismus von Codein: bis zu 15% Demethylierung zu Morphin Codein und ASS: Acetylierung von Codein
Expektoranzien
Erleichterung oder Beschleunigung des Transportes von Schleim aus Bronchien und Trachea.
Klassen an Expektoranzien
- Sekretolytika
- Sekretomotorika
- Mukolytika
Sekretolytika WM
- Steigerung der Sekretion => Verflüssigung des Schleims.
- Direkt wirkende: Angriff an schleimproduzierender Zelle der Lunge z.B. Kaliumiodid, Ammoniumchorid).
- Indirekt wirkende: reflektorische Sekretion durch lokale Erregung sensorischer Nerven des Magens z.B. Emetin, Cephaelin (CAVE: Übelkeit u. Erbrechen).
Sekretomotorika WM
- Stimulation der Zilientätigkeit => Schleimtransport. z.B. ätherische Öle, β2-Sympathomimetika
Mukolytika
- Herabsetzung der Schleimviskosität (Abbau des Gelgerüsts). z.B. Bromhexin, Ambroxol, N-Acetylcystein
Colfosceril-Palmitat: Indikation etc.
Surface Active Agents
• Colfosceril-Palmitat = synthetisches, sog. Surface Active Agent (Surfactant)
• zur Behandlung des Infant Respiratory Distress Syndrome (IRDS, Atemnotsyndrom Frühgeborener).
• natürliches Surfactant: Gemisch aus Proteinen und Lipiden:
- Phospholipide mit 2 Palmitinsäureanteilen
- Surfactant-assoziierte Proteine (SAPs):
SAP A: 28 – 36 kDa
SAP B: 9,5 kDa
SAP C: 1 – 2 kDa
Surfactant Funktion
Surfactant überzieht Epitheloberfläche der Luftwege bis zu den Alveolen als monomolekularer Film:
• verhindert Kollabieren der Lungenbläschen beim Ausatmen durch Erniedrigung der Oberflächenspannung der Lungenbläschen.
• unterstützt Entfaltung der Alveolen beim Einatmen
• verhindert Austrocknung der Alveolen
• erleichtert Gasaustausch der Lungenmukosa und alveoläre Ventilation
Wirkstoffe zur Behandlung der Mucoviszidose (= zystische Fibrose)
angeborene Stoffwechselerkrankung; Absonderung von zähem Schleim
Therapie: inhalative Applikation rekombinanter humaner Desoxyribonuklease I
- sog. Dornase alfa
- Glykoprotein, 35 kDa
- spaltet extrazelluläre DNA und verflüssigt damit den zähen Schleim