Humanmedizin 5. Semester - Pharmakologie
Immunpharma & kardiovaskuläres System
Immunpharma & kardiovaskuläres System
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Lernkarten
Immunsuppressiva
-Definition
Immunsuppressiva unterdrücken die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems.
Problem: Schwächung des Immunssystems! Gefahr von (opportunistischen) Infektionen
Immunmodulatoren
-Definition
Immunmodulatoren schwächen Immunreaktionen ab. Vorteil: Keine Beeinträchtigung der allg. Reaktionsfähigkeit des Immunsystems.
zytostatische Immunsuppressiva
- Hemmen Proliferation der Immunzellen
- Blockade der Purinsynthese: Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolat
- Blockade der Pyrimidinsynthese: Leflunomid
Azathioprin (AZT) (Imurek®)
-Wirkung
-Indikation
-UAW
- Wird in der Leber zu 6-Mercaptopurin aktiviert
- Wird als falscher DNA/RNA-Baustein eingebaut
- Hemmt v.a. Purinsynthese in T- und B-Lymphozyten
- Verhindert sowohl Zell- als auch AK-vermittelte Immunreaktionen
- Indikation: Rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, chron. entzündl. Darmerkrankungen, Organtransplantation
- UAW: Magen-Darm-Ulzera, Pankreatitis, allerg. Hautreaktionen, KM-Depression
- WW mit Allopurinol--> erhöht BV (Hemmt Abbau)
Methotrexat (MTX) (Lantarel ®)
-Wirkung
-Indikation
-UAW
- Hemmt Folsäurebildung
- Indikation: schwere RA, Psoriasis
- UAW trotz niedriger Dosis bei 60%: Störung des GI-Trakts, Leberschäden, Leukopenie, Thrombozytopenie, Nierenschäden, Impotenz, Depression, Teratogenität, Grippe-ähnliche Symptomatik
Mycophenolate mofetil (CellCept®) Mycofenolat (Myfortic ®)
-Wirkung
-UAW
-Indikation
- Hemmt selektiv die Inosinmonophosphat-Dehydrogenase
- Besonders T- und B-Zellen betroffen
- Indikation: Hohe Dosierung gegen Transplantatabstoßung (oft in Kombination mit CyclosporinA und Corticosteroiden)
- UAW: Diarrhö, HWI, Leukopenie, Hypertonie
- Mg- und Al-Hydroxid, die oft gegen Sodbrennen und Magenschmerzen eingenommen werden, hemmen die Resorption von Mycophenolat im Darm
Leflunomid (Arava ®)
-Wirkung
-Indikation
-UAW
- Hemmt die Dehydrooroat-Dehydrogenase in Mitochrondrien
- wirkt auf aktivierte T-Zellen (andere Zellen können Pyrimidine resynthetisieren)
- Indikation: RA und Psoriasis-Arthritis
- UAW: Hautreaktionen, Diarrhö, Aopezie (Haarausfall), Allergien, Teratogenität -->strikte Empfängnisverhütung!
- Leflunomid bzw. seine aktiven Metabolite verbleiben 1-2 Jahre im Körper! (HWZ:10-15d)
Isograft
Übertragung von Organen/Gewebe/ Zellen zw. eineiigen Zwillingen
Autograft
Übertragung zw. dem selben Individuum
Allograft
Übertragung zw. 2 verschiedenen Individuen
Xenograft
Übertagung zw. 2 verschiedenen Spezies, z.B. Mensch und Schwein
Immunophiline
- Unterdrücken Proliferation und Aktivität von Immunzellen
- Wirkunsprinzip beruht auf Bindung an Rotamasen -->Hemmung der Phosphatase Calcineurin --> keine Dephosphorylierung von NFAT --> keine Translokation in den Zellkern --> keine Expression zahlreicher proinflammatorischer Zytokine --> keine klonale Proliferation von T-Zellen --> ohne Beeinträchtigung des Knochenmarks
Ciclosporin (Sandimmun A®)
-Indikation
-UAW
- Indikation: Immunsuppression nach Organtransplantation, Autoimmunerkrankungen, Neurodermitis, RA
- UAW: Nephrotoxizität, Hepatotoxizität, Parästhesien als Ausdruck einer Neurotoxizität, metabolische Störung wie Hyperglykämien, Hyperlipidämien und Hypertonie
- Wird in der Leber durch Cyp3A4 metabolisiert-->
- Cyp3A4-Induktoren wie Hypericin oder Barbiturate können die Ciclosporin-Spiegel so stark senken, dass es nach TX zu tödlichen Organabstoßungen kommen kann à Engmaschige Wirkspiegel-Überwachung unerlässlich!
Tacrolismus oder FK506 (Prograf®)
-Indikation
-UAW
- Indikation: Immunsuppression nach Organtransplantation, Autoimmunerkrankungen, Neurodermitis, RA
- UAW: ähnlich wie Ciclosporin, Neurotoxizität stärker, während Nephrotoxizität und metabolische Störung geringer sind
Sirolismus (Rapamune®)/ Everolismus (Certican®)
-Indikation
-UAW
- Indikation: Immunsuppression nach Organtransplantation, Beschichtung von Stents
- UAW: Blutbildstörungen und Hyperlipidämie
- Vorteil: Deutlich geringere Nephotoxizität und Neurotoxizität, Everolismus besser und konstrantere Bioverfügbarkeit
Interleukin 2
-Wirkung
-Indikation
-UAW
- Stimuliert T-Zell-Proliferation
- Aktiviert NK-Zellen
- Indikation: Malignes Melanom, Nierentumore, AIDS
- UAW: Hypotension, Lungenödem, Knochenmarksuppression
Interferone
-Wirkung
-Indikation
-UAW
- Hemmen virale Proteinsynthese
- Induzieren den Abbau viraler Nucleinsäuren
- Hemmen auch die Proliferation von schnell teilenden Zellen (Malignome)
- Aktivieren T-und NK-Zellen
- Indikation: Kaposi Sarkom, AIDS, Hep C, Herpes, chron. Granulomatose, MS
- UAW: schwere Grippe-ähnliche Symptome, KM-Depression, neuro- und cardiotoxisch
monoklonaler AK
- homogener AK, der nur ein Epitop auf dem Immunogen erkennt
- Hochselektiv
- Ermöglichen funktionelle Inaktivierung der Zielmoleküle und ihrer nachgeschalteten zelluären Prozesse
- Hemmen selektiv die Aktivierung und Proliferation individueller Klone von Immunzellen
- Rituximab: MausAK gegen menschliches CD20; CD20 ist nur auf Stadien der B-Zellreihe, außer auf Gedächtnis- und Plasmazellen exprimiert
- Infliximab: Blockade des TNFα
polyklonaler AK
- heterogenes Gemisch aus AK, die verschiedene Epitope auf dem Immunogen erkennen
- Anti-T-Zell-IgG vom Kaninchen (Thymoglobulin, Tecelac); Indikation: akute Abstoßung von Nieren-, Herz- Pankreas-TX, Graft-versus-Host-disease, Aplastische Anämie
- Anti-T-Zell-Immunserum vom Pferd (Lymphoglobulin)
AK gegen Zytokine (TNF, IL-1β, IL-2) bzw. ihre Rezeptoren
-Indikation
-UAW
- Indikation: Therapie von Tumoren, RA, chronisch-entzündl. Darmerkrankungen und andere Autoimmunerkrankungen
- Probleme: Parenterale Applikation, Schwächung der Immunabwehr, Zunahme der Tumorgenese, Bildung von Auto-AK, Provkation von schweren Immunreaktionen, hoher Preis
Prävalenz der Hypertonie in D
- ca.16Mio (20%) davon 11Mio bekannt
- 9Mio therapiert
- etwa 50% der Hypertoniker werden nicht therapiert
Effekte von Angiotensin II
- Gefäße: Vasokonstriktion, Mediahypertrophie
- Herz: Arrhythmien, Linksventrikuläre Hypertrophie
- Niere: Salz- und Wasser-Retention (Aldosteron), Nephrosklerose
- Osmoregulation( ADH↑, Durst↑) , Sympathikusaktivierung
Renin-Hemmer
-Wirkung
-Indikation
-UAW
- Aliskiren (Rasilez®)
- Ind.: art. Hypertonie
- Anw.: Monopräparat oder in Kombination mit Thiaziddiuretika
- nicht überlegengegnüber ACE-Hemmern, AT1-R-Antagonisten, Diuretika
- UAW: Diarrhoe (2,3%), Kopfschmerzen, Nausea, Müdigkeit, Fetogenesestörungen (teratogen!!, wie alle RAAS-Pharmaka)
- Kontraind.: Schwangerschaft u. Stillzeit
ACE-Hemmer
-Wirkung
-Indikation
-UAW
- Captopril, Enalaprilat
- verringern Bildung von AngII durch ACE
- hemmen auch den Abbau von Bradykinin und Substanz P-->Angioödeme
- Ind.: art. Hypertonie (Mittel der Wahl), Herzinsuffizienz, Nephropathien
- UAW: Hypotonie (v.a. bei gleichzeitiger Einnahme von Diuretika), trockener Husten (Kinine), Angioödeme (Kinine), Fetale Missbildungen
AT1-R-Antagonisten
-Wirkung
-Indikation
-UAW
- bindet an AT1-Rezeptoren ohne sie zu aktivieren
- Bradykinin Metabolismus ist nicht beeinträchtigt
- Ind.: Mittel 2. Wahl nach ACE-Hemmern bei Hypertonie, Herzinsuffizienz oder Kombination
- Plasma-HWZ: 6-20h, aber langsame Dissoziation vom Rezeptor-->Wirkdauer >24h
- UAW: Hypotonie (orthostatisch), Schwindel, Angioödem, Anstieg von Transaminasen (selten), evtl. erhöhtes Tumorrisiko
- Kontraind.: Schwangerschaft
Nifedipin-Adalat®
- Dihydropyridin-Calicum-Kanal-Antagonisten
- antianginös, antihypertensiv
- Voltage dependence:bindet bevorzut an den inaktivierten Zustand
- Ind.: Prophylaxe der Ang.pectoris, besonders bei gleichzeitiger Hypertonie; Koronarspasmen; Hypertonie (Reflextachykardie kann durch β-Blocker kompensiert werden)
- Kontraind.: Schwangerschaft (teratogen!), instabilie Ang. pectoris, frischer Herzinfarkt (erst nach 4 Wochen einsetzbar), Herzinsuffizienz
- UAW: Reflextachykardie, neg. inotrop, Schwindel, Kopfschmerzen, Obstipation, Knöchelödem, Tremor
Verapamil (Isoptin®)
- antianginös, antihypertensiv, antiarrhythmisch
- Use dependence:bindet wenn Kanal sich im offen-Zustand befindet
- Ind.: Prophylaxe der Ang. pectoris besonders bei gleichzeitigen supraventrikulären Arrhythmien; Hypertonie
- Kontraind.: frischer Herzinfarkt, Bradykardie, AV-Block, Herzinsuffizienz, Hypotonie
- UAW: neg. inotrop, Schwindel, Kopfschmerzen, Obstipation, Knöchelödem, Hautreaktionen
β-Blocker als Antihypertensiva
- Wirkung: neg. chronotrop, dromotrop, inotrop und bathmotrop; kardialer O2-Verbrauch↓; Reninfreisetzung↓(β1); Hemmung der Insulinfreisetzung (β2); Kontraktion von Bronchialmuskeln (β2)
- Ind.: Hypertonie, v.a. bei KHK und Herzinsuffizienz, Zustand nach Herzinfarkt, Tachykardie
- Kontraind.: Astma bronchiale, Diabetes mellitus (Warnsignale werden nicht wahrgenommen), Bradykardie, hämodynamisch instabilie Herzinsuffizienz
Thiaziddiuretika
- werden renal sezerniert und wirken an der Henle-Schleife--> Hemmung des Na+-Cl- Cotransports
- Ind.: Hypertonie, Herzinsuffizienz (Ödemausschwemmung)
- Verlieren ihre Wirkung bei massiver Niereninsuffizienz
- UAW: Hypokaliämie, Verminderte Glucosetoleranz, Anstieg der Blutfette, Harnsäureretention (Gichtanfall-Gefahr)