Humangeographie I, Teil 3, Gesellschaft und Entwicklung, HS 2013
Begriffe für die Abschlussprüfung GEO 112 Humangeographie I an der Uni Zürich
Begriffe für die Abschlussprüfung GEO 112 Humangeographie I an der Uni Zürich
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Lernkarten
Urbanisierungstrends
Industrieländer: (2)
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Grossraum New York dehnte sich zwischen 1966 und 1991 um mehr als 60 % aus, die Einwohnerzahlen aber nahmen in diesen Jahren nur um 5 % zu
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Speckgürtel, der sich um alle grossen Metropolen wie Tokyo, London oder Paris legt, drängt immer weiter ins Land hinaus
Global Cities
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Zentrale Standorte für hochentwickelte Dienstleistungen und Telekommunikationseinrichtungen, die für die Durchführung und das Management globaler Wirtschaftsaktivitäten erforderlich sind
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In ihnen konzentrieren sich tendenziell Konzernzentralen, insbesondere von Unternehmen, die in mehr als einem Land tätig sind
– Command- and Control-Funktion (Headquarter-Ökonomie), FIRE-Sektor (Finance, Insurance, Real Estate)
- Weltumspannendes Netzwerk bestehend aus verschiedenen Städten (z.B. New York, London, Tokio, Paris, Frankfurt, Zürich, Amsterdam, Sydney, Hongkong, Singapur, Sao Paulo etc.)
⇒ Megacities sind nicht zwangsläufig Global Cities!
Global Cities
Auswirkungen (3)
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Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: hochspezialisierte Dienstleistungsökonomie verlangt in erster Linie nach hochqualifizierten Arbeitskräften; Arbeitsplätze in anderen (weniger Gewinn bringenden) Wirtschaftssektoren gehen verloren
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Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt: Firmen ziehen sich aus dem Wohnungsbau für niedere und mittlere Einkommen zurück und konzentrieren sich auf den Wohnungsbedarf der hochqualifizierten Fachleute (Grundstückpreise steigen markant)
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Verstärkte Polarisierung zwischen den Bevölkerungsgruppen: hochqualifizierte Arbeitskräfte auf der einen Seite und schlecht bezahlte Arbeitskräfte (überwiegend im informellen Sektor) auf der anderen Seite
Besonderheiten der Stadtentwicklung in verschiedenen regionalen Kontexten (2)
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Städte sind zum einen der Ausdruck globaler Prozesse. Zum anderen sind sie aber immer auch Produkte bestimmter gesellschaftspolitischer Systeme.
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In verschiedenen (gross)regionalen Kontexten mit unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Systemen haben sich darum unterschiedliche Städtesysteme herausgebildet.
Welche Faktoren beeinflussen die Art und Weise der Urbanisierung?
Als (externe) Determinanten von städtischen Systemen werden unterschieden: (4)
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sozio-politische Systeme
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normative Prinzipien des Städtebaus, welche über die Stadtplanung und auch vom politischen System bestimmt werden;
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Technologien des Bauens und des Verkehrs;
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Entwicklungsstand der nationalen Ökonomie, Stand der Arbeitsteilung
Stadtentwicklung in Europa und Nordamerika (3)
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In den sozialen Wohlfahrtsstaaten Westeuropas hat der Pluralismus von Gesellschaft und Wirtschaft zu spezifischen Formen der räumlichen Organisation geführt: Die Struktur auf dem Boden- und Wohnungsmarkt ist diversifiziert
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Eine wesentliche Unterscheidung zur Situation in den USA ist die weitgehende Übernahme der technischen Infrastruktur und der soziokulturellen Infrastruktur durch die öffentliche Hand
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Es obliegt den Städten weitgehend selbst, welche Planungskonzepte sie verfolgen.
Problemfelder post-industrieller Städte
Verschärfung der innerstädtischen Disparitäten (2)
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Tertiarisierung der Wirtschaft führt einerseits zu einem Abbau an Industriearbeitsplätzen und andererseits zur Herausbildung einer neuen wirtschaftlichen Qualifikationsstruktur
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Post-industrielle Stadt zerfällt in "zwei Lager":
– Stadt der international wettbewerbsfähigen Unternehmen und ihrer hochqualifizierten Beschäftigen
– Stadt der zunehmend aus sozialen Zusammenhängen Ausgegrenzten, der Arbeitslosen, der Armen, der Asylbewerber -> Konzept der A-Stadt! (z.B. Frey 1996; Häusermann, GR 1999; Odermatt 1999
Aktuelle Trends in Zürich (5)
- Die Vorstellung einer sozial abgewerteten A-Stadt ... ist heute nicht mehr gültig.
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Insbesondere die Innenstadt ist zum Wohnen auch für statushohe Personen wieder attraktiv.
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Die Stadtbewohner/-innen unterscheiden sich jedoch in Bezug auf ihren Lebensstil von den typischen Umlandbewohnerinnen und - bewohnern.
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Das traditionell- bürgerliche Familienmodell lebt in der Kernstadt insbesondere bei den Schweizerinnen und Schweizern nur eine Minderheit.
- Die typischen A-Stadt-Phänomene verlagern sich heute zunehmend an den Stadtrand, ins Limmattal und in die Flughafenregion.
Räumliche Trends USA (4)
- Randwanderung von Bevölkerung und Arbeitsplätzen
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wohlhabende und mittelstädtische Schichten ziehen an den Rand der Städte und in Vorortsgemeinden
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ärmere Schichten bleiben in den Innenstädten zurück
- Anhaltende Suburbanisierung
Trends USA
Housing Subdivision (4)
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Einzel- oder Reihenhäuser, von einem Investor einheitlich geplant und gebaut
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ausschliesslich Wohnfunktionen, z. T. Freizeiteinrichtungen
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Selektion nach Lebensstilen (Lifestyle Communities)
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Automobil ist unerlässliches Fortbewegungsmittel
Trends USA
Gated Communities (3)
– Autarke, geschützte Enklaven
– Enklaven des gehobenen Lebensstils
– 2001: 4 Mio. Haushalte USA in Gated Communities
Trends USA und Westeuropa (2)
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Verschärfung der Segregation nach sozio-ökonomischen und ethnischen Merkmalen der Bevölkerung
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Herausbildung von Ghettos
Hyperghetto (3)
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The term Hyperghetto, born with the theory of Post-Colonialism, refers to the ghettos, slums, favelas, social hot spots, etc. (L. Wacquant)
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Ghettos enormen Ausmasses
(Bsp. Atlanta: mehr als die Hälfte des Stadtgebietes) -
banlieue – Frankreichs Vorstädte
Gentrifcation (3)
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Prozess, bei dem in einem Wohngebiet eine statusniedrige Bevölkerung durch eine statushöhere Bevölkerung ausgetauscht wird; z.B. in citynahen Wohngebieten mit historischer Bausubstanz: Luxussanierungen, soziale Umschichtung
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erstmals in GB, seit 1970er Jahren in den USA; Schweiz und anderen europäischen Ländern Anfang 1980er Jahre
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„gentry“ = Landadel, feine Leute
Stadtentwicklung in Entwicklungsländern (3)
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Entwicklungsländer sind eine heterogene Gruppe von Ländern, die sehr verschiedene Entwicklungsstränge aufweisen
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Stadtentwicklung in den meisten Entwicklungsländern ist stark geprägt durch den Kolonialismus
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In der Kolonialzeit kam es einerseits zur Neugründung von Kolonialstädten und andererseits entstanden sogenannte „bipolare Stadtstrukturen“ (z.B. traditionelle Stadt und koloniale Neugründung)
Planungskonzept Islamabad (5)
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Dynametropolis (Expansion möglich)
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Hierarchisierung von communities
“Every large and important synthesis of Islamic culture is based on pure geometry” (Doxiadis 1960)
- streng geometrische Viertelbildung in quadratische Blöcke -> Sektoren
- Sektoren: selbstständige Wohn- und Wirtschaftseinheiten (Durchmischung von Wohnen, Versorgung und Arbeiten)
- Befriedigung der regelmässigen und episodischen Bedürfnisse
- Spezialsektoren für bestimmte Funktionen (z.B. Regierungsviertel, Blue Area - Business)
- Ausstattung aller Sektoren mit Moscheen unterschiedlicher Bedeutung
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Schneisen: zwischen den Sektoren für Verkehr
- orientiert an PWs, mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h sollten die Achsen durchquert werden können!
- In Quartieren für die unteren Schichten, Fortbewegung zu Fuss vorgesehen; preiswerte öffentliche Verkehrsmittel wurden verbannt (Ochsenkarren, Rikschas etc. verboten)
Trends und Probleme in Städten der
Entwicklungsländer (2)
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Beschleunigtes Wachstum, urban spawl
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Sozio-ökonomische Fragmentierung: ungleich entwickelte Standorte mit einer starken sozialen Segmentierung
Informeller Sektor Informalität (2)
- besteht aus wirtschaftlichen Aktivitäten, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen; z.B.:
- Kleinbetriebe, die einfache Konsumgüter produzieren
- ambulanter Kleinhandel und Dienstleistung (z.B. Schuhputzer)
- Erbringung einfacher Dienstleistungen (z.B. Müllsammler)
- Wichtigster und grösste Sektor in Entwicklungsländerstädten!
Lernziele
Bevölkerung: Bewegung, Entwicklung, Struktur, Dynamik, Politik
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Grundbegriffe und Kennziffern (z.B. Säuglingssterblichkeit) der Bevölkerungsgeographie kennen.
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Aussagekraft von Kennziffern beurteilen können.
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Mobilität anhand von räumlicher und sozialer Mobilität erklären.
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Unterschiede zwischen den regional verschiedenen Sexualproportionen erklären.
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Phänomen der fehlenden Frauen kennen.
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Grundformen der Bevölkerungspyramiden kennen, darstellen und Beispiele dazu nennen.
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Bevölkerungsdynamik in Stichworten skizzieren (Rückblick und Prognose).
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Räumliche Disparitäten der Weltbevölkerung kennen.
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Demographisches Transformationsmodell skizzieren, unterschiedliche Phasen markieren, beschriften und stichwortartig beschreiben.
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Malthusianische Hypothese aufzeigen (ev. mit Skizze).
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Malthusianische Hypothese mit Ester Boserups Hypothese in Zusammenhang stellen, Boserups Hypothese aufzeigen und die anschliessenden Revolutionen im westlichen Kulturkreis kennen.
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Skizzieren der wichtigsten räumlichen Kontraste in der Bevölkerungsdynamik.
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Gründe der disparitären Bevölkerungsentwicklung aufzählen.
Lernziele
Urbanisierung – ein globaler Prozess
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Qualitative und quantitative Aspekte der Urbanisierung aufzeigen.
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Die Begriffe Suburbanisierung, Agglomeration, Metropolitanisierung, Counterurbanization und Reurbanisierung beschreiben.
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Urbanisierungstrends in verschiedenen Grossregionen vergleichen.
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Das Phänomen „Global Cities“ beschreiben.
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Die Stadtentwicklung in Europa mit der Stadtentwicklung in den USA vergleichen.
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Verschiedene Formen der Stadtentwicklung in Entwicklungsländern aufzeigen (bipolare Strukturen, Trends und Probleme)
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Die Begriffe Hypergettho, Gentrification, Gated Communities erklären.
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Informellen Sektor beschreiben, Beispiele dazu aufzeigen, die Relevanz des informellen Sektors in EL aufzeigen. Chancen und Probleme des informellen Sektors skizzieren.
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Aufzeigen was unter sozioökonomischer Fragmentierung einer Stadt verstanden wird. Beispiele dazu machen.