Humanbiologie
Nervensyste, Reflexe, Gehirn und vegetatives Nevernsystem
Nervensyste, Reflexe, Gehirn und vegetatives Nevernsystem
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Lernkarten
Was sind die Aufgaben des Nervensystems?
in Zusammenarbeit mit Sinnesorganen und Hormonen:
- steuert Aktionen und Reaktionen
- Regelt die Körperfunktionen und koordiniert die Zusammenarbeit aller Organe
- Ermöglicht Wahrnehmung
- Kann Information ins Gedächtsnis aufnehmen, speichern udn wieder abrufen
- Ermöglicht die intellektuellen Leistungen
- Ist das Zentrum der Gefühle und liefert die Motivation für viele Aktivitäten
Welche Schritte umfasst eine Reaktion?
- Sinnesorgane und Sinneszellen: empfangen Informationen über die Umwelt oder Innenwelt. Bilden nervöse Erregungen
- Nervensystem: leitet nervöse Erregung durch sensorisches Neuron ans Gehirn, wo sie verarbeitet werden, Reaktion geplant und Befehle gemacht werden. Das Motorische Neuron leitet Befehle weiter ans Erfolgsorgan
- Erfolgsorgan: führt Befehle aus
welche Arten von Reaktionen gibt es?
- einfachste Reaktionen: Reflexe, bei denen ein einziges Organ auf einen einfachen Reiz wie Lichtblitz reagiert. Reflex wird direkt auf motorische Neuron übertragen. vom sensorischen Neuron direkt auf ein motorisches und von diesem auf das reagierende Organ
- Komplexe Reaktionen: beruhen auf Zusammenarbeit mehrerer Organe -> Resultat einer Planung. Wird vom Gehirn analysiert und verarbeitet
Wie reguliert das Nervensystem die Körperfunktionen?
- Nervensystem koordiniert mit dem Hormonsystem die Arbeit aller Organe und regelt die Körperfunktionen. Durch die Regulation wird der Wert einer Regelgrösse auf den vorgegebenen Sollwert eingestellt
- Regelzentrum: erhält laufend Informationen über den aktuellen Wert (Istwert) der Regelgrösse und kann es mit dem vorgegebenen Wert (Sollwert) vergleichen. Weichen Werte ab, gibt es Befehle für die Änderung an das zuständige Organ. Es entsteht ein Regelkreislauf
- Beispiel Pupillenweite: Der istwert der Regelgrösse wird von lichtempfindlichen Zellen gemessen, an das zuständige Regelzentrum im Hirn gemeldet und mit dem Sollwert verglichen. Weicht der Istwert vom Sollwert massgeblich ab, gibt das Regelzentrum Befehle zur Veränderung der Pupillenweite an die Irismuskeln
- Ziel: Regelvorgänge dienen sowohl der Konstanthaltung als auch der gezielten Veränderung der Regelgrösse
Was ist mit Selektion der Wahrnehmung gemeint?
- Sinnesorgane und Nervensysteme wählen die wichtigen Informationen aus. Nur ein kleiner Teil der eintreffenden Reize wird registriert und nur ein kleiner Teil erreicht das Grosshinr, wo sie Wahrnehmungen auslösen
Wie wird das Nervensystem eingeteilt?
- Nach dem Bau: Zentralnervensystem (ZNS) und peripheres Nervensystem (NS)
- Das ZNS besteht aus Gehirn und Rückenmark
- Das NS umfasst die Nerven, die das ZNS mit den Organen verbinden
- Nach der Aufgabe: Animales (willkürliches) und vegetatives (unwillkürliches ) NS
- das animale NS ist zuständig für bewusste Wahrnehmung und willkürliche Aktivitäten wie die Bewegung der Skelettmuskulatur
- Das vegetative NS regelt die Tätigkeit der inneren Organe. Es arbeitet unabhängig vom Willen
Beschreibe das ZNS
- besteht aus Gehirn und Rückenmark. Enthält in der grauen Substanz die Zellkörper der Neuronen
- Gehirn: Informations- und Steuerzentrale des Körpers, gut geschützt in der Schädelkapsel, verbunden mit Rückenmark und 12 Hirnnervenpaare
- Rückenmark: enthält Nervenbahnen vom Gehirn zu den Organen und umgekehrt, liegt im Wirbelkanal der Wirbelsäule
- Nerven sind Bündel sehr vieler Nervenfasern, die aus Axonen mit Hüllen bestehen
- Sensorische Nervenfasern: führen Erregungen von den Sensoren (sinneszellen) zum ZNS, sie sind afferent (herbeitragend)
- Motorische Nervenfasern: führen Erregungen vom ZNS zu den Motoren (Muskel, sie sind efferent, hinausführend)
Entwicklung und Bauprinzip des ZNS
- Entwicklung: Das ZNS entwickelt sichaus dem Neuralrohr, dass sich im Embryo im Alter von 3 Wochen von der Oberfläche nach innen abschnürt. Der vordere Teil des Neuralrohrs erweitert sich zum 5-teiligen Gehirn, der hintere wird zum Rückenmark
- Bau und Lage: Gehirn und Rückenmark sind durch Knochen des Schädels bzw. der Wirbelsäule geschützt. Zwischen Knochen und Nervengewebe liegt ein mit Flüssigkeit gefülltes Kissen aus drei Häuten, das Stösse dämpft und Druckschwankungen ausgleicht.
wie ist der Bau und was ist die Funktion des Rückenmarks?
- Verläuft im Wirbelkanal der Wirbelsäule
- Wirbelsäule besteht aus einzelnen Wirbeln und Bandscheiben, die sich gegeneinander bewegen können. Zwischen den Wirbeln treten jeweils links und rechts die Spinalnerven aus. -> Heikel
- Endet auf der Höhe des ersten Lendenwirbels. Von hier aus ziehen noch die Wurzeln der Spinalnerven im Wirbelkanal nach unten
- Graue Substanz: Besteht aus Zellkörpern und den kurzen Fortsätzen (Dendriten) der Nervenzellen
- Spinalnerven:
- Hintere Wurzel: kommen Meldungen von den Sinnesorganen über die sensorischen Neuronen ins Rückenmark. Spinalganglion -> Knoten, gebildet von den Zellkörper der sensorischen Neuronen. Der Dendrit der sensorischen Neuroenen wird als dendritisches Axon bezeichnet
- Vordere Wurzel: Leitet Befehle durch die Axone der motorischen Neuronen zu den Muskeln
- weisse Substanz: enthält Nervenfasern der auf- und absteigenden Nervenbahnen. Meldungen von den Sinnesorganen erreichen durch die aufsteigende sensorischen Bahnen das Gehirn und umgekehrt
Was ist der Kniescheibenreflex?
- durch den Schlag auf die Sehne werden dehnungsempfindliche Sinneszellen im Muskel gereizt. Diese schicken ihre Erregung übe rsensorische Neuronen ins Rückenmark, wo sie direkt auf motorische neuronen und von diesem auf Muskelfastern des Streckmuskels übertragen werden
- Diese Erregung wird ohne den Umweg über das Gehirn direkt zum Streckmuskel geleitet. Der Reflex läuft unabhängig vom Befinden und von der Motivation zwangsläufig ab, wenn der Reflexbogen intakt ist und wenn die Erregungsleitung und der Muskel einwandfrei funktionieren
- Der Kniescheibenreflex ist ein Eigenreflex -> Sensor liegt im reagierenden Muskel, Reflexbogen ist monosynaptisch (nur eine Synapse)
was ist mit der Hemmung des Antagonisten gemeint? (Kniescheibensehenreflex)
- Der Strecker wird nach der Kontraktion von seinem Gegenspieler (Antagonisten) dem Beuger weider gedehnt. Um einen Krampf zu verhindern, dürfen nicht beide Muskeln gleichzeitig Kontraktionsbefehle erhalten -> Die Erregung, die den Strecker aktiviert, hemmt gleichzeitig den Beuger. Sie wird vom sensorischen Neuron über Schaltneuronen mit hemmenden Synapsen auf motorische Neuronen zum Beuger übertragen und verunmöglicht dessen kontraktion
was sind Fremdreflexe?
- Sensor und Erfolgsorgan liegen an verschiedenen Orten und im Reflexbogen steht zwischen dem sensorischen und dem motorischen Neuron noch mindestens ein Schaltneuron.
- Beispiel ist das Heben und Beugen des Beins beim Tritt auf einen Nagel. Die Erregung gelangt über Schaltneuronen auf die andere Seite des Rückenmarks und wird hier über erregende Synapse zum Strecker und über hemmende zum Beuger.
- Beide Beine reagieren also
was ist das Nachhirn?
- 4cm lang, Übergang zwischen Gehrin und Rückenmark
- REgelt vegetative Funktionen (Verdauung, Atmung und Kreislauf)
- Vegetative Reflexe (Husten, Niesen und Schlucken)
- Alle auf- und absteigenden Bahnen laufen durch
- Motorische Bahnen kreuzen sich
Was ist da Mittelhirn?
- Kleinster Hirnteil, liegt zwischen Zwischenhirn und Brücke
- Schaltstation der Seh- und Hörbahn
- Enthält das visuelle Reflexzentrum -> ermöglicht schnelle Reaktion auf anfliegender Gegenstand, bevor das Grosshirn es erkannt
- Steuert Bewegung der Augen und Veränderung der Pupille
- Beteiligt an der Bewegungssteuerung
Was ist das Zwischenhirn?
- Liegt zwischen den beiden Grosshinrhemisphären, besteht aus Thalamus und Hypothalamus
- Thalamus: wichtigste Schaltstelle in den sensorischen Nervenbahnen zum Grosshirn. Sensorische Erregungen werden selektioniert und nur wenige weitergeleitet
- Hypothalamus: Zentrale des vegetativen Nervensystems. Überwacht Körpertemp. Wasserhaushalt und Nahrungsaufnahme, regelt Arbeit des Hormonsystems und koordiniert sie met der Arbeit des Nervensystems. Regulation der Hormonproduktion erfolgt über Hypophyse -> Regelt mit ihren hormonen die Hormondrüsen des Körpers
Was ist das Kleinhirn?
- Zweitgrösster Hirnteil, Rinde ist stark gefalten
- Besteht aus zwei Hälften, die durch den Wurm miteinander und durch die Brücke mit dem Grosshirn verbunden sind
- Enthält graue Substanz in der Hirnrinde, die weisse Substanz innen
- Steuerung der Bewegung -> erhält aus Körper Infos über die Lage und Haltung des Körpers und seiner Teile
- Gibt selbst keine Befehle, es wird nur vom Grosshirn über die geplanten Bewegungen informiert und erarbeitet mithilfe seiner Informationen über die momentane Situation des Körpers die Detailpläne, die das Grosshirn zur Ausführung braucht. Es kann während der Bewegung justieren und korrigieren.
- Abgespeicherte Bewegungsprogramme können durch Üben verbessert werden
Was ist das Grosshirn?
- 80% des gesamten Hirnvolumens
- Hirnrinde mit grauer Substanz ist durch Falten vergrössert und enthält Nervenzellkörper
- Weisse Substanz enthält die Axone
- Projektionsfasern verbinden das Grosshirn mit anderen Hirnteile und mit dem Rückenmark
- Kommissurenfasern führen im Balken zur anderen Grosshirnhälfte
- Assoziationsfasern verbinden Felder einer Hemisphäre
- Es erhält Meldungen der Sinnesorgane und ermöglicht Wahrnehmung , Assoziation und Denken
Was sind die Hemisphären?
- Das Grosshirn besteht aus 2 Hemisphären, die über den Balken Informationen austauschen
- Jede Hemisphäre ist für die gegenüberliegende Körperhälfte zuständig
Was sind Rindenfelder?
- Feldfunktionen: Viele Leistungen der Grosshirnrinde werden von einem bestimmten Rindenfeld erbracht (z.b Sprechen, Schmecken etc)
- Plastizität: Das grosshirn hat eine gewisse Plastizität: Ausfallen eines Rindenfelds führt nicht zwingen zum dauerhaften Verlust, es kann von einen anderen Feld übernommen werden (druch Training)
- Feldtypen:
- sensorische Felder: Treffen die Erregungen aus den Sinnesorganen ein
- Motorische Felder: Geben die Einsatzbefehle an die Skelettmuskulatur
- Assoziationsfelder: Dort laufen die Denkprozesse ab. Assoziationsfeld hat einen Anteil von 80%