Herzinsuffizienz 1

Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz


Stefan Schmidt
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die Herzinsuffizienz, ihre Symptome wie Atemnot und Ödeme, sowie Therapien und Diagnosemethoden. Sie behandeln auch Ursachen wie Herzinfarkt und Herzerkrankungen, sowie Ausgleichsmechanismen des Körpers. Ideal für Medizinstudierende und Gesundheitsberufe, um ein Verständnis für die Erkrankung und ihre Behandlung zu entwickeln.
Karten
16
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
20.10.2013 / 08.12.2013

Lernkarten

Herzinsuff. - Def.?

  • Eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche) ist eine mögliche Folge verschiedener Herzerkrankungen. Bei der Herzinsuffizienz handelt es sich um eine Funktionsstörung (Insuffizienz) des Herzens.
  • Bei der Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche) funktioniert das Herz nicht mehr richtig. Es ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Die Folge: Die Durchblutung der Organe und des Gewebes ist verringert, was zu einem Kreislaufversagen führen kann.

Das Herz kann das Blut nicht mehr in ausreichender Menge weiterpumpen. Die Organe und Gewebe werden dadurch schlechter durchblutet. Bei einer schweren Herzschwäche kann es deshalb zum Kreislaufversagen kommen.

Herzinsuff. - Linksherzinsuff.?

  • Linksherzinsuffizienz: Bei einer Linksherzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Das Blut staut sich in der Lunge. Dadurch können bei einer Linksherzinsuffizienz Symptome wie Atemnot oder auch ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) auftreten
  • Besonders bei der Linksherzinsuffizienz, also der Pumpschwäche der linken Herzkammer, kommt es zur Atemnot. Außerdem ist bei einer Linksherzinsuffizienz häufig die Atmung beschleunigt (sog. Tachypnoe). Die Betroffenen setzen sich aufrecht hin, um besser Luft zu bekommen. Sie leiden unter Hustenanfällen, sind kaltschweißig und sehr unruhig. Der Arzt hört beim Atmen Rasselgeräusche der Lunge, wenn er den Betroffenen abhört. Mediziner sprechen dann auch von Asthma cardiale – nicht zu verwechseln mit der Krankheit Asthma bronchiale.

Herzinsuff. - Rechtsherzinsuff.?

  • Rechtsherzinsuffizienz: Bei einer Rechtsherzinsuffizienz kann das Herz das Blut, das von den Organen zurückkommt, nicht schnell genug weiterpumpen. Das Blut staut sich vor dem Herzen und es entsteht ein hoher Druck in den Blutgefäßen. Wassereinlagerungen (Ödeme) sind Folgen einer Rechtsherzinsuffizienz, z.B. in den Beinen, aber auch im Brustkorb oder dem Bauchraum.
  • Bei einer Rechtsherzinsuffizienz lagert sich Wasser im Bereich der Knöchel und Schienbeine ab (Ödeme). Nachts müssen die Erkrankten häufig zur Toilette, da das Wasser dann aus dem Gewebe ins Blut ausgeschwemmt und letztlich über den Urin ausgeschieden wird.

    In fortgeschrittenen Fällen der Rechtsherzinsuffizienz kommt es zu Hautödemen im Bereich der Flanken, der Genitalien und des Gesäßes. Da sich das Blut bei der Rechtsherzinsuffizienz vor dem rechten Herzen in die Venen zurückstaut, sind die Halsvenen prall gefüllt (Halsvenenstauung). Zudem staut sich auch in einigen inneren Organen das venöse Blut: Bei der Leber kann dies zu einer erheblichen Vergrößerung des Organs (Stauungsleber) und zu einer Wasseransammlung im Bauch (Aszites) führen. Gelegentlich entzündet sich wegen einer Stauung der Magenvenen die Magenschleimhaut, sodass eine sogenannte Stauungsgastritis entsteht, die mit Appetitlosigkeit und Völlegefühl einhergeht.

Herzinsuff. - globale Insuff.?

globale Herzinsuffizienz: Bei einigen Betroffenen betrifft die Herzschwäche beide Herzhälften, sie haben also gleichzeitig eine Linksherzinsuffizienz und eine Rechtsherzinsuffizienz. Menschen mit einer globalen Herzinsuffizienz ermüden schneller, wenn sie sich anstrengen. Sie fühlen sich oft müde und schwach. Weitere Symptome können Probleme beim Atmen bis hin zur Atemnot sein.

Herzinsuff. - 4 Stadien der New-York-Heart-Association?

  • I: keine Beschwerden, normale Belastbarkeit
  • II: Beschwerden bei normaler körperlicher Belastung
  • III: Beschwerden schon bei leichter körperlicher Belastung
  • IV: Beschwerden in Ruhe, Verschlechterung schon bei geringster körperlicher Belastung

 

Herzinsuff. - zeitlicher Verlauf --> 2 Formen?

  1. akute (plötzlich auftretende) Herzinsuffizienz (z.B. infolge eines akuten Herzinfarkts)
  2. chronische Herzinsuffizienz (entwickelt sich im Laufe von Monaten bis Jahren)

Herzinsuff. - Ausgleichsmechanismen?

  • Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) Im Wesentlichen kompensiert der Körper die abnehmende Pumpleistung, in dem er das sogenannte Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) aktiviert. Dies führt dazu, dass die Niere weniger Wasser und Natrium ausscheidet. Die Folge: Das Blutvolumen nimmt zu und das Herz füllt sich besser mit Blut. Zusätzlich verengen sich die Arterien, wodurch der arterielle Blutdruck steigt.
  • Stresshormone

    Durch die Aktivierung des sogenannten sympathischen Nervensystems schüttet der Körper vermehrt Stresshormone wie etwa Adrenalin und Noradrenalin aus. Beide Hormone erhöhen vorübergehend die Herzfrequenz und damit die Pumpleistung des Herzens. Hält dieser Zustand längere Zeit an, werden die Andockstellen der Herzzellen gegenüber diesen Stresshormonen jedoch weniger empfindlich, sodass ihre Wirkung nachlässt.

  • Im weiteren Verlauf einer sich entwickelnden Herzinsuffizienz vergrößern sich die Herzmuskelfasern zum Ausgleich. Das Herz versucht so, mehr Blut pro Herzschlag zu befördern. Die vergrößerten Herzmuskelfasern brauchen ihrerseits mehr Sauerstoff. Als Ergebnis reicht die Durchblutung ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr aus

Herzinsuff. - Ursachen?

Als häufige Ursachen gelten:

  • koronare Herzkrankheit (KHK)
  • krankhafte Erweiterung des Herzens (dilatative Kardiomyopathie)
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • Herzklappenerkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie)
  • angeborene und erworbene Herzfehler, Herzklappenfehler
  • Herzbeutelentzündung (Perikarditis)

Weitere Erkrankungen, die bei einer Herzinsuffizienz als Ursachen infrage kommen, sind Bluthochdruck (Hypertonie) und Blutarmut (Anämie).

 

Herzinsuff. - Risikofaktoren?

  • Hypercholesterinämie (zu viel Cholesterin im Blut)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Nikotin- und Alkoholmissbrauch
  • Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas)

Eine häufige zeitliche Abfolge der einzelnen Erkrankungen ist dabei: Bluthochdruck → koronare Herzkrankheit → Herzinfarkt → Herzinsuffizienz.

Herzinsuff. - Symptome (allg.)?

Eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche) verursacht verschiedene Symptome – das wichtigste ist die Atemnot (Dyspnoe).

Besteht Atemnot nur bei körperlichen Belastungen wie etwa beim Treppensteigen, sprechen Ärzte von einer Belastungsdyspnoe.

Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz leiden die Betroffenen bereits bei geringsten Belastungen oder sogar in Ruhe unter Atemnot, also einer Ruhedyspnoe.

Herzinsuff. - fortgeschrittene Herzinsuffizienz?

Bei einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz sammelt sich Wasser in der Lunge. Eine Lungenstauung entsteht, wenn der Lungenkreislauf überlastet ist. Die Lungenstauung kann sich bis zum akuten Lungenödem ausweiten. Blut aus der linken Herzhälfte staut sich bis in die Lungengefäße zurück. Flüssigkeit tritt in das Lungengewebe aus. Bereits bei leichteren Fällen können die Erkrankten dann nicht mehr flach auf dem Rücken liegen, ohne ein Beklemmungsgefühl zu entwickeln.

Herzinsuff. - Beschwerden Lunksherzinsuff.?

  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Lungenstauung/Lungenödem
  • beschleunigte Atmung (Tachypnoe)
  • Hustenreiz
  • Unruhe
  • Rasselgeräusche beim Atmen

Herzinsuff. - Symptome Rechtsherzinsuff.?

  • Bein- und Hautödeme
  • nächtliches Wasserlassen durch Ausschwemmen der Ödeme (sog. Nykturie)
  • Halsvenenstauung
  • Lebervergrößerung und Wassersucht (Aszites)
  • Entzündung der Magenschleimhaut mit Appetitlosigkeit und Völlegefühl (Stauungsgastritis)

Herzinsuff. - Diagnose?

  • erste Diagnose anhand berichteter Beschwerden und körperlicher Untersuchung
  • Röntgenthorax (Lungenstauung, Pleuraerguss, Herzvergrößerung)
  • BNP (natriuretisches Peptit = spezielles Eiweiß) --> nur zusammen mit anderen Ergebnissen interpretieren, da viele Drittfaktoren
  • (Belastungs)-Echokardiografie (Ursachenerkundung wie Pumpfunktion, Herzklappen, Herzwände etc.)
  • EKG (Elektrokardiogramm; Ursachenerkundung z.B. Herzinfarkt)
  • Herzkatheteruntersuchung

Herzinsuff. - Therapie (allg. Maßnahmen)?

  • wenig körperliche Anstrengung, in schweren Fällen Bettruhe mit erhöhtem Oberkörper – das erleichtert das Atmen
  • Einhalten eines Normalgewichts
  • bei Bedarf Inhalieren von Sauerstoff
  • kochsalzarme Diät v.a. bei Ödemen
  • Gewichtsreduktion
  • wenig Alkohol

Herzinsuff. - Therapie (Medikamente)?

  • ACE-Hemmer (Basismedikament; Blockierung des Angiotensin-Converting-Enzym)
  • Betablocker (Hemmen die AUsschüttung von Stresshormonen --> Senkung Herzfrequenz und Widerstand in arteriellen Blutgefäßen)
  • Diuretika (Förderung der Ausscheidung von Wasser und Natrium durch die Nieren --> verringert die Lungenstauung und erleichtert die Atmung)
  • Digitalis (erhöht Kontraktionskraft und Schlagvolumen des Herzens --> nur zusätzlich zu den oben genannten Medikamten)

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