Herpesviridae
Vetmed
Vetmed
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Cartes-fiches
001 Herpesviridae
Steckbrief
001 Herpesviridae
Steckbrief
- Viren
- behüllt
- ca. 180-250 nm Durchmesser
- ikosaedrales Kapsids
- Doppelstrang-DNA-Genom
- ca. 100,000 – 300,000 Basenpaare
- mehr als 30 Strukturproteine und eine Vielzahl von Nicht-Strukturproteinen
- bedeutende Krankheitserreger bei
- Pferd, Rind, Schwein, Hund, Katze, Geflügel, Mensch
- Ausbildung einer latenten Infektion, vorzugsweise in Neuronen und Blutzellen
002 Herpesviridae
Taxonomie
003 Herpesviridae
Evolution
003 Herpesviridae
Evolution
- Herpesviren vermutlich bei allen Vertebraten vorhanden
- bisher etwa 120 Virusarten beschrieben
- Bruchteil der existierenden HV
- hohe Wirtsspezifität deutet auf Co-Evolution von Virus und Wirt hin Co-Speziation
-> Artbildung - Speziesübergänge möglich
- Trennung aviäre- / Säuger-Herpesviren erst vor 80 -120 Mio Jahren
004 Herpesviridae
Virionen
004 Herpesviridae
Virionen
- Nukleokapsid
- ds DNA
- ikosahedrales Kapsid
- ~125 nm
- Tegument
- aufgebaut aus ~20 Proteinen
- strukturelle und funktionelle Bedeutung
- z.B.: Bereitstellung von Proteinen für Virusreplikation
- aufgebaut aus ~20 Proteinen
- Hülle
- Lipiddoppelmembran mit mindestens 10 viralen Hüllglykoproteinen
- Hüllglykoproteine sind u.a. zum Andocken an den Wirt
- Lipiddoppelmembran mit mindestens 10 viralen Hüllglykoproteinen
- Gesamtdurchmesser 200 - 220 nm
007 Herpesviridae
Replikationszyklus - Infektion der Zielzelle & Replikation
007 Herpesviridae
Replikationszyklus - Infektion der Zielzelle & Replikation
- Infektion der Zielzelle
- Bindung an Zielzelle über Interaktion mit Proteoglykanen (gC <-> Heparin) und spezifischen Rezeptoren (gD)
- Fusion zwischen viraler- und Zellmembran (u.a. gB) oder Endosomenmembran
- Transport des Nukleokapsids zum Zellkern
- Replikation im Zellkern
008 Herpesviridae
Replikationszyklus - Latente Infektion vs. produktive Infektion
008 Herpesviridae
Replikationszyklus - Latente Infektion vs. produktive Infektion
- latente Infektion
- Genom episomal in zirkulärer Form
- assoziiert mit Histonen
- minimale Expression von Genen
- latency associated transcript, LAT
- Genom episomal in zirkulärer Form
- produktive Infektion
- Expression der viralen Gene in verschiedenen Phasen
- immediate early (Beeinflussung der Zelle)
- early (Enzyme)
- late (Strukturproteine),
- Expression der viralen Gene in verschiedenen Phasen
- Vermehrung der viralen DNA (rolling circle)
009 Herpesviridae
Replikationszyklus - Synthese des Nukleokapsids
011 Herpesviridae
Wichtige Eigenschaften von HV
011 Herpesviridae
Wichtige Eigenschaften von HV
- HV können latente Infektion hervorrufen
- Alpha-HV
- Schleimhauttropismus
- schneller lytischer zpE
- Latenz in Nervenzellen (Ganglien)
- Beta-HV
- Zielzellen Immunsystem (z.B. Monozyten)
- langsame Vermehrung
- z.T. Zellvergrößerung (zytomegalie)
- Latez in Zellen des Immunsystems
- Gamma-HV
- Zielzellen Immunsystem
- langsame Vemehrung
- lymphoproliferativ
- Latenz in lymphoiden Zellen
- Alpha-HV
- Reaktivierung durch Stress/Immunsuppression führt zu klinischen Symptomen und Virusausscheidung
- HV besitzen eine hohe Wirtsspezifität
- Übertragung auf Fehlwirte kann Krankheiten auslösen
- HV besitzen eine vergleichsweise geringe Tenazität
- schnelle Inaktivierung außerhalb der Zielzelle
- -> Übertragung besonders durch direkten Kontakt
012 Herpesviridae
Veterinärmedizinisch bedeutsame Herpesviren
012 Herpesviridae
Veterinärmedizinisch bedeutsame Herpesviren
- Alpha-HV
- Genus Varicellovirus
- Suides HV-1
- Bovines HV-1
- Equides HV-1 und -4
- Canides HV-1
- Felines HV-1
- Genus Simplexvirus
- Bovines HV-2
- Equides HV-3
- Genera Mardivirus
- Gallid HV-2
- Iltovirus (Gallid HV-1)
- Genus Varicellovirus
- Gamma-HV
- Genus Macavirus
- Ovines HV-2
- Alcelaphine HV-1
- ...
- Genus Percavirus
- Equides HV-2 und 5
- Genus Rhadinovirus
- Bovines HV-4
- Genus Macavirus
013 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK)
013 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK)
- Erreger
- Suides HV-1 (SuHV-1)
- Alphaherpesvirinae, Varicellovirus
- Suides HV-1 (SuHV-1)
- Hauptwirt
- Schweine
- Klinik altersabhängig
- übertragbar auf verschiedene Haussäugetiere
- Rind, kl, WdK, Pferd, Hund, Katze...) – letaler Verlauf
- Schweine
- AK ist in Deutschland anzeigepflichtig und seit 2003 in Deutschland getilgt*
*nur Hausschweine
014 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Epidemiologie
014 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Epidemiologie
- SuHV persistiert v.a. in den Trigeminalganglien (auch Makrophagen, Lymphozyten)
- - > Reservoir klinisch gesunde latent infizierte Haus- und Wildschweine
- Einschleppung über Futter und Personal möglich
- rasche Ausbreitung in Gebieten mit dichter Schweinehaltung
- Tragende Sauen verbreiten das Virus über abortierte Föten, Plazenta und Vaginalausfluss
- Übertragung im Bestand in der Regel durch direkten Kontakt
- Nasensekret
- Stress
- Transporte, Geburten etc.
- kann zu Reaktivierung und Ausscheidung führen
- Serologisch positive Tiere gelten prinzipiell als Virusträger und potenzielle Virusausscheider
015 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Pathogenese, Klinik, Pathologie
015 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Pathogenese, Klinik, Pathologie
- Ausprägung abhängig vom Alter/Immunstatus des Wirts und Virulenz des Erregers
- Infektion oronasal
- primäre Vermehrung in Epithelien von Nasen- und Rachenschleimhaut und Tonsillen
- Virusausbreitung über Lymphe und Blut
->Lymphozyten- und Makrophagen-assoziierte Virämie (kurz) - vom Epithel des Mund- und Nasenraumes direkte Ausbreitung über den Nervus olfactorius oder Trigeminusnerv in das ZNS
- schwach virulente Stämme
- klinische Erkrankung nur bei Ferkeln bis zu 3 Wochen
- streng neurotrop, bewirken keine anderen Organschäden
- hochvirulente Stämme:
- auch ältere Ferkel und Läufer erkranken
- Manifestation in der Lunge
- generalisierende Infektionen mit besonderem Tropismus zum Genitaltrakt
- Ausscheidung über Sperma, transplazentare Übertragung, Übertragung über Milch
016 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Pathogenese, Klinik, Pathologie - Neugeborene bis 2 Wochen alte Ferkel & 3 bis 4 Wochen alte Ferkel
016 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Pathogenese, Klinik, Pathologie - Neugeborene bis 2 Wochen alte Ferkel
- Neugeborene bis 2 Wochen alte Ferkel
- Inkubationszeit 24-48 Stunden
- Symptome
- Niedergeschlagenheit, Fieber, Erbrechen
- gestörte Motorik -> zentralnervöse Erscheinungen
- Muskelzittern, Ataxie, epileptiforme Krämpfe, Paddelbewegungen der Extremitäten und partielle Paralysen
- Verenden innerhalb weniger Tage oder Stunden
- Letalität 100%
- 3 bis 4 Wochen alte Ferkel
- ähnliche nervöse Störungen
- Verlauf der Krankheit langsamer
- Letalität mehr als 50%.
017 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Pathogenese, Klinik, Pathologie - Mastschweine & Erwachsene Schweine
017 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Pathogenese, Klinik, Pathologie - Mastschweine & Erwachsene Schweine
- Mastschweine
- Inkubationszeit ca. drei Tage
- Symptome
- Fieber (bis 41°C)
- Niedergeschlagenheit, Anorexie und respiratorische Symptome, selten zentralnervöse Störungen
- eventuell Schwäche der Hinterhand und Hundesitzstellung
- Letalität unter 5%
- Gewichtszunahme stagniert für Wochen
- Sekundärinfektionen
- Erwachsene Schweine
- vorübergehende meist milde Symptome
- Fieber, Inappetenz, bisweilen unkoordinierten Bewegungen
- tw. respiratorische Symptome
- Schnupfen, Husten und Abdominalatmung
- sehr selten zentralnervöse Symptome
- Aborte möglich
- vorübergehende meist milde Symptome
018 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Labordiagnose
018 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Labordiagnose
- Virusnachweis
- geeignete Proben
- Nasentupfer, Gehirn, Tonsillen, Lunge
- abortierte Föten auch Leber, Lunge und Milz
- Virusanzucht in Zellkultur
- PCR
- Ag-Nachweis in situ (Gewebeschnitte)
- geeignete Proben
- Ak-Nachweis (Serum)
- Serumneutralisationstest (SNT)
- ELISA für Unterscheidung von „markergeimpften“ Schweinen
- Identifizierung von gesunden latent infizierten Schweinen
019 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Impfung
020 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Immunität & Bekämpfung
020 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - Immunität & Bekämpfung
- Maternale Ak
- persistieren in der Regel ca. 4 bis 6 Monate
- schützen Ferkel vor Erkrankungen aber nicht vor der Infektion
- interferieren mit Schutzimpfung
- Ak nach Infektion / Impfung
- ab ca. 1 Woche p. i. nachweisbar für ca. 6 bis 12 Monate
- schützen nicht gegenüber (Re)infektion / Reaktivierung
- Bekämpfung
- Ziel - Erhaltung der Freiheit
- Anzeigepflicht
- Impfverbot
- Überwachung: Untersuchungspflicht
- mögliche Einschleppung aus Wildschweinen oder über Tiertransporte
021 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - bei anderen Tierarten - Hund & Katze
021 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - bei anderen Tierarten - Hund & Katze
- Infektion durch Kontakt mit Schweinen oder durch Verzehr infizierter Teile von Haus- oder Wildschweinen
- perakuter Verlauf
- innerhalb von 1-3 Tagen tödlich
- primäre Vermehrung in der Maul- und Nasenschleimhaut
- Transport über die Nervenbahnen und/oder Bulbus olfactorius in das Gehirn
- Symptome
- Unruhe, Erregbarkeit, Speichelfluss und Erbrechen, Juckreiz (tritt nicht immer auf), Apathie und Paralysen
022 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - bei anderen Tierarten - Rind
022 Herpesviridae
Aujeszkische Krankheit (AK) - bei anderen Tierarten - Rind
- Einschleppung über belebte und unbelebte Vektoren
- Personal, Tierarzt
- Rinder aller Altersstufen und Rassen sind empfänglich
- Eintrittspforte Maulschleimhaut, respiratorische Schleimhäute oder Defekte der Haut
- –> lokale Vermehrung des Virus (Juckreiz), mögl. Virämie, Transport über periphere Nerven in Rückenmark und Gehirn
- -> nichteitrige Enzephalomyelitis
- Inkubationszeit wenige Tage, tw. perakutes Verenden
- Symptome
- Fieber (40-42°C)
- Juckreiz, Ataxien, Exzitationen, Konvulsionen, Zuckungen der Muskulatur, Scheuern des Flotzmauls, Juckreiz am After, Tachypnoe, Tachykardie, Automutilation, Rachenlähmung mit Speicheltropfen, Festliegen
023 Herpesviridae
IBR/IPV/IBV
023 Herpesviridae
IBR/IPV/IBV
- Infektiöse bovine Rhinotracheitis (IBR)
- infektiöse pustulöse Vulvovaginitis (IPV)
- infektiöse Balanoposthitis (IBP)
- Erreger
- Bovines HV-1 (BoHV-1), Alphaherpesvirinae, Varicellovirus
- überwiegend akut verlaufende Virusallgemeinerkrankung bei Boviden
- respiratorische Form (IBR) bzw. genitale Form (IPV/IBP) treten in der Regel getrennt auf
- IBR/IPV/IBP-Ausbrüche (klinische Manifestation) infolge der Bekämpfung der Krankheit selten
- Infektionen mit dem BoHV-1 sind anzeigepflichtig
024 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Epidemiologie
024 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Epidemiologie
- BoHV-1 weltweit verbreitet
- in Ländern ohne Bekämpfungsverfahren bis zu 2/3 aller Rinder serologisch positiv
- Ziegen, Schafe und Wildwiederkäuer (Cerviden) sind empfänglich für BoHV-1-Infektion (Bedeutung?)
- infizierte Rinder lebenslang Träger des Virus
- Latenz in sensorischen Ganglien (v.a. Trigeminal- und Sakralganglien) und Monozyten
- Reaktivierung ohne klinische Symptome -> Virusausscheidung
- Einschleppung durch gesunde Virusträger
- Reaktivierung durch Stress/Immunsuppression
- Transport, Kortikosteroide*
- Reaktivierung durch Stress/Immunsuppression
- Ausscheidung über 7 - 12 Tage
- Sekrete der respiratorischen und genitalen Schleimhäute und Konjunktivalsekret
- Ausscheidung im Sperma bis zu 4 Wochen
* Dexamethason kann gezielt zur Reaktivierung eingesetzt werden
025 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Pathogenese & Pathologie
025 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Pathogenese & Pathologie
- respiratorische Form (BoHV-1.1/2b)
- bei naiven Tieren heftige Entzündungen der Schleimhäute der oberen Luftwege, Konjunktivitis
- zellassoziierte Virämie (Lymphozyten)
- Ausbreitung im Organismus
- -> tiefere Luftwege, ZNS; transplazentare Übertragung
- Tiere aller Altersstufen können erkranken
- Neugeborene ohne maternale Antikörper am schwersten betroffen
- Kälber - Infektion praktisch aller Organsysteme (incl. Digestionstrakt)
- ältere oder teilimmune Tiere oft klinisch inapparente Infektionen
- genitale Form: (BoHV-1.2a)
- idR beschränkt auf Vaginal- bzw. Präputialschleimhaut, selten Virämie
026 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Klinik
026 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Klinik
- respiratorische Form
- Inkubationszeit 1 und 6 Tage
- Symptome
- akute respiratorische Erkrankung mit Fieber (bis 42°C)
- serösem Nasenausfluss, Hyperämie der Flotzmaul- und Nasenschleimhäute („red nose of cattle“) und Speicheln
- markantes Absinken der Milchleistung
- Krankheitsdauer 1-14 Tage
- Morbidität bei naiven Tieren bis 100% , Letalität unter 10%.
- Kälber
- zusätzlich Durchfall möglich; Enzephalitis
- Komplikation durch bakterielle Sekundärinfektionen
- Pneumonie – „shipping fever“ mit erheblicher Letalität
- Aborte 3-6 Wochen p.i. Aborte meist bei hochträchtigen Tieren im 5.-8. Trächtigkeitsmonat
- genitale Form (seltener)
- Symptome
- leichtes Fieber, Rötung und Schwellung der Schleimhaut der äußeren Genitalien, Unruhe, schmerzhafter Harndrang
- tw. erhöhte Deckbereitschaft, Vaginalausfluss, bläschenartige Hautveränderungen auf Genitalschleimhaut (Pustelbildung und ulzerative Erosionen)
- meist spontane Heilung innerhalb von 2 Wochen
- Spätfolge kann verminderte Fruchtbarkeit sein
- Endometritis als Folge bakterieller Sekundärinfektionen
- Symptome
027 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Labordiagnose
027 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Labordiagnose
- Virusnachweis
- BoHV-1 ist leicht in Rinder-Zellkulturen anzüchtbar (zpE)
- PCR
- geeignetes Material
- Nasen- und Augensekret, Vaginaltupfern, Präputialspülungen, Sperma und Organen abortierter Feten
- Ak Nachweis
- Serumneutralisationstest (SNT)
- ELISA
- Ganzvirus, gB oder gE (Diskriminierung „markergeimpfter“ Tiere)
- Material
- Serum, Tanksammelmilchproben*
* gE ELISA nicht für Tankmilchproben einsetzbar
028 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Immunologie
028 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Immunologie
- maternale Ak
- bis 4 Monate nach Geburt
- schützen vor Allgemeininfektionen, nicht vor lokalen Schleimhautaffektionen mit nachfolgender Viruspersistenz
- AK nach Infektion / Impfung
- ab der 2. Woche nach der Erkrankung / Impfung nachweisbar
- Immunsuppression durch BoHV-1 -> BRDC (bovine respiratory disease complex)
- vor allem in Mastbetrieben (shipping fever)
- Hemmung IFN-Freisetzung, CTL, Chemokine
- -> bakterielle Sekundärinfektionen (Pasteurellen, Haemophylus)
029 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Bekämpfung
029 Herpesviridae
IBR / IPV / IBV - Bekämpfung
- Schutzimpfungen
- Markerimpfstoff
- lebend/inakt.
- Deletion des gE verantwortlich für anterograden neuronaler Transport und Neurovirulenz
- Konventioneller Impfstoff
- lebend*/inakt.
- nur Mastrinder
- schützen vor einer Erkrankung, nicht aber vor der Infektion mit Feldvirus
- Reduzierung der Virusausscheidung - Reagentenimpfung
- Markerimpfstoff
- Bekämpfung behördlich geregelt
- Kombination aus Impfung und Keulung
030 Herpesviridae
Herpesvirusmammilitis - Allgemein
030 Herpesviridae
Herpesvirusmammilitis - Allgemein
- bovine Herpesvirus Mammilitis, pseudo lumpy skin disease
- [Lumpy skin disease (Pockenvirus)]
- Erregrer
- Bovines HV-2 (BoHV-2), Alphaherpesvirinae, Simplexvirus
- 1957 in Südafrika (Allerton) entdeckt
- Vorkommen
- Afrika, Australien, USA, UK
- in Deutschland sporadische Fälle
- Rinder aller Altersstufen betroffen
- Reservoir in Büffeln
- Übertragung direkter / indirekter Kontakt
- -> Melkakt, evtl. Insekten (Auftreten bes. Spätsommer/ Herbst)
031 Herpesviridae
Herpesvirusmammilitis - Klinik
031 Herpesviridae
Herpesvirusmammilitis - Klinik
- Inkubationszeit 3-8 Tage
- schmerzhafte Blasen an Zitzen
- ulzerative Läsionen, subkutane Ausbreitung und lymphogene Ausbreitung (Lymphknoten, Nervengewebe)
- Läsionen heilen unter Narbenbildung
- generalisierende Form (Allerton Disease)
- ähnlich zur Lumpy Skin Disease mit am ganzen Körper verbreiteten Hautknötchen
- nur in Afrika beobachtet
- in erstmals infizierten Rinderherden erkranken bis zu 80% der Milchkühe
- sonst vornehmlich Färsen
- saugende Kälber entwickeln gelegentlich Ulzerationen am Flotzmaul, Zunge und Maulschleimhaut
032 Herpesviridae
Herpesvirusmammilitis - Diagnostik, DD, Bekämpfung
032 Herpesviridae
Herpesvirusmammilitis - Diagnostik, DD, Bekämpfung
- Diagnostik
- Virusanzucht, Elektronenmikroskop, PCR
- Differentialdiagnose
- Pseudokuhpocken/Euterpocken
- Bekämpfung
- Hygienemaßnahmen
034 Herpesviridae
HV Infektionen der Equiden - Krankheitsbilder
034 Herpesviridae
HV Infektionen der Equiden - Krankheitsbilder
- EHV-1
- Stutenabort
- respiratorische Infektionen
- Myeloenzephalitis
- EHV-2
- Keratokonjunktivitis
- EHV-3
- Koitalexanthem
- EHV-4
- Rhinopneumonitis
- Aborte
- neurologische Symptome
- EHV-5
- Equine multinodular pulmonary fibrosis
035 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Allgemein
035 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Allgemein
- Erreger
- Equides HV-1 (EHV-1) >> EHV-4
- Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM), Stutenabort
- Abortstürme seit 1940er Jahren in USA
- Verbindung mit neurologischen Symptomen bei älteren Tieren
- Heute eher EHM bei jüngeren Tieren
036 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Epidemiologie
036 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Epidemiologie
- Prävalenz 60 – 80 %
- Infektion meist über direkten Kontakt
- respiratorische Schleimhäute
- Ausscheidung
- respiratorische Sekrete
- Fruchtwasser
- Nachgeburt
- Infektionen von Fohlen direkt nach der Geburt
- trotz maternaler Immunität
- Lebenslange Latenz
- Trigeminalganglion, Lymphozyten
- Reaktivierung durch Stress (Transporte, Leistungssport)
- Virulenzunterschiede (EHM)
037 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Pathogenese, Klinik
037 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Pathogenese, Klinik
- Primäre Replikation in der Nasenschleimhaut und assoziiertem Lymphgewebe (Waldeyer’schen Rachenring)
- Ausscheidung bis 14 Tage
- zellassoziierte Virämie
- bis zu 14 Tage
- niedrige Titer
- -> Infektion von Endothelzellen besonders in Endstrombereichen in ZNS (Rückenmark) und im graviden Uterus
- ZNS
- Mikrozirkulationsstörung durch Thrombenbildung
-> Hypoxie im Nervengewebe verstärkt durch die Rekrutierung von Immunzellen und perivaskuläre Infiltrate
- Mikrozirkulationsstörung durch Thrombenbildung
- Uterus
- Vaskulitis führt zur Ablösung der Plazenta und zum Abort
- Transplazentare Infektion
- Virusvermehrung besonders in Leber, Niere und Lunge
- Abort meist im letzten Trimester
- Infektion in den letzten Wochen der Trächtigkeit
-> lebensschwache Fohlen mit ausgeprägten respiratorischen Veränderungen und geringer Lebenserwartung- Saugschwäche, Lethargie, Pyrexie, Hypoxie
-> Tod nach wenigen Tagen
- Saugschwäche, Lethargie, Pyrexie, Hypoxie
- kurze Inkubationszeit von 12-48 Stunden
- Fieber, oft milde Atemwegserkrankung
- häufig klinisch inapparenter Verlauf
- selten Beteiligung des ZNS
- tw. seuchenhafte Aborte
- bis 50% der Stuten abortieren
038 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Pathologie
038 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Pathologie
- pathologisch-anatomisch
- hämorrhagische Läsionen im Rückenmarksquerschnitt (selten)
- histopathologisch
- Axonschwellungen
- Hämorrhagien
- perivaskuläre Infiltration von Lymphozyten
- abortierte Feten
- punktförmige Nekrosen in Leber, Niere, Lunge und der Milz
039 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Symptomatik
039 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Symptomatik
- mangelnde Koordination
- Harntröpfeln
- Verlust des Schweiftonus
- Hinterhandschwäche
- Anlehnen an Wände (Gleichgewichtsstörung)
- Lethargie
- Festliegen
040 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Labordiagnose
040 Herpesviridae
Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie (EHM) - Labordiagnose
- Virusnachweis
- Material
- Nasentupfer (mit NaCl Lösung angefeuchtet)
- gerinnungsgehemmte Blutproben (mind. 5 ml)
- Organ- oder Abortmaterial (sowie Plazenta!)
- Anzucht in Zellkultur (zpE)
- PCR (Diskriminierung EHV-1/4)
- Material
- Ak-Nachweis
- Serumneutralisationstest (SNT)
- ELISA
- -> beide gepaarte Serumproben