TUD


F. M.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Handhabungs- und Robotertechnik für Universitätsniveau. Sie decken Bereiche wie die Planung, Programmierung und Steuerung von Industrierobotern ab, wobei Schwerpunkte auf Sicherheit, Sensorik und Bewegungssteuerung liegen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Ingenieure, die sich mit der Integration von Robotern in Produktionsprozesse beschäftigen und praktische Anwendungen sowie theoretische Grundlagen verstehen möchten.
Cartes-fiches
66
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Mécatronique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
03.02.2016 / 04.02.2016

Cartes-fiches

Planungsstufen nach Bullinger

1. Ablauforganisation: Was soll geplant werden

2. Konzeption: Anforderungen, Ziele, Prinziplösungen

3. Ablaufplanung: produktbezogene Montageabläufe

4. Montagesystementwurf: Layoutplanung

5. Ausarbeitung: Feinplanung und Konstruktion

6. Realisierung: Aufbau, IB

7. Betrieb: Controlling, kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Einordnung der Planung automatisierter Handhabung

manuelle Montage --> steigende Detaillierung notw. --> automatisierte Handhabung

- Variantenprinzip in früher Planungsphase anwenden

- höhere Planungsgenauigkeit durch Variantenbewertung

- Verkürzung der Planungszeit durch rechnergestützte MEthoden

 

Montagesystementwurf:

  • Personalwesen
  • Sicherheitswesen
  • Vertrieb
  • Fertigungssteuerung
  • Betriebsmittelkonstruktion
  • QS
  • Materialwirtschaft
  • Produktkonstruktion

Ursachen für den geringen Automatisierungsgrad in der Montage

- Montage: Ende des Auftragsdurchlaufes; Beseitigen Termin- und Qualitätsprobleme

- hohe Produktspezifik der Montageausrüstung --> Einrichtungen müssen verändert werden, wenn sich das Produkt ändert

- Komplexität der Montageausrüstungen

- Variantenvielfalt, geringer Seriencharakter

- Produkt ändert seine Handhabungsparameter

Stufen der Montageautomatisierung

- Vollautomatisierung ab 1 Mio Produkten pro Jahr

- Teilautomatisierungsstufen:

  • Automatisierung des Transfers der Montageeinheit
  • Automatisierung der Zuführung, Orientierung, Vereinzelung
  • Automatisierung der Fügeprozesse / -vorgänge
  • Automatisierung der Prüf- und Kontrollvorgänge
  • Automatisierung der Anbindung an vor- und nachgelagerte Prozesse

Flexibilität in der Montage

- starre (Einzwek) und flexible Automatisierung

- flexible Systeme ermöglichen:

  • Produktmix und Variantenvielfalt
  • Ausgleich von Stückzahlschwankungen
  • Anpassung an Störungen (techn. und org.)
  • Produktänderungen

Grad der Flexibilität der Montage/ Montageautomatisierung

- automatisch / manuell durchführbare Anpassung

- Anpassungsgeschwindigkeit

- Kosten je Anpassung

Hierarchische Gliederung von Montageanlagen

Siehe Skript

Bauformen von Montagesystemen

stationäre Zelle: Montagezelle mit IR, geringe Stückzahl, hohe Flexibilität

synchroner Ring: Rundtaktautomat, sehr hohe Stückzahl, geringe Flexibilität und Komplexität

synchrone Linie: Taktstraße: hohe Stückzahl, geringe Flexibilität

asynchrones Karee: Reihenmontage, mittelhohe Stückzahl, mittlere Flexibilität

kontinuierliche Linie: konti. Fließmontage, sehr hohe Stückzahl geringe Flexibilität

Tätigkeitsgruppen beim Montieren

- Zubringen: Drehen, Bunkern, Wenden, Spannen, ...

- Kontrollierein: Messen und Prüfen

- Justieren: Einstellen und Abstimmen

- Hilfsfunktionen: Entgraten, Reinigen, Erwärmen

- Fügen: durch Umformen, Füllen, Urformen, Stoffverbinden, ...

Handhaben als Teil des Materialflusses

MF:

  • Fördern
  • Lagern
  • Handhaben
    • Speichern: (teil-)geordnet
    • Menge ändern: Zusammenführen, Teilen, Sortieren
    • Bewegen: Drehen, Verschieben, Positionieren
    • Sichern: Halten, Lösen, Spannen
    • Kontrollieren: Zählen, Messen, Prüfen

Definition Handhaben

- Teilfunktion des Materialflusses für arbeitsplatzmnahe Vorgänge mit geom. bestimmten Körpern

- ist das Schaffen, definierte Verändern und vorübergehende Aufrechterhalten einer räumlichen Anordnung von geom. bestimmten Körpern in einem Bezugskoordinatensystem

Gliederung des Materialflusses

1. Ordnung: zw. Werk und Lieferant

2. Ordnung: zw. Werkseinheiten

3. Ordnung: zw. Abteilungen

4. Ordnung: von, zu & innerhalb einzelner Arbeitsplätze

Organisationsmerkmale der Materialbereitstellung

- Materialbereitstellungsart: Push, Pull

- Materialbereitstellungsform: komplett, montagesynchron

- Disposition: losweise (geordnet), kommissioniert

- Entnahme: sequentiell, wahlfrei

Materialfluss 4. Ordnung - Allgemeine Anforderungen

- Bauteile werden durch die Bereitstelleinrichtungen

  • zum richtigen Zeitpunkt
  • in der richtigen Qualität
  • in der richtingen Menge
  • in der richtigen Position und Orientierung

für den nachfolgenden Handhabungsprozess zur Verfügung gestellt.

 

Anforderungen:

a) Anlieferungszustand

b) Handhabbarkeit der Bauteile

c) Prozessanforderungen

Materialfluss 4. Ordnung - Anforderungen

a) Anlieferungszustand

- Schüttgut: Schrauben

- geordnet verpackt: Baugruppen, die als Schüttgut beschädigt werden würden (Kugellager)

- magaziniert (Behälter): bei standardisierten Verpackungen oder festen Lieferbeziehungen

- gegurtet (bandförmig): bei standardisierten Verpackungen oder festen Lieferbeziehungen

- Langteilausführung

Materialfluss 4. Ordnung - Anforderungen

Anforderung b) Handhabbarkeit der Bauteile

 

Werkstückparameter:

  • Eigenschaften
    • Form: Zylinder, Kegel, Block
    • geom. Daten: Abmessungen, Symmetrien, Seitenverhältnisse
    • kennzeichnende Formelemente: Nuten, Bohrungen, Absätze...
    • physikalische Eigenschaften: Werkstoff, Steifigkeit, Temperatur, Masse, Festigkeit...
  • Verhalten
    • Ruheverhalten: Standsicherheit, Lagestabilität, Stapelbarkeit
    • Förderverhalten: Gleitfähigkeit, Rollfähigkeit, Richtungsstabilität

 

Handhabbarkeit der Werkstücktypen:

Typ: rund, eckig, unregelmäßig

Zustand:

  • Verbund
    • geordnet
    • ungeordnet
  • Einzeln
    • in Ruhe
    • im Fallen
    • Gleiten
    • Rollen

 

Materialfluss 4. Ordnung

Prozessanforderungen

- Art des Werkstückflusses (kontinuierlich, diskontinuierlich)

- Bereitstellleistung

- verfügbarer Arbeitsraum

- Zugänglichkeit für nachfolgende Handhabung

- steuerungstechnische Koppelbarkeit

Speichereinrichtungen + Pufferarten

- Eingangsspeicher

- Ausgangsspeicher

- Störungsspeicher

- Ausgleichspeicher

 

Pufferarten:

Durchlaufpuffer

Rücklaufpuffer

Umlaufpuffer

Direktzugriffpuffer

Greifeinrichtungen, Def. Endeffektorsysteme

Endeffektorsysteme: alle Wz, die am Flansch des Roboters angebracht werden

- Verbindungen Roboter - Handhabungsobjekt

beinhalten:

  • Aufnehmen / Spannen
  • Halten während des Bewegungsvorganges
  • Ablegen & Entspannen

Wirksysteme bei Greifern - Wirkprinzip

- durch Kraftschluss

  • Reibschluss:
    • direktes Spannen durch mit Druckluft beaufschlagte Membran
    • infirektes Spannen durch aktives Anpressen
  • Unterdruck
    • Haftsauger
    • Vakuumsauger mit Vakuumpumpe
  • durch Magnetkräfte
    • Permanentmagnet
    • elektromagnetisch
  • durch Molekularkräfte
    • Adhäsionsfolien
    • Gefriergreifer

- durch Formschluss

  • Formelemente
    • starre FE, flexible Abformbacken
  • Oberflächenverhakung
    • Einstechen mit Nadeln

Getriebearten

Keilgetriebe

Nutengetriebe

Hebelgetriebe

Kniehebelgetriebe

Gewindespindelgetriebe

Zahnstangengetriebe

Flexibilität von Greifern

- Einzweckgreifer: entsprechend der Werkstückgeometrie angepasst und nur dafür gestaltet

- umbaubaure Greifer: Austausch von Backen / Verstellen der Finger --> Anpassung

- universelle Greifer: selbsttätig abformende Backen / großer Spannbereich --> Wst beliebiger Form

- Greiferwechselsysteme: automatisches Einwechseln von Greifern oder Werkzeugen

Einflusskriterien bei der Greiferauswahl

  • Handhabungsgegenstand: geom. Form, Abmessungen, Gewicht, Temperatur ...
  • Handhabungsgerät: Tragfähigkeit, Beschleunigung, Schnittstellen
  • Entnahme / Ablage: Positioniergrad, Zugänglichkeit, Toleranzen
  • Fertigungsmittel: Spannmittel, Zugänglichkeit, Formänderungen, Bearbeitungszeit

Auslegung der Greifkraft

Greifkraft < zul. Greifkraft

  • Gewichtskraft
  • Trägheitskräfte
  • Prozesskräfte
  • Coriolis- / Fliehkräfte
  • Sicherheitsfaktor
  • wirkende Momente

Transfereinrichtungen: Definition

maschinelle Einrichtungen durch das Bewegen des Montageobjekts von Station zu Station

Unterscheidung durch:

  • stetige / unstetige Bewegung
  • flurgebunden / -frei / aufgeständert
  • geradlinig, kurvenförmig
  • aktiv, passiv
  • getaktet, ungetaktet

Auswahlkriterien für Transfereinrichtungen

  • Masse und Abmessungen der Bauteile
  • notw. Zugänglichkeit zur Montageeinheit
  • Lagegenauigkeit
  • aufnehmbare Kräfte und Momente
  • Fördergeschwindigkeit
  • notwendige Anzahl an Stationen ; Taktbindung
  • notwendige Anzahl an Verzweigungen, Zusammenführungen und Rückläufen

Transfereinrichtung: Rundtakttisch

- kleine Erzeugnisse mit wenigen Bauelementen

- starre Automatisierung

-begrenzte Anzahl an Stationen (16)

- große Lebensdauer, verschleißarm

Transfereinrichtung: Längstakttransfersystem

- für starre Automatisierung und höhere Stationszahlen
- Werkstückträger fest / temporär mit einem Transportband verbunden

- vertikale und horizontale Bandanordnung

Transfereinrichtung: Power- and Free-Förderer

- in PKW Endmontage

- von umlaufender Förderkette werden Gehänge mitgeführt

- Auskopplung dieser bei Störung / Rückstau

Transfereinrichtung: Gurtbandförderer und Luftkissen

Gurtbandförderer: auf umlaufenden Fördermitteln werden Werkstückträger durch Haftreibung transportiert
, aber geringe Positioniergenauigkeit

 

Luftkissen: für besonders schwere Montageeinheiten

Handhaben: Lage, Position, Orientierung

Lage: umgangssprachlich für Position und Orientierung

Position: vektorieller Abstand zwischen Koordinatensystemursprung des körpereigenen KOS zum BezugsKOS

Orientierung: Winkelbeziehung zwischen den Achsen der beiden KOS

Roboterdefinition nach VDI 2860

- universell einsetzbare Bewegungsautomaten mit mehreren Achsen (>=3), deren Bewegung hinsichtlich Bewegungsfolge, -wegen und -winkeln frei programmierbar ist

- sensorgeführt

- mit Greifern / Werkzeugen ausgestattet

Ziele des Robotereinsatzes:

 

  • Handhaben von Bauteilen und Werkzeugen
  • Herauslösen des Menschen aus dem Produktionsprozess --> Ablösen monotoner, gesundheitsschädlicher oder schwerer Arbeit
  • Überschreiten menschlicher Fähigkeiten: Geschwindigkeit, Beschl., Konstanz der Bewegung, Genauigkeiten
  • Erhöhung Flexiblität bei starrer Automatisierung
  • Zugang zu Räumen, die für Menschen nicht erreichbar sind
  •  

Kinematische Typen

siehe Skript

Arbeitsraum Roboter- wie wird er angegeben?

- bezogen auf den Flansch und bei Nullstellung der Achsen

Koordinatensysteme bei Robotern

- WeltKOS

BasisKOS

FlanschKOS

WerkzeugKOS (TCP)

Zulässige Belastung von IR

- zul. Nennlast bezieht sich auf leeren Roboterflansch

--> Nennlast: Wz, Greifer, Bauteil, Flansch, ...

- Prozesskräfte berücksichtigen

zusätzliche Nennlast: bei eingeschränktem Arbeitsraum oder Beschleunigung --> Überschreitung der zulässigen Nennlast möglich

Leistungskriterien für Roboter nach DIN 9283

  • Posegenauigkeit und Posewiederholgenauigkeit in eine Richtung
  • Schwankung der Mehrfachrichtungsposegenauigkeit
  • Pose-Stabilisierungszeit
  • Pose-Überschwingen
  • Drift von Posekenngrößen
  • Bahn-(wiederhol-)Genauigkeit
  • Abweichungen beim Fahren einer Ecke
  • Kenngrößen der Bahngeschwindigkeit
  • Mindestpositionierzeit
  • statische Nachgiebigkeit

Definition Pose

Lage des TCP, bestimmt durch die Position und die Orientierung bezogen auf das Bezugskoordinatensystem

 

Sollpose: in Steuerung hinterlegter Wert für die angefahrene Ist-Pose

 

Genauigkeitsdarstellungen --> siehe Skript

Anforderungen an Roboterantriebe

- Regelbarkeit von Position, Beschleunigung, Geschwindigkeit, dabei vor allem um Null und in beide Richtungen

- ruckfrei

- hohe Endgeschwindigkeiten

- hohes Drehmoment über den gesamten Geschwindigkeitsbereich

- geringes Trägheitsmoment

- geringes Eigengewicht / Volumen

 

Étudier