Gynäkologie

Berufliche Bildung- Gesundheit- und Pflegewissenschaften Krankheitslehre II

Berufliche Bildung- Gesundheit- und Pflegewissenschaften Krankheitslehre II


A. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über gynäkologische Erkrankungen und Therapien auf Universitätsniveau. Sie behandeln Themen wie Endometriose, Tumorerkrankungen, Schwangerschaftskomplikationen und Brustkrankheiten, wobei Symptome, Definitionen und Therapieansätze im Mittelpunkt stehen. Medizinstudierende und Fachärzte profitieren von den präzisen Informationen, um Diagnosen zu stellen und Behandlungsstrategien zu entwickeln.
Karten
109
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
22.07.2013 / 05.09.2025

Lernkarten

Definition Fertilität 

Fähigkeit, schwanger zu werden

Definition Fekundabilität

ist die Wahrscheinlichkeit der Geburt eines Kindes pro exponiertem Zyklus

Definition Sterilität

Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehrs über den Zeit von 1 Jahr

Definition Infertilität

Unfähigkeit, ein Kind auszutragen

Definition Sterilisation

medizinischen Eingriff, der die Frau (bzw. Mann) unfruchtbar macht

Definition Refertilisierung

Wiederherstellung einer Fruchtbarkeit nach vorausgegangener Sterilisation

Pearl Index

Bewertungsmaßstab für die Zuverlässigkeit von kontrazeptiven Methoden !   Pearl-Index drückt die Zahl der ungewollten Schwangerschaften bei Anwendung einer kontrazeptiven Methode, bezogen auf 1200 Anwendungsmonate aus = 100 sog."Frauenjahre" der "Risikojahre“    je höher der PI, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft trotz der Anwendung dieser kontrazeptiven Methode 

Berechnung Pearl Index

Gesamtzahl der Konzeptionen x 1200/  Zahl der Risikomonate

Wirkmechanismus der „Pille“

  1. Ovulationshemmung
  •  Sekretion von FSH/ LH wird unterdrückt
  •  Stimulation des Follikels unzureichend
  • ovulationsauslösender LH-Peak wird unterdrückt
  •  teilweise trotzdem Ovulation!!

2. Veränderung des Zervixschleims

3. Proliferationshemmung des Endometriums
  •  Gestageneinfluss reduziert Schleimhautaufbau für Nidation
4. Motilitätsstörung des Eileiters
  • Gestagene hemmen Spermienaszension und Kapazitation
5.Zusammensetzung der „Pille“ abhängig vom Zyklustag

Wirkmechanismus Intrauterinpessare

1. Blastozyste (befruchtete Eizelle)

  •  Hemmung der Implantation durch unspezifische lokale Entzündungsreaktion
  •  "sterile Entzündung„
  • Verkürzung der Überlebenszeit , daher Absterben vor Implantation
2. Phagozytose wird gesteigert
  •  Spermien, befruchtete Eizellen werden durch Leukozyten/Makrophagen zerstört
3.  Zusätzliche Wirkkomponenten zur mechanischen Irritation durch Kunststoff-IUP
  • kupferbeschichtete IUP (3.Generation)--> hemmen Spermienaszension
  •  gestagenbeschichtete IUP (4.Generation) --> Veränderung des Endometriums

Indikationen IUP

o Kontraindikation für hormonale Kontrazeption o Unverträglichkeit gegenüber hormonaler Kontrazeptiva o Unzuverlässigkeit der Pilleneinnahme o Ablehnung der hormonalen Kontrazeption o Interferrenz hormonaler Kontrazeptiva mit anderen Medikamenten (z. B. Antiepileptika)

Voraussetzung für Periodische Abstinenz --> Knaus- (1933) und Ogino- (1932) Methode

Stabiler Zyklus und vorher mindestens 6 Monate (besser 12 Monate) exakte Regelaufzeichnungen

Symptomthermale Methode

zur Bestimmung der unfruchtbaren Tage im Zyklus    Kombination von 2 Methoden -->Zervixschleimbeobachtung -->Basaltemperaturmessung   unfruchtbare Zeit: wenn nach Verschwinden des flüssigen Zervixschleims (sog. "nassen" Tage nach BILLINGS) die Basaltemperaturwerte an 3 aufeinander folgenden Tagen höher liegen als die vorangegangenen 6 Messungen PI = 1 - 2

Reproduktionsmedizinische Techniken -->Intrauterine Insemination (IUI)

  •  Suspension der Spermien in Kulturmedium
  •  Insemination von 200-300 μl direkt in den Uterus

In-vitro-Fertilisation (IVF)

  • Eizellen und Spermien werden entnommen
  • die Befruchtung findet spontan, aber in vitro statt
  • befruchtete Eizellen werden der Mutter implantiert

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

  • einzelnes Spermium wird in die vorbereitete Eizelle injiziert
  • befruchtete Eizellen werden der Mutter implantiert

Symptome Extrauteringravidität (EUG)

  • akute seitenbetonte Schmerzen
  • sekundäre Amenorrhoe
  • Portioschiebeschmerz
  • evtl. tastbare Resistenz
  • akutes Abdomen, Schocksymptomatik

Diagnostik EUG

  • SS-Test im Urin postiv
  • Vaginalsonographie
leeres Cavum uteri freie Flüssigkeit im Abdomen Raumforderung im Adnexbereich evtl. mit rundem Gestationssack
  • HCG-Bestimmung mit auffälligen Werten

Therapie EUG

Salpingotomie

(operative Eröffnung des Eileiters)

Frühgeborenes

< 259 Tage p.m. (37+0.SSW)

Lebendgeburt

Kinder jeden Alters und Geburtsgewicht mit mindestens einem Lebenszeichen nach der Geburt

  • regelmäßige Herzaktion
  • regelmäßige Atembewegungen
  • Pulsationen der Nabelschnur

Totgeburt

Kinder ohne Lebenszeichen nach der Geburt mit  mindestens 500g Geburtsgewicht

Fehlgeburt

Kinder ohne Lebenszeichen nach der Geburt mit weniger als 500g Geburtsgewicht

Therapie der drohenden Frühgeburt

  • Immobilisation
  • Tokolyse
  • Antibiotika
  • Lungenreife-Prophylaxe
  • Cerclage (GMH mit Bändchen zusammenziehen)

Komplikationen Frühgeburt

Abhängig vom Gestationsalter zur Geburt  Mortalität in der 24. SSW: 40% - gestörte neonatale Anpassung - Atemnot-Syndrom - erhöhte Infektionsrate - zerebrale Hypoxie oder Traumen - Hirnblutung - neurologische Auffälligkeiten - Spätmorbidität

Hellin - Regel

  • Zwillinge: 1 : 85
  •  Drillinge: 1 : 852
  •  Vierlinge: 1 : 853
  •  Fünflinge: 1 : 854

Agenesie

keine Mamille, kein Drüsenkörper

Aplasie

Mammille ohne Drüsenkörper

Hypoplasie (Mikromastie)

Mammille mit rudimentärem DK

Polythelie

überzählige Mammille

Polymastie

  • Glandularis: Mamma aberrata: zusätzlicher DK
  • Completa: Mamma accessoria: zusätzliche Mamille mit DK

Anisomastie

Größenasymmetrie (häufigste Normvariante)

Makromastie

Volumenzunahme von > 50% über dem als physiologisch bezeichneten Wert (> 600g)

Mastitis puerperalis - Symptome

Fieber, Schüttelfrost, lokale Entzündungszeichen

Mastitis puerperalis - Ätiologie

Milchstau, Superinfektion, lymphogene Ausbreitung

Mastitis puerperalis - Therapie

  • Antibiose, konsequente Entleerung der Brust (Stillen, ggf.Abpumpen)
  • selten chirurgisch –Ausnahme: Abszess

Mastitis nonpuerperalis - Symptome

vorangegangene Galaktorrhoe, Mastodynie, Hyperprolaktinämie

Ätiologie Mastitis nonpuerperalis

Komplikation der Mastopathie

Therapie Matitis nonpuerperalis

  • Antibiose
  • chirurgisch bei Abszedierung (50%)

CAVE: DD inflammatorisches Mamma-CA

Mastopathie = Mammadysplasie

  • Auftreten bei 40-50% aller Frauen --> häufigste Brusterkrankung
  • Veränderungen proliferierender / regressiver Art ausserhalb von natürl. Umwandlungsprozessen wie Laktation oder Alter

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