Lernkarten

Philipp Pijl
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Lernende 14 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 27.01.2013 / 20.09.2020
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LEK 6

Welche Bedeutung hat der Blutdruck für die Versorgung von Patienten mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma?

Bei Patienten mit einem schweren SHT besteht die Gefahr, dass das Gehirn anschwillt und sich ein Hirndruck entwickelt. Da sich die Durchblutung (cerebraler Perfusionsdruck (CPP)) des Gehirns aus der Differenz von intracraniellem Druck (ICP) und mittlerem ateriellen Blutdruck (MAP) ergibt, ist darauf zu achten, dass der BD des Patienten mit SHT ausreichend hoch ist! (hyperton)

CPP= MAP-ICP

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LEK 6

Welche Bedeutung hat der Blutdruck für die Versorgung eines Patienten mit einem stumpfen Bauchtrauma, bei dem der Verdacht auf eine (präklinisch) unstillbare innere Blutung besteht?

Bei Patienten mit stumpfen Bauchtraume, bei dem der o.g. Verdacht besteht ist schnellstmögliche ein transport in eine Klinik mit der Möglichkeit der chirurg. Versorgung anzustreben. Dabei kann ein eher geringer BD tolleriert werden! (permissive Hypotonie)

Eine therapeutische BD-Erhöhung könnte zu einer verstärkten Blutung führen, ein gewisser Mindestdruck ist jedoch für die Versorgung lebenswichtiger Organe erforderlich!

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LEK 6

Diskutieren Sie die beiden Leitsätze „Golden Hour of Shock/Trauma“ und „Traumamanagement ist Zeitmanagement“ für die Versorgung schwerverletzter Patienten!

Die "Golden Hour Of Trauma" und daraus abgeleitet, dass ein Patient spätestens innerhalb einer Stunde die operative Versorgung in einem Krankenhaus erreicht haben muss, ist kaum belegt!

Eindeutig belegt ist jedoch, dass die Länge des therapiefreien Intervalls, also die Zeit bis zum Eintreffen qualifizierter Rettungskräfte, erheblich zum Patientenoutcome beiträgt.

Außerdem gibt es deutliche Hinweise darauf, dass das Patientenoutcome durch eine qualifizierte notfallmed. Versorgung z.B. durch präkl. Narkose, Intubation u. Beatmung verbessert wird.

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LEK 7

Welche Behandlungsmethoden stehen bei oralen (über den Mund) Vergiftungen zur primären Giftentfernung zur Verfügung? Nennen Sie Vor- und Nachteile und Einschränkungen.

Induziertes Erbrechen

  • Kochsalzlösung, mech. Reizung der Rachenhinterwand, oder Medikamenten

Nachteil: Unsicher, Gefährlich, Aspirationsgefahr

Magenspülung

Nachteil: unsichere Wirksamkeit, Orthograngder   Gifttransport mögl., Aspirations- und Perforationsgefahr

Aktivkohle

Vorteil: Einfache Anwendung (Faustformel zur Errechnung der Präparatmenge), breites Wirkungsspektrum

Einschränkung: nicht bei Mineralsäure, Laugen, Alkoholen, Eisen- und Lithiumsalten sowie Cyaniden verwendbar

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LEK 7

Von welcher Institution können beim Vorliegen einer Vergiftung wichtige Informationen schon an der Einsatzstelle erhalten werden und wie ist diese erreichbar?

Giftinformationszentrale (Giftnotruf), dieser ist über die Leitstelle, oder direkt telefonisch erreichbar.

Sie ist meist an eine Klinik angegliedert und ist eine Einrichtung der Länder.

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LEK 8

Welche Bedeutung hat die Hypothermie (Unterkühlung) für Verletzte und welche Stadieneinteilung gibt es?

Stadieneinteilung

  • Erregungsstadium, bis ca. 34°C KKT
  • Erschöpfungsstadium, bis ca. 30°C KKT
  • Lähmungsstadium, bis ca. 27°C KKT
  • sog. Scheintod, unter 27°C KKT

Durch die Abnahme der Herz-Kreislauffunktion kann es zu folgenden Erscheinungen kommen:

  • Bewusstseinsstörung, bis hin zur Bewusstlosigkeit mit Ausfall der Schutzreflexe
  • Entwicklung von Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzkammerflimmern und damit verbunden dem Kreislaufstillstand
  • Herzstillstand
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LEK 8

Nennen Sie das Versorgungsprinzip bei schwer hypothermen (unterkühlten) Patienten mit Kreislaufstillstand. Welche Zielklinik ist zu wählen?

Der Transport eines schwer hypothermen Patienten mit Kreislaufstillstand sollte unter kontinuierlichen Reanimationsbedingungen (Beatmung, Herzdruckmassage) in eine Klinik mit der Möglichkeit der Wiedererwärmung durch eine Herzlungenmaschine stattfinden.

Leitsatz: No one´s dead, until he is warm and dead!

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LEK 8

Erklären Sie die Zusammenhänge, bei denen es zum sog. „Bergungstod“ kommen kann und wie dieser vermieden werden kann.

Um bei Unterkühlungen ein weiteres Absinken der Körperkerntmeperatur zu verhindern wird physiologisch die Durchblutung der Körperoberläche, insbesondere der Extremitäten, auf ein Minimum verringer. Die Blutzirkulation des warmen Blutes konzentriert sich auf die überlebenswichtigen Organe, den sogenannten Körperkern. Die Temperatur der Körperschale (Arme, Beine, Haut) sinkt daher noch weiter ab. Ist der Temperaturunterschied zwischen Schale und Kern zu groß, so kommt es bei Wiedererwärmen oder Bewegen des Patienten zum Temperaturausgleich, bei dem kaltes Blut zurück in den Kern fließt und dabei die Kerntemperatur noch weiter absinkt (Afterdrop). Auf Grund der Temperaturempfindlichkeit des Erregungsleitsystems des Herzens kann es dabei zu Herzrhythmusstörungen und zum Kreislaufstillstand kommen.

Vermeidung: Patienten möglichst immobilisieren und horizontal retten.