Gesundheit & Ethik, Modul M3 NHP
Fragen zu Gesundheit und Ethik des Naturheilpraktikers. Modul M3.
Fragen zu Gesundheit und Ethik des Naturheilpraktikers. Modul M3.
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Cartes-fiches
Nenne die vier Prinzipien nach Beauchamp/Childress.
(4 Ethische Kernprinzipien nach Beauchamp/Childress)
1. Prinzip des Respektes vor der Autonomie:
Jeder Mensch hat das Recht, selbst über seine Gesundheit und seine Theapien zu entscheiden. Diese Entscheidungen müssen respektiert und gefördert werden. Wünsche und der Wille des Menschen sind zu respektieren, auch dann, wenn sie von Empfehlungen abweichen. Die Entscheidung der Ablehnung wird sorfgältig dokumentiert und über die Konsequenzen seiner Entscheidung klären wir auf. = SELBSTBESTIMMUNG
2. Prinzip der Fürsorge:
Unser Handeln zielt immer darauf ab, das Wohlbefinden und die Rechte unserer Patienten zu schützen und ihre Lebensqualität zu fördern. Dafür treten wir auch ein, wenn es darauf ankommt. =WOHLTUN
3. Prinzip des Nichtschadens:
Den Patienten darf kein Schaden zugeführt werden / sie sind vor Schaden zu schützen. Körperlicher, seelischer oder sozialer Schaden sind zu vermeiden / so gering wie möglich zu halten. =NICHT SCHADEN
4. Prinzip der Gerechtigkeit:
Alle Patienten müssen zwingend gleich behandelt werden, unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder persönlicher Sympathie. Wir verteilen Zeit und Aufmerksamkeit unvoreingenommen und gleichermassen auf alle. =GERECHTIGKEIT
Zu welchem Prinzip gehört das folgende Fallbeispiel?
"Eine Patientin lehnt eine Blutuntersuchung beim Arzt auf mein Anraten hin ab, obwohl sie meines Erachtens nach angezeigt wäre. Ich respektiere ihre Entscheidung und suche mit ihr gemeinsam nach einer Alternative."
(4 Ethische Kernprinzipien nach Beauchamp/Childress)
Zu welchem Prinzip gehört folgendes Fallbeispiel:
"Ich kontrolliere die verordneten Therapiemassnahmen lieber zweimal, und gleiche sie nochmals mit dem Patienten-Namen ab, um eine Verwechslung zu vermeiden und daraus resultierende Schäden zu verhindern."
(4 Ethische Kernprinzipien nach Beauchamp/Childress)
Zu welchem Prinzip gehört folgenes Fallbeispiel:
"Ich erkenne, wenn ein Patient Schmerzen hat oder es ihm nicht gut geht und spreche dies aktiv an, ohne dass der Patient das von sich aus tun muss. Ich führe mit ihm aufmunternde Gespräche, höre aktiv zu und ermutige ihn auch mal, in einer neuen Sitiuation den ersten Schritt zu wagen."
(4 Ethische Kernprinzipien nach Beauchamp/Childress)
Beim Patienten-Therapeuten-Verhältnis kann man 3 Modelle nennen. Wie heissen diese?
- Paternalistisches Modell: Der Therapeut entscheidet
- Konsumenten Modell: Der Patient entscheidet
- Partnerschaftsmodell: Der Patient entscheidet, wird aber gut begleitet
Beschreibe das "Paternalistische Modell":
- Wer entscheidet?
- Was ist die Stärke dieses Modells?
- Was ist die Schwäche dieses Modells?
- Wer entscheidet?
- Der Therapeut allein, zum "Wohle des Patienten"
- Der Therapeut allein, zum "Wohle des Patienten"
- Was ist die Stärke dieses Modells?
- entlastet den Patienten (zB. in einer Notsituation)
- entlastet den Patienten (zB. in einer Notsituation)
- Was ist die Schwäche dieses Modells?
- verstösst mit seinem Inhalt gegen das "Prinzip des Respektes vor Autonomie" (Ethikprinzipien nach Beauchamp/Childress)
Beschreibe das "Konsumentenmodell"
- Wer entscheidet?
- Welches sind die Stärken?
- Welches sind die Schwächen?
Beschreibe das "Partnerschaftsmodell":
- Wer entscheidet?
- Welches sind seine Stärken?
- Welches sind seine Schwächen?
Beschreibe das Partnerschaftsmodell in 3 Stichworten und grenze es vom Kosumentenmodell ab.
Das Partnerschaftsmodell in 3 Stichworten:
- begleiten und beraten
- Der Therapeut bringt Fachwissen und eine begründete Empfehlung ein
- Der Therapeut bringt Fachwissen und eine begründete Empfehlung ein
- gemeinsam abwägen
- Der Patient bringt Werte, Erfahrungen und Lebenssituation ein, man bespricht die Optionen im Dialog
- Der Patient bringt Werte, Erfahrungen und Lebenssituation ein, man bespricht die Optionen im Dialog
- Selbstbestimmung fördern
- Die Entscheidung bleibt beim Patienten, auch wenn beide am Ende anderer Meinung sind
Abgrenzung: Beim Konsumentenmodell entscheidet einzig und allein der Patient!
Was ist mit "Informed consent" gemeint?
"Ich erkläre verständlich, was ich vorhabe, warum, mit welchen Risiken, Alternativen und Kosten".
--> Aufklärung über Diagnose, Therapieverlauf, Kosten, akut, mittelfristig, langfristig.
Der Patient entscheidet frei und kann jederzeit abbrechen. Aufklärung und Einwilligung halte ich in der KG fest (v.a. bei invasiven Methoden in schriftlicher Form).
Beispiel während der Behandlung des Patienten:
Ich erkläre dem Patienten, welche Kleider ausgezogen werden müssen. Ich halte ein Tuch bereit. Ich verlasse den Raum, wenn der Patient sich aus- oder umzieht. In heiklen Situationen ist eine zweite Person anwesend. Ich frage den Patienten nach der Behandlung nach seinem Befinden.