Geografie - Fachbegriffe
Glossar (Fachbegriffe) für das Lehrmittel: Naturgeografische Bausteine B: Klima / Wetter
Glossar (Fachbegriffe) für das Lehrmittel: Naturgeografische Bausteine B: Klima / Wetter
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Cartes-fiches
Planetarisches Druck- und Windsystem
Allgemeines Zirkulationssystem der Atmosphäre. Wird vom Äquator bis zu den Polen hin unterteilt in: 1. äquatoriale Tiefdruckrinne mit allgemein aufsteigender Luftbewegung (innertropische Konvergenzzone); 2. Passatzone (Nordostpassat auf der Nordhalbkugel, Südostpassat auf der Südhalbkugel); 3. subtropischer Hochdruckgürtel (Rossbreiten), Ursprung der Passate; 4. Westwindzone der mittleren Breiten; 5. subpolare Tiefdruckrinne mit wandernden Tiefdruckgebieten; 6. polare Ostwinde (Nordostwind auf der Nordhalbkugel, Südostwind auf der Südhalbkugel); 7. Hochdruckgebiete über den Polen.
Polarfront
Grenzfläche zwischen polarer Kaltluft und subtropischer Warmluft.
Radiosonde
Messgerät der Meteorologie, das an einen Ballon befestigt, beim Aufstieg fortlaufend Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit über einen eingebauten Kurzwellensender zur Bodenstation übermittelt.
Reflexion
Klimafaktor. Eigenschaft von hellen, glänzenden Körpern, einfallendes Licht zu reflektieren, zu spiegeln.
Rossbreiten
Windschwache Zonen des subtropischen Hochdruckgürtels. Auf der Nordhalbkugel gehört das Azorenhoch dazu, das für das Wetter in Mitteleuropa eine wichtige Rolle spielt. Siehe auch Kalmen.
Rückseitenwetter
Nach Durchzug eines Tiefs folgen hinter der Kaltfront kühle Luft und ein rascher Wechsel zwischen starker Quellbewölkung mit heftigen Niederschlägen (Regenschauern, Gewittern mit böigem Wind) und Aufheiterungen mit intensivem Sonnenschein.
Satellitenbild
Satellitenbilder stammen meist vom europäischen Wettersatelliten Meteosat, der die Erde aus einer geostationären Umlaufbahn in rund 36 000 km Höhe in verschiedenen Spektralbereichen abtastet. Sie eignen sich hervorragend für die Diagnose und Analyse des Wetterzustands, weil sie einen globalen, aus dem Weltraum gerichteten Überblick über Schlechtwetterzonen und Schönwettergebiete erlauben. Das Infrarotbild liefert Informationen über die Temperatur der Erdoberfläche und der Obergrenze der Wolken.
Saurer Regen
Niederschläge, die mit schwefeligen Säuren und anderen Säuren angereichert sind. Diese stammen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Saurer Regen ist verantwortlich für Waldschäden, die Übersäuerung von Oberflächengewässern und Böden und die Zerstörung von Baudenkmälern.
Schönwetterlage
Grosswetterlage über Mitteleuropa. Stabiles Hoch, meist Ausläufer des Azorenhochs, führt zu einer windarmen Wetterlage über Zentraleuropa. Siehe auch Azorenhoch.
Seewind
Tagsüber bei Schönwetter auftretender Wind, der von der kühleren Wassermasse (See, Meer) zum durch Sonneneinstrahlung stärker erwärmten Land weht.
Solar bedingte Hauptklimazonen
Einteilung der Erde in Zonen gemäss dem Klimaelement Sonnenstrahlung. Zwischen 23.5° N und 23.5° S (den Wendekreisen) die Tropenzone, zwischen 23.5° N/S und ca. 40° N/S die subtropische Zone, zwischen 40° N/S und ca. 60° N/S die gemässigte Zone, zwischen 60° N/S und 66.5° N/S (den Polarkreisen) die subpolare Zone und zwischen 66.5° N/S und 90° N/S (den Polen) die Polarzone.
Solare Klimazonen
Einteilung der Erde in Klimazonen gemäss Sonneneinfallswinkel. Man unterscheidet die Tropenzone, die gemässigte Zone und die Polarzone. Siehe auch solar bedingte Hauptklimazonen.
Sommersmog
Schädliche Wirkung durch Ozon, das sich unter Einfluss von Sonnenstrahlung (im Sommer) aus Abgasen von Verkehr und Industrie bildet. Höchste Konzentration in der Nähe der Ballungsräume.
Sonnenstrahlung
Klimaelement. Die Energiequelle für die Erwärmung der Erdoberfläche und der Luft (die von der Erdoberfläche her erwärmt wird) und damit für alle in der Atmosphäre ablaufenden physikalischen Vorgänge, also auch für das Wetter.
Staulage
Grosswetterlage über Mitteleuropa. Auch Nordföhn genannt. Hoch nordwestlich der Schweiz und Tief im Südosten. Die kühlen und feuchten Luftmassen stauen sich an den Alpen. Siehe auch Föhn.
Strahlung
In der Meteorologie die auf die Erde einfallende (kurzwellige) Sonnenstrahlung («Einstrahlung») und die von der Erde ausgehende (langwellige) Wärmestrahlung («Ausstrahlung»).
Strahlungsstrom
Dies ist die Energiemenge, die pro Fläche und Zeit auf die Atmosphärenobergrenze auftrifft.
Synoptik
Teilgebiet der Meteorologie, das in einer grossräumigen Zusammenschau (Synopsis) mithilfe zahlreicher Wetterkarten den Wetterzustand zu einem gegebenen Zeitpunkt untersucht (Wetteranalyse). Dies ist die Grundlage für die Vorhersage der weiteren Wetterentwicklung(Wetterprognose).
Talwind
Talaufwärts gerichtete Luftströmung, die sich bei ungestörtem Wetter tagsüber im Bergland ausbildet.
Taupunkt
Temperatur, auf die sich das Gemisch Luft-Wasserdampf abkühlen muss, damit die Luft mit der vorhandenen Wasserdampfmenge gerade gesättigt ist und Kondensation einzusetzen beginnt.
Temperaturamplitude
Differenz zwischen sommerlichen und winterlichen Durchschnittstemperaturen eines Orts. Bei kleiner Amplitude spricht man von ozeanischem oder maritimem, bei grosser Amplitude von kontinentalem Klima.
Temperaturgradient
Gibt die Temperaturänderung pro 100 m Höhenunterschied an. Ein mit Wasserdampf nicht gesättigtes Luftpaket kühlt sich beim Aufsteigen um 1 °C/100 m ab = trockenadiabatischer Temperaturgradient. Der «feuchtadiabatische» Temperaturgradient beträgt hingegen im Mittel nur etwa 0.5 °C/100 m.
Tief
Unter einem Tiefdruckwirbel oder einer Zyklone versteht man ein Gebiet mit niedrigerem Luftdruck als in der Umgebung; in der Wetterkarte von (meist mehreren) Isobaren umschlossen.
Tornado
Kleinräumiger, verheerender Wirbelsturm in Nordamerika, meist in den Staaten des mittleren Westens der USA. Tritt auf in der warmen Jahreszeit in Verbindung mit Gewittern, d. h. kräftig ausgebildeten Cumulonimbus-Wolken.
Treibhauseffekt
Eigenschaft der Spurengase Kohlendioxid, Methan, FKW / FCKW, Lachgas und Ozon (Treibhausgase), die langwellige Wärmeabstrahlung zu reflektieren und so – einem Treibhaus gleich – die Temperatur der Troposphäre zu erhöhen.
Tropopause
Grenzschicht zwischen Troposphäre und Stratosphäre; über Mitteleuropa in 10–12 km Höhe, am Pol in 8–9 km, am Äquator in 16–18 km Höhe.
Troposphäre
Unterstes Stockwerk der Atmosphäre, in dem sich praktisch das gesamte sichtbare Wettergeschehen abspielt.
VOC
VOC (Volatile Organic Compounds) sind leichtflüchtige organische Verbindungen, die bei 20 °C gasförmig sind oder leicht verdunsten (ohne Methan). Bei unvollständiger Verbrennung oder durch Verdunsten von Treibstoffen gelangen VOC in die Luft und tragen zum Sommersmog bei.
Warmfront
Die schwach geneigte Grenzfläche, auf der an der Vorderseite eines Tiefs Warmluft auf die sich zurückziehende Kaltluft aufgleitet. Daher bildet sich vor der Warmfront ein mehrere Hundert Kilometer breiter Wolkenschirm (Cirrostratus, Altostratus, Nimbostratus), aus dem lang anhaltende Niederschläge (Landregen) fallen. Der Warmfront folgt ein mehr oder minder ausgeprägter Sektor mit Warmluft und Aufheiterung («Warmsektor»), bevor die zum Tiefdrucksystem gehörende Kaltfront zum Wettersturz (Kaltlufteinbruch) führt.
Wasserdampf
Er ist unsichtbar. Der Wasserdampfgehalt der Luft schwankt mit der Temperatur: bei 30 °C können 32 Gramm, bei –30 °C nur 0.5 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter vorhanden sein. Der Wasserdampfgehalt spielt in der Atmosphäre eine entscheidende Rolle, da Luft nur einen bestimmten Maximalbetrag Wasser in gasförmiger Phase enthalten kann. Jede Wasserdampfmenge, die den «Sättigungswert» überschreitet, kondensiert mehr oder weniger schnell zu flüssigem Wasser als Wolke oder Nebel bzw. bildet kleine Eiskristalle. Je grösser die Übersättigung wird, umso mehr wird als Niederschlag ausgeschieden.
Westwindlage
Häufigste Grosswetterlage über Mitteleuropa. Hoch über Spanien oder Afrika und Tief über West- oder Nordeuropa. Bringt veränderliches Wetter. Siehe auch Warmfront und Kaltfront.
Wetter
Augenblicklicher, absoluter Zustand der Atmosphäre über einem Ort, wie er durch die Grössen der meteorologischen Elemente (Klimaelemente) und ihr Zusammenwirken gekennzeichnet ist.
Wettererfassung
Grundlage für jede Wettervorhersage und Klimaforschung. Zur Wetterbeobachtung gehören sowohl Beobachtungen mit freiem Auge (Bestimmung der Wolken und des Bedeckungsgrads, Feststellung bestimmter Wettererscheinungen, z. B. Nieselregen oder Gewitter, Zustand der Erdoberfläche) als auch Beobachtungen mithilfe von Messgeräten (Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlagsmenge).
Wetterhütte
Weiss gestrichene Holzhütte mit doppeltem Boden und Dach sowie Jalousienwänden, die der Luft einen ungehinderten Zutritt zu den im Inneren befindlichen meteorologischen Messgeräten erlauben, jedoch die Strahlung, insbesondere der Sonne, abhalten sollen.
Wetterregel
Erfahrungsregel, die sich auf jahrhundertealte Beobachtungen stützt (Bauernregel), zum Teil aber auch auf wissenschaftlich-statistischer Grundlage basiert.
Wettervorhersage
Grundlage für die Wettervorhersage ist die genaue Analyse des aktuellen Wetterzustands anhand von Wetterkarten. In der Bodenwetterkarte wird das Druckfeld durch den Isobarenverlauf dargestellt; man erkennt Tief- und Hochdruckgebiete. Ähnlich kann das Temperaturfeld durch Abgrenzung der Luftmassen bzw. durch Einzeichnen der Fronten analysiert werden. Daraus ergibt sich ein Überblick über die Verteilung der Warm- und Kaltluftmassen.
Wind
Klimaelement. Ausgleichende Luftbewegung zwischen Gebieten hohen und Gebieten tiefen Luftdrucks.
Wintersmog
Smog, engl. aus Smoke = Rauch und Fog = Nebel. Dichter, rauchdurchsetzter Nebel über Industriestädten. Bildet sich bei Inversionslagen; wegen Heizungen besonders im Winter.
Wirbelsturm
Jede wirbelartige stürmische Luftbewegung. Siehe Hurrikan, Tornado.
Witterung
Umschreibt den allgemeinen Charakter eines kurzzeitigen (Stunden bis Tage) Wetterablaufs über einem Ort.