Genetik
Einführung in die Genetik
Einführung in die Genetik
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Cartes-fiches
Genom
Erbinformation als Ganzes; das gesamte genetische Material einer Zelle oder eines Individuums
menschliches Genom enthält etwa 20 000 bis 30 000 Gene
Genotyp
Summe aller genetischer Information eines Individuums
Phänotyp
Ausprägung einer genetischen Teilinformation
Allel
Genvariante; Auspärgung eines Gens an einem bestimmten Genort (normal oder mutiert)
Diploide Organismen besitzen von jedem Gen zwei Kopien. Liegen zwei gleiche Allele vor, ist der Organismus für dieses Gen homozygot. Bei zwei verschiedenen Allelen ist der Organismus für das Gen heterozygot.
Reziprozität
Geschlechtsunabhängigkeit
1. Mendel'sche Regel (Uniformitätsregel)
reziproke Kreuzungen reinerbiger Linien ergeben stets uniforme Nachkommen
2. Mendel'sche Regel (Spaltungsregel)
Kreuzungen der Nachkommen (F1) zweier reinerbiger Elternlinien untereinander führen stets zur Aufspaltung der Phänotypen nach bestimmten Zahlenverhältnissen
Wann ist ein Phänotyp dominant?
wenn ein heterozygoter Organismus diesen Phänotyp zeigt → z.B. Rr, RR
Wann ist ein Phänotyp rezessiv?
wenn er sich nur in einem homzygoten Organismus zeigt → z.B. rr
homozygot
ein Individuum, das zwei gleiche Allelpaare trägt → RR, rr
heterozygot
ein Individuum, das zwei unterschiedliche Allelpaare trägt → Rr
Mikrosatelliten
- genetische Marker, die ähnlich wie ein Güterzug aufgebaut sind
- kurze, eindeutig identifizierbare DNA-Sequenzen
- können für Verwandtschaftsabklärung eingesetzt werden
diploid
Körperzellen eines sich sexuell fortpflanzenden Organismus besitzen zwei Chromosomensätze (2n); eine Zelle enthält also einen doppelten Chromosomensatz aus mütterlichen und väterlichen Erbanlagen
haploid
Keimzellen (Eizellen, Spermien) besitzen nur einen einfachen Chromosomensatz
Autosomen
Chromosomenpaare 1 bis 22
Gonosomen
Geschlechtschromosomen XX bzw. XY
autosomal-dominanter Erbgang
- manifestiert sich in jeder Generation (vertikale Vererbung)
- jedes betroffenen Individuum hat einen betroffenen Elternteil
- männliche und weibliche Tiere gleichermaßen betroffen
- auch heterozygote Träger sind krank - Aa
autosomal-rezessiver Erbgang
- Erkrankung kann Generationen überspringen (horizontale Vererbung)
- Nachkommen von zwei betroffenen Elternteilen sind ebenfalls betroffen
- männliche und weibliche Tiere gleichermaßen betroffen
- heterozygote Personen sind Träger aber gesund
Pseudo-Dominanz
Verpaarung zwischen erkranktem Individuum und einem Träger Aa x aa
autosomal-rezessiver Erbgang, der phänotypisch wie ein autosomal-dominanter Erbgang auftritt
autosomal-kodominanter Erbgang
- beide Phänotypen der Eltern sind gleichzeitig im Nachkommen sichtbar
- Merkmale werden unabhängig voneinander ausgeprägt
- Genotyp kann direkt am Phäänotyp abgelesen werden
- z.B. Blutgruppe AB
intermediärer Erbgang
- Spezialfall von kodominant
- homogene Mischform beider Merkmale
- jedes Allel ist zu 50% an der Ausprägung eines Merkmals beteiligt
- z.B. Löwenmäulchen RR (rot) x rr (weiß) → F1 4 mal Rr (pink) → F2 1/4 RR, 2/4 Rr, 1/4 rr
bei intermediärem Erbgang vermischen sich die beiden Merkmale, beim kodominanten sind beide gleich stark ausgeprägt, z.B. Blutgruppe AB
X-chromosomal rezessiver Erbgang
- Erkrankung kann Generationen überspringen
- männliche Tiere häufiger betroffen
- gesunde männliche Nachkommen können das Allel nicht weitervererben da sie es nicht haben → XAY
hemizygot
männliche Individuen sind hemizygot da sie nur ein X- Chromosom besitzen
X-chromosomal dominanter Erbgang
- betroffene männliche Tiere geben die Erkrankung an alle Töchter weiter, aber nicht an die Söhne
- betroffenen weibliche Tiere geben die Erkrankung gleichermaßen an die Söhne und Töchter weiter
Y-chromosomaler Erbgang
- paternale Vererbung
- alle männlichen Nachkommen eines betroffenen Mannes sind ebenfalls betroffen
autosomal dominante Erbkrankheiten - Bsp.
- Zwergenwuchs
- Chorea Huntington
- Marfan Syndrom
autosomal rezessive Erbkrankheiten - Bsp.
- Diabetes Mellitus
- Albinismus
- Zystische Fibrose
geschlechtsgekoppelte rezessive Erbkrankheiten
- rot/grün Farbenblindheit
- Hämophilie (Blutgerinnung gestört)
- Nachtblindheit
- Glaucom
mitochondrialer Erbgang - Mitochondriopathie
- Erkrankungen, die druch eine Fehlfunktion oder Schädigung der Mitochondiren verursacht wird
- extrachormosomale Vererbung (nichtchromosomale Vererbung)
- die betroffenen Gene befinden sich nicht auf den Chromosomen im Zellkern sondern in den Mitochondrien
- maternale Vererbung, da Eizellen im Gegensatz zu Spermien mehrere hundertausend Mitochondrien besitzen
- Vererbung erfolgt nicht nach Mendel'schen Regeln
Penetranz
Wahrscheinlichkeit, mit der ein bestimmter Genotyp zur Ausbildung des zugehörigen Phänotyps führt
- vollständige (100%) und undvollständige Penetranz
Expressivität
Grad der Ausprägung eines Merkmals im Phänotyp
crossing-over
Austausch genetischer Information zwischen zwei homologen Chromosomen (väterlich und mütterlich) durch Chiasambildung während der Meiose (Prophase 1 im Zygotän und Pachytän)
Genkopplung
Gene, die auf demselben Chromosom liegen; werden häufig miteinander vererbt
homologe Chromosomen
jedes Chromosom liegt in einer menschlichen Zelle doppelt vor, einmal in mütterlicher und einmal in väterlicher Variante
Pleitropie (Polyphänie)
ein Gen steuert die Ausprägung von mehreren Merkmalen
Polygenie
Merkmale, deren Auspräguing durch mehrere Gene gesteuert werden
Epistase
Form der Polygenie; Form der Geninteraktion, bei der ein Gen die phänotypische Ausprägung eines anderen Gens beeinflusst und sogar eine komplette Unterdrückung verursachen kann
Peristase
Umwelteinflüsse, gleicher Genotyp -unterschiedlicher Phänotyp
Peristase → Reaktionsnorm eines Modellorganismus
Phänoypen, die unter wechselnden Umweltebdingungen hervorgerufen werden, z.B. Sommerfell, Winterfell