Geldpolitik

Abitur Thema: Geldpolitik

Abitur Thema: Geldpolitik


M. T.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Geldpolitik auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Inflation, Deflation, Stagflation, Preisindizes, Geldschöpfungsprozesse und die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Karteikarten erklären die Funktionen und Aufgaben der EZB, die verschiedenen Geldmengenbegriffe sowie die Autonomie und den Aufbau des Europäischen Systems der Zentralbanken. Ideal für Studierende der Finanzwissenschaften, die sich mit den Grundlagen und Mechanismen der Geldpolitik vertraut machen möchten.
Flashcards
17
Students
3
Language
German
Category
Finance
Level
University
Created / Updated
25.11.2013 / 13.12.2020

Flashcards

Funktionen des Geldes

  • Tauschfunktion: Dadurch wird der Tausch in zwei Teile zerlegt, nämlich Verkauf von Waren gegen Geld und Kauf von Waren gegen Geld

 

  • Zahlungsfunktion: Verwendung des Geldes zur Tilgung von Schulden und zur Gewährung von Krediten

 

  • Wertaufbewahrungsfunktion: Dadurch ist es möglich, die beiden Tauschakte Verkauf gegen Geld zeitlich zu trennen.

 

  • Rechenfunktion (Wertmaßstab): Damit lässt sich der Wert andere Waren Ausdrücken

Arten des Geldes

  • Zentralbankgeld: wird von der Zentralbank geschaffen, es umfasst:
  1. Bargeld (Banknoten, Münzen)
  2. Guthaben bei der Zentralbanken

 

  • Geschäftsbankgeld: wird von den Geschäftsbanken in Form von Sichtguthaben der Nichtbanken geschaffen, über das durch Barabhebung und Überweisung verfügt werden kann

Aufbau des ESZB

Das ESZB wurde geschaffen, weil im gesamten Europäischen Währungsraum nur eine gemeinsame Euro-Währung gültig ist und somit eine gemeinsame Gelpolitik besteht. Dieser besteht aus der EZB und den rechtlichen selbständigen nationalen Zentralbanken (NZB) aller 27-Mitgliedstaaten.

(Die EZB und NZB der Euro-Teilnehmerstaaten werden als Eurosystem bezeichnet. Das Eurosystem ist für die gemeinsame Geldpolitik im Euro-Währungsgebiet zuständig. Sitz in Frankfurt a.M.)

Autonomie der EZB

Die Unabhängigkeit des Eurosystems gliedert sich in vier Strukturelemente:

  • Institutionell: EZB & nationalen Zentralbanken sind unabhängig von Weisungen aus der Politik.

 

  • Funktionell: EZB ist bei der Entscheidung hinsichtlich der Methode, mit der sie ihre Aufgabe erfüllen möchte, unabhängig. (niemand kann ihnen etwas vorschreiben)

 

  • Finanziell: EZB hat einen eigenen Haushalt und bestimmt selbst über den Einsatz ihrer Mittel, mit denen sie von den Mitgliedsländern ausgestattet wird. (Direktorium entscheidet es!)

 

  • Personell: Mitglieder des EZB-Rates können nur aus schwerwiegenden Gründen durch den Europäischen Gerichtshof ihres Amtes enthoben werden (sind Beamte). Eine zweite Amtszeit für Mitglieder des Direktoriums ist ausgeschlossen. Das Führungspersonal wird führ eine möglichst langen Zeitraum gewählt (EZB-Präsident:8Jahre, Präsident der  Nationalen Zentralbanken min. 5 Jahre).

Aufgaben/Ziele der EZB S.5

Vorrangige Aufgabe ist die Sicherung der Preisniveaustabilität im gemeinsamen Währungsraum.

 

(Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das ESZB die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Gemeinschaft mit freiem Wettbewerb.)

Organe (+Aufgaben) der EZB

EZB-Direktorium: Vorbereitung der Sitzungen des EZB-Rats. Leitung und Führung...

 

 

 

EZB-Rat: Erlässt Leitlinien und Entscheidungen, die notwendig sind, um die Erfüllung der dem Eurosystem übertragen Aufgaben zu gewährleisten z.B. Festlegung der Leitzinsen. Tagen sich 14 tägig.

 

 

 

Erweitertes EZB-Rat: Koordinieren der Geldpolitik „Nicht-Euro-EU-Staaten“ und EZB zwecks Aufrechterhaltung der Preisstabilität. Bereitet die nicht-Euro-EU-Staaten auf die Aufnahme in die Euro Zone  

 

 

Geldmengenbegriffe (M1-M3)

M3 = Bargeld, Sichteinlagen, Termingelder, u.a.

Warum: Weil unser Geldmengenziel bezieht sich auf M3

Wozu dienen dann M1 und M2?

Geldschöpfungsprozesse (durch die Zentralbank)

Zentralbanken:

  • expansive Geldpolitik: ZB schöpft Geld, wenn sie Vermögensgegenstände (Devise, Wertpapiere) kaufen und mit ZBgeld zahlt oder bei Kreditgewährung Zentralbankgeld bereit stellt.
  • kontraktive Geldpolitik: ZB vernichtet Geld, wenn sie Vermögensgegenstände verkauft und sich mit ZBgeld bezahlen lässt oder zur Tilgung eingeräumter Kredite ZBgeld entgegennimmt

Geldschöpfungsprozesse (durch die einzelnen Geschäftsbanken)

  • Einzelnen Geschäftsbanken:
  • Passive Buchgeldschöpfung z.B. Kunde zahlt Bargeld auf sein Girokonto ein. Weil die GB mehr Liquidität zu Verfügung hat in Form von Sichteinlagen
  • Aktive Buchgeldschöpfung a) Bank kauft von einem Kunden Vermögengegenstände (z.B. Wertpapiere) ODER b) Bank stellt Kunden durch Kreditgewährung Mittel auf seinem Girokonto zur Verfügung z.B. Kunde nimmt Kredit auf.

Geldschöpfungsprozesse (durch die gesamten Geschäftsbanken)

  • Gesamten Geschäftsbanken (Geldschöpfungsmultiplikator)
  • Kreditgewährung in Höhe der Überschussreserve und Bareinzahlung des Kreditbetrags bei einer anderen Bank  
  • Der Geldschöpfungsprozess der Geschäftsbanken kann nur so lange andauern, bis das im Geschäftsbankensektor befindliche Bargeld vollständig durch Reserverhaltung (Mindest- und Barreserve)
  • Grenzen dieser Politik Mindest- und Barreserve, das was übrig bleibt Überschussreserve (=Zentralbankgeld- Mindestreserve – Barreserve)
  • Untereinander Geld voneinander schöpft
  • Verstehen das sich die Sichteinlage von Bank
  • Grenzen und wissen das die Überschussreserve ist

Preisindex - Definition

Misst die durchschnittliche Preisveränderung „aller“ Waren und Dienstleistungen, die von den privaten HH gekauft und verkauft werden

Preisindex - Ermittelung (Formel)

  1. L=∑(p1 *q0) *100

     ∑ (p0*q0)

 

Errechnen können!

=Summe Berichtsjahr/Summe Basisjahr*100

Preisindex - Grenzen (auch erklären können)

  • Warenkorb veraltet schnell, neue Produkte werden nicht berücksichtigt.-> Warenkorb verändern sich
  • Ausgewählte HH sind in ihrem Verbrauch nicht repräsentativ
  • Preiserhöhung aufgrund von Qualitätsverbesserungen lassen sich nur schwer beurteilen

Je länger die Berichtsjahre, desto ungenauer

Preisindex - Bedeutung (auch erklären können)

    • Tarifpartner (Gewerkschaften; -> Lohnerhöhung, Inflationsausgleich)
    • Mieter und Vermieter von Wohnungen (z.B. Miethöhe)
    • EZB (Umlauf des Geldes, richtet seine Politik danach)
    • Staat (z.B. Anpassung der Sozialausgaben)

Berechnung der Kaufkraft

  • =100/Preisniveau
  • Auch beurteilen können
  • Inflationsrate = (neuer Preisindex-alter Preisindex)/alter Preisindex *100
  • Kaufkraftveränderung ist immer negativ
  • Wie lässt sich die Kaufkraft berechnen

Unterscheidung Basispunkt – Prozentpunkt

z.B. 120% ist auf 132% gestiegen

10 Prozentpunkte

12 Basispunkte

Definitionen Inflation – Deflation – Stagflation

  • Infaltion: Nominale Geldmenge größer Reale Gütermenge

 

  • Deflation: Nominale Geldmenge kleiner Reale Gütermenge

 

  • Stagflation (Mix aus Inflation und Stagnation):

Preisniveau steigt, aber die Wirtschaft stagniert bzw. ist blockiert, der Grund hierfür ist, weil wir von bestimmten Gütern abhängig sind z.B. Rohöl (Die Wirtschaft bewegt sich nicht).   

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