Gastro 01

Anatomie Mundhöhle

Anatomie Mundhöhle


K. B.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Anatomie und Funktionen der Zunge und des Gaumens, geeignet für Studierende der Medizin. Sie behandeln die verschiedenen Muskeln, Nerven und Gefäße, die diese Strukturen versorgen, sowie deren Rolle bei der Mechanozeption, Gustation und Thermozeption. Die Karteikarten erklären auch die Bedeutung der Zunge und des Gaumens für Kauen, Schlucken, Sprechen und den Verschluss des Nasopharynx.
Karten
51
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
16.11.2015 / 19.06.2024

Flashcards

In welche 2 Räume teilt man die Mundhöhle ein?

Vestibulum oris und Cavitas oris propria.

Wodurch wird das Vestibulum oris begrenzt?

Der Mundhöhlenvorhof wird begrenzt durch die Lippen (Labia), die Wangen (Bucca) und die Zahnreihe (Dentes).

Was bildet die Begrenzung des Mundhöhle?

Die Cavitas oris propria wird begrenzt durch:
-kranial: Palatum durum/molle
-kaudal: Mundbodenmuskulatur + Zunge
-lateral/ventral: Zähne
-dorsal: Arcus palatoglossus
 

Was ist das Isthmus faucium und wo liegt es?

Die Schlundenge ist die hintere Begrenzung der Mundhöhle und bildet den Übergang zum Rachen. Gebildet wird die Enge vom Arcus palatoglossus, dem Gaumensegel und dem Zungengrund. Während des Schluckaktes entspricht diese Stelle dem Übergang von willkürlichem zu unwillkürlichem Ablauf.

Welcher Muskel formt die Lippen und welches Epithel findet man dort?

M. orbicularis oris
Außen: Mehrschichtig verhorntes Plattenepithel
Innen: Mehrschichtig unverhorntes Plattenepithel

Was bildet die knöcherne Grundlage des harten Gaumens?

Maxilla (Proc. palatinis maxillae), Os incisivum und Os palatinum (Lamina horizontalis ossis palatini).

Wie wird der Gaumen unterteilt?

In harten und weichen Gaumen.

Beschreiben Sie die Entwicklung des Gaumens.

Zuerst sind Mund- und Nasenhöhle nicht getrennt.
Die medialen Nasenwülste verschmilzen ab der 5. Woche in der Mittellinie und bilden den primären Gaumen (=Os incisivum/Os intermaxillare).
Die lateralen Gaumenfortsätze hängen erst nach unten in den Mundraum hinein, bevor sie sich an heben und zur Maxilla verbinden.
Am Punkt der Verschmelzung von Maxilla und Os incisivum befindet sich das Foramen incisivum.

Welche Einteilung der Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalte gibt es?

Inzidenz: 1:500
Lippenspalte: Das Gewebe der Oberlippe ist nicht verschmolzen und bildet eine bis zur Nase reichende Spalte.
Kieferspalte: Der Kiefer ist bis zum Foramen incisivum nicht verschmolzen.
Gaumenspalte: Die Gaumenplatten der Maxilla sind nicht verschmolzen.
Hierbei gibt es nun unterschiedliche Kombinationen.

Welche anatomischen Strukturen sind am Gaumen zu sehen und wozu dienen sie?

Die Plicae palatinae transversae dienen als Widerlager der Zunge zum Zerdrücken der Nahrung und die Raphe palati kennzeichnet die Verbindungslinie der lateralen Gaumenfortsätze.

Aus welchen Muskeln besteht der weiche Gaumen? Und welche bindegewebige Grundlage findet man?

Die bindegewebige Grundlage stellt die Aponeurosis palatina dar.
Die Muskeln des weichen Gaumens sind:
M. uvulae
M. tensor veli palatini
M. levator veli palatini

M. tensor veli palatini

U: Lamina membranacea der Tuba auditiva und Fossa scaphoidea der Ala major des Os sphenoidale (zieht um den Hamulus pterygoideus herum)
A: Gaumenaponeurose
I: N. mandibularis (V3)
F: Hebt und spannt das Gaumensegel und erweitert die Ohrtrompete

M. levator veli palatini

U: Os petrosum und Cartilago tubae auditivae
A: Gaumenaponeurose und Verbindung mit dem Muskel der Gegenseite zu einem durchgängigen Bogen
I: Plexus pharyngealis, der Fasern vom N. glossopharyngeus (IX) und N. vagus (X) erhält
F: Hebt das Gaumensegel und kann die Ohrtrompete erweitern

M. palatoglossus

U: Gaumenaponeurose
A: M. transversus linguae
I: N. glossopharyngeus (IX)
F: zieht Gaumensegel nach unten und den Zungengrund nach oben, somit Verschluss des Isthmus faucium

M. palatopharyngeus

U: Gaumenaponeurose und Hamulus pterygoideus des Os sphenoidale
A: dorsale Pharynxwand und Schildknorpel
I: N. glossopharyngeus (IX)
F: zieht Gaumensegel nach unten und den Zungengrund nach oben, somit Verschluss des Isthmus faucium

M. uvulae

U: knöcherner harter Gaumen
A: Spitze der Uvula
F: Verkürzung der Uvula, somit Auspressen der dortigen Drüsen und Verschluss des Isthmus faucium

Wozu dienen Uvula und weicher Gaumen?

Zum Verschluss des Nasopharynx gegenüber dem Oropharynx, zum Druckausgleich und zur Fremdkörperdetektion (Uvula). Außerdem sind sie beim Schluckakt wichtig.

Wie ist die Gefäßversorgung des Gaumens?

Der Gaumen wird versorgt durch die A. palatina descendens (A. maxillaris), die A. palatina ascendens (A. facialis) und die A. pharyngea ascendens (A. carotis externa).
 

Wie wird der Gaumen innerviert?

Durch die Nn. palatini major et minores und den N. nasopalatinus.

Wie ist das Epithel des Gaumens?

Mehrschichtig, unverhornt und unbewegliches Plattenepithel.

Wie ist die Histologie der Uvula?

Pharyngeal findet man eine dünne Schleimhaut und oral eine dicke Schleimhaut, die durch Gll. palatinae befeuchtet wird.

Welche Funktionen hat die Zunge?

Kauen, Schlucken, Saugen, Prüfen (Gustation, Thermozeption und Mechanozeption) sowie Sprechen.

Um welchen Faktor vergrößert die Mechanozeption der Zunge Objekte?

1,6

Welche wichtige Funktion hat unser Geschmackssinn noch?

Erstens: Genießen ;)
Zweitens: Er macht uns Appetitt auf die Dinge, die wir benötigen.

Bei welcher Erkrankung kommt es zu einer Erdbeerzunge?

Scharlach

Wann leidet man unter einer schwarzen Haarzunge?

Wenn die Papillae filiformes zu lang werden und zu stark stratifizieren.

Wann bekommt man auf der Zunge rote Stippen?

Bei einem Vitamin B12-Mangel.

Wie lässt sich die Zunge einteilen?

In Radix linguae, Corpus linguae und Apex linguae. Getrennt werden die beiden ersten Strukturen durch den Sulcus terminalis linguae.

Was befindet sich auf der Zungenwurzel?

Die Tonsilla lingualis.

Was findet man im Scheitelpunkt des Sulcus terminalis?

Das Foramen caecum. Dort befindet sich die Schilddrüsenanlage, die erst später hinabsteigt.

Welche Muskeln gehören zu äußeren Zungenmuskulatur?

M. genioglossus
M. palatoglossus
M. hyoglossus
M. styloglossus

Zu welcher Seite weicht die Zunge bei einer Hypoglossusparese ab?

Zur gelähmten Seite.

M. genioglossus

U: Spina mentalis mandibulae
A: Aponeurosis linguae
I: N. hypoglossus (XII)
F: Streckt die Zunge aus dem Mund, zieht die Zunge nach vorn und unten, Zungenbein und Epiglottis können geringfügig nach vorn gezogen werden

M. hyoglossus

U: Cornu majus und Corpus ossis hyoidei (Zungenbein)
A: Aponeurosis linguae am Zungenrand
I: N. hypoglossus (XII)
F: zieht die Zunge nach hinten und unten, senkt die Zunge zur gleichen Seite bei einseitiger Kontraktion.

M. styloglossus

U: Processus styloideus
A: Margo linguae bis Apex linguae
I: N. hypoglossus (XII)
F: zieht die Zunge nach hinten und oben, einseitige Kontraktion bewirkt eine Biegung zur selben Seite, gleichzeitig wird der Zungenrücken zur Gegenseite geneigt

Welche Muskeln gehören zur inneren Zungenmuskulatur und wie werden sie innerviert?

M. longitudinalis superior
M. longitudinalis inferior
M. transversus linguae
M. verticalis linguae
Alle werden innerviert durch den N. hypoglossus (XII)

M. longitudinalis superior et inferior

U: einheitlicher Faserzug unter der Zungenaponeurose von der Zungenwurzel bis zur Zungenspitze (superior)
Verläuft an der Unterfläche der Zunge in der ganzen Länge (inferior)
I: XII
F: beide Muskeln verkürzen die Zunge, der obere krümmt konkav und der untere konvex

M. transversus linguae

U: kommt vom Zungenrand und heftet sich zum größten Teil am Septum linguae an, zum kleineren Teil ziehen Fasern durch das Septum linguae zum gegenläufigen Zungenrand
I: XII
F: nähert die  Zungenränder aneinander und führt zur Streckung der Zunge, einzelne Fasern beteiligen sich an der Krümmung des Zungenrückens

M. verticalis linguae

U/A: steigt in entspanntem Zustand mit leicht gebogenen Faserbündeln durch die Maschen der longitudinalen und transversalen Fasersysteme zur Aponeurosis linguae auf
I: XII
F: kann die Zunge abflachen oder - bei partieller Verkürzung - eine Rinne im Zungenrücken hervorrufen
 

Besonderheiten des Zungenepithels und wie man sie sich zunutze macht

Oben: dickes, mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel
Unten: dünnes, mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel

Sublinguale Medikation!

Study