FT1_12

Löten

Löten


P. BW.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Grundlagen und Techniken des Lötens, einschließlich der Eigenschaften von Loten, Flussmitteln, und Grundwerkstoffen. Sie decken verschiedene Lötverfahren wie Flammlöten, Induktionslöten, und Ofenlöten ab, sowie die Anwendung von Schutzgas und Vakuum. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in der Technik, die sich mit den Prinzipien und Praktiken des Lötens vertraut machen möchten, um hochwertige Lötstellen zu erzielen.
Karten
83
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.08.2015 / 26.07.2019

Lernkarten

Warum existiert eine Maximallötzeit beim Löten mit Flussmitteln?

Lösungsvermögen der Flussmittel ist begrenzt.

Nach ca. 5 Minuten kann das Flussmittel keine Oxide mehr aufnehmen.

Bei Flammlötung sollte die Zeit 2 Min. nicht überschreiten,

Bei Löten unter Schutzgas mit Flussmittel kann die maximalzeit vervielfacht werden

Welche Unterschiede werden beim Löten mit Schutzgasen gemacht?

Es wird in Löten mit reduzierenden und inerten Schutzgasen unterschieden

Wie funktionieren reduzierende Schutzgase und wie laufen die Reaktionen ab?

Wirkung Auflösen der Metalloxide während der Aufheizphase, Auflösung erfolgt durch chem. Reaktion mit den reduzierenden Bestandteilen des Schutzgases.

FeO + CO → Fe + CO2
FeO + H2 → Fe + H2O
Cr2O3+ 3H2 → Cr + 3H2O
 

Wie setzen sich reduzierende Schutzgase zusammen und wie werden sie hergestellt?

 

Zusammensetzung

prozentualer Anteil an H2,
prozentualer Anteil an CO,
Mischung dieser Gase

Herstellung: partielle Verbrennung von herkömmlichen Brennstoffen (Propan, Erdgas, Stadtgas) mit Luft
 

Wie Wirken inerte Schutzgase beim Löten? Nenne Beispiele für Inerte Schutzgase

Wirkung

keine chemische Bindung mit den zu lötenden Werkstoffen bzw. Loten
Verhindern der Oxidneubildung
Aufreißen der dünnen Oxidfilme, die dann vom Lot unterwandert und abgelöst werden können.

Beispiele: alle Edelgase (Argon, Helium, ...)
 

Nenne die Verschiedenen Einteilungen von Vakuum und definiere den Begriff Vakuum

Grobvakuum 1000 - 1 mbar
Feinvakuum 1 - 10-3 mbar
Hochvakuum 10-3 - 10-7 mbar
Ultrahochvakuum < 10-7 mbar
 

Definition: Der Zustand in einem gasgefüllten Raum bei Drücken
unterhalb des Normaldrucks wird als Vakuum bezeichnet.
 

Nenne die Vorteile und Wirkungsweisen vom Löten im Vakuum

Vorteile:

keine Verwendung von Flussmittel
hochwertige Lötstelle mit guten Festigkeitseigenschaften
Bauteile bleiben metallisch blank
Lötbarkeit von Werkstücken mit sehr beständigen Oxiden wie Ta, Va, Ti, B, Zr, Al

 

Wirkung:

Verhindert aufgrund des geringen Anteils an Wasserdampf und O2 die Oxidneubildung.
Während der Erwärmung verdampfen Oxide aufgrund ihres geringeren Dampfdruckes gegenüber den Metallen.
 

Nenne die Eigenschaften von Vakuumöfen

höchste Qualität der Fügeverbindungen gleichmäßiges Erwärmen ohne örtliche Überhitzung

automatische Prozesssteuerung

besonders geeignet zum Löten von titanstabilisierten Stählen und CrNi-Stählen mit  Ni-Basisloten

 

Kosten 2 bis 3 mal so hoch wie bei Schutzgasofen
 

Nenne die verschiedenen Erwärmungsmöglichkeiten (Erwärmungseinrichtungen) beim Hart- und Hochtemperaturlöten

häufig:

Flammlöten (nur zum Hartlöten geeignet)
Induktionslöten
Widerstandslöten
Ofenlöten

seltener und teuer:

Löten durch Flüssigkeit
Löten durch Strahl
Löten durch Lichtbogen
 

Nenne die Eigenschaften vom Ofenlöten

einsetzbar beim Hart- und Hochtemperaturlöten
Flussmittel, Schutzgas und Vakuum sind verwendbar
Hochtemperaturlöten im Fein- und Hochvakuum oder im Durchlaufofen unter reduzierenden Schutzgasen
 

Nenne die Verschiedenen Vakuumofenarten mit Ihren Eigenschaften

Heißwandofen:
von außen beheizte Retorte
unter Atmosphärendruck ->Implosionsgefahr
Vermeidung: Druckgasentlastung

Kaltwandofen:
wassergekühlter Kessel
Heizkammer im Innenraum
Heizelemente aus Wolfram o. Graphit
Strahlungsbleche aus Molybdän
 

Vorteile vom Ofenlöten

Lötteile bleiben Spannungs- bzw. Verzugsfrei

Werkstücke komplizierter Form können gelötet werden.

Wärmebehandlung kann im Lötprozess integriert werden.

Welche Wärmequellen werden beim Flammlöten eingesetzt

Gasbeheizter Brenner (Brenngas – Luft- bzw. - Sauerstoffgemisch)

„Schweißbrenner“ (Acetylen - Sauerstoffgemisch, neutral bis leicht reduzierend)

Propan - Luft oder Propan - Sauerstoff möglich
 

Wie kann das Flammlöten betrieben werden und wo wird das Flammlöten eingesetzt? Nenne Bsp. für Flammlötanlagen

Das Flammlöten kann von Hand und automatisch betrieben werden
Großer Einsatzbereich: Kupferrohrinstallation
–in der Kälte- und Klimatechnik
–im Klein- und Großapparatebau
–bei Sanitär- und Heizungsinstallationen
–Gas- und Flüssiggasinstallationen im
Hausbereich

Automatisiertes Flammlöten mit Einzel- oder Mehrbrennern erfolgt
auf Rundtisch-Lötanlagen
auf Fahrwagen-Lötanlagen
auf Förderband-Lötanlagen
 

Beschreibe das Verfahrensprinzip des Induktionslöten

Induktionsspulen erzeugen ein hochfrequentes, elektromagnetisches Wechselfeld. Dadurch werden hohe Wirbelströme I im Werkstück induziert, die aufgrund des elektrischen Widerstandes R des Werkstückes zu einer Heizleistung P führen, die in die Wärmemenge Q umgesetzt wird.
 

Nenne die Formeln zur Berechnung der Erwärmung eines Bauteils mittels Induktionslöten

\(P =R* I^2\)

\(Q = P*t = R*I^2*t\)

P: Heizleistung
Q: Wärmemenge
I: Wirbelströme
R: El. Widerstand
 

Nenne die Bestandteile von Induktionsanlagen und die Vorteile einer induktiven Erwärmung

Bestandteile der Induktionslötanlage:
Mittel- und Hochfrequenzgeneratoren mit 5 - 10 kHz bzw. > 100 kHz
Induktionsspulen: wassergekühlte Kupferspulen

Vorteile der induktiven Erwärmung:
hohe mögliche Aufheizraten
kurze Gesamtprozesszeiten
einfach zu automatisieren
geringe Verlustwärme
exakte, gezielte Energieeinbringung
 

Für welches Löten wird Induktionslöten verwendet

Hauptsächlich Hartlöten

Es existieren aber auch Anwendungen im Hochtemperaurlötbereich wie das induktive Beschichten nach dem Brazecoat Verfahren oder das Breitspaltlöten.
 

Nenne das Prinzip, das Einsatzgebiet und die Berechnungsformel der Wärmemenge beim Widerstandslöten

Prinzip
Genutzt wird die durch den Joule-Effekt erzeugte Wärme. Die Wärmemenge
Q
entsteht in stromdurchflossenen elektrischen Leitern und ist abhängig von
deren Widerstand R, der Stromstärke I und der Zeit t

\(Q=I^2*R*t\)

Der Widerstand entsteht beimÜbergang starker Wechselströme mit niedriger Spannung an den Berührflächen von Elektrode und Werkstück bzw. zweier Werkstücke.

Einsatzgebiet
Überlappungen
Auflöten von Hartmetallplatten
Starkstromtechnik
 

Nenne die Verfahrensvarianten des Widerstandslöten

Löten mit Innenwiderstandserwärmung
Löten mit Kontaktwiderstandserwärmung
 

Nenne die Eigenschaften des Elektronenstrahllöten

Erwärmung im Vakuum durch einen Elektronenstrahl

Aufgrund hoher Energiedichte können an großen Bauteilen begrenzte Lötstellen auf Löttemperatur bei  geringer thermische Beeinflussung erwärmt werden.

Sehr kostenintensives Verfahren
 

Nenne die Eigenschaften des Laserstrahllötens

Anwärmen der Fügeteile und Aufschmelzen des Lots durch einen auf die Lötstelle fokussierten Laserstrahl

berührungslose Wärmeübertragung ohne Verunreinigungen durch Lötwerkzeuge

exakte Fokussierung und hohe Leistungsdichte

hohe Qualität der Lötstellen mit hoher Prozesssicherheit
 

Nenne typische Anwendungsgebiete für das Laserstrahllöten

Fügen von elektrischen und elektronischen Baugruppen

Bauelemente in der Automobilindustrie

Nenne die Verfahrensprinzipien des Lichtbogenlöten

Plasmalöten

MIG-Löten

Gleich aufgebaut wie die gleichnamigen Schweißverfahren, jedoch mit Zusatzwerkstoffen die bei deutlisch geringeren Temperaturen schmelzen.

Nenne Anwendungsgebiete des Lichtbogenlöten

Nahezu alle Industriebereiche

Weit verbreitet in der Automobilindustrie (Karosserieteile und Crashverstärkungen)

Rohrlötungen

Nenne die gebräuchlichsten Stoßformen beim Löten

Schauste

Nenne die Formeln für die zulässige Belastung und optimale Gestaltung des folgenden Stoß

Schauste

Nenne die Formeln für die zulässige Belastung und optimale Gestaltung des folgenden Stoß

Schauste

Nenne die Formeln für die zulässige Belastung und optimale Gestaltung des folgenden Stoß

Schauste

Nenne die Anwendungsbgebiete, die Vorteile und die prinzipiellen Gestaltungsrichtlinien von Überlappstößen

Anwendungsgebiete:
• dünne Bleche
• dünne Rohre
• ...

Vorteile:
• optimale Überlappungslänge einstellbar

Prinzipielle Gestaltungsrichtlinien:
vermeiden von
• konstruktiven Kerben
• konstruktiven Zusatzspannungen
• Steifigkeitssprüngen
• ...
 

Verbessere und nenne die Merkmale folgender ungünstiger überlappstöße

Schauste

Nenne die Anwendungsgebiete, Vorteile und Prinzipielle Gestaltungsrichtlinien von Stumpfstößen.

Anwendungsgebiete:
•bei unmöglichen Überlappstoß

Vorteile:
• Verdickung der Fügestelle vermeidbar

Prinzipielle Gestaltungsrichtlinien:
vermeiden von
• konstruktiven Kerben
• konstruktiven Zusatzspannungen
• Steifigkeitssprüngen
• ...
 

Erstelle günstigere Stumpfstöße als der folgend gezeigt und nenne Merkmale, die es verbessert.

Schauste

Welche Spaltverläufe können beim Löten auftreten?

Paralleler Spalt

Verengender Spalt

Erweiternder Spalt

Wie wird das Lot in folgenden Spalten den Spalt ausfüllen?

Schauste

Was ist bei nicht parallelen Spalten zu beachten?

Der Winkel zwischen den Oberflächen

Wie verhalten sich das Lot bei folgendem Spalt und wie könnte er besser gestaltet werden

Schauste

Welche Rauhtiefenbereiche sollten vor dem Löten erreicht werden? Wie können sie erreicht werden und wie sollten die Riefen ausgerichtet sein?

günstiger Rautiefenbereich Rz = 1,6 - 25 µm

bedingt günstiger Rautiefenbereich RZ = 25 - 100 µm

 

Erreichbar durch Schlichtdrehen, Schleifen, Genauschmieden

Lotfließrichtung entlang der Riefen
 

Nenne die drei Lotapplikationsformen

Lotformteil

Lot in Verbindung mit organischem Binder

Sonderformen

Nenne Beispiele für Lotformteile

• Drahtabschnitte
• Drahtringe
• Scheiben
• Blechstanzteile
• gewebtes Lotnetz
 

Lernen