Krankheitsbild


F. I.
Diese Lernkarten richten sich an Grundschüler und bieten grundlegende Informationen über das Verschlucken von Fremdkörpern. Sie behandeln Präventionsmaßnahmen wie Schluck- und Trinktraining, Behandlungsstrategien bei bewusstlosen und ansprechbaren Personen, sowie Symptome und Komplikationen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Eltern, Erzieher und medizinisches Personal, die Kinder im Umgang mit Fremdkörpern im Mund oder Atemwegen schützen und helfen möchten.
Flashcards
8
Students
4
Language
German
Category
Medical
Created / Updated
23.09.2013 / 17.11.2014

Flashcards

Krankheitsentstehung

− Verschlucken: Beim Verschlucken bleibt ein Fremdkörper im Ösophagus stecken. 

− Aspiration: Gelangen Fremdkörper in die Trachea und weiterführend, spricht man von Aspiration. Dabei kommt es zur Fehlleitung von Speisen, Spielzeugteile usw. aufgrund eines- unzureichend verschlossenen Nasen-Rachen-Raumes oder Kehlkopfes (Epiglottis).

- Entstehung: Bei körperlichen Fehlbildungen, chronischen Erkrankungen, welche die Atmung und die Nahrungsaufnahme beeinflussen (z.B. Lippen-Gaumenspalte, Apoplexie)
- Schnelles unzureichendes Kauen der Nahrung
- Sprechen während des Essens
- Gegenstände in den Mund nehmen (v.a. Kleinkinder)

Symptome

 

- Betroffener greift sich an den Hals

- Husten und Würgen

- Augentränen

- Nach Luft ringen

- Stridor (Pfeifendes Atemgeräusch)

- Dyspnoe

- Zyanose

 

 

Befund

und

die Diagnostik

 

- Die Diagnose kann durch die Anamnese und körperliche Untersuchung vermutet werden. Bildgebende Verfahren bestätigen den Verdacht.

- Bei der Auskultation kann Folgendes gehört werden:

®    ein pfeifende Atemgeräusch

®    eine exspiratorisch betonte Obstruktion

®    aufgehobene Atemgeräusche nach einer vollständigen Obstruktion

- Ein Röntgen-Thorax in 2 Ebenen ergibt fast immer die Sicherung der Diagnose. Ergänzend kann eine Spirometrie (Lungenfunktionstest) aufschlussreich sein.

Komplikationen

 

- Eine lange Zeit zwischen Aspiration und Diagnose begünstigt die Entstehung von Komplikationen.

- Obstruktion von Bronchien

- Obstruktion der Atemwege

- Atelektase (Belüftungsdefizit der Lunge oder von Teilabschnitten der Lunge)

- Aspirationspneumonie

- Erstickungstod

 

Behandlungsstrategie

(Person ist ansprechbar)

 

Ansprechbare Personen:

- Sofort aufsetzten (Oberkörperposition 45-90°)

- Beruhigen, ruhige Ansprache.

- Eng anliegende Kleidung entfernen.

- Zum Abhusten auffordern und dabei unterstützen, indem Kopf und Rumpf gebeugt wird.

- Zum kräftigen Ausatmen auffordern, um Fremdkörper nach oben zu befördern. Dabei den Hustenstoss simultan durch Zusammendrücken der Flanken mit beiden Händen unterstützen.

- Hustenstösse auslösen, indem mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter geschlagen wird. Der Betroffene muss sich dafür mit dem Oberkörper nach vornüber neigen.

Behandlungsstrategien 
(Bewusstlose Person)

 

Bewusstlose Personen:

- In stabile Seitenlage bringen.

- Mit Handballen kräftig zwischen die Schulterblätter klopfen.

Behandlungsstrategien
(weitere Massnahmen)

 

- Mundhöhle säubern, sichtbare wie auch nicht sichtbare Fremdkörper versuchen zu entfernen.
- Nichtsichtbare Fremdkörper bei Säuglingen/Kleinkindern nicht versuchen zu entfernen. Es besteht die Gefahr, dass der Fremdkörper noch tiefer in die Atemwege gedrückt werden können.
- Flüssige Fremdstoffe durch Drehen des Kopfes drainieren.
- Mundhöhle und Nasen-Rachenraum absaugen.
- Heimlich-Handgriff
- Gegenstand operativ entfernen mit Bronchoskop

Prävention

 

Patienten mit der Gefahr von Verschlucken/Aspiration…

- …Risiko-Patienten über Risiken und Folgen informieren, schulen,

    einüben und reflektieren in der Aspirationsprophylaxe.

- …nach den Mahlzeiten mind. 30 Minuten in Oberkörperhochlagerung

    beibehalten.

- …bei der Nahrungsaufnahme beaufsichtigen.

- …Schluck und Trinktraining durchführen.

- …Zeit für die Nahrungsaufnahme geben.

- …Nahrung zerkleinern.

- …Nahrung pürieren, Getränke eindicken.

- …Mundhöhle nach dem Essen inspizieren/Mundpflege.

- Säuglinge und Kinder altersgemäss ernähren.

- Kleinkindern keine kleinen Spielsachen ohne Beaufsichtigung geben.

Study