Fondsexperte - Begrifflichkeiten
Begriffe und Abkürzungen
Begriffe und Abkürzungen
-
- 1 / 23
-
Lernkarten
Fiskalpolitik
Kurz gesagt zielt die Fiskalpolitik darauf ab, die Auslastung der Produktionsfaktoren über die gesamtwirtschaftliche Nachfrage unmittelbar zu beeinflussen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die Ausgaben und Einnahmen des Staates der konjunkturellen Lage entsprechend angepasst werden.
Geldpolitik
Geldpolitik hingegen versucht, über die Steuerung der Geld- und Kreditversorgung indirekt Impulse für wirtschaftliche Entwicklungen zu setzen. Insbesondere sollen von der geldwirtschaftlichen Seite keine Störungen auf das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht ausgehen. Für die Aufrechterhaltung des Geldwertes, das heißt der Bekämpfung von Inflation, ist in erster Linie die Geldpolitik zuständig.
Verzögerungen (sogenannte Time-lags)
- Erkenntnisverzögerungsphase oder „recognition lag“: Zuerst bedarf es einiger Zeit, um überhaupt zu erkennen, welche Phase des Konjunkturzyklus erreicht ist oder welche Entwicklungen sich abzeichnen.
- Entscheidungsverzögerungsphase oder „decision lag“: Ist die Lage erkannt, erfordert es einer häufig recht langwierigen Entscheidungsfindung über die zu ergreifenden Maßnahmen, die häufig zu politischen Unstimmigkeiten führen.
- Durchführungsverzögerung oder „instrumental lag“: Die fiskalpolitischen Maßnahmen müssen installiert werden: Es bedarf ihrer parlamentarischen Legitimation. Sie müssen schließlich die staatlichen Verwaltungsgremien duchlaufen und von diesen durchgesetzt werden.
- Operationalisierungsverzögerung oder „reactional lag“: Am Ende hängt es von der Reaktionsbereitschaft und -geschwindigkeit der von den Maßnahmen Betroffenen (Unternehmen, private Haushalte) ab, inwieweit die angebotenen Maßnahmen angenommen und umgesetzt werden.
„Crowding-out“-Effekt
Begriff der Analyse allokativer Wirkungen der öffentlichen Kreditaufnahme; Hypothese, die besagt, dass durch eine kreditfinanzierte Ausweitung der Staatsnachfrage private Nachfrage in kleinerem, gleichem oder vergrößertem Umfang verdrängt wird. Damit wird die expansive Wirkung eines Deficit Spending reduziert, eliminiert oder sogar überkompensiert.
Formen der Inflation
- schleichende Inflation: jährliche Inflationsrate unter 10%
- trabende Inflation: jährliche Inflationsrate zwischen 10% und 50%
- galoppierende Inflation (Hyperinflation): jährliche Inflationsrate über 50%
Begrifflichkeiten der Inflation
Disflation - Rückgang der Inflationsrate
Deflation -
Allgemeine Preissenkungen, steigende Kaufkraft des Geldes
Inflation -
Kontinuierliche und fortschreitende Geldentwertung, also allgemeine Preissteigerungen
Stagnation - Nullwachstum (Wachstumsrate gleich oder nahe null)
Rezession - Wirtschaft schrumpft (Wachstumsrate kleiner null) in zwei aufeinander folgenden Quartalen
Stagflation - Nullwachstum bei Inflatio
Kerninflation
Neben dem Warenkorb, der alle Konsumausgaben eines Haushaltes enthält, wird auch ein Warenkorb bestimmt, der Preisveränderungen einiger Güter, wie
z.B. Energie (Strom, Gas, Benzin) und Lebensmittel nicht berücksichtigt. Die so ermittelte Preissteigerung wird als Kerninflation bezeichnet.
Die Kerninflation wird insbesondere von den Notenbanken zur Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und zur Entscheidung über die Notwendigkeit des Einsatzes geldpolitischen Maßnahmen verwendet. Begründet wird die Verwendung der Kerninflation damit, dass Rohstoff- und Lebensmittelpreise größeren Schwankungen unterliegen, deren Ursachen nicht innerhalb der betrachteten Volkswirtschaft zu finden sind.
Leistungsbilanz
Die Leistungsbilanz ist Teil der Zahlungsbilanz eines Landes und erfasst insbesondere den Export und Import von Waren. Eine positive Leistungsbilanz bedeutet, dass mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als importiert wurden. Dementsprechend wird auch relativ mehr Nachfrage nach der heimischen Währung vorhanden sein. Ein Leistungsbilanzüberschuss signalisiert somit eine Aufwertungstendenz für die heimische Währung und ein Leistungsbilanzdefizit eine Abwertungstendenz.
Kapitalbilanz
Die Kapitalbilanz zeigt die Kapitalimporte und -exporte für ein Land bezüglich der Direktinvestitionen (Erwerb von Firmen oder die Errichtung von Betriebsstätten im Ausland), der Wertpapiere und des kurz- und mittelfristigen Kreditverkehrs. Ein Kapitalbilanzdefizit liegt immer dann vor, wenn die Kapitalausfuhr die Kapitaleinfuhr übersteigt (Nettokapitalexport). Für die Anlage im Ausland muss die heimische Währung in ausländische Währung getauscht werden. Hierdurch steigt auf den Devisenmärkten das Angebot an heimischer Währung und es besteht eine Abwertungstendenz. Ein Kapitalüberschuss (Nettokapitalimport) signalisiert demgegenüber eine Aufwertungstendenz, da die Nachfrage nach der heimischen Währung steigt.
Unternehmerisches Risiko
Mit dem Erwerb der Aktie beteiligt sich der Aktionär an der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft: Er wird quasi Unternehmer und eröffnet sich die damit verbundenen Chancen, trägt aber zugleich auch die Risiken.
Das unternehmerische Risiko enthält für den Aktionär die Gefahr, dass sich das
Investment anders entwickelt als ursprünglich erwartet. Auch kann er nicht mit
Sicherheit davon ausgehen, dass er das eingesetzte Kapital zurückerhält. Im Extremfall, d.h. bei Konkurs des Unternehmens, kann ein Aktieninvestment einen vollständigen Verlust des Anlagebetrages bedeuten bzw. bei nicht voll auf den Nennwert eingezahlten Aktien (etwa bei einigen Versicherungen) sogar eine Nachschusspflicht hervorrufen.
Kursänderungsrisiko
Aktienkurse weisen unvorhersehbare Schwankungen auf. Kurz-, mittel- und langfristige Aufwärts- und Abwärtsbewegungen lösen einander ab, ohne dass ein fester Zusammenhang für die Dauer der einzelnen Phasen herleitbar ist.
Langfristig sind die Kursbewegungen durch die Ertragslage der Unternehmen bestimmt, die ihrerseits durch die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der politischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Mittelfristig überlagern sich Einflüsse aus dem Bereich der Wirtschafts-, Währungs- und Geldpolitik. Kurzfristig können aktuelle, zeitlich begrenzte Ereignisse wie Tarifkonflikte oder auch internationale Krisen Einfluss auf die Stimmung an den Märkten und damit auf die Kursentwicklung der Aktien nehmen.
Cumulative Default Rate
Diese Kennzahl zeigt an, wie viel Prozent der Schuldner derselben Rating-Kategorie ihre Zahlungsverpflichtungen nach Ablauf einer gewissen Zeit durchschnittlich nicht fristgerecht erfüllt hatten.
No Load Funds
No Load Funds sind durch den Verzicht auf jeglichen Ausgabeauf- und Rücknahmeabschlag gekennzeichnet, während Loaded Funds entsprechende Entgelte erheben. Eine neue Form der No Load Funds in Deutschland repräsentieren die Trading-Fonds. Die TradingFonds kompensieren die fehlenden Ausgabeaufschläge durch vergleichsweise hohe Verwaltungsentgelte.
Exchange Traded Funds (ETF)
Ein Exchange-traded fund (ETF) (zu Deutsch: börsengehandelter Fonds) ist ein Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird. ETFs werden meist passiv verwaltet und werden im Normalfall nicht über die emittierende Investmentgesellschaft, sondern über die Börse am Sekundärmarkt erworben und veräußert
Total Expense Ratio
Einen Anhaltspunkt dafür, mit welchen prozentualen Festkosten ein Anleger bei der Anlage in Investmentfonds rechnen muss, liefert die Gesamtkostenquote bzw. Total Expense Ratio (TER). Die TER ist eine Kennziffer, die alle innerhalb eines Geschäftsjahres in einem Fonds entstehenden operativen Kosten zusammenfasst. Diese Gesamtkostenbelastung wird in Prozent des durchschnittlichen Fondsvermögens angegeben. Neben der Managementvergütung und Depotbankvergütung umfasst sie Prüfungskosten oder die Kosten der Bekanntmachung von Berichten und Anteilspreisen. Erfolgsabhängige Vergütungen, wie sie von einigen Gesellschaften erhoben werden, und Transaktionskosten für den Kauf und Verkauf der Wertpapiere sind nicht enthalten. Ebenso wird der einmalig anfallende Ausgabeaufschlag nicht mit eingerechnet.
Volatilität
Die Volatilität ist ein Maß für die Intensität der Schwankungen der Renditen eines Anlageobjektes um ihren Mittelwert. Je höher die Volatilität ist, desto stärker sind die Renditeschwankungen und desto höher ist der Risikogehalt der Anlage.
Die Volatilität misst das Gesamtrisiko einer Anlage. Es wird keine Differenzierung in unsystematische und systematische Risiken vorgenommen. Es gilt: Je höher die Volatilität, desto höher ist das Gesamtrisiko der Anlage.
Betafaktor
Der Betafaktor ist ein Maß für das systematischeRisiko einer Anlage.
Er misst die Sensitivität des Kurses bzw. der Rendite eines riskanten Einzelwertes in Bezug auf die Kurs- bzw. Renditeänderung eines repräsentativen Marktindexes (z.B. dem DAX).
Korrelation
Die Korrelation, ausgedrückt in dem Korrelationskoeffizient, gibt die
Richtung und Stärke des Zusammenhangs zwischen zwei unabhängigen Größen an, z.B. der Kursveränderung einer Aktie und der eines Marktindexes. Der Korrelationskoeffizient ist auf den Bereich von –1 bis 1 normiert.
Ausfallwahrscheinlichkeit
Die Ausfallwahrscheinlichkeit (englisch: shortfallrisk) ist ein Risikomaß, das die Wahrscheinlichkeit beziffert, mit der eine Anlage eine Rendite erwirtschaftet, die unterhalb einer individuell festgelegten
Mindestrendite (englisch: threshold) liegt.
Hedge Fonds
Der Begriff Hedge Fonds entstand in den späten 40er-Jahren, als die ersten Institutionen im Markt auftauchten, die sich gezielt bestimmten Anlagestrategien verschrieben hatten. Der Name knüpft an eine dieser Strategien an, für die die Einnahme gegensätzlicher Positionen in verschiedenen Aktien derselben Branche charakteristisch ist. Hierdurch wird die Wertentwicklung der Gesamtposition gegen starke Marktbewegungen „gehedgt“, d.h. abgesichert, während man von der relativen Wertentwicklung einer einzelnen Aktie profitieren kann.Hedge Fonds-Manager verfolgen das Ziel, eine positive absolute Rendite unabhängig von Markttrends zu erwirtschaften. Sie können die volle Bandbreite von Anlageklassen und Finanzinstrumenten einsetzen. Um eine größere Hebelwirkung zu erzielen, besteht die Möglichkeit einer Kreditaufnahme sowie von Leerverkäufen. Die meisten Manager konzentrieren sich auf ganz bestimmte Investmentstrategien
Private Equity
Kapitalanlagen in Private Equity sind unternehmerische Eigenkapital-Beteiligungen in nicht börsennotierte Unternehmen. Die Beteiligungen dienen dem Zweck der Finanzierung des Wachstums junger Unternehmen oder spezieller Anlässe wie z.B. Restrukturierungsmaßnahmen. Die Investoren erwerben einen Gesellschaftsanteil. Ziel ist die Realisierung von Gewinnen aus der Veräußerung der Beteiligungen nach vollzogener Wertsteigerung.Kapitalanlagen in Private Equity sind unternehmerische Eigenkapital-Beteiligungen in nicht börsennotierte Unternehmen. Die Beteiligungen dienen dem Zweck der Finanzierung des Wachstums junger Unternehmen oder spezieller Anlässe wie z.B. Restrukturierungsmaßnahmen. Die Investoren erwerben einen Gesellschaftsanteil. Ziel ist die Realisierung von Gewinnen aus der Veräußerung der Beteiligungen nach vollzogener Wertsteigerung. Als Venture Capital wird das Segment des Private Equity Marktes bezeichnet, bei dem die Anleger in Unternehmen investieren, die sich in einer sehr frühen Entwicklungsphase befinden. Venture Capital findet sich vor allem in innovativen Branchen wie dem Internet-, Informations- und Biotechnologiebereich.
Sharpe-Maß
Das Sharpe-Maß misst die Überschussrendite eines Portfolios pro Risikoeinheit. Unter der Überschussrendite (auch als Excess Return bezeichnet) wird hierbei die Differenz zwischen der erwirtschafteten Portfoliorendite und dem Zinssatz für eine risikolose Geldmarktanlage verstanden. Als Risikomaß wird die Volatilität verwendet, d.h., es wird das Gesamtrisiko des Portfolios betrachtet
Foreign Exchange Market, FX Market, auch Forex, Währungsmarkt
ist der ökonomische Ort, an dem Devisenangebot und Devisennachfrage aufeinander treffen und zum ausgehandelten Devisenkurs getauscht werden. Der Devisenmarkt lässt sich nicht lokalisieren, weil der Devisenhandel ganz überwiegend zwischen den Marktteilnehmern direkt stattfindet und Devisenbörsen weitgehend abgeschafft wurden oder bedeutungslos geworden sind.
Der Devisenmarkt ist mit einem Tagesumsatz von ca. 4 Billionen US-Dollar im Jahr 2011[1] der größte Finanzmarkt der Welt.