Finanzwissenschaftliche Steuerlehre - Steuerinzidenzanalyse
Modul im Bachelor VWL an der FU Berlin, WiSe14/15
Modul im Bachelor VWL an der FU Berlin, WiSe14/15
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D. G.
D. G.
Diese Lernkarten behandeln grundlegende Konzepte der Steuerinzidenzanalyse in der Finanzwissenschaft. Sie beleuchten die Verteilung der Steuerlast zwischen Konsumenten und Produzenten, insbesondere in offenen Volkswirtschaften und monopolistischen Märkten. Die Karteikarten erklären die Auswirkungen von Wert- und Mengensteuern, die Rolle der Elastizitäten und die Steuerüberwälzung. Sie eignen sich für Studierende der Volkswirtschaftslehre, die ein tieferes Verständnis der Steuerwirkungen in verschiedenen Marktstrukturen erlangen möchten.
Karten
28
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
VWL
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
18.02.2015 / 21.06.2023
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Lernkarten
offene Wirtschaft - Steuerinzidenz Bodenbesitzer
Formale Herleitung
- Die Inzidenz für den immobilen Fator: Verhältnis von Veränderung des Renteneinkommens in Land i \((d\pi_i)\) und Steueraufkommen in Land A \((dtK_A)\)
- So weit die Steuerlast nicht vom mobilen Faktor Kapital getragen wird, trägt sie der immobile Faktor Boden-
- Die Renteneinkommen in den beiden Ländern betragen
\(\pi_A=F(K_A)-(r+t)*K_A \\ \pi_B=G(K_B)-r*K_B\) - Ableitung der Bodenrente:
\({d\pi_a \over dt}=[F'(K_A)*K'_A-(r+t)*K_A'-K_A]*\big({dr \over dt}+1\big)\) - Wegen \(F'(K_A)=r+t\) gilt:
\({d\pi_A \over dt}=-\big({dr \over dt} + 1\big) *K_A\) - Teilen durch \(K_A\)und einsetzen von (3) für \((dr/dt)\):
\((4) \qquad {d\pi_A \over dt}*{1 \over K_A}=-{\eta_B * K_B \over \eta_A *K_A+\eta_B*K_B} \leq 0\) - entsprechend
\((5) \qquad {d\pi_B \over dt}*{1\over K_A}={\eta_A*K_B \over \eta_A * K_A + \eta_B * K_B} \geq 0\) - Die Belastungsmaße müssen sich zu -1 addieren.
- Spezialfälle
- symmetrische Länder
- kleines Land
offene Wirtschaft - Symmetrische Länder
- Die Länder haben
- identische Produktionsfunktionen
- gleichen Kapitalbestand \((K_A=K_B)\)
- Elastizitäten \((\eta_A=\eta_B)\)
- Die Effekte einer marginalen Einführung einer Steuer in Land A erhalten wir durch einsetzen in (3), (4) und (5):
- Kapital trägt die gesamte Steuerlast
- Landbesitzer in A verlieren im Umfang des (halben) (marginalen) Steueraufkommens
- Landbesitzer in B gewinnen im selben Umfang
offene Wirtschaft - Spezialfall: Kleines Land
- unelastische Nachfrage im Inland (A) oder vollkommen elastische Nachfrage im Ausland (B): \(\eta_A<\infty\) und \(\eta_B=\infty\).
- Für die marginale Einführung einer Steuer ergibt sich durch Einsetzen in (3), (4) und (5):
- Weltweites Kapital trägt keine Last.
- Inländische Bodenbesitzer tragen die volle Last
\({d\pi_A \over dt}*{1 \over K_A}=-{\eta_B*K_B \over \eta_A*K_A+ \eta_B*K_B}=-1\) - Ausländische Bodenbesitzer sind von der Steuer nicht betroffen.
\({d\pi_B \over dt}*{1 \over K_A}={\eta_A*K_B \over \eta_A*K_A + \eta_B*K_B}=0\)
Ergebnis - Steuerinzidenz in offene Wirtschaft
- Der Versuch, in einer offenen VW einen mobilen Faktor zu besteuern, führt in vielen Fällen dazu, dass ein großer Teil der Steuerlast letztlich auf den inländischen immobilien Faktor fällt.
- Dies ist insbesondere dann bedeutssam, wenn die Kapitalnachfrage der restlichen Welt sehr elastisch ist, wie im Fall eines kleinen Landes angenommen werden kann.
- Eine solche Schlussfolgerung gilt nur für die Annahme, dass die Faktormärkte kompetitiv sind.