Familien werden

Familienstrukturen und -Dynamiken, Familie und Gesellschaft, Familie und Pflege

Familienstrukturen und -Dynamiken, Familie und Gesellschaft, Familie und Pflege


I. B.
Diese Lernkarten behandeln grundlegende Aspekte von Familienstrukturen und deren Bedeutung in der Gesellschaft. Sie beleuchten verschiedene Familienformen, die Rolle der Familie in der Gesellschaft, sowie Herausforderungen und Dynamiken innerhalb von Familien, wie Gewalt, Erziehung und psychologische Auswirkungen. Der Inhalt richtet sich an Fachkräfte im medizinischen und pflegerischen Bereich, die ein tieferes Verständnis für Familienstrukturen und deren Einfluss auf die individuelle und gesellschaftliche Entwicklung benötigen.
Flashcards
22
Students
3
Language
German
Category
Medical
Created / Updated
12.12.2013 / 10.05.2023

Flashcards

1) Was bedeutet Familie für Sie?

Geborgenheit, Vertrauen

Heimat, Ohne Familie ist es unmöglich, mit ist es manchmal schwierig

Hilfe wenn es hart auf hart kommt, Kann ich sein, wie ich bin

Liebe/Unterstützung, Streit/Konfrontation/Streiten lernen/Angst und Schrecken

Skript 1.2.1 Familie werden

2. Was aus all diesen oben genannten „Werten“, die für Sie Familie verkörpert, tragen Sie, mit welcher Konsequenz für den Berufsalltag in die tägliche Pflegearbeit?

Alles, da ich das, was ich geworden bin in und durch meine „Lebenserfahrungen“ mit meiner Familie geworden bin.

Unterschiede in Bezug zum Berufsalltag bestehen „nur graduell, nicht prinzipiell“

3. Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrer Werteauflistung für die Ausübung Ihrer Pflege?

--> Skirpt S. 2

es ist wichtig, professionell mit den verschiedenen Wertevorstellungen in der Pflege umzugehen.

Das heisst also, dass ich mir meinen Werten gegenüber bewusst bin, jedoch auch andere erkenne und akzeptiere.

Somit nehme ich eine professionelle Haltung gegenüber meinen Patienten ein.

4. Nehmen Sie Stellung zur Definition von Familie von M.L.Friedemann

a. Definition

 

 

„Wir sehen Familie als den Kreis nahe stehender Menschen, den der Patient selber als seine Familie bezeichnet“.

 

  • Die Familie ist eine Einheit
  • Die Mitglieder können verwandt sein oder nicht, können zusammenleben oder nicht
  • Familie hat Kinder oder nicht
  • Es bestehen Bindungen und Zugehörigkeitsgefühle unter den Mitgliedern, einschliesslich zukünftiger Verpflichtungen
  • Die fürsorgliche Funktion innerhalb der Familie beinhaltet Schutz, Ernährung und Sozialisation der einzelnen Mitglieder.

 

4.  b. Nehmen Sie Stellung zur Definition von Familie von M.L.Friedemann

Schlussfolgerung:

  • die Fam. einer bestimmten Person besteht daraus, die diese Peson als Fam. betrachtet also aus all denen, die diese Person als ihre Familie betrachtet. Das heißt, dass die Familienmitglieder jene Mitmenschen sind, mit denen sich die Person verbunden fühlt und Kontakt pflegt.
  • Sie kümmert sich um sie, freut sich über ihre Anwesenheit, macht sich Sorgen um sie, oder regt sich über ihre Lebensweise auf.
  • müssen nicht unbedingt verwandt sein. Manchmal übernehmen gute Freunde die Funktionen einer Familie.

5. Definieren Sie den Begriff psychologisch „Kernfamilie“

die Familie, die ich selbst gegründet habe. Sie besteht aus zwei Generationen

  • Elterngeneration
  • Kind-Generation dieser Eltern (unabhängig von der Anzahl und genetischer Herkunft der Kinder)

S.3

6. Definieren Sie den Begriff „Grossfamilie“.

Familienverband in dem mindestens 3 Generationen in einem Haushalt zusammenleben.

(nicht unbedingt im gleichen Haus jedoch örtlich sehr nahe-Bsp. Alterhöckli).

Anmerkung: Der Begriff Grossfamilie wird alltagssprachlich oft auch für „Kernfamilien mit mehr als 3 Kindern“ verwendet. Ist in diesem Sinne jedoch unscharf.

S.4

7. Definieren Sie den Begriff „Herkunftsfamilie“.

Die Herkunftsfamilie ist jene Familie aus der ich „stamme“ (Stammbaum). Meine Eltern und Geschwister stellen meine Herkunftsfamilie dar.

Im weiteren Sinne zählen letztlich alle meine „Ahnen“ zu meiner Herkunftsfamilie.

8. Wie ist die Familie rechtlich definiert?

Definitionsgemäss sind alle Ehepaare und Alleinerziehenden mit ledigen Kindern im gleichen Haushalt eine Familie.

Aber auch Ehepaare, deren Kinder bereits aus dem Haushalt ausgeschieden sind lassen sich zweifelsfrei als eine Familie definieren.

Eine einheitliche rechtliche Defintition von Familie existiert noch nicht. S.4

9. Welche psychologische Wirkung hat die Herkunftsfamilie auf die Kernfamilie?

Aus der Herkunftsfamilie stammt das gesamte emotionale & soziale Erbe. Dieses „emotionale Erbe“ wirkt im psychodynamischen Sinne in der Kernfamilie weiter und leistet einen nicht unerheblichen Beitrag zum „Gelingen“ und auch „Misslingen“ von Familienaufbau.

Ziel und Wachstumsaufgabe einer Familie ist jedoch nicht, der Herkunftsfamilie die Schuld zuzuschieben, sondern die emotionalen „Altlasten“ selbstverantwortet aufzuarbeiten.

Zu diesem Aufarbeitungsprozess kann auch eine seelische oder körperliche Erkrankung zählen, weshalb es in der Pflege wichtig ist, nach den „möglichen Hintergründen“ für eine Gesundheits- bzw. Krankheitssituation eines Menschen zu fragen.

S.5

10. Erläutern Sie ihr Verständnis des Ausspruchs von Martin Buber: Das Ich wächst als Du?   Nehmen Sie Stellung zu der Aussage: Familie werden beinhaltet drei grosse Herausforderungen

  1. die Selbstwerdung
  2. die Partnerwerdung
  3. Familienwerdung in der Kernfamilie

 

Das Gegenüber (das Du) spiegelt meine „unerlösten“, d.h. noch zu entwickelnden Anteile. Oder: „Was mich an Dir stört, hat immer auch mit mir zu tun und bedarf der „Ausbildung“.

 

Das Gegenüber stellt hierbei die emotionale „Reibungsfläche“ dar, an dem eigene seelischen Verwundungen sichtbar werden. Hierdurch wird ein aufarbeiten möglich, geschieht jedoch viel zu selten. Häufigster, jedoch nicht in allen Fällen, destruktiver Aufarbeitungsmechanismus stellt Trennung/Scheidung dar

Eindeutig destruktiv wirken Mechanismen mit verschiedenen Formen von Gewalt (psychisch/physisch/ökonomisch).

S. 6

11.  Beurteilen Sie folgende Aussage:

„Die Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft und verdient deshalb auch      gesellschaftlichen (Gesetzlichen) Schutz und gesellschaftliche Unterstützung!“

Da Familien mit iherer Kinderplanung und Erziehung dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft funktioniert und dass unsere Generation auch in Zukunft erhalten bleibt. Deshalb wird sie als Keimzelle der Gesellschaft bezeichnet.

Ich denke man kann den Begriff durchaus verwenden und finde es auch gut, dass dies Anlass gibt die Familien zu unterstützen und dies auch im Gesetz festzuhalten.

12. Welche Leistungen vollbringt Familie für die Gesellschaft?

Siehe LP s. 10!!

 

Sie sind es, die

  • Es als wichtig, wahrscheinlich sogar wichtigste Bezugspersonen, Ihrem Kind ermöglichen, Geborgenheit und Sicherheit zu erfahren und dadurch innere Stabilität zu entwickeln.
  • In der gemeinsamen Zeit mit Ihren Kindern ein Stück von Ihnen, von Ihrer Persönlichkeit, von Werten und Haltungen, die Ihnen wichtig sind, weitergeben.
  • Sich immer wieder bemühen, ihren Kindern das Gefühl zu geben, wichtig zu sein, und Zeit, Geduld und Anteilnahme schenken.
  • In ihrer Familie ein Übungsfeld für Auseinandersetzungen, Kampf und Versöhnung geben, und die als Eltern schlichten, erklären und vermitteln.
  • Als Eltern gegenüber ihren Kindern Verantwortung tragen, die weit über den Tag hinaus reicht. Diese Verantwortung können Sie weder delegieren noch kündigen.

13. Wie hoch ist die aktuelle Geburtenrate aller gebärfähigen Frauen in der  Schweiz?

Im Jahre 2010 betraf die Geburtenrate 1.52 Kinder pro Frau

14. Wie hoch müsste die Geburtenrate sein, um ein ausgeglichenes Bevölkerungswachstum in Bezug auf die Altersstruktur zu erreichen?

Um den Generationenbestand der Schweiz langfristig erhalten zu können, wäre eine Geburtenrate von 2.1 Kinder je Frau notwendig.

Die Gefahr ist nicht die Überalterung, sondern die Unterjüngerung der Bevölerkung.

15. Was bedeutet der Vergleich dieser beiden Faktoren miteinander in Bezug auf die zukünftige Entwicklung?

  • Immer weniger junge Menschen stehen immer mehr ältere Menschen mit Lasten und Pflichten gegenüber
  • Zukünftige Unterjüngung /Überalterung mit den entsprechenden grossen Herausforderungen gerade im Gesundheitswesen. (Pflege und Betreuung, auch zuhause in der Familie werden noch weiter zunehmen).
  • Es bräuchte mehr „Mut zur Familie“, um diese Entwicklung (mit langer Latenz) wieder umzukehren.

S.9

16. Welche Familienformen finden sich in der heutigen „Individualgesellschaft“?

  • Hauptform immer noch die Kleinfamilie (sowohl real, als auch als Wunsch der meisten jungen Menschen in präfamiliärem Stadium
  • Daneben existieren mittlerweile eine Vielzahl anderer Familien- und Partnerschaftsmodelle z.B.
    • DINKS (Double Inkome No Kids)
    • LAP (Lebensabschnittspartnerschaften/ mit & ohne Kinder)
    • LAT (Living Apart Together) mit/ohne Kinder (Paare wohnen getrennt)
    • Konkubinatspaare mit/ohne Kinder
    • Alleinerziehende Frauen/Männer (Einelternfamilie)
    • Patchworkfamilie
    • Homosexuelle Paare mit Kindern (meist Frauen)
    • E-P’s (eingetragene Partnerschaft)
    • Regenbogenfamilie (Kinder die bei zwei gleichgeschlechtlichen Partnern aufwachsen)àEigene Kinder aus früherer Ehe mitgebracht (früher hetero, dann homosexuell)

17. Quelle: Präventionskonzept CH-/Sept. 2005

Siehe LP S. 11!!

18. Wie viele Mädchen werden pro Jahr sexuell missbraucht?

Man geht davon aus, dass mind. jedes fünfte Mädchen und jeder zehnte Junge Opfer sexueller Übergriffe werden, bevor sie 18 Jahre alt sind.

Die Dunkelziffer ist dabei nach wie vor sehr hoch.

S.11

unsichere Zahlen!: 300'000 Mädchen jährlich

19. Wie ist die Verteilung der "TäterInnenschaft" in Bezug auf Tätger ausserhalb der Familie und innerhalb der Familie?

Siehe Skript S. 11

Inzest= sexuelle Handlung zwischen nahen Verwandten oder, zw. Kind und einem Erw. mit Erziehungsfunktion. Dies ist die häufigste Form sexueller Ausbeutung.

Geschätzt: 80% der sexuellen Übergriffen auf Kinder durch Familienmitgleid

90% durch ein dem Kind bekannten Person,

10% durch Unbekannte begangen.

20. Wo können Sie sich beraten lassen, bzw. Hilfe holen, bei Verdacht auf Gewalt an Kindern/in der Familie?

www.kapo.tg.ch dann Suchfeld: Gewalt, listet einige, auch anonym anrufbare Anlaufstellen auf, bei denen Beratung kostenlos gewährleistet wird.

21. In welcher Weise können Sie sich in ihrem Praxisfeld vorstellen mit Gewaltsituationen an Kindern konfrontiert zu sein?

(Insgesamt ist in diesem Zusammenhang äusserste Vorsicht mit Interpretationen und „Verdachtsdiagnosen“ geboten. Fehlurteile und falscher Verdacht kann seelisch selbst wiederum traumatisierten).

Mögliche Konfrontation mit Gewaltphänomen in jeglichem Praxisfeld

  • Traumatisierte Menschen, bei denen durch eine körperliche Berührung die Traumatisierung wieder aufbricht

Psychiatrie ggf.

  • Bei Menschen mit Borderline-Störungen
  • Forensik, Täter die in einer Massnahme sind
  • Abklärungs- und Aufnahmezentrum der PDT

Akutsomatik/Pädiatrie

  • Kinder, die von Erwachsenen massive Gewalt erfahren haben (Schütteln des Säuglings bis frakturenauslösende Hiebe)
  • Ebenso Betreuung von Täterinnen und Tätern, nachdem sie sich selbst-aufgrund der Gewalttat an anderen-Verletzungen zugefügt haben.

Reha

  • Je nach Schwere/Ausmass der Traumatisierung im physisch-psychischen Bereich

Siehe Skirpt S.12

 

Study