Fachdidaktik Biologie

Kompetenzen, Modelle, Medien im Unterricht etc.

Kompetenzen, Modelle, Medien im Unterricht etc.


A. K.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Fachdidaktik der Biologie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf zentrale Konzepte wie Kompetenzen, Basiskonzepte, Zellen und biologische Systeme, sowie auf die Fähigkeiten der Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung. Die Karteikarten eignen sich besonders für Studierende und Lehrkräfte, die sich mit der Vermittlung von Biologie auseinandersetzen, da sie sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungen abdecken.
Karten
20
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
11.02.2014 / 16.05.2015

Lernkarten

Was macht die Biologie zu einer autonomen Wissenschaft? 

  • Theorien beruhen auf Konzepten (nicht Gesetzen) 
  • duale Kausalität: Naturgesetze + Steuerung lebender Prozesse durch genetisches Programm

Konzepte in der Biologie (Bsp.)

  • Konzept der Evolution 
  • Territorium
  • Partnerwahl
  • sexuelle Evolution
  • natürliche Auslese
  • Kompartimentierung der Zelle 
  • Wachstum durch Zellteilung 

Selektionstheorie 

  • Charles Darwin (1802-1882)
  • The Origin of Species 1859 --> Beginn einer intellektuellen Revolution 
  • keine Auslese, sondern Eliminierung! 

Reduktionismus 

  • Annahme: man muss ein System nur in seine kleinsten Einheiten zerlegen, dann versteht man, wie es funktioniert 
  • Denkweise gibt es auch heute noch: Menschliches Genom --> entschlüsselt, jetzt muss man alle erbbedingten Krankheiten verstehen?!
  • Eigenschaften von Wasser nicht durch seine Bestandteile noch durch Kenntnis der Struktur verständlich

Orthogenese/Orthogenetiker 

  • Das Leben besitzt eine Tendenz, sich durch eine innere und eine externe Kraft weiterzuentwickeln 
  • Lamarck! (1744-1829) --> Idee der zielorientierten Evolution 

Konzepte im Unterricht --> KLP 

  • Konzeptbezogene Kompetenzen --> beschreiben Inhaltsdimensionen; legen Fachwissen fest und beziehen sich auf Basiskonzepte 
  • Basiskonzepte: grundlegende, für den Unterricht eingegrenzte, nachvollziehbare Ausschnitte fachlicher Konzepte und Leitideen: System, Struktur und Funktion, Entwicklung 

Beispiele für Theorien

  • Zelltheorie (Schwann, Schleiden 1838; Virchow 1855): Erkenntnisse: 
  1. Alle Organismen bestehen aus Zellen 
  2. Zellen sind die Grundbausteine des Lebens 
  3. Alle Zellen entstehen aus bereits existierenden Zellen 
  • Endosymbiontentheorie (Schimper 1883, Altmann 1890) 
  • Zu jeder Theorie gehören zahlreiche Hypothesen, die sich gegenseitig unterstützen und durch Experimente bestätigen lassen 

Bildungsstandards 

  • national --> KMK, BMBF
  • es wird definiert, was SuS zum Zeitpunkt des Mittleren Schulabschlusses (10. Schuljahr) in den Bundesländern künftig können und wissen sollten (Zielvorgaben)
  • Aufbau:
  1. Beschreiben den Beitrag der Biologie zur Bildung
  2. weisen Kompetenzbereiche aus (4 Stück: Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation, Bewertung)
  3. diese werden durch Standards konkretisiert
  4. fachspezifische Beschreibung der AFB anhand von Aufgabenbeispielen
  5. Ziel: naturwissenschaftliche Grundbildung (Scientific Literacy)
  6. legen drei Basiskonzepte fest (System, Struktur & Funktion, Entwicklung 

Definition Kompetenz (Weinert 1999)

Die bei Individuen verfügbaren oder von ihnen erlernbaren Fähigkeiten und Fertigkeiten, bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können. 

Was sind Kompetenzen? 

  • Kompetenzen sind erlernbare, kognitiv verankerte (weil wissensbasierte) Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eine erfolgreiche Bewältigung bestimmter Anforderungssituationen ermöglichen. 
  • Im Kompetenzbegriff fallen Wissen und Können zusammen; er umfasst auch Interessen, Motivationen, Werthaltungen und soziale Bereitschaften. 

Wie zeigt sich der Erwerb einer Kompetenz? 

Der Erwerb einer Kompetenz bzw. das erreichte Niveau zeigen sich in der (überprüfbaren) Performanz, also in der Art und Weise bzw. dem Grad erfolgreicher Siuationsbewältigung. 

Unterschied fachliche/überfachliche Kompetenzen (+ Beispiele)

  • fachliche Kompetenzen: 
  • überfachliche Kompetenzen: 

wieviele Kompetenzbereiche gibt es und wie heißen sie? 

  • Die Bildungsstandards für Biologie, Chemie und Physik strukturieren die fachspezifischen Kompetenzen in vier Kompetenzbereiche 
  1. Fachwissen 
  2. Erkenntnisgewinnung 
  3. Kommunikation  
  4. Bewertung 

Worum geht es im Kompetenzbereich Fachwissen? 

Lebewesen, biologische Phänomene, Begriffe, Prinzipien und Fakten kennen und den Basiskonzepten zuordnen

Worum geht es im Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung? 

  • Die Schüler erwerben die Fähigkeit, naturwissenschaftliche Fragestellungen zu erkennen, diese mit Experimenten etc. hypothesengeleitet zu untersuchen und Ergebnisse zu verallgemeinern 
  • Naturwissenschaftliche Erkenntnis basiert im Wesentlichen auf einer Modellierung der Wirklichkeit --> Arbeit mit Modellen und Theorien --> Veranschaulichung, Erklärung, Vorhersage
  • auch: Reflexion der Erkenntnismethoden 
  • Das Anwenden einzelner Schritte naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung wie das Stellen von Fragen und Hypothesen, das Planen und Durchführen eines Versuches, das Auswerten der Ergebnisse und Reflektieren der Hypothese und der Versuchsbedingungen
  • Das Auseinandersetzen mit der Evolutionstheorie
  • Das Verwenden von Modellen und Modellieren sowie deren kritische Reflexion 

Worum geht es im Kompetenzbereich Kommunikation? 

Informationen sach- und fachbezogen erschließen und austauschen. 

z.B. Entwickeln und Anwenden von Fachsprache, vielfältiger Umgang mit Informationsträgern wie Bildern, Graphiken, Tabellen, Graphen; Kommunikation in verschiedenen Sozialformen 

Worum geht es im Kompetenzbereich Bewertung? 

biologische Sachverhalte in verschiedenen Kontexten erkennen und bewerten und ethisch überlegt urteilen. 

z.B.: 

  • zw. deskriptiven und normativen (ethischen) Aussagen unterscheiden können 
  • Unterschiedliche Perspektiven einnehmen und andersartige Urteilsbildung kennen lernen 
  • Bilden und begründen eigener Wertungen mit normativen Kriterien 

Wie wird "naturwissenschaftliche Grundbildung" definiert? 

..ist die Fähigkeit, naturwissenschaftliches Wissen anzuwenden, naturwissenschaftliche Fragen zu erkennen und aus Belegen Schlussfolgerungen zu ziehen, um Entscheidungen zu verstehen und zu treffen, die die natürliche Welt und die durch menschliches Handeln an ihr vorgenommenen Veränderungen betreffen. 

Wie verändern die neuen Biostandards den Biologieunterricht? 

  • outputorientiert
  • schülerzentrierter 
  • Kompetenzen werden durch Aufgaben konkretisiert --> die Aufgaben veranschaulichen die Kompetenzen 
  • Aufgaben stehen im Mittelpunkt eines kompetenzorientierten Unterrichts --> d.h. durch das Lösen der Aufgaben werden die SuS kompetent. 

Was sind Basiskonzepte und welche gibt es? 

  • haben wichtige strukturierende und orientierende Funktion 
  • bilden übergeordnetes Strukturgerüst im Entstehungsprozess eines vielseitig verknüpften Wissensnetzes. 
  • sind zentrale Konzepte, mit denen besonders gut die Vernetzung des Wissens in unterschiedlichen Inhaltsfeldern der Biologie ermöglicht wird
  • 3 Stück: 
  1. System 
  2. Struktur & Funktion 
  3. Entwicklung 

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