Entwicklungspsychologie
BGS, HF 14: Entwicklung, Entwicklungsaufgaben, Einflussfaktoren, Entwicklungsphasen und ihre Konflikte nach Erikson
BGS, HF 14: Entwicklung, Entwicklungsaufgaben, Einflussfaktoren, Entwicklungsphasen und ihre Konflikte nach Erikson
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Lernkarten
Beschreibung Entwicklungspsychologie
Die Entwicklungspsychologie beschreibt und erklärt die Veränderungen von Strukturen und Prozessen über die gesamte Lebensspanne, wie menschliches Erleben und Verhalten wahrgenommen wird.
Definition Entwicklung
Unter Entwicklung versteht man alle Veränderungen im Erleben und Verhalten, während der ganzen Lebenszeit.
Definition Entwicklungsaufgaben
Die Entwicklungsaufgabe ist eine Aufgabe, die sich in einer bestimmten Lebensperiode des Individuums stellt. Ihre Erfolgreiche bewältigung führt zu Glück und Erfolg, während Versagen das Individuum unglücklich macht, auf Ablehnung durch die Gesellschaft stösst und zu schwierigkeiten bei der Bewältigung späterer Aufgaben führt.
Entwicklungsaufgaben von 0-11 Jahren
- Aufbau von emotionalem Grundvertrauen
- Aufbau von gewissem Grad an Selbstständigkeit
- Entwicklung der Intelligenz
Entwicklungsaufgaben 11-21 Jahre
- Intelektuelle und soziale Kompetenzen
- Eigene Geschlechtsrolle & Partnerfähigkeit
- Ausbildung beendet und Eintritt in Erwerbssektor
- Ablösung von Eltern -> Partnerschaft
Entwicklungsaufgaben von 21-40 Jahren
- Auszug aus Elternhaus
- Berufseinstieg
- finanzielle unabhängigkeit
- Partnerwahl
- Heirat
- Ev. Eltern werden
Entwicklungsaufgaben von 40-65
- Physiologische Veränderungen akzeptieren und sich daran anpassen
- Befriedigende Leistung im Beruf aufrechterhalten
- Heranwachsenden Kindern helfen, verantwortungsvolle und glückliche Erwachsene zu werden
- Beziehung zum Ehepartner als eigenständiger Mensch aufrechterhalten
Entwicklungsaufgaben von 65 Jahren - zum Tod
- Anpassung an abnehmende physische Stärke und Gesundheit
- Anpassung an Pensionierung und vermindertes Einkommen
- Anpassung an Tod des Partners / an eigene Vergänglichkeit
- Aufbau von altersgerechtem Wohnen
Erik Erikson (1902), ein amerikanischer Psychologe mit deutschen Wurzeln, er gilt als einer der führender Vertreter der Jugendpsychologie.
Was hat er aufgezeigt?
Er Hat die Lebensspanne des Menschen in verschiedene Phasen gegliedert und dazu die Konflikte aufgezeigt, die ein Mensch in diesen Phasen durchleben könnte.
Entwicklungsphasen nach Erikson:
1. Lebensjahr
Vertrauen vs. Misstrauen
Säugling entwickelt Grundhaltung, wenn das Neugeborene hunger hat und die Mutter sofort darauf reagiert, wird Vertrauen aufgebaut. Wenn nicht, entwickelt sich ein Misstrauen.
Entwicklungsphasen nach Erikson:
2./3. Lebensjahr
Anatomie vs. Scham und Zweifel
Das Kleinkind merkt, dass es ein "Du" und ein "Ich" gibt.
Durch die Fähigkeit zu gehen und zu sprechen erkennt es seine Autonomie.
Das Kind zeigt seine Scham und Autonomie in Form von loslassen und Festhalten, dabei werden die Eltern als Vorbilder wahrgenommen.
Entwicklungsphasen nach Erikson:
4./5. Lebensjahr
Initiative vs. Schuldgefühle
Durch die selbstständige Untersuchung seiner Umwelt und verschiedenen Rollenspielen ergreift das Individuum die Initiative. Das Kind erkennt Probleme und entwickelt Schuldgefühle. In dieser Zeit bildet sich das Gewissen aus.
Entwicklungsphasen nach Erikson:
6. Lebensjahr bis Pubertät
Werksinn vr. Minderwertikgeitsgefühl
In dieser Phase ist das Kind lernbegierig und durch das Erlernen von kognitiven Fähigkeiten erfährt es Anerkennung und Erfolgserlebnisse. Angst vor bestimmten Aufgaben ( Leistungsdruck der Eltern ) können minderwertigkeitsgefühle entsehen lassen.
Entwicklungsphasen nach Erikson:
13. - 20. Jahre
Identität vs. Identitätsdiffusion
Die bis jetzt gesammelten Erfahrungen ( Vertrauen, Autonomie....) und das in-Frage stellen seiner Bezugspersonen führen zu der Auseinandersetzung mit sich selbst und schlussendlich zu der eigenen Identität.
Entwicklungsphasen nach Erikson:
20.- 45. Jahre
Intimität und Solidarität vs. Isolierung
Mit der gefundenen Ich-Identität ist es möglich Partnerschaften einzugehen, sich dem Partner gegenüber zu öffnen und Intimiät zu erleben. Ist dies nicht möglich, führt es zu Isolation.
Entwicklungsphasen nach Erikson:
45 - 65 Jahre
Generativität vs. Selbstabkapselung
Durch das Verlangen nach Intimität entstehen meist Familiengründungen. In dieser Phase kommt das Bedürfnis auf Werte für kommende Generationen zu schaffen. Dieser Prozess findet nur statt, wenn ein Grundsätzliches Vertrauen vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, führ es zur abkapselung und zu Vereinsamung.
Entwicklungsphasen nach Erikson:
65 Jahre bis zum Tod
Integrität vs. Verzweiflung
In dieser Phase kommt es im besten Fall zur Akzeptanz der bisherigen Lebensereignissen und Lebensentwicklungen. Es geht also darum, möglichst in Ruhe leben und die Vergangenheit zu akzeptieren.
Einflussfaktoren auf die Entwicklung:
- Biologische Faktoren: z.B Wachstum, Haarfarbe, Krankheiten die beeinträchtigen
- Soziokulturelle Faktoren: Muttersprache, Umgang mit den Technologien einer Gesellschaft, kulturelle Tätigkeiten wie Lesen
- Umgebungsfaktoren:
Erbanlagen, Umwelteinflüsse und Selbstbestimmung bestimmen die Entwicklung des Menschen. Die drei Faktoren sind nicht unabhängig voneinander; vielmehr beeinflussen sie sich wechselseitig und spielen zusammen.
Umweltbedingte Entwicklung:
Beispiel: Muttersprache, Umgang mit den Technologien einer Gesellschaft, kulturelle Tätigkeiten wie Lesen, ein Musikinstrument spielen etc.
Anlagebedingte Entwicklung:
Die körperliche Erscheinung (Augen- und Haarfarbe, Körpergrösse etc.)