Spektroskopie


M. H.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die energiedispersive Röntgenspektrometrie (EDX) und Elektronenstrahlmikroskopie (ESMA). Sie decken Themen wie Detektortechnologie, Spektrenauswertung, Energieauflösung und die Wechselwirkung von Elektronen mit Proben ab. Besonders relevant sind die Analyse von Elementkonzentrationen, die Berücksichtigung von Absorptions- und Streueffekten sowie die Optimierung der Probenanordnung. Diese Karteikarten sind ideal für Studierende und Forscher, die sich mit Materialanalyse und Mikroskopie vertiefen möchten.
Karten
35
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
14.05.2015 / 19.05.2015

Lernkarten

Was sind Streuprozesse?

- Änderung der Bewegungsrichtung (und Energie) der PE durch:

- elast. Kernstreuung

- unelast. WW mit gebundenen Elektronen

- Energieabgabe durch

- Abstrahlung (Röntgenbremsstrahlung)

- Anregung der Ionisation von FK-Atomen

- Math. Beschreibung durch Streuquerschnitt

Einteilung der Streuprozesse

- nach Anzahl der Streuakte in Einfach- , Mehrfach-, Vielfachstreuung sowie Elektronendiffusion

 

Was ist unelastische Streuung?

Mechanismen?

Elektronen-Elektronen Streuung mit Energieverlust

Mechanismen:

- Ionisation des Atoms in innerer Schale   delta E = Eion + Ekin

- e- äußerer Schalen gehen in höhere unbesetzte Zustände über

- Dichteschwingung des Elektronenplasmas durch Plasmanenanregung ( Probenelek. WW mit anderen Probenelek.  → Ladungsdichtewellen

bei kleinen Streuwinkel überwiegt unelastische Streuung  d sigma unel. > d sigma el

bei großen Streuwinkelnvd sigma unel. = 1/Z * d sigma el.

Abhängigkeit der Wechselwirkungsbirne

- Ordnungszahl: je höher desto runder (Halbkugel, Zustand der Elektronendiffusion wird früher erreicht

- Primärlektronenenergie: je höher desto tiefer (zp Eindringtiefe nimmt zu)

- Beschusswinkel

Ionisationsbirne, Strahlungsarten, Tiefen ect.

Augerelektronen: 3nm- 5nm

Sekundärelektronen

Rückstreuelektronen

Röntgenstrahlung aus gesamten Bereich der Probe

Röntgenfluoreszensstrahlung (RS erzeugt RS)

Ablauf: Elst. Streuung→vRückstreuelek. und Aufweitung fokusierender Strahl

Abbremsung der Elektronen → kont. Rsbremsstrahlung

Ionisation→diskrete char. RS

Massenbremsvermögen nach Bethe (Formel)

S = - 1dE/(roh*dx) = (2piNLe4Z)/(E0A*) x  ln [(2E0/)J]

roh...Dichte

NL... Avogadro Zahl

A*...Atommasse in u

J...mittleres Ionisationspotential

Eindringtiefe R durch PE für Energieabnahme E0 → Ec nach CASTAING

R = 0,0033(E0^1,7 - Ec^1,7) A*/ roh*Z

R in µm wenn E0 und Ec in keV,  roh in g/cm³

Was ist die mittlere freie Weglänge?

Wahrscheinlichkeit, dass ein in der Tiefe z elast. gestr. Pe die OF ohne inelast. Streuung erreicht

W = exp( - z/ (lambda inelast. *cos teta))

- typischer oberflächennaher Prozess wenige nm (2-4)

- elastische Streuung im Potenial des Atoms

siehe Bild Unterlagen

Vorwärts- Rückwärsstreuung (Winkelverteilung)

- elastische Streuung nahe der Einfallrichtung sowie im Rückwärtsstreubereich

- Vorwärtsstreuung bei schnellen PE (hohe Beschleunigungsspannung)

- Rückwärtsstreuung bei langsamen PE

siehe Bild Unterlagen

Sekundärelektronenausbeute (Formel)

sigma SE = sigma SE(d) + sigma SE (id) mit sigma SE prop. 1/EPE

sigma SE(id) trägt nur zum Rauschen bei

Was sind Auger- Elektronen

Atomionisation dur PE:

- Emission der SE

- Nachspringen von gebundenen Elekronen in Lücke

- Energieausgleich durch Emission von hv oder von AE

AE- Emission überwiegt bei leichen Atomen

Oberflächensensitiv da Weglänge der AE ca. 1nm

Absorbierte Elektronen

Umwandlung in Strahlung innerhalb des Fk → Erwärmung bzw. emittierte Strahlung

- Bei hinreichend dicken FK messbar als Probenstrom

Auslösung von Röntgenbremstrahlung

- Abbremsen der PE im elek. Feld der Atomkerne (PE verlieren Energie)

- Bahnveränderung von PE im Feld (Energie PE bleibt konst. Energie wird Feld entnommen)

E = e*UB = h*nü = ((hc)/lambda min) =

lambda min = (h*c)/ (e*UB) = 1,24 nm/ UB in kV

lambda min ... energiereichste Strahlung bei totalem Abbremsakt

 

Strahlung elementunspezifisch

abhängig von Beschleunigungsspannung und vom Anodenmaterial

 

 

Auslösung char. RS

PE ionisier durch uneleast Stöße innere Elektronenschale der Atome

EPE > Eion, krit  notwendig

e- springt von äußerer Schale auf Lücke mit Energiegewinn delta E der als RSquan emittiert wird

Lambda char  = 1,24nm/delta E in keV

elementabhängig → für FK-analyse nutzbar

Quantenmechanische Dipol- Auswahlregel

delta l (Nebenquantenzahl) = +/- 1

delta j (Drehimpulsquantenzahl) = 0 oder +/- 1

Was ist Kathodolumineszens?

Emission von Lichtquanten bei Energieübergängen zw. den Elektronenzuständen von Halbleitern

2 Mechanismen:

a) Eigenlumineszens (intrinsic) :e- des Leitungsbandes rekombiniert mit Defektelektronen des Valenzbandes, Energiediff. wird als Photon abgegeben

b) durch Vereinigungsatome erzeugte Lmineszens (extrinsic) lokalisierte Elektronenzustände sind entscheidend -> wichtig bei abbildenden Methoden (REM)

Einwirkung der Temperaturerhöhung

- meist untergeordnete Rolle

- c*m*delta T kleiner gleich e*UB

- bei kurzzeitigem lokalem Elektronenbombardement sind räumliche und zeitliche Temperaturgradienten entscheidend abhängig von:

Leitfähigkeit des FK

Wärmeübergang/ therm. Isolation

 

Wechselwirkungen des FK bei Elektronenbestrahlung (8 Merkmale)

- Streuprozesse (Elastisch, unelastisch)

- Auslösung von Sekundärelektronen

- Auger Elektronen

- Absorbierte Elektronen

- Auslösung Röntgenstrahlung

- Auslösung char. RS

- Kathodolumineszens

- Temperaturerhöhung

ESMA (Elektronenstrahlmikroskopie)

Überspannung und Auflösung EDX

- optimale Anregung für jede Linie unterschiedlich E0 ≈ 3Ec

- I jeder Linie wird neben der Konz. des zugehörigen Elemnts in der Probe auch durch die spez. Überspannung bestimmt

- Ein zu großes Überspannungsverhältnis ist weniger kritisch als ein zu kleines

- gleichmäßigere Anregung durch Elektronen als durch RS

- Eindringtiefe zm/µm = 0,033(E0²/keV - Ec²/keV / roh/g*cm-³)

Ec muss abgezogen werden sonst keine Energie mehr um RS auszulösen

- mit primären Elektronenenergie und Wahl welche Linienserie eine Elements analysiert werden soll, wird auch unterschiedliche Oberflächensensibilität und laterale Auflösung der EDX eingestellt

ESMA - EDX

Örtsauflösung (Formeln)

Wie genau wird gemessen

Tiefe t in nm = 33* (E01,7 - Ec1,7 )* A/(roh*Z)

Z...gemittelte Kernladungszahl

Durchmesser r in nm = (0,4114*Z2/3) *t / (1 + 0,187 * Z2/3)

- bei leichten Elementen Birne tiefer als Breit

- bei schweren Elementen breiter als tief

ESMA/EDX

Bremsstrahlung → Untergrund

- e- werden durch das elek. Feld in Kernnähe abgebremst

- E0 ist die max. Energie der Bremsstrahlung

- Überlagerung von Bremsstrahlung un char. RS

- Einfluss durch Absorbtion

- Messtechnische Signalverbreiterung

Nachweisgrenzen der ESMA

- geringfügig abhängig von Ordnungszahl der Probe und Anregungsbedinugnen (Hochspannung REM)

- bestimmt durch den parallel erzeugten Bremsuntergrund

- kann durch verbesserte Energiauflösung um eine Größenordung auf ca. 0,01% verringert werden → wellenlängendispersive Spektrometer

ESMA

energiedispersive Spectrometer EDX → Wirkungsweise

- Si(Li) Halbleiterdetektor mit hochohmigem strahlungsempfindöichem Volumen

- Absorbierte Strahlung erzeugt pro 3,8 eV ein Elektronen- Loch-Paar (RS läuft sich tot und wird in EL-Par umgesetzt) → als Spannungspulse detektiert→ im Vielkanalanalysator digitalisiert → als Impulshöhespektrum gezählt

- Detektor und Feldeffekttransistor werd gekühlt, für bestmögliche Energieauflösung

- es wird immer 1 RQuant gemessen → bei Messung von 2 Quanten → Abbildung eines RQuants mit doppelter Energie

ESMA/ EDX

Detektoren

SDD- silicon Drift Detektoren: Ringelektroden erzeugen Feldgradient, der generierte Ladungsträger zur Anode driften lässt, danach weiter wie Si(Li)

- kleinere Elektrodenfläche → geringere Kapazität und weniger Rauschen → schneller → therm. Störungen weniger wichtig → Peltierkühlung ausreichend

ESMA/ EDX

Welche Spektrenverfälschungen gibt es?

-Escape- Linien in Abstand von -1,74 keV (ungezähltes SiK- Strahlungsquant (von Detektorkristall)

-Pile-up Peak durch mehrere zeitlich nicht aufgelöste Impulse (Messung 2 RQuanten)

- gleichmäßiger Untergrund durch Ladungsträgerdiffusion aus den inaktiven Schichten des Detektors in das Volumen

- Asymmetrische Komponente durch unvollständige Ladungsträgersammlung

ESMA/ EDX

Auswirkung von Escpe- Peaks

- können zur Annahme falscher Elemente führen oder bei Überlagerung mit char, Linien erhöhte Konzentrationen vortäuschen

- entsteht wenn nicht die gesamte Energie des Röntgenquants in ein Elektronen-Loch Paar umgesetzt wird sondern ein Si-K Röntgenquant aus dem Detektor entweicht (Signal ist um Si-K Strahlung vermindert)

- bei hohen Intensitäten besonders wahrscheinlich

- kann durch Escape- Korrektur "entfernt" werden

ESMA/ EDX

Berechnung der Absorption

N1/N0 = exp (- (µ/roh) p*d)

µ/roh ... Massenschwächungskoeffizient -> entstehen von Absorbitionskanten: Problem bei unbekannten Proben

ESMA/ EDX

Was ist bei der Probenanordnung zum Detektor zu beachten?

- günstig Probe senkrecht zum Detektor verkippt (90°)

- Effekte der Oberflächenrauheit und Selbstabsorption sind nicht linear

- Leichte Elemente werden unterschätzt

- Messungen bei unterschiedlichen Kippwinkeln vergleichen

- Selbstabsorption wird bei iterativer Anpassung berücksichtigt

ESMA/ EDX

Was ist anomale Selbstabsorption?

- entsteht durch Absorptionskanten

- d.h. die Strahlung eines Elementes wird genutzt um die Strahlung eines anderen Elementes anzuregen -> Energie des ersten Elementes wird verringert

z.B O regt Ca-L Niveau an

ESMA/ EDX

Was muss bei der Auswertung energiedispersiv gemessenen ESMA- Spektren beachtet werden?

- Linienlage gibt Auskunft über qualitative Zusammensetzung

- Zahl der Röntgenquanten ist das Maß für die Konzentration der Elemente (Höhe/Fläche unter Peak) kein linearer Zusammenhang zw. Quantenzahl und Kontentrationsanteil verschiedener Elemente

- erzeugte Strahlung wird in Probe selbst und Detektorfenster absorbiert.

- Absorption ist energieabhängig und wird durch Verlauf des Massenschwächungskoeffizienten (Absorptionskannten) beeinflusst

- das energiedispersive gemessene Röntgenspektrum wird mit einem berechneten Spektrum verglichen

Überlagerung charakteristischer und kontinuierlicher RS iterativ angepasst:

  • Spektrenkorrektur
  • Identifizierung der Linien
  • Bremstrahlungsberechnung (Untergrundapproximation)
  • Entfaltung (Bestimmung der Netto- Impulszahlen bei Linienüberlagerung)
  • Berechnung der Konzentration aus den Nettoimpulszahlen

 

ESMA/ EDX

Was ist Iteraive Untergrundberechnung... wie wird sie berechnet?

 

- Konzentrationsannahme nach der Elementidentifizierung

- Berechnung der Bremsstrahlung entsprechend der Anregungsparameter, Absorption im Detektorfenster, den geo. verhältnissen bei der Analyse der angenommenen Zusammensetzung

- Neuberechnung der Konzentrationen, Wiederholung bis Selbstkonsistenz (Werte stabil)

 

ESMA/ EDX

Entfaltung überlagerter Linien

- vor allem bei L- Serien notwendig

- Breite hängt mit Detektor zusammen

- bei hohen Ordnungszahlen z.B. Seltenerden können e- sich im oberen Energieniveau frei bewegen -> keine diskrete energie -> Zahl der Elektronenlochpaare schwankt

ESMA/ EDX

Welche Besonderheiten treten bei der Spektrometrie < 1keV auf?

 

- bei zu geringen Energien sink Spekrometer- Effiziens -> Untergrund wird sehr hoch

- bei Energien unterhalb von 300 EV kann es zu Verschiebungen von Peaklagen in Richtung kleinerer Energien kommen -> Detektor wird nicht linear -> keine vollständige Erfassung der Ladungswolke

- Ultradünne Berylliumfenster lassen Elektronen höherer Energien durch -> Fenster kann dadurch zerstört werden

- Elektronenfallen mit Permanentmagneten sollen diese ablenken

- Fenster oft mit Stützgitter -> evtl Absorptionskanten

- Elemente mit niedrigen OZ (< Al) oft nicht messbar

 

ESMA/ EDX

Überprüfung der EDX, welche Probleme können auftreten?

- Kontrolle der Detektoreffektivität durch Vergleich der Intensitäten der Cu- K und L- Linien- > intensitätsverhältnis ist verschoben

- ungeeignet bei Verunreinigungen mit leichten Elementen CaCO3 besser

Effekte:

  • Trockeneisbildung (CO2): schwächt beide Linien
  • Eis (H2O): schwächt O-Linie, aber C nicht
  • C- Schichten: schwächt O aber C kaum

durch Kühlung von Detektor zwingend Vakuum notwendig -> sonst Vereisung durch Wasserdampf

Wärme erhöht Rauschen

ESMA/ EDX

Was ist die Totzeit?

- ist die Impulsbearbeitungszeit der Detektorelektronik (tau = 1-100µs)

(Zeit um Ladungswolke zu verarbeiten) je länger desto genauer

- bei tau Lang: gute Energieauflösung

- bei tau kurz: höhere Zählraten

- expotentieller Abbau von Ladungswellen

- bei wenig Material lange Totzeit

- Livetime + Totzeit = Echtzeit

 

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