EKG

Unibas 4. Jk

Unibas 4. Jk


F. R.
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Übersicht über die Elektrokardiographie (EKG) auf Universitätsniveau, mit Fokus auf die Analyse von QRS-Komplexen, P-Wellen und verschiedenen Blockaden. Sie decken auch Ableitungen, Symptome und Therapien ab, unterstützt durch zahlreiche Bilder. Ideal für Medizinstudierende und Ärzte, die ihr Verständnis von EKG-Interpretationen vertiefen möchten, um präzise Diagnosen zu stellen und effektive Behandlungen zu planen.
Flashcards
18
Students
10
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
22.06.2016 / 14.05.2021

Flashcards

P- Mitrale

  • p - Wellen-Dauer ≥ 0.12 s
  • Amplitude normal
  • Doppelgipflige P-Welle (am besten in II)
  • Biphasische P-Welle in V1
  • Arterielle Hypertonie, Aortenklappenfehler, DCM, Mitralklappenfehler

Vorhofüberlastung rechts P-pulmonale

  • Amplitude ≥ 0.25 mV in II
  • Dauer normal
  • In V1,2 keinen oder nur angedeuteten terminal negativen Anteil

Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW-Syndrom):

  • Verkürzung der PQ-Zeit
  • Träger Anstieg des QRS-Komplexes -> Delta Welle
  • Verbreiterung des QRS-Komplexes
  • ST-Strecken-Senkung
  • Präexzitation -> WPW-Syndrom. Kann sich zu AVRT oder Vorhofflimmern entwickeln.
  • Radiofrequenzablation oder Antiarrhythmika (Ic, III) und Beta-Blocker oder CCB und Digoxin

Vorhofflimmern:

  • Unregelmässige Flimmerwellen (nicht immer sichtbar, am besten in V1 und II)
  • Keine P-Wellen sichtbar
  • Absolute Arrhythmie der Kammern

-     Vorhofflattern:

  • Regelmässige Flatterwellen mit Frequenz von ~300/min
  • Vor allem 2:1-Überleitung -> typische Kammerfrequenz von 150/min
  • 1:1 oder 3:1 auch möglich
  • Typ I: Flatterwellen in Ableitungen II, III, aVF überwiegend negativ, Frequenz 230-350/min -> häufig durch Überstimulation unterbrechbar
  • Typ II: Flatterwellen in Ableitungen II, III, aVF positiv, Frequenz 340-430/min 

-     Ventrikuläre Extrasystolen (VES):

  • Vorzeitiger Einfall eines QRS-Komplexes, verbreitert, Schenkelblockbild, fehlende P-Welle
  • Kompensatorische Pause
  • Ursprung linksventrikulär: RSB-Bild in V1
  • Ursprung rechtsventrikulär: LSB-Bild in V1
  • Monomorph: Immer gleichartiges Bild der ES -> aus einem Ursprung
  • Polymorph: Unterschiedliche ES -> mehrere Ursprungsorte
  • Couplets: Paarweise, sporadisch auftretende ES
  • Bigeminus: Auf jeden normalen QRS-Komplex folgt eine ES
  • Trigeminus: Auf jeden normalen QRS-Komplex folgen zwei ES
  • Asymptomatische VES: keine Therapie
  • Harmlos, ohne prognostische Bedeutung
  • Starke Symptome: Betablocker, ggf. Ic- oder III-Antiarrhythmika

  • Long-QT-Syndrom:
    • QTc > 470ms (Frauen), > 450ms (Männer)
    • Angeboren oder erworben
    • Erworben häufig durch Medikamente (Antiarrhythmika, Psychopharmaka, Antibiotika, Hypokaliämiestimulierende Medis, Hypomagnesiämie, …)
    • Gefährlich, da es sich in Torsades-de-pointes Tachykardie und/oder Kammerflimmern entwickeln kann
    • Wenn Synkopen auftreten: Betablocker/ ICD-Implantation

  • Torsades-de-pointes Tachykardie:
    • Frühe Nachdepolarisation nach abnormer AP-Verlängerung
    • Breiter QRS-Komplex
    • Wechselnde Richtung der QRS-Vektoren -> Torsionsbewegung um isoelekt. Linie
    • Kann spontan terminieren oder in Kammerflimmern degenerieren
    • Bei Auftreten: QT-Verlängernde Substanzen stoppen, ACLS, Mg-Sulfat 2mg i.v., Anheben HF auf 100/min

AV-Block I°:

  • PQ-Zeit konstant >200ms
  • Jedes P führt zu QRS
  • Im intrakardialen EKG ist Ort der Verzögerung bestimmbar:
    • Suprahissär: Ausser bei sehr langen PQ-Zeiten harmlos
    • Infrahissär: Mögliche Entwicklung zu höhergradigem Block

AV-Block II°:

  • Typ Wenckebach (= Mobitz I):
    • Progrediente Zunahme der PQ-Zeit bis eine P-Welle nicht zu QRS führt
    • Periodik
    • Entspricht partieller Blockierung, meist im AV-Knoten
    • Keine Therapie, ausser bei Symptomen
    • Gute Prognose

  • Typ Mobitz (= Mobitz II)
    • Regelmässiger Ausfall der AV-Überleitung von P auf QRS: 2:1, 3:1, 4:1, …
    • Lokalisation im His-Bündel oder tiefer
    • Prognose ungünstiger (Morbidität), Übergang in kompletten Block möglich
    • Intermittierende oder permanente Symptome
    • Therapie: Herzschrittmacher

Bei Auftreten im Rahmen von MI zuwarten -> Erholungstendenz

AV-Block III°:

  • P-Wellen und QRS-Komplexe unabhängig voneinander -> unterschiedliche Frequenzen
  • Deformation QRS-Komplex: hohes Ersatzzentrum -> schmales QRS, tiefes Ersatzzentrum -> breites QRS
  • Trifaszikulärer Block (RSB+LAH+LPH) = peripherer kompletter AV-Block:
    • Relativ langsamer Kammerersatzrhythmus (Tertiäres Erregungszentrum)
    • Verbreiterter QRS-Komplex
  • Komplette Blockierung der Überleitung
  • V.a. bei intermittierendem Block ohne rasches Ersatzrhythmusauftreten problematisch
  • Klare Schrittmacherindikation

Linksschenkelblock (LSB):

  • Komplett:
    • M-förmige Konfiguration in V5-6, I, aVL
    • QRS ≥ 120ms
  • i.d.R. Ausdruck Myokardschaden -> grösserer Infarkt
  • verminderte Ventrikelfüllung, vermindertes SV
  • ohne Symptome keine Therapie

Rechtsschenkelblock (RSB):

  • M-förmige Konfiguration in V1-3, III
  • QRS ≥ 120ms (< 120ms: inkompletter RSB)
  • Breites, plumpes S in I, aVL, V4-6
  • 25-50% bei jungen Sportlern (Vagotonie), 5% der über 70y -> nicht unbedingt Ausdruck einer Herzkrankheit
  • Kann bei Rechtsherzbelastung auftreten (Cor pulmonale, Zeichen für Lungenembolie, …)
  • Ohne Symptome keine Therapie

ST-Hebungsinfarkt (STEMI):

  • Typischerweise ST-Hebung (konvex nach oben) aus dem absteigenden Schenkel (J-Punkt wird auch angehoben) der R-Zacke im akuten Stadium in Infarktareal repräsentierenden Ableitungen
  • Spiegelbildliche ST-Senkung in Infarktarealentfernten Ableitungen
  • Verlauf der EKG-Veränderungen:
    • Perakut (min): Erstickungs-T -> hochpositive, schmale T-Welle
    • Akut (0.5-24h): ST-Hebung
    • Subakut (24h – d): ST-Normalisierung, Q-Zacken, T-Inversion
    • Chronisch (Wochen): Q-Zacke (breit, tief), T-Normalisierung, R-Reduktion in Brustwandableitungen.
  • Sicherung der Diagnose: ST-Hebung in min. 2 Ableitungen, Extremitätenableitungen ≥ 0.1 mV, Brustwandableitungen ≥ 0.2 mV
  • Infarktlokalisation:
    • Inferior:                              II, III, aVF
    • Posterior:                           V1-3 (indirekte Zeichen)
    • Septal:                                V1-3 (direkt)
    • Anterior:                            V2-4
    • Lateral:                               V5-6
    • Hochlateral:                      I, aVL
    • Inferoposterolat.            II, III, aVL, V1-2 (indirekt), V3-6 (direkt)
    • Anteroseptolat.               I, aVL, V1-6

Akute Perikarditis:

  • ST-Hebung aus aufsteigender S-Zacke
  • i.d.R. aufwärts gerichtete Konkavität
  • Diffus über mehrere Ableitungen verteilt
  • Subakutes-Stadium: terminale T-Negativierung in allen Ableitungen. Kann im Verlauf auch ST-Senkung aufweisen
  • PQ-Senkung: Selten, aber sehr spezifisch!

Kammerflattern

  • Entsteht duch kreisende Erregung im Vetrikel oft in Folge von VES oder Kammertachykardien
  • frequenz 250 oder höher
  • Notfall!! geht in Kammerflimmern über

Kammerflimmern

  • Völlig unregelmässige verschieden hohe Zacken ca. 500/min
  • keine mechanische Herzarbeit vorhanden
  • Notfall mit Kreislaufstillstand

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