EgFM2 Woche 17

Mikronährstoffe im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt

Mikronährstoffe im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt


M. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Ernährungsphysiologie von Natrium, Kalium und Chlorid. Sie beleuchten die Verteilung, Funktionen und Regulierung dieser Elektrolyte im menschlichen Körper, sowie deren Zufuhrempfehlungen und mögliche Symptome bei Mangel oder Überschuss. Ideal für Studierende der Ernährungswissenschaften, die sich mit den Grundlagen der Elektrolythomöostase vertraut machen möchten.
Karten
27
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Ernährung
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
15.06.2016 / 05.02.2021

Lernkarten

Wie ist das Wasser im menschlichen Körper verteilt?

  • total: 40 Liter
  • 37% oder 15 Liter extrazelluläre Flüssigkeit
    • 4 Liter intravaskuläre Flüssigkeit wie Blut und Lypmhe
    • 11 Liter interstitielle Flüssigkeit wie Flüssigkeit zwischen den Zellen, gastrointestinale Flüssigkeit, Rückenmarkflüssigkeit, Tränen, ...
  • 63% oder 25 Liter intrazelluläre Flüssigkeit

Nenne die Bedeutung der Elektrolyte

  • Na, K, Cl liegen im wässrigen Milieu in ionisierter Form vor
  • Verteilung
    • Unterschiedliche Konzentrationen in den Kompartimenten
      • Intrazellulär: Kalium ist das häufigste Kation
      • Extrazellulär: Natrium ist das häufigste Kation, Chlorid ist das häufigste Anion
  • Funktion
    • Als Ladungsträger wichtig im Wasserhaushalt

Nenne die Hauptelektrolyte

Natrium

Kalium

Chlorid

Nenne den Bestand von Natrium im weiblichen und männlichen Körper

Frau ca. 77g

Mann ca. 100g

Nenne den Bestand von Chlorid im weiblichen und männlichen Körper

1.2g pro kg KG

Nenne den Bestand von Kalium im weiblichen und männlichen Körper

Frau ca. 100g

Mann ca. 150g

Nenne die Verteilung von Natrium im menschlichen Körper

50 % extrazelluläre Flüssigkeit

  • Na-Konzentration im Blut 135 - 145 mmol/l

45 % im Knochengewebe

  • Fester Bestandteil des Knochens --> kaum verfügbar
  • Na kann jedoch bei Bedarf ins Blut abgegeben werden

5 % intrazellulär

Nenne die Verteilung von Chlorid im menschlichen Körper

88 % extrazellulär

12 % intrazellulär

  • kommt nur in ionisierter Form vor --> im Organismus zusammen mit Na oder K
  • hohe Cl-Konzentrationen in Liquor Cereborspinalis und in Verdauungssekreten

Nenne die Verteilung von Kalium im menschlichen Körper

2 % extrazellulär

  • K-Konzentration im Blut 3.5 - 5.0 mmol/l

98 % intrazellulär

  • Skelettmuskelgewebe

Nenne die Funktionen von Natrium im menschlichen Körper

  • Elektrolyt
    • Wasserhaushalt
    • Regulation des Volumens von extrazellulärer Flüssigkeit
  • Notwendig für normale Muskel- und Nervenzellfunktion
  • Beteiligt an Absorption von Monosacchariden und Aminosäuren
  • Säure-Basen-Haushalt
  • Bestandteil von Verdauungssäften

Nenne die Funktionen von Chlorid im menschlichen Körper

  • Wichtigstes extrazelluläres Anion
    • Gleich Ladung von Na aus --> Wichtig für extrazelluläres Volumen
  • Beteiligt am Basen-Säuren-Haushalt
  • Bestandteil der Salzsäure im Magen

Nenne die Funktionen von Kalium im menschlichen Körper

  • Erhalt der Elektrolythomöostase --> wichtigstes intrazelluläres Kation
  • Wachstum der Zellmasse
  • Blutdruckregulation
    • Hohe Kaliumzufuhr wirkt blutdrucksenkend
  • Notwendig für normale Muskel- und Nervenzellfunktion
  • Reduziert Ausscheidung von Calcium
  • Beteiligt am Säuren-Basen-Haushalt

Nenne Nahrungsmittelquellen für Natrium

Hauptsächlich in Form von Speisesalz

Hoher Gehalt

  • Verarbeitete LM wie Fleisch- und Wurstwaren, Hartkäse, Dosengemüse, Brot, Fertigsaucen

Mittlerer Gehalt

  • Milch, Weichkäse, Eier, frisches Fleisch und Fisch

Geringer Gehalt

  • Frisches Obst, Gemüse, Reis, Weizen und Nüsse

Nenne Nahrungsmittelquellen für Kalium

Hoher Gehalt

  • Viele Gemüse- und Obstsorten z.B. Kartoffeln, Bananen, Trockenobst, Hülsenfrüchte, Milch

Geringer Gehalt

  • Verarbeitete Nahrungsmittel, Fette, Öle, Zucker

Nenne die Regulierung im Körper von Chlorid

Absorption

  • Vollständige Absorption mit hoher Geschwindigkeit, eng an Na-Absorption gekoppelt

Ausscheidung

  • Hauptsächlich über Niere
  • Über Haut (bei starker körperlicher Belastung/ hohen Temperaturen)

Nenne die Regulierung im Körper von Kalium

Absorption

  • Mehr als 90% im oberen Dünndarm absorbiert

Regulation im Körper

  • Auch wenn nur 2% des K im Blut, Blutspiegel wird in engen Grenzen reguliert
  • Verschiebung intra- <--> extrazellulär
  • Anpassung der Ausscheidung/ Rückresorption über die Niere

Ausscheidung

  • 90% über die Niere
  • restliche K-Ausscheidung über Darm
  • Schweiss --> spielt eine geringe Rolle

Nenne die Zufuhrsempfehlung von Natrium

Natrium: 550 mg (= 1.5 g NaCl) Schätzwert für die minimale Zufuhr (DACH)

NaCl: 6 g (= 2.4 g Natrium) Ausreichende Zufuhr (DACH)

Natrium: kein UL definiert (EFSA)

Nenne die Zufuhrempfehlungen von Chlorid

Chlorid: 830 mg (= 1.5 g NaCl) Schätzwert für die minimale Zufuhr (DACH)

Chlorid: kein UL definiert (EFSA)

Nenne die Zufuhrempfehlungen von Kalium

Kalium: 2000 mg Schätzwert für die minimale Zufuhr (DACH)

Kalium: 3.1 - 3.5 g RDI (EFSA)

Kalium: kein UL definiert, keine negativen Effekte bekannt durch K aus Ernährung (EFSA)

Erkläre die Ursachen und Symptome eines Natriummangels

Ursache

  • Alimentärer Natriummangel --> selten
  • Verluste aufgrund starker Durchfälle, Erbrechen, Schwitzen
  • Reabsorptionsstörungen der Niere, Polyurie

Symptome

  • Abnahme des Blutvolumens, Blutdruckabfall
  • Kopfschmerzen, Nausea, Erbrechen, Erschöpfung
  • Muskelkrämpfe

Erkläre die Ursachen und Symptome eines Natriumüberschusses

Folgen

  • Ödeme
  • Bluthochdruck
    • Untersuchungen zeigen Zusammenhang zwischen NaCl-Konsum und Hypertonie
    • Verhältnis Na:K von Bedeutung
    • Kaliumreiche (Gemüse, Obst) und natriumarme Kost zeigen positive Effekte
  • Knochengesundheit
    • Na-Ausscheidung (>2 g pro Tag) führen zu erhöhten Ca-Ausscheidung über Urin --> Ca-Verlust aus Knochen wird erhöht
    • Ca im Urin wird erhöht --> bei Menschen mit Neigung zu Calcium-Oxalat-Nierensteinen wird Steinformation gefördert

Erkläre die Ursachen und Symptome eines Chloridmangels

Chloridmangel sehr selten

Ursache

  • Langanhaltendes Erbrechen
  • Abpumpen von Magensaft mit hohen Chloridverlusten

Folgen

  • Hypochlorämische Alkalose
  • Einfluss auf Basen-Säuren-Haushalt

Erkläre die Ursachen und Symptome eines Chloridüberschusses

Keine eindeutig auf Chlorid zurückführende Intoxikationen

Erhöhte Aufnahme von Chlorid in Form von Kochsalz

  • Risiko für Bluthochdruck steigt

Erkläre die Ursachen und Symptome eines Kaliummangels

Ursache

  • Kaum alimentär bedingte Kaliummangel
  • Hohe Kaliumverluste durch schwere Durchfälle, Erbrechen

Symptome

  • Neuromuskuläre Symptome
  • Schwäche der Skelettmuskel, Erschlaffung der glatten Muskulatur bis hin zu Funktionsstörungen des Herzens
  • Schwäche, Erschöpfung, Obstipation

Erkläre die Ursachen und Symptome eines Kaliumüberschusses

Exzessive K-Zufuhr führt zu erhöhter K-Ausscheidung

Ursache

  • Störung der Kaliumausscheidung
    • V.a. bei Niereninsuffizienz: ungenügende Ausscheidung von K, evtl. kaliumsparende Diuretika

Symptome

  • Störung der Herzfunktion
  • Muskel- und Nervenstörungen

Nenne die Verteilung der Natriumzufuhr

  • 70-75% durch verarbeitete Lebensmittel
  • 10-15% natürlich vorkommendes Natrium
  • 10-15% zusätzliches Natrium beim nachsalzen, während dem Kochen und am Tisch

Nenne kaliumreiche Lebensmittel

  • Bohnen getrocknet              1780 mg
  • Tomatenpüree                     1150 mg
  • Spinat gedämpft                    590 mg
  • Avocado roh                          520 mg
  • Fenchel                                 470 mg
  • Nüsslisalat roh                      460 mg
  • Pilze gedünstet                     490 mg
  • Rande roh                             410 mg
  • Banane gedörrt                   1490 mg
  • Banane                                 380 mg
  • Aprikose                                320 mg
  • Aprikose getrocknet            1370 mg
  • Rosinen                                 780 mg
  • Feigen getrocknet                 770 mg

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