Diuretika

Diuretika

Diuretika


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Diuretika und deren Wirkmechanismen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Diuretika wie Schleifendiuretika, Thiazid-Diuretika und kaliumsparende Diuretika, sowie deren Targets wie den Na+/K+/2Cl−Cotransporter und den Na+/Cl−Cotransporter. Die Lernkarten erklären die Hemmung der Na+-Rückresorption und die Bindung an spezifische Bindungsstellen, sowie die Auswirkungen auf die Ausscheidung von Hydrogencarbonat und K+. Diese Lernkarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich auf Pharmakologie und Nierenphysiologie vorbereiten.
Flashcards
48
Students
2
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
31.07.2016 / 30.04.2017

Flashcards

Diuretika: Wirkung, Anwendung

• steigern die Ausscheidung von Flüssigkeit und Elektrolyten über die Niere

• greifen in Säure-Base-Haushalt ein

• beeinflussen die renale Hämodynamik


Anwendung: Behandlung von Ödemen und arterieller Hypertonie, chron. Herzinsuffizienz, Vergiftungen, Glaukombehandlung (Carboanhydrase-Hemmer)

Einteilung der Diuretika

a) Carboanhydrase-Hemmer

b) Thiaziddiuretika und Analoga

c) Schleifendiuretika

d) Kaliumsparende Diuretika

e) Aldosteron-Antagonisten

f) Vasopressin-Antagonisten

g) Osmotische Diuretika

Wo wirken fast alle Diuretika? Was muss deswegen unter Umständen beachtet werden?

Bis auf Aldosteron- und Vasopressinrezeptorantagonisten müssen alle Diuretika in den Urin gelangen:

→ durch aktive Sekretion entlang des Proximalen Tubulus

CAVE:

→ Konkurrenz um Sekretion mit org. Basen und Säuren → Verminderte Nierendurchblutung und Nierenversagen

Nephron mit Angriffsorten der verschiedenen Diuretika (Darstellung) und der Menge an rückresorbiertem Natrium

Carboanhydrase: Lokalisation, Wirkung

•im proximalen Tubulus

• cytosolisch und membranassoziiert

• fördert Resorption von Hydrogencarbonat aus Lumen ins Interstitium
• stellt H+ im Austausch gegen Na+ zur Verfügung unter Bildung von Kohlensäure
• zerlegt Kohlensäure (bzw. Bicarbonat) zu CO2 und Wasser

Hemmung der Carboanhydrase: Auswirkung

→ verminderte Hydrogencarbonat-Resorption

→ vermehrte Ausscheidung von Hydrogencarbonat und Wasser

→ verminderte Rückresorption von Na+

Indikationen der Carboanhydrase-Inhibitoren

Glaukom! topisch!
Bicarbonat-Ionen führen zum Einstrom von Wasser in Hinterkammer, von dort durch Pupille in Vorderkammer des Auges.

Sulfanilamid

Diuretikum: Carboanhydrase-Inhibitor

→ verminderte Hydrogencarbonat-Resorption 

→ vermehrte Ausscheidung von Hydrogencarbonat und Wasser 

→ verminderte Rückresorption von Na+

erster Wirkstoff der Klasse, 1930 zur Ödembehandlung

Acetazolamid

Diuretikum: Carboanhydrase-Inhibitor

→ verminderte Hydrogencarbonat-Resorption

→ vermehrte Ausscheidung von Hydrogencarbonat und Wasser

→ verminderte Rückresorption von Na+

Bindung von Acetazolamid an Carboanhydrase II

Brinzolamid

Diuretikum: Carboanhydrase-Inhibitor

→ verminderte Hydrogencarbonat-Resorption

→ vermehrte Ausscheidung von Hydrogencarbonat und Wasser

→ verminderte Rückresorption von Na+

bindet spezifisch an Carboanhydrase II im Ziliarkörper d. Auges: Glaukomtherapie

Dorzolamid

Diuretikum: Carboanhydrase-Inhibitor

→ verminderte Hydrogencarbonat-Resorption

→ vermehrte Ausscheidung von Hydrogencarbonat und Wasser

→ verminderte Rückresorption von Na+

bindet spezifisch an Carboanhydrase II im Ziliarkörper d. Auges: Glaukomtherapie

Brinzolamid Bindung an Carboanhydrase II

im linken Bereich andere WW als Acetazolamid, eher lipophile WW der Alkylkette

Thiaziddiuretika: Strukturelle Merkmale

• abgeleitet von Carboanhdrase-Inhibitoren:

→ Einführung einer zweiten Sulfonamidgruppe oder Carbonylfunktion in meta-Position

→ Einführung eines zusätzlichen elektronegativen Subst. in ortho oder para zur zweiten Sulfonamidgruppe (z.B. –Cl)
• Unterscheidung: Sulfonyl-Typ ↔ Carbonyl-Typ

Thiaziddiuretika Sulfonyl-Typ

Thiaziddiuretika Carbonyl-Typ

Hydrochlorothiazid

Thiazid-Diuretikum

Abkürzung: HCT

• häufig eingesetzt

• in Kombinationstherapie

• Target: Na+/Cl—Cotransporter im distalen Tubulus 

• kompetitive Bindung an Cl—Bindungsstelle

• Hemmung des Na+-Rücktransports

Bendroflumetazin

Thiazid-Diuretikum

• Target: Na+/Cl—Cotransporter im distalen Tubulus 

• kompetitive Bindung an Cl—Bindungsstelle

• Hemmung des Na+-Rücktransports

Bemetezid

Thiazid-Diuretikum

• Target: Na+/Cl—Cotransporter im distalen Tubulus 

• kompetitive Bindung an Cl—Bindungsstelle

• Hemmung des Na+-Rücktransports

Chlortalidon

Thiazid-Diuretikum

• Target: Na+/Cl—Cotransporter im distalen Tubulus 

• kompetitive Bindung an Cl—Bindungsstelle

• Hemmung des Na+-Rücktransports

Clopamid

Thiazid-Diuretikum 

• Target: Na+/Cl—Cotransporter im distalen Tubulus 

• kompetitive Bindung an Cl—Bindungsstelle

• Hemmung des Na+-Rücktransports

Indapamid

Thiazid-Diuretikum

• Target: Na+/Cl—Cotransporter im distalen Tubulus 

• kompetitive Bindung an Cl—Bindungsstelle

• Hemmung des Na+-Rücktransports

Mefrusid

Thiazid-Diuretikum

• Target: Na+/Cl—Cotransporter im distalen Tubulus 

• kompetitive Bindung an Cl—Bindungsstelle

• Hemmung des Na+-Rücktransports

Xipamid

Thiazid-Diuretikum

• Target: Na+/Cl—Cotransporter im distalen Tubulus 

• kompetitive Bindung an Cl—Bindungsstelle

• Hemmung des Na+-Rücktransports

Thiaziddiuretika SARs

Bindung von Indapamid an Carboanhydrase II

Thiaziddiuretika WM

• Target: Na+/Cl—Cotransporter im distalen Tubulus

• kompetitive Bindung an Cl—Bindungsstelle

• Hemmung des Na+-Rücktransports

• manche (z.B. Indapamid) hemmen auch Carboanhydrase

Schleifendiuretika: strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede in einigen Vertretern, Ableitung aus anderer Struktur

• Chemisch: SulfamoylbenzosesäureDerivate
• freie Carboyxlgruppe: Furosemid, Piretanid, Bumetanid
• Torasemid: Sulfonylharnstoff-Derivat, keine COOH

Torasemid

Schleifen-Diuretikum

Sulfonylharnstoff-Derivat, keine COOH

• Target: Na+/K+/2 Cl—Cotransporter im dicken aufsteigenden Teil der Henle´schen Schleife
• Hemmung des Na+-Rücktransports 

• ABER AUCH: Hemmung der Mehrausscheidung von K+ (unerwünscht) → Hypokaliämiegefahr!

Furosemid

Schleifendiuretikum

freie Carboyxlgruppe

• Target: Na+/K+/2 Cl—Cotransporter im dicken aufsteigenden Teil der Henle´schen Schleife
• Hemmung des Na+-Rücktransports 

• ABER AUCH: Hemmung der Mehrausscheidung von K+ (unerwünscht) → Hypokaliämiegefahr!

Bumetanid

Schleifendiuretikum

freie Carboyxlgruppe

• Target: Na+/K+/2 Cl—Cotransporter im dicken aufsteigenden Teil der Henle´schen Schleife
• Hemmung des Na+-Rücktransports

• ABER AUCH: Hemmung der Mehrausscheidung von K+ (unerwünscht) → Hypokaliämiegefahr!

Piretanid

Schleifendiuretikum

"Pir" für Pyrrolidin

freie Carboyxlgruppe

• Target: Na+/K+/2 Cl—Cotransporter im dicken aufsteigenden Teil der Henle´schen Schleife
• Hemmung des Na+-Rücktransports • ABER AUCH: Hemmung der Mehrausscheidung von K+ (unerwünscht) → Hypokaliämiegefahr!

Schleifendiuretika WM

• Target: Na+/K+/2 Cl—Cotransporter im dicken aufsteigenden Teil der Henle´schen Schleife
• Hemmung des Na+-Rücktransports 

• ABER AUCH: Hemmung der Mehrausscheidung von K+ (unerwünscht) → Hypokaliämiegefahr!

Kaliumsparende Diuretika WM

• wirken im spätdistalen Tubulus im Bereich des Sammelrohrs

• hemmen die Aufnahme von Na+ bei gleichzeitiger Verminderung der K+Sekretion
• verhindern also in Kombination mit Thiazid- und Schleifendiuretika Hypokaliämie

• Beachte: im Sammelrohr wird nur 2-3% des Na+ rückresorbiert: geringer Effekt!

• Aber: in Kombination mit Thiazid- oder Schleifendiuretika gelangt mehr Na+ in Sammelrohr! → Gute Wirkung!

Triamteren

kaliumsparendes Diuretikum

stabiles Pteridin-Grundgerüst, wird kaum metabolisiert. → Aber: schnelle Bildung eines aktiven Hydroxyschwefelsäureesters nach p-Hydroxylierung des Phenylsubstituenten.

• wirken im spätdistalen Tubulus im Bereich des Sammelrohrs

• hemmen die Aufnahme von Na+ bei gleichzeitiger Verminderung der K+Sekretion
• verhindern also in Kombination mit Thiazid- und Schleifendiuretika Hypokaliämie

• Beachte: im Sammelrohr wird nur 2-3% des Na+ rückresorbiert: geringer Effekt!

• Aber: in Kombination mit Thiazid- oder Schleifendiuretika gelangt mehr Na+ in Sammelrohr! → Gute Wirkung!

Amilorid

kaliumsparendes Diuretikum

stabiles, zyklisches Amidin

• wirken im spätdistalen Tubulus im Bereich des Sammelrohrs

• hemmen die Aufnahme von Na+ bei gleichzeitiger Verminderung der K+Sekretion
• verhindern also in Kombination mit Thiazid- und Schleifendiuretika Hypokaliämie

• Beachte: im Sammelrohr wird nur 2-3% des Na+ rückresorbiert: geringer Effekt!

• Aber: in Kombination mit Thiazid- oder Schleifendiuretika gelangt mehr Na+ in Sammelrohr! → Gute Wirkung!

Aldosteron (körpereigen) wirkt wo und wie?

ist ein Mineralkortikoid

wirkt im spätdistalen Tubulus und im Sammelrohr

→ steigert die Resorption von Na+

→ steigert die Sekretion von K+

Spironolacton: WM, Indikation, Vorgänge im Körper

Diuretikum: Aldosteron-Antagonist

• metabolisch instabil: Thioester wird hydrolysiert und H2S abgespalten (β-Eliminierung)

→ Canrenon
• Nach Lacton-Ringöffnung → Canrenonsäure.

• zur Behandlung von Ödemen bei Patienten mit Leberzirrhose und Ascites

• als Zusatztherapeutikum bei chronischer Herzinsuffizienz
• Problem:

a) anti-androgene Nebenwirkungen (Gynäkomastie und Potenzstörungen bei Männern, Hirsutismus und Amenorhoe bei Frauen)
b) Bildung kanzerogene Epoxide an C=C (6,7) → strenge Nutzen-Risiko-Abwägung nötig!

 

Eplerenon: WM, Indikation

Diuretikum: Aldosteron-Antagonist

• selektiver Aldosteron-Rezeptorantagonist: Epoxidgruppe und Methyestergruppe! wichtig hierfür
• geringe antiandrogene und progestagene Eigenschaften!

• zur Behandlung der Hypertonie und Herzinsuffzienz.

Spironolacton Bindung in Mineralcorticoidrezeptor S810L

Study