DIURETIKA

Substanzen zur vermehrten Wasser- und Salzausscheidung.

Substanzen zur vermehrten Wasser- und Salzausscheidung.


M. P.
Diese Karteikarten behandeln auf Universitätsniveau die Wirkungsweise und Anwendung von Diuretika, insbesondere Thiaziden, Schleifendiuretika und Aldosteron-Antagonisten. Sie beleuchten die Effekte auf die Ausscheidung von Wasser, Natrium und Kalium, sowie die Bedeutung der GFR und mögliche Nebenwirkungen wie Elektrolytstörungen. Patienten mit Ödemen, Hypertonie oder Nierenfunktionsstörungen profitieren von diesen Erkenntnissen, da sie die gezielte Anwendung und Dosierung von Diuretika verstehen lernen.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
23.01.2015 / 21.11.2019

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Osmotische Diuretika

Mannit und Sorbit
Beides sechswertige Zuckeralkohole
Mannit verteilt sich gleichmäßig im Extrazellulärraum

Zur Verhinderung eines Nierenversagens im Schock
Organödeme, v.a. Hirnödem, akuter Glaukomanfall

CAVE: kardial bedingtes Lungenödem, hier käme es zur zusätzlichen Belastung des Herzens!

Carboanhydrase-Hemmer

Acetazolamid, (Augentropfen bei Weitwinkelglaukom: Doruolamid, Brinzolamid)

Hemmt von der Lumenseite die Carboanhydrase
Mehr Natrium, Kalium, Hydrogencarbonat und Wasser im Harn. >> TGF aktiviert = Vasokonstriktion im V. afferens
Natriuretische Wirkung: 2-4% der ultrafiltierten Menge
Es kann zu Hypokaliämie und metabolischer Azidose kommen.

Thiazide (Benzothiadiazin-Derivate)

Wirkungsweise

Angriffspunkt: NCC im distalen Konvolut
Bei hohen Dosen, zusätzliche Carboanhydrase-Wirkung im proximalen Tubulus
Kaliumausscheidung erhöht, da im distalen Teil des Nephron mehr Na zur Resorption bereit steht (Enac, ROMK!)

Senkung des peripheren Widerstandes nach 1-2 Wochen und bleibt dann bestehen, wegen weniger intrazellulärem Na, deshalb stabilem Membranpotential der Gefäßmuskulatur, die dann weniger erregt werden kann.

Verlieren Wirkung, wenn GFR > 50ml/min
 

Thiazide (Benzothiadiazin-Derivate)

Substanzen

Hydrochlorothiazid

Mittel der ersten wahl zur Behandlung der essenziellen Hypertonie, sowie
Herzmuskelinsuffizienz, weil Thiazide Vor- und in geringem Maß die Nachalst senken (Ausschwemmen kardial. Ödeme)
Verringern renale Calciumausscheidung (zB. zum Erzeugen einer positi. Calciumbilanz bei Osteopororse)

 

Thiazid-Analoga

Chlortalidon, Clopamid, Indapammid, Xipamid

Haben eine Wirkdauer von 2 Tagen, weil sie an Albumin und Erythrocyten gebunden werde.
CAVE: Beitgl. Gabe Kumulationsgefahr!

Schleifendiuretika

Wirkung

Furosemid

Angriffspunkt NKCC im dicken aufsteigenden Teil der Henle-Schleife.
Dementsprechend sinken auch die Mark-Osmolarität und die Fähigkeit zur Wasserrückresorption.
Prompter Wirkungseintritt.
Fraktionelle Ausscheidung von Na von 3% auf 25% steigerbar!
Wirken auch noch bei eingeschränkter Nierenfunktion mit GFR < 30ml/min! (i. Ggs. zu Thiaziden!)
Calcium wird i.Ggs. zu Thiaziden nicht gespart!

Schleifendiuretika

Anwendung

Ödeme (kardial, renal, hepatische bedingt)
Patienten bei denen wegene eingeschränkter NiFu Thiazide nicht mehr wirken oder
bei schwerer Herzinsuffizienz, wo das eingschränkte Wirkungsspektrum der Thiazide nicht mehr ausreicht. 
(Lungenödem bei akuter Myokardinsuffizienz)

Bei drohender Anurie bei Nierenversagen,kann versucht werden mit hohen Dosen Furosemid die renale Wasser- und Elektrolytausscheidung wieder zu steigern. 
CAVE Diuretika haben generell Tendenz GFR zu senken >> Anstieg von harnpflichtigen Stoffen im Plasma.

Hyperkalzämie kann mit Furosemid vermindert werden, wobei andere Elyte konsequent ersetzt werden müssen.
 

Schleifendiuretika

Nebenwirkungen

Erhöhung Viskosität >> Zunahme Strömungswiderstand >> Thromboseneigung 
Störung Elektrolythaushalt
Beeinträchtigung des Hörvermögens >> Elyte der Endolymphe CAVE: Comedikatio mit ototoxischen Antibiotika!
Anstieg des Harnsäurespiegels
Erhöhte Calciumausscheidung >> Osteoporosepatienten zu Dauertherapie ungeeignet!!
Hyponatriämie

Kalium-sparende Diuretika

Wirkung

Amilorid, Triamteren

Blockieren ENac (Verbindungstubulus, oberer Abschnitt Sammelrohre)
Natriumausscheidung 2-3% der primär filtrierten Menge und Kaliumeinsparung!

Langzeitbehandlung in Kombiantio mit Benzothiadiazin-Derivaten bei der Therapie der Hochdruckerkrankung!

Kalium-sparende Diuretika

Triamteren nur per os mit BV 30%.
Wird hydroxyliert und an Schwefelsäure gekoppelt, wobei Kopplungsprodukt ebenso wirksam wie Muttersubstanz.

Amilorid nur per os mit BV von 15% - 30%.

Beide sind kontraindiziert bei gleichzeitiger Gabe von ACE-Hemmern, AT1-Rezeptor-Antagonisten und medikamentöser Kaliumzufuhr! 

Aldosteron-Antagosnisten

Spironolacton (auch an anderen Steroidrezeptoren)
Eplerenon (sehr spezifisch am Aldosteron-Rezeptor)

Aldosteron fördert Wasser- und Natriumaufnahme im distalen Tubulus contortus, Verbindungstubulus und Sammelrohr.
= genomischer Effekt mit Latenz von Stunden.
Ein nicht-genomischer Effekt ist die Aktivierung von H+ATPasen und eines CL-/HCO3-Austauschers.

Aldosteron-Antagonisten

Kinetik

Spironolacton wird in seine Wirkform Canrenon und 7-thiomethyl-canrenon metabolisiert.
Kalium-Salz von Canrenon steht zur injetion bereit
Insgesamt langsamer Wirkeintritt! (genomischer Effekt)

 

Aldosteron-Antagonisten

Anwendung

primärer Hyperaldosteronismus
sekundärer Hyperaldosteronimus >> Ausscheidung von Ödemen bei Leberzirrhose, hier erhöhter Aldosteronspiegel, wegen reduzierter Abbaugeschwindigkeit.
>>Ausschwemmung von Ödemen bei chron. Herzmuskelinsuffizienz CAVE wenn hier schon ACE-Hemmer kann einer Hyperkaliämie durch Kalium-sparendes Spironolacton verstärkt werden!

Kardioprotektiver Effekt durch Blockade von Aldosteron-Rezeptoren am Herz

Étudier