Steuern


N. W.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der direkten Steuern in der Schweiz, insbesondere die Grundstückgewinnsteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie die Verrechnungssteuer. Sie erklären die Berechnung des steuerbaren Gewinns, die verschiedenen Steuerarten und ihre kantonalen Unterschiede. Die Karteikarten sind für Steuerberater, Finanzexperten und Privatpersonen nützlich, die sich mit den komplexen Regelungen der Schweizer Steuersysteme vertraut machen möchten.
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Finances
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Créé / Mis à jour
28.06.2015 / 29.03.2025

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Was sagen DBG Art. 16 Abs. 1 und 2 aus? Wie sind diese anzuwenden?

DBG Art. 16 stellt in Abs. 1 und 2 den Grundsatz auf, dass alles, was auf Sie zufliesst (Geld oder Naturalien), grundsätzlich steuerbares Einkommen darstellt. DBG Art. 16 Abs. 1 ist ein Auffangtatbestand, d.h. die Spezialartkikel DBG 17-23 haben Vorrang. Falls ein Zufluss kein steuerbares Einkommen darstellt, muss dies ausdrücklich im Gesetz verankert sein (so z.B. DBG Art. 16 Abs. 3 oder Art. 24). 

Was verstehen Sie unter einem privaten steuerfreien Kapitalgewinn?

Wenn Sie Gegenstände aus Ihrem Privatvermögen mit Gewinn verkaufen, so stellt dieser Gewinn kein steuerbares Einkommen dar, vielmehr ist er steuerfrei (DBG Art. 16 Abs. 3). Beachten Sie, dass diese Regelung nur für Privatvermögen gilt.

Was alles muss als Einkommen aus unselbstständigem Erwerb versteuert werden? Welchen Artikel des DBG ziehen Sie hier zurate?

DBG Art. 17 sagt uns, dass alle Arten von Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer Einkommen aus unselbstständigem Erwerb darstellen, handle es sich um Geldzahlungen oder um Naturalleistungen. Hinweis: Alle diese Leistungen sind auf dem Lohnausweis in die Ziffern 1-7 aufgeführt. 

Welche Leistungen sind in Ziffer 1 des Lohnausweises aufzuführen?

Ziffer 1 enthält neben dem eigentlichen Geldlohn auch sämtliche Nebenleistungen, die in Geldform ausgezahlt worden sind. Hinweis: Dazu gehören auch alle Pauschalspesen, die als Lohnbestandteil gelten. 

Was verstehen Sie unter sogenannten Gehaltsnebenleistungen?

Gehaltsnebenleistungen sind Leistungen des Arbeitgebers, die nicht in Geldform ausgezahlt werden (sogenannte Naturalleistungen), z.B. Verpflegung und Unterkunft, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zahlt oder private Fahrten des Arbeitnehmers, die dieser mit einem Geschäftsauto unternehmen darf (ohne anderen Nachweis beträgt dieser Anteil für private Fahrten pro Monat 0.8% des Kaufpreises des Autos, also 9.6% pro Jahr). 

Welche Leistungen stehen in den Ziffern 3 - 7 des Lohnausweises? Zählen Sie diese Leistungen auf. 

Ziffer 3: unregelmässige Leistungen, Ziffer 4: Kapitalabfindungen des Arbeitgebers, Ziffer 5: Verkehrswert von Mitarbeiteraktien und Mitarbeiteroptionen, Ziffer 6: Verwaltungsratsentschädigungen, Ziffer 7: weitere Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, z.B. Trinkgelder, Kurzarbeits- oder Schlechtwetterentschädigungen oder vom Arbeitgeber gezahlte Lebenshaltungskosten des Arbeitnehmers. 

Müssen Sie den Brutto- oder den Nettolohn als Einkommen versteuern? Begründen Sie Ihre Antwort unter Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen im DBG. 

Den Nettolohn. Zwar erklärt DBG Art. 17 den ganzen Lohn zu Einkommen, jedoch können Sie laut DBG Art. 33 Abs. 1 lit. d und f die Lohnabzüge wieder wegzählten, wodurch letzten Endes nur der Nettolohn versteuert wird. 

Warum müssen unter den Ziffern 12 - 15 des Lohnausweises auch Leistungen ausgewiesen werden, die gar nicht zum Nettolohn zu zählen sind?

Bei diesen Posten handelt es sich um zusätzliche Angaben für die Steuerverwaltung, damit diese z.B. überprüfen kann, ob Sie nicht zu viele Berufskosten abziehen (so z.B. von Ihnen gezahlte Geschäftsspesen, die Sie wieder vergütet erhalten). 

Ziffer 13 des Lohnausweises unterscheidet effektive Spesen von Pauschalspesen. Was ist der Unterschied?

Effektive Spesen sind Auslagen, die der Arbeitnehmer für den Arbeitgeber getätigt hat. Solche Spesen stellen weder Einkünfte noch Abzüge dar. Pauschalspesen hingegen sind Spesen, die in runden Beträgen 'auf Vorrat' ausgezahlt werden. Normalerweise bilden solche Spesen Lohnanteile, d.h. sie müssen unter Ziffer 1 des Lohnausweises aufgeführt werden. Nur wenn die Steuerverwaltung festgestellt hat, dass mit diesen Spesen keine Lohnbestandteile ausgezahlt werden, zählen die Pauschalspesen nicht als Einkommen, sondern als Spesenersatz. Sie werden sodann in Ziffer 13.2 des Lohnausweises aufgeführt. 

Wo sind die Berufskosten geregelt? Nennen Sie die Rechtsquellen. Kann jede steuerpflichtige natürliche Person Berufskosten geltend machen?

Berufskosten sind in DBG Art. 26 und in der Verordnung über Berufskosten geregelt. Berufskosten kann nur geltend machen, wer Einkomen aus unselbstständigem Erwerb oder entsprechendes Ersatzeinkommen (z.B. Arbeitslosengeld) als Einkünfte versteuert.

Welche Arten von Berufskosten kann die steuerpflichtige Person abziehen? Nennen Sie die im Gesetz aufgeführten Kategorien. 

Kategorien von Berufskosten sind: Fahrkosten, Mehrkosten für auswärtige Verpflegung, weitere Berufskosten sowie die zum Abzug zulässigen Bildungskosten. 

Nennen Sie für die Berufskosten den Unterschied zwischen pauschalen und effektiven Abzügen, was die Beweislast anbelangt. 

Grundsätzlich sind die Arbeitnehmer dafür beweispflichtig, dass sie die Kosten gehabt haben und dass diese für die Ausübung des Berufs notwendig gewesen sind (Begründung: Berufskosten sind steuermindernde Tatsachen). Die Pauschalen haben den Vorteil, dass bis zur Höhe dieser Pauschalen keine Ausgaben nachgewiesen werden müssen. 

Unter welchen Voraussetzungen können Sie als Fahrkosten (Berufskosten) die Kosten des eigenen Privatfahrzeugs geltend machen?

Grundsätzlich können Sie nur die Kosten des öffentlichen Verkehrsmittels abziehen. Kosten für das Privatfahrzeug sind nur zulässig, wenn es kein öffentliches Verkehrsmittel gibt oder wenn dessen Benützung objektiv nicht zumutbar ist (z.B. bei einer wesentlichen Zeitersparnis bei Benutzung des Autos oder aus gesundheitlichen Gründen, aber auch wenn der Arbeitgeber verlangt, dass Sie das Privatauto für Geschäftsfahrten einsetzen). 

Weshalb fällt der Verpflegungskostenabzug (Pauschale) relativ bescheiden aus?

Der Betrag ist deshalb tief, weil Sie nicht generell alle Kosten, sondern nur die Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung abziehen dürfen. Die Kosten, die Sie zu Hause auch hätten, stellen nicht abzugsfähige Lebenshaltungskosten dar. 

Aus welchen beiden Teilbereichen besteht das Unternehmenssteuerrecht?

Das Unternehmenssteuerrecht besteht aus: 

  • der Besteuerung des selbstständig Erwerbenden und
  • der Besteuerung der juristischen Person

In welchen Artikeln des DBG ist der selbstständige Erwerb geregelt?

Die Einkünfte sind in den DBG Art. 18 - 19 geregelt, die Abzüge in den DBG Art. 27 - 31. 

Welche Rechtsformen von Unternehmungen fallen unter den selbstständigen Erwerb?

Einzelunternehmungen und Personengesellschaften (namentlich Kollektiv- und Kommanditgesellschaften). 

Fallen beim selbstständigen Erwerb Gewinnsteuern, Einkommenssteuern, Vermögenssteuern oder Kapitalsteuern an? Begründen Sie Ihre Antworten. 

Gewinn- und Kapitalsteuern fallen nur bei juristischen Personen an. Die Einzelunternehmungen und die Personengesellschaften haben dagegen keine eigene Rechtspersönlichkeit. Steuersubjekte sind daher die Gesellschafter, also natürliche Personen. Das bedeutet, dass der Gewinn der Unternehmung der Einkommenssteuer, das Eigenkapital der Vermögenssteuer unterliegt. 

Wovon können Sie den selbstständigen Erwerb abgrenzen, und welche Kriterien wenden Sie hierzu an. 

Abgrenzung vom unselbstständigen Erwerb: Kriterien sind Einsatz von Arbeitsleistung und Kapital, frei bestimmte Selbstorganisation sowie Handeln auf eigenes Risiko. Abgrenzung von der Liebhaberei: Kriterien sind systematische Teilnahme am wirtschaftlichen Verkehr sowie die Gewinnstrebigkeit der Unternehmung. Hinweis: Nur wenn ale diese Kriterien erfüllt sind, gilt die steuerpflichtige Person in steuerlicher Hinsicht als selbstständig. 

Weshalb sind diese Kriterien des selbstständigen Erwerbs wichtig? Nennen Sie zwei Gründe. 

Beim selbstständigen Erwerb werden die geschäftsmässig begründeten Aufwendungen vom erzielten Umsatz abgezogen. Beim unselbstständigen Erwerb können Pauschalen als Berufskosten geltend gemacht werden, beim selbstständigen Erwerb nur die effektiven Auslagen. Auch richtig ist die Begründung, dass Sie beim Verkauf von Privatvermögen einen privaten steuerfreien Kapitalgewinn erzielen, beim Verkauf von Geschäftsvermögen hingegen einen ausserordentlichen Ertrag, der zum Reingewinn und damit zum steuerbaren Einkommen gehört (Realisation stiller Reserven). 

Warum trägt der steuerpflichtige Unternehmer die Beweislast für allgemeine Geschäftsunkosten? Was muss er konkret beweisen?

Es handelt sich bei den Aufwendungen um steuermindernde Tatsachen. Der Unternehmer ist sowohl für die Auslage (Quittung) als auch für die Notwendigkeit der Auslage beweisbelastet (d.h dafür, dass es sich nicht etwa um private Lebenshaltungskosten handelt). 

Welche Aufwendungen können beim selbstständigen Erwerb der Erfolgsrechnung belastet werden?

Nach DBG Art. 27 sind dies: Abschreibungen und Rückstellungen, Zuwendungen an Vorsorgeeinrichtungen des eigenen Personals, Zinsen auf Geschäftsschulden (voll) sowie weitere geschäftsmässig begründete Aufwendungen. 

Was verstehen Sie unter dem Massgeblichkeitsprinzip, und warum gilt es nicht uneingeschränkt?

Die Handelsbilanz ist grundsätzlich auch für die Steuern massgebend, d.h. Sie können die nach den OR-Richtlinien erstellte Buchhaltung auch für die Ermittlung des steuerbaren Einkommens und Vermögens brauchen. Schranke ist die Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit: Bilden Sie übermässig stille Reserven, weisen Sie einen Gewinn aus, der nicht Ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspricht. In solchen Fällen erfolgt eine steuerliche Korrektur. 

Was verstehen Sie unter einer Handelsbilanz, was unter einer Steuerbilanz?

Die Handelsbilanz ist die nach den OR-Richtlinien erstellte Buchhaltung. Muss diese korrigiert werden, dann geschieht dies normalerweise auf einem Hilfsblatt, das der Steuererklärung mit der Bilanz und Erfolgsrechnung beigelegt wird. Dieses Hilfsblatt ist dann die sogenannte Steuerbilanz. Diese ist nicht eine zweite Buchhaltung, die Sie für die Steuern nochmals anfertigen, sondern eine einfache, tabellarische Aufzeichnung über die Abweichungen gegenüber der Jahresrechnung. 

Muss die Steuerverwaltung zwingende Vorschriften des OR beachten? Nennen Sie Beispiele. 

Ja. Nie darf die Steuerbilanz zwingenden Vorschriften des OR widersprechen. Das äussert sich z.B. darin, dass Abschreibungen zugelassen werden müssen (egal wie hoch), wenn die steuerpflichtige Person eine entsprechende Wertverminderung nachweist. Die Steuerverwaltung darf auch keine handelsrechtlich verbotenen Aufwertungen verlangen. 

Welche drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Abschreibungen steuerlich zulässig sind?

Sie müssen periodengerecht erfolgen, sie müssen geschäftsmässig begründet sein (DBG Art. 28 Abs. 1, Anfang) und sie müssen ordnungsgemäss verbucht werden. 

Warum müssen Abschreibungen periodengerecht erfolgen?

Weil sonst ein zu kleiner Gewinn ausgewiesen wird bzw. weil der Gewinn in die nächsten Jahre verschoben würde. 

Welche Hilfe erhalten Sie von der ESTV, wenn es um die Geschäftsnotwendigkeit der Abschreibungen geht?

Die ESTV hat ein Merkblatt erlassen, worin Höchstabschreibungssätze festgelegt sind. Der Vorteil ist, dass bis zu dieser Höhe keine Wertverminderungen nachgewiesen werden müssen. Diese Abschreibungen können nicht einmal verboten werden, wenn gar keine Wertverminderung, sondern - im Gegenteil - eine Wertsteigerung eintritt. Dagegen müssen Wertverminderungen, die die Ansätze gemäss Liste übersteigen, nachgewiesen werden. Kennt ein Kanton grosszügigere Abschreibungen, werden diese im betreffenden Kanton auch für die direkte Bundessteuer angewendet. 

Welche steuerlichen Korrekturen erfolgen, wenn Sie in der Handelsbilanz höhere Abschreibungen vornehmen als die, die steuerlich zulässig sind? Begründen Sie Ihre Antwort. 

Dann ist der Erfolgsrechnung zu viel Aufwand belastet worden (übersetzte Abschreibung). Um das Einkommen des Unternehmers zu ermitteln, muss dem ausgewiesenen Gewinn die nicht gerechtfertigte Abschreibung zugerechnet werden. Da durch die zu hohe Abschreibung auch der Endbestand zu tief ausfällt, muss die Differenz zwischen dem Bestand in der Handelsbilanz und dem steuerlichen Endbestand dem steuerbaren Vermögen zugerechnet werden. (Beispiel Aufgabe 32, Skript Seite 51)

Abschreibungen müssen ordnungsgemäss verbucht werden. Was verstehen Sie darunter?

Posten des Anlagevermögens, die im Merkblatt A 1995 der ESTV aufgeführt sind, müssen zunächst aktiviert und danach abgeschrieben werden. Daher ist es grundsätzlich nicht zulässig, die Anschaffung solcher Gegenstände direkt auf ein Aufwandkonto zu buchen. 

Welche drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Rückstellung steuerlich zulässig ist?

Die Rückstellungen müssen: 

  • periodengerecht gebildet und wieder aufgelöst werden
  • geschäftsmässig begründet sein (d.h. keine freiwilligen Rückstellungen)
  • ordnungsgemäss verbucht werden

Hinweis: Es handelt sich um die gleichen Voraussetzungen, die auch für die Abschreibungen gelten. 

Welche besonderen Rückstellungen sind in der Praxis neben den allgemeinen Rückstellungen zulässig? Beschreiben Sie die einzelnen Kategorien. 

  • Die Bildung des Warendrittels (d.h. Bewertung des Warenlagers zu 2/3 des Einstandswerts, damit die Bildung stiller Reserven in der Höhe von 1/3 des Einstandswerts). 
  • Delkredere bis zu 5% der inländischen bzw. bis zu 10% des ausländischen Debitorenbestands (pauschale Rückstellungen, d.h. die geschäftsmässige Notwendigkeit bis zu dieser Höhe muss nicht nachgewiesen werden). 
  • Rückstellung für Garantieleistungen: 1 - 3% des Umsatzes. 
  • Rückstellung für Forschungs- und Entwicklungsaufträge an Dritte bis zu 10% des steuerbaren Gewinns, bis maximal CHF 1 Mio. - DBG Art. 29 Abs. 1 lit. d. 

Was verstehen Sie unter dem Begriff Ersatzbeschaffung? Was wird damit bezweckt? Unter welchen Voraussetzungen kann sie durchgeführt werden?

Bei der Ersatzbeschaffung werden stille Reserven von einem alten Gegenstand auf einen neuen übertragen. Dies ist der Fall, wenn ein Gegenstand zu einem höheren Preis als dem Buchwert verkauft und sogleich wieder ein Ersatzgegenstand angeschafft wird. Der Übertrag stiller Reserven auf den Ersatzgegenstand ist nur möglich, wenn kumulativ folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 

  • Der verkaufte, aber auch der Ersatzgegenstand muss betriebsnotwendiges Anlagevermögen darstellen
  • Der Ersatzgegenstand muss sich in der Schweiz befinden
  • Die Ersatzbeschaffung muss innert einer angemessenen Frist erfolgen (1 - 3 Jahre)
  • Die stillen Reserven können nur dann vollumfänglich übertragen werden, wenn der ganze Verkaufspreis in den neuen Gegenstand reinvestiert wird. 

In welchem Artikel des DBG ist die Verlustverrechnung geregelt? Wie lange und unter welchen Voraussetzungen können Verluste in den Folgejahren verrechnet werden?

Die Verlustverrechnung ist in DBG Art. 31 geregelt. Verluste werden mit übrigem Einkommen verrechnet. Soweit dies nicht möglich ist, können sie in den nächsten sieben Folgejahren verrechnet werden, soweit nicht bereits in früheren Jahren eine Verrechnung erfolgte. Voraussetzung für den steuerlichen Verlustabzug ist, dass es sich um Verluste aus selbstständigem Erwerb handelt und dass dieser selbstständige Erwerb steuerlich anerkannt ist (Gewinnstrebigkeit der Unternehmung). 

Aus welchen Gründen ist beim selbstständig Erwerbenden die Unterscheidung von Geschäfts- und Privatvermögen notwendig?

Der Unterschied ist nicht für die Vermögenssteuer, wohl aber für die Einkommenssteuer wesentlich: Erstens vermindern Abschreibungen auf Geschäftsvermögen das steuerbare Einkommen (Belastung der ER, damit tieferer Gewinn aus selbstständigem Erwerb) und zweitens lösen Sie beim Verkauf von Geschäftsvermögen stille Reserven auf (Ausnahme: bei steuerneutraler Ersatzbeschaffung), was einen a.o. Ertrag und damit einen Mehrgewinn (steuerbares Einkommen) zur Folge hat. Demgegenüber sind Gewinne aus dem Verkauf von Privatvermögen steuerfrei (=private steuerfreie Kapitalgewinne gemäss DBG Art. 16 Abs. 3)

Was sind notwendige Güter? Wie weisen Sie diese dem Geschäfts- oder dem Privatvermögen zu?

Notwendige Güter sind solche Güter, die entweder nur dem Geschäft oder nur privaten Zwecken dienen können. Sie weisen den Gegenstand also schon aufgrund der sogenannten äusseren Beschaffenheit zu. 

Was sind Alternativgüter? Wie weisen Sie diese dem Geschäfts- oder dem Privatvermögen zu? Zählen Sie die wichtigsten Kriterien auf. 

Alternativgüter sind Gegenstände, die beiden Zwecken, (d.h. ausschliesslich geschäftlichen, ausschliesslich privaten oder beiden) dienen können. Auch solche Gegenstände müssen wir entweder voll dem Geschäfts- oder voll dem Privatvermögen zuweisen (mit der sogenannten Präponderanzmethode: Eine Wertaufteilung ist nicht möglich). Die wichtigsten Kriterien für diese Zuweisung sind: 

  • Tatsächliche Nutzung: Das Kriterium, ob der Gegenstand mehrheitlich geschäftlich oder privat genutzt wird.
  • Das Erwerbsmotiv: Die Frage, ob der Gegenstand für das Geschäft oder zu privaten Zwecken angeschafft worden ist.
  • Finanzierung: Die Frage, ob der Gegenstand mit privaten Mitteln oder mit Mitteln, die mit dem Betrieb erwirtschaftet worden sind, bezahlt worden ist. 
  • Buchhalterische Behandlung: Wird ein Gegenstand bilanziert, spricht dies für Geschäftsvermögen, fehlende Bilanzierung dagegen für Privatvermögen. 

Welche periodischen Zinsen werden als Einkommen versteuert? Nennen Sie Beispiele. 

Alle Zinsen, die Sie erhalten, und zwar sowohl Geld- als auch Naturalzinsen. Diese Zinsen können Ihnen gezahlt, gutgeschrieben oder mit Ihren Schulden verrechnet werden. Beispiele: sämtliche Zinsen aus Bankkonten, Zinsen aus Darlehensguthaben oder Zinsen aus Wertschriften (namentlich aus Obligationen). 

Was verstehen Sie unter sogenannten Einmalzinsen? Wie werden diese steuerlich behandelt? Nennen Sie zwei Beispiele. 

Einmalzinsen liegen vor, wenn der Schuldner bei der Rückzahlung einen höheren Betrag zurückzahlt, als ihm seinerzeit vom Gläubiger zur Verfügung gestellt worden ist. Sie stellen, wie die periodischen Zinsen, steuerbare Einkünfte dar. Beispiele: 

  • Bei einem privaten Darlehen wird vereinbart, dass der Rückzahlungsbetrag um CHF 2'000.00 höher ist als die ausgeliehene Darlehenssumme: Die Differenz stellt Einmalzins dar. 
  • Der Rückzahlungsbetrag einer Obligation ist höher als der Betrag, zu dem sie herausgegeben wird. Auch diese Differenz stellt einen Einmalzins dar. 

Zählen Sie Erträge aus Aktien bzw. anderen Beteiligungsrechten auf, die Sie als Einkommen versteuern müssen. 

Dividenden und andere Gewinnausschüttungen in Geldform oder als Naturalien, aber auch Gratisaktien. Normalerweise bilden alle diese Ausschüttungen steuerbares Einkommen. Wenn ein Beteiligter (z.B. Aktionär) mindestens 10% des Grundkapitals im Privatvermögen besitzt, so ist die Gewinnausschüttung zu 60% als Einkommen steuerbar (DBG Art. 20 Abs. 1bis). 

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