Digestionstrakt

Verdauungstrakt

Verdauungstrakt


S. I.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über den menschlichen Verdauungstrakt, geeignet für Berufslehrlinge. Sie decken die Anatomie und Funktionen des Dünndarms, Dickdarms, der Leber und anderer Organe ab, wobei der Fokus auf Prozessen wie dem Abbau von Proteinen, der Resorption von Nährstoffen und der Rolle von Bakterien liegt. Besonders nützlich für angehende Mediziner und Pflegekräfte, die ein tiefes Verständnis der Verdauungsphysiologie benötigen.
Karten
54
Lernende
20
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
23.10.2013 / 11.01.2026

Lernkarten

Aufgaben Verdauungstrakt

  • Verdauung
  • Resorption
  • Ausscheidung

 

Übersicht Abschnitte und zugehörige Organe Verdauungstrakt

  • Oberer
    • Mund
    • Pharynx
    • Ösophagus
  • Mittlerer
    • Magen
    • Dünndarm
  • Unterer
    • Dickdarm
  • zugehörige Verdauungsdrüsen
    • Speicheldrüsen
    • Leber
    • Gallenblase
    • Pankreas

Begriffe definieren:

  • Bauchraum
  • Bauchhöhle
  • Bauchfell

  • Bauchraum
    • erstreckt sich vom Zwerchfell bis Beckeneingang, wird nach vorne durch Bauchmuskulatur, nach hinten durch WS & Rückenmuskulatur begrenzt. Wird vom Sack des Bauchfells ausgekleidet
  • Bauchhöhle
    • Liegt innerhalb Bauchfell, intraperitoneal
  • Bauchfell
    • Dünne Haut, welche die Organe überzieht

4 charakteristische Eigenschaften von Enzymen nennen

  • besitzen eine gewaltige katalytische Aktivität
  • wirken hochspezifisch
  • werden nur in kleinen Mengen im Körper benötigt
  • Reaktionen sind von Temperatur und ph-Wert abhängig

Strukturen & Organe stichwortartig beschreiben, die bei Inspektion Mundhöhle sichtbar sind

  • Zunge
  • Zähne
  • Gaumen
  • Mundschleimhaut

4 Aufgaben der Zunge

  • Muskelorgan
  • Sprachorgan
  • Sinnesorgan
  • Abwehrorgan

Auf einer Skizze darstellen, an welchen Stellen der Zungenoberfläche die Geschmacksqualitäten am stärksten wahrgenommen werden

Bild

  • Zähne Milchgebiss  
  • Zähne Dauergebiss

  • Zähne Milchgebiss
    • 20 Zähne
    • Schneidezähne
    • 1 Eckzahn
    • 2 Backenzähne 
  • Zähne Dauergebiss
    • 32 Zähne
    • 2 Schneidezähne
    • 1 Eckzahn
    • 2 Backenzähne
    • 3 Mahlzähne

Prinzip 2 Zahngenerationen erklären

Durchbruch Milchzähne zwischen 6. Monat & 2. Lebensjahr

Bleibende Zähne kommen zwischen 6.+12. Lebensjahr

Kaumuskel

Masseter

Lage der 3 grossen Speicheldrüsen stichwortartig erklären

  • Ohrspeicheldrüse
    • Vor und unter dem Ohr, zw. Masseter & Haut, Grösste der 3 Drüsen, mündet gegenüber 2.oberer Mahlzahn in Wangenwand, rein seröses Sekret
  • Unterkieferdrüse
    • Innenseite Unterkiefer, Ausführungsgang mündet unter Zunge, neben Zungenbändchen. Sero-muköses Sekret
  • Unterzungendrüse
    • Auf Mundbodenmuskulatur, mehrere Ausführungsgänge münden beidseits unterhalb Zunge. Zähes muköses Sekret

Min. 5 Inhaltsstoffe des Speichels nennen & 4 Aufgaben nennen

  • Wasser
  • Amylase
  • Muzine
  • Lysozym
  • Versch. Salze (z.B. Fluorid-Ionen)
  1. Befeuchtung Nahrung
  2. Lösung von Geschmacksstoffen in Wasser
  3. Beginn Kohlenhydratverdauung
  4. Antibakt. Wirkung und Spülfunktion

Vorgang Schlucken beschreiben

  1. Willkürliche Zungenbewegung
  2. Nasenraum wird verschlossen
  3. Luftröhre wird verschlossen
  4. Zunge wird gegen Gaumen gepresst und Nahrung in Rachen gedrückt ->Nahrung wird durch Kontraktion Schluckmuskulatur in Speiseröhre befördert

Aufgaben des Magens

  • Vorübergehende Speicherung Speisen & Weitergabe an Dünndarm
  • Vernichtung schädl. Stoffe
  • Vorb. Verdauung durch Proteindenaturierung mittels Salzsäure
  • Verflüssigung der Nahrung
  • Beginn Proteinverdauung
  • Prod. Intrinsic Factor

Lage Magen

Liegt im Oberbauch zw. Leber & Milz. Nach hinten liegt Pankreas auf. Nach oben Zwerchfell, nach unten Dickdarm.

(Lage & Form variieren nach Füllungszustand und Körperlage)

Min. 5 Inhaltsstoffe des Magensafts und ihre Funktion nennen

  • Wasser
    • Verdünnung, Verteilung
  • Muzine
    • Schutz vor Selbstverdauung
  • Intrinsic Factor
    • Aufnahme Vit. B12
  • Salze, Salzsäure
    • Denaturierung Proteine, Vernichtung Bakterien, Aktivierung Pepsinogen
  • Enzyme (Pepsinogen durch HCl in aktives Pepsin umgewandelt)
    • Spaltung der langen Aminosäureketten der Proteine in Bruchstücke

Hauptnerv Magen-Darm-Trakt nennen

N. vagus

3 Phasen stichwortartig beschreiben, die der Regulierung der Magensaftsekretion dienen

  1. Kephale Phase (vom Hirn gesteuert)
    • Anblick, Geruch stimulieren reflektorisch via Vagus die Magensaftproduktion
  2. Gastrische Phase (Magenphase)
    • Ausschüttung Gastrin - regt Magendrüsen zur NCl und Pepsinogen Prod. an. Durch Gewürze & Genussmittel wird Gastrinprod. gesteigert
  3. Intestinale Phase (Dünndarmphase)
    • Der Übertritt von stärker angesäuerter Nahrung in Dünndarm setzt Sekretin & andere Hormone frei -> hemmen HCl Prod.

2 Aufgaben des Dünndarms beschreiben

  • Abbau Nährstoffe zu Einfachbausteine
  • Resorption dieser Einfachbausteine, der übrigen Nahrungsbestandteile und des Wassers über Schleimhaut in Blut- und Lymphgefässe

3 Abschnitte des Dünndarms

  • Zwölffingerdarm
  • Leerdarm
  • Krummdarm

Abschnitte Dickdarm mit deutschen Bez. & Fachtermini

  • Blinddarm (Caecum) mit Appendix vermiformis
  • Grimmdarm (Colon)
    • aufsteigender
    • quer verlaufender
    • absteigender
    • S-förmige Schlinge
  • Mastdarm (Rectus)

Grösse Dickdarm mit Dünndarm vergleichen

  • 5-8 cm grösserer Durchmesser als Dünndarm
  • halb so lang

Mündungsstelle Dünndarm in Dickdarm beschreiben

  • 2 Schleimhautfalten = Bauhin Klappe
  • ileocaecalklappe

Aufgabe Appendix vermiformis

  • Abwehrfunktion

3 anatomische Merkmale Grimmdarm

  • Fettanhängsel
  • Haustren = wurstförmige Ausbuchtungen
  • Tänien = Längsmuskelschicht

3 Strukturen für Verschluss After

  • Äusserer Schliessmuskel
  • Innerer Schliessmuskel
  • Hämorrhoidalzone

5 Aufgaben Dickdarm

  1. Rückresorption von Wasser und Elektrolyten
  2. Bakterieller Abbau von Nahrungsresten
  3. Schleimproduktion
  4. Weitertransport des Darminhalts und Ausscheidung über After
  5. Abwehraufgaben

Begriffe definieren:

  • Darmflora
  • Symbiose
  • Gärung
  • Fäulnis

 

  • Darmflora
    • Gesamtheit Mikroorganismen die im Darm leben (E.coli / Candida albicans)
  • Symbiose
    • Körper & Bakterien profitieren voneinander
  • Gärung
    • anaerober Abbau von KH durch Bakterien -> saure Endprodukte
  • Fäulnis
    • anaerober Abbau  von Proteinen durch Bakterien -> basische Endprodukte

Wie profitieren Darmbakterien und der menschl. Körper voneinander?

Einerseits ernähren sich Bakterien von den Nahrungsbestandteilen, andererseits der Körper von den Abbauprodukten der Bakterien

(Sie bilden kurzkettige Fettsäuren, die der Mensch in vielfältiger Weise nutzen kann und sie produzieren Vitamin, z.B. VitK)

2 Beispiele Darmbakterien

  • E.coli
  • Candida Albicans

Flüssigkeitsmengen nennen, die täglich mit Nahrung abgegeben werden

  • Speichel 1L
  • Nahrung 2L
  • Magensekret 2L
  • Pankreassekret 1L
  • Galle 700ML
  • Jejunalsekret 1.8L
  • Ileumsekret 0.5L

Es gelangen innert 24h 9L in den Darm und 9L raus

 

Flüssigkeitsmengen, die im Dünndarm und Dickdarm täglich in den Körper zurückresorbiert bzw. mit dem Stuhl ausgeschieden werden

8900ml plus 100ml halbfester Stuhlgang

Vorgang Stuhlentleerung

  • Längsmuskulatur des Rectums kontrahiert, quergestellte Falten glätten sich, Darm verkürzt sich.
  • Der obere, unwillkürliche sowie der untere, willkürliche Schliessmuskel erschlaffen.
  • Die Ringmuskulatur treibt - unterstützt von der Bauchpresse - den Stuhlgang aus dem After.

 

Häufigkeit Darmentleerung

3x täglich - 3x wöchentlich

Aufgaben der beiden funktionellen Bauchspeichel-Anteile (exokrin/endokrin) in wenigen Sätzen beschreiben

  • Exokrine: produziert ein alkalisches Sekret, reich an Verdauungsenzymen.
  • Endokrine: produziert in den Langerhans-Inseln die beiden Hormone Insulin und Glukagon, gibt diese ins Blut ab, regelt Kohlenhydratstoffwechsel.

 

Lage Leber

Rechter Oberbauch, unter Zwerchfell, hinter rechtem Rippenbogen

Intraperitoneal

In einer Abbildung die 4 Leberlappen beschriften

.

Alle Gefässe und Nerven nennen, die bei der Leberpforte ein- bzw. austreten

In die Leber:

  • Leberarterie
  • Pfortader
  • autonome Nervenfasern

Aus der Leber:

  • 2 Lebergallengänge
  • Lymphgefässe
  • autonome Nervenfasern

Die beiden Quellen nennen, aus denen die Leber ihr Blut erhält

  • 75% über Pfortader
  • 25% Leberarterie

Pfortader und portokavale Anastomosen definieren

Pfortader: Venöses Blutgefäss, das aus der Vereinigung der grossen Eingeweiden entsteht und zur Leberpforte führt. Führt Blut aus unpaaren Bauchorganen (Magen, Darm, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Milz) direkt zur Leber -> darin enthaltene Stoffe können sofort verarbeitet werden.

Portokavale Anastomosen: Verbindung der Pfortader unter Umgehung der Leber via andere Venen mit unterer oder oberer Hohlvene. Va bei krankhafter Veränderung der Leber.

 

(Als portokavale Anastomose wird eine Verbindung (Anastomose) zwischen Venen aus dem Einzugsgebiet der Vena portae einerseits und Venen aus dem Einzugsgebiet der Vena cava superior oder Vena cava inferior andererseits bezeichnet.

  2 Pathophysiologie   Bei Behinderung des Blutflusses durch die Leber (portale Hypertension) werden die portokavalen Anastomosen als Umgehungskreislauf genutzt.)

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