Differentielle Psychologie I - Theoretische Ansätze PFH
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Lernkarten
Gewohnheits- oder Habit-Hierarchie
ganz oben die Reiz-Reaktions-Verbindung mit der höchsten Gewohnheitsstärke
sehr persönliches Merkmal eines Menschen
Messung der Gewohnheitsstärke
Zunahme der Triebstärke lässt sich ableiten aus:
- Erhöhung der Reaktionswahrscheinlichkeit
- Abnahme der Reaktionslatenz (Reaktion erfolgt immer schneller)
- Erhöhung der Reaktionsstärke
- Erhöhung der Löschungsresistenz
Entscheidende Faktoren für die Höhe der sich ausbildenden Gewohnheitsstärke
- zeitliche Nähe von Reiz und Reaktion
- Ausmaß der Verstärkung
- Anzahl der Durchgänge während der Übungsphase
Reaktionspotential
auf welche Weise ein Organismus reagiert SER
Produkt aus Gewohnheitsstärke und Trieb: SER = SHR x D
Reaktion erfolgt nur dann wenn das Produkt beider Faktoren größer als 0 ist. Beispiel: Junge der gerne Kuchen Ist hat keinen Appetit (keine Triebenergie)
Zusammenhang von Trieb- und Gewohnheitsstärke
Triebenergie: ob und wie stark reagiert wird
Gewohnheitsstärke: was für eine Reaktion gezeigt wird
starkes primäres Bedürfnis sollte diejenige Verhaltensweise mit der stärksten Reiz-Reaktionsverknüpfung auslösen
Reaktive Hemmung IR
jede Ausführung einer Reaktion löst einen ermüdungsähnlichen Zustand aus, je häufiger desto größer das Bedürfnis nach Ruhe
Löschung bei Ausbleiben einer Verstärkung
Konditionierte Hemmung
blabla
Das effektive Reaktionspotential
Reaktion erfolgt nur dann wenn
4.3 Burrhus F. Skinner (1904-1990)
operantes Konditionieren
Operante Reaktionsmuster (operants)> Verhaltensweisen mit denen ein Wesen in der umwelt operiert
Positive Verstärkung
Konsequenz die auf Handlung folgt erhöht Wahrscheinlichkeit für das Wiederauftreten (Belohnung)
materielle Verstärker, soziale Verstärker, Handlungsverstärker (etwas schönes Unternehmen)
generalisierte Verstärker (Geld)
Negative Verstärkung
erhöht Auftretungswahrscheinlichkeit der Verhaltensweise weil dadurch ein aversiver Zustand beendet (durch drücken von Hebel hört elektrischer Schub auf)
Bestrafung
aversive Konsequenz führt zur Abnahme der Auftretungswahrscheinlichkeit
Extinktion oder Löschung
Verhalten tritt nicht mehr auf weil es über einen längeren Zeitraum nicht verstärkt wurde
Verstärkungspläne
kontinuierliche Verstärkung
Handlung wird jedes Mal wenn sie ausgeführt wird verstärkt
> Handlung wird schnell erlernt aber weist geringe Löschungsresistenz auf
intermittierende Verstärkung
Handlung wird nicht jedes Mal verstärkt, höhere Löschungsresistenz
Intervallverstärkung- festes Intervall
jeweils erste erwünschte Reaktion im vorher festgelegten Intervall (5 Min) wird verstärkt
Tier zeigt nach verstärkter Reaktion keine weiter Reaktion weil es weiß, dass keine Verstärkung erfolgen wird
Intervallverstärkung-variables Intervall
erwünschte Reaktion wird im Durchschnitt alle 5 Minuten verstärkt, Intervalle können aber länger oder kürzer sein
Tier stellt seine Reaktionen nie vollständig ein
Quotenverstärkung-feste Quote
Jeweils erste erwünschte Reaktion, die nach vorher festgelegter Quote (10 mal gewünschte Reaktion) erfolgt wird verstärkt
Quotenverstärkung-variable Quote
Verstärkung erfolgt im Durchschitt nach 10 maliger Reaktion kann aber auch früher oder später erfolgen.
Hohe Löschungsresistenz z.B. Glücksspielautomaten
Reaktionsgeneralisierung
wenn verstärktes operantes Reaktionsmuster zur Stärkung oder Festigung anderer operanter Reaktionsmuster führt
Reaktionsdiskriminierung
Teilelement oder Teilreaktion einer komplexen Verhaltenskette ist für die Vertsärkung entscheidend
Reizkontrolle
Verhltensweise wird durch diskriminative Reize ausgelöst und nicht mehr ausschließlich durch die nachfolgenden Konsequenzen (positive Verstärkung)
Mimik des Mannes
Verhaltensformung (shaping)
zunächste werden (Teil-) Reaktionen verstärkt die in Beziehung zum angestrebten Endverhalten stehen
> dann werden nur noch zwei Reaktionen verstärkt wenn sie in der richtigen Reihenfolge auftreten
> selbst aufbau von sehr komplexen Reaktionsmustern (Taube Tischtennis spielen)
Verhaltensverkettung (chaining)
angstrebtes Zielverhalten wird systematisch aufgebaut
> zunächst Übung und positive Verstärkung des Letzten Schrittes, dann letzter und vorletzter gemeinsam usw. (Essverhalten Kind)
4.4 Bewertung Behavioristischer Ansatz
naturwissenschaftliche, experimentelle Ausrichtung und Betonung situativer und umweltbezogener Einflussfaktoren
> Kritik: Menschenbild sehr stark vereinfacht, Vernachlässigung kognitiver Prozesse, abiologische Sichtweise von Persönlichkeit (keine Verhaltenskonsistenz, keine Persönlichkeitsstruktur)
Gemeinsamkeiten behavioristischer Ansatz und psychoanalytischer Theorie Freuds
- starker Einfluss von Darwins Evolutionstheorie und streng deterministisch (folgt Gesetzmäßigkeiten und ist vorhersagbar)
- Hedonismus: Menschen streben nach angenehmen Erfahrungen, lustprinzip bei Freud
- große Bedeutung der frühen Kindheit
Kapitel 5 Soziale Lerntheorie
5.1 Julian B. Rotter (1916)
Konzept sozialer Lerntheorie der Persönlichkeit (1954)
Integration von lerntheoretischen und kognitiven Aspekten des Verhaltens
Persönlichkeit bei Rotters sozialer Lerntheorie
- Wechselwirkung zwischen dem Individuum und seiner bedeutsamen Umwelt
- relativ stabiles Gefüge der individuellen Möglichkeiten in einer bestimmten sozialen Situation zu reagieren
- Persönlichkeit fortwährenden Veränderung unterworfen aber trotzdem stabil da neue durch vorangegangene frühere Erfahrungen beeinflusst werden
Verhaltenspotenzial (behavior potential)
Maß für die Wahrscheinlichkeit mit der ein bestimmtes Verhalten in einer gegebenen Situation mit der Aussicht auf Verstärkung auftritt.
VP= f(E&VW) hoch wenn E und VW hoch
Stärke des Verhaltenspotentials
hängt von zwei Faktoren ab: Erwartung der Verstärkung (expectancy) und dem Verstärkungswert (reinforcement value)
Erwartung
vom Individuum vermutete Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Verhaltensweisein einer gegebenen Situation zu einer bestimtmen Verstärkung führt.
subjektive Erwartungswahrscheinlichkeit welche von den früheren Erfahrungen des Individuums abhängt
Über- oder Unterschätzung der tatsächlichen Auftretungswahrscheinlichkeit
kann teilweise sehr stark abweichen und große Probleme verursachen:
Beiträge der Studentin kommen im Seminar immer gut an, hat die Erwartung die Abschlussprüfung auch mit lückenhafter Vorbereitung zu bestehen
Verstärkungswert
Grad der Präferenz die ein bestimmter Verstärker für eine Person besitzt (subljektiv)
attraktive/wünschenswerte Verhaltenskonsequenzen haben einen hohen Verstärkungswert > es wird diejenige Verhaltensweise gezeigt die zu dem Verstärker mit höchstem Verstärkungswert führt.
Verhaltenspotential vs. Reaktionspotential
1. Unterschied zu Hull gemeinsamer Effekt von zwei kognitiven Variablen und nicht multiplikative Verknüpfung von Trieb- und Gewohnheitsstärke
2. keine strenge Annahme über die Art der Verknüpfung von E und VW (& nicht additiv)
Psychologische Situation
subjektiver, erworbener Bedeutungsgehalt (Interpretation) den ein Umweltreiz oder eine bestimmte soziale Situation für das Individuum besitzt. (Nicht nur der objektive Umweltreiz)
> führt in Abhägigkeit von der persönlichen Lerngeschichte zu hoch individuellen Erwartungen
Verhaltensvorhersage
Person- und Situationsvariablen müssen berüksichtigt werden > beide durch vorangegangene individuelle Lernprozesse beeinflusst
spezifische Erwartungen/ spezifische Konstrukte
konkret auf einen engen Anwendungsbereich bezogen, relativ genaue Vorhersage aber nur Gültigkeit für ganz bestimmte Situationen
generalisierte Erwartung/generelle Konstrukte
sehr abstrakt, verfügen aber über breiten Anwendungsbereich, erlauben Vorhersagen für viele verschiedenartige Situationen, erfordern weniger Informationen aber sind auch weniger genau
internale Kontrollüberzeugung (internal control of reinforcement)
Persönlichkeitsmerkmal auch als locus of conrol bezeichnet
Erwartung des Individuums, dass es auf die Konsequenzen seines Handelns Einfluss nehmen kann
generalisierte Erwartung
internale Kontrollüberzeugung (internal control of reinforcement)
Persönlichkeitsmerkmal auch als locus of conrol bezeichnet
Erwartung des Individuums, dass es auf die Konsequenzen seines Handelns Einfluss nehmen kann
generalisierte Erwartung