Differentielle Psychologie I - Theoretische Ansätze PFH
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Lernkarten
Bindungsstil
Muster an Erwartungen, Emotionen und Verhaltensweisen das aus den Bindungserfahrungen der Person resultiert
"Fremde Situtation" zur Erfassung von Bindungsstilen
sichere Bindung: Kinder zeigen emotionale Belastung aber suchen Nähe zur BP, danach wieder Exploration
unsicher-vermeidende Bindung: zeigen Emotionen nur in geringem Ausmaß und vermeiden Nähe und Kontakt zur BP, konzentrieren sich auf die Exploration
unsicher-ambivalente Bindung: starker Ausdruck von Emotionen, Wechsel zwischen Suche nach Nähe und ärgerlicher Abwehr von Kontakt, geringe Exploration
Bindungsverhalten kann duch die Dimensionen Bindungsvermeidung und Bindungsängstlichkeit beschrieben werden (Shaver&Miculincer 2005)
Bindungsvermeidung: Ausmaß in dem Person Beziehungspartnern misstraut und emotionale Distanz und Eigenstndigkeit anstrebt
Bindungsängstlichkeit: Befürchtung, dass BP nicht zuverlässig sind wenn sie gebraucht werden
wenn geringe Ausprägung in beiden> sicher gebunden
Stabilität von Bindungsstilen
frühe Bindungserfahrungen und sich daraus entwicklende Schemata beeinflussen spätere Beziehungen
3.2 Defensive Strategien
neuere Ansätze innerhalb der Psychoanalys: Abwehrmechanismen dienen nicht mehr nur der Abwehr von Treibansprüchen und Triebkonflikten sondern auch der Abwehr von Bedrohungen für das Selbstkonzept und das Selbstwertgefühl (Cooper 1998)
Defensive Prozesse im Dienste des Selbstwertschutzes (Baumeister, Dale und Sommer 1998)
finden Reaktionsbildung, Isolation und Verleugnung, Ungeschehen machen und Projektion
Defensive Strategien im Dienste der Emotionsregulation (Western und Blagov 2007)
implizite nicht bewusste Strategien der Emotionsregulation
großen Stellenwert in Theorien der Angstbewältigung: zwei zentrale Strategien:
Repression: Vermeidung und Unterdrückung von Anzeichen von Bedrohung
Sensitization: forcierte Hinwendung zu Anzeichen von Bedrohung
Konsensfähigkeit der Annahmen von Freud mit den jüngeren psychoanalytischen Ansätzen (Westen 1998,2008)
- Personen sind sich der Ursachen für ihre Gefühle und Motive meist nicht bewusst
- Intrapsychische Vorgänge können parallel ablaufen und miteinander in Konflikt geraten, resultierende Verhalten ist ein Kompromiss aus widerstreitenden Prozessen
- Kindheitserfahrungen prägen die spätere Persönlichkeit, besonders im Hinblich auf interpersonelle Beziehungen
- soziales Verhalten ist geleitet von mentalen Vorstellungen der eigenen Person, signifikanten Personen und Formen der Beziehung
- Erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung beinhaltet die zunehmende Fähigkeit, reife Beziehungen einzugehen und zu erhalten
Kapitel 4. Behavioristische Ansätze
4.1 John B. Watson (Begründer des Behaviorismus)
streng experimentell ausgerichtete Naturwissenschaft, Ablehnung von subjektiven, introspektiven Methoden
stattdessen Orientierung am objektiven, beobachtbaren Verhalten (Reiz und Stimuli)
Interesse daran wie der Organismus als Ganzes funktioniert
Ablehnung von...
Instinkten und ererbten psychischen Eigenschaften (Temperament, Konstitution, Begabung, Fähigkeiten)
stattdessen Ergebnis von Übung und Erziehung (erlerntes Verhalten), Persönlichkeitsmerkmale stellen mittels Konditionierung erworbene Verhaltensweisen dar > Persönlichkeit = Summer der Gewohnheiten insbesondere seiner frühen Kindheit
Angeborene Verhaltensweisen und individuelles Gewohnheitssystem als Determinanten der Persönlichkeit
Mensch verfügt bei der Geburt über ungelernte Verhaltensweisen (Geburtsausstattung; Schreien, Niesen etc.)
> damit reagiert der Säugling auf Reize aus der Umwelt > Konditionierung ungelernter Aktivitäten> immer komplexere Gewohnheitssysteme
- zu beginn noch konkrete Verhaltensweisen (Laufen) dann immer mehr Differenzierung > neue und abstraktere Gewohnheitssysteme (ehelicher GS)
> Persönlichkeit wird durch dominante Gewohnheitssysteme gebildet
mehrer hundert potentielle Gewohnheitssysteme (Watson)
Konditionierte emotionale Reaktionen
(conditioned emotional reactions)
Ablehnung der Introspektion und Theorie des Unbewussten aber Übertragung
unkonditionierte emotionale Reaktionen in der frühen Kindheit: Furcht, Hass und Liebe können durch Konditionierung und Generalisierung auf verschiedenste Lebewesen und Objekte übertragen werden. (Versuch kleiner Albert; Watson & Rayner 1920)
Persönlichkeitsänderung behavioristische Sicht(Situationismus)
bereits erworbene oder typische Verhaltensweisen werden verlernt und neue aktiv erlernt
-> hierfür muss sich die Umwelt ändern, neue Umwelteinflüsse vermitteln neue Verhaltensweisen (Umweltbedingtheit)
4.2 Clark L. Hull
entwickelte sehr umfassende, formalisierte, experimentell überprüfbare Verhaltenstheorie
Angeborene Reiz-Reaktions-Verbindungen
Jeder Organismus verfügt bei der Geburt über folgende adaptive Verhaltensweisen:
-motorische Bewegungen ausführen
-Aktivierung des Organismus wenn ein biologischer Bedarf vorliegt
-interne Rezeptoren die auf biologische Bedarfszustände ansprechen
-externe Rezeptoren die auf externe Reizung reagieren
-Hierarchie angeborener Reaktionstendenzen (stellt Befriedigung primärer Bedürfnisse sicher)
Trieb(-energie) (Hull)
(drive)
intervenierende Variable, Funktion von vorausgegangenen Bedingungen
(Bedürfnis nach Nahrung wird umso intensiver, je mehr Zeit seit dem letzten Essen vergangen ist)
adaptives Verhalten -> Organismus wird immer mehr aktiviert/energetisiert
unspezifisch (nicht wie bei Freud)
Primäre Bedürfnisse nach Hull (1943)
-Sauerstoff zum Atmen
- Aufrechterhaltung der optimalen Körpertemperatur
- Vermeidung von Gewebeverletzungen (Schmerz)
- Nahrung
- Flüssigkeit
- Defäkation (Darmentleerung)
- Miktion (Blasenentleerung)
- Erholung (als Folge von vorangegangener Anstrengung)
- Schlaf (nach langen Wachphasen)
- Aktivität (nach vorangegangener Inaktivität)
-> aus deren Nichtbefriedigung resultiert eine Zunahme der Triebenergie
Primäre Verstärkung
Befriedigung eines primären Bedürfnisses, Reiz in zeitlicher Nähe als Auslöser
Sekundäre Verstärkung
Verstärker ist nicht in der Lage primäres Bedürfniss zu befriedigen
erst durch Assoziation mit primärem Verstärker wird die Auftrittswahrscheinlichkeit erhöht
Geld ist sekundärer Verstärker
Gewohnheit (Habit) SHR
Reiz-Reaktions-Verknüpfung = SHR -durch Stärke der Gewohnheit miteinander verbunden
Gewohnheit und ihre Stärke ausgebildet durch individuelle Lerngeschichte und Erfahrung
Gewohnheits- oder Habit-Hierarchie
ganz oben die Reiz-Reaktions-Verbindung mit der höchsten Gewohnheitsstärke
sehr persönliches Merkmal eines Menschen
Messung der Gewohnheitsstärke
Zunahme der Triebstärke lässt sich ableiten aus:
- Erhöhung der Reaktionswahrscheinlichkeit
- Abnahme der Reaktionslatenz (Reaktion erfolgt immer schneller)
- Erhöhung der Reaktionsstärke
- Erhöhung der Löschungsresistenz
Entscheidende Faktoren für die Höhe der sich ausbildenden Gewohnheitsstärke
- zeitliche Nähe von Reiz und Reaktion
- Ausmaß der Verstärkung
- Anzahl der Durchgänge während der Übungsphase
Reaktionspotential
auf welche Weise ein Organismus reagiert SER
Produkt aus Gewohnheitsstärke und Trieb: SER = SHR x D
Reaktion erfolgt nur dann wenn das Produkt beider Faktoren größer als 0 ist. Beispiel: Junge der gerne Kuchen Ist hat keinen Appetit (keine Triebenergie)
Zusammenhang von Trieb- und Gewohnheitsstärke
Triebenergie: ob und wie stark reagiert wird
Gewohnheitsstärke: was für eine Reaktion gezeigt wird
starkes primäres Bedürfnis sollte diejenige Verhaltensweise mit der stärksten Reiz-Reaktionsverknüpfung auslösen
Reaktive Hemmung IR
jede Ausführung einer Reaktion löst einen ermüdungsähnlichen Zustand aus, je häufiger desto größer das Bedürfnis nach Ruhe
Löschung bei Ausbleiben einer Verstärkung
Konditionierte Hemmung
blabla
Das effektive Reaktionspotential
Reaktion erfolgt nur dann wenn
4.3 Burrhus F. Skinner (1904-1990)
operantes Konditionieren
Operante Reaktionsmuster (operants)> Verhaltensweisen mit denen ein Wesen in der umwelt operiert
Positive Verstärkung
Konsequenz die auf Handlung folgt erhöht Wahrscheinlichkeit für das Wiederauftreten (Belohnung)
materielle Verstärker, soziale Verstärker, Handlungsverstärker (etwas schönes Unternehmen)
generalisierte Verstärker (Geld)
Negative Verstärkung
erhöht Auftretungswahrscheinlichkeit der Verhaltensweise weil dadurch ein aversiver Zustand beendet (durch drücken von Hebel hört elektrischer Schub auf)
Bestrafung
aversive Konsequenz führt zur Abnahme der Auftretungswahrscheinlichkeit
Extinktion oder Löschung
Verhalten tritt nicht mehr auf weil es über einen längeren Zeitraum nicht verstärkt wurde
Verstärkungspläne
kontinuierliche Verstärkung
Handlung wird jedes Mal wenn sie ausgeführt wird verstärkt
> Handlung wird schnell erlernt aber weist geringe Löschungsresistenz auf
intermittierende Verstärkung
Handlung wird nicht jedes Mal verstärkt, höhere Löschungsresistenz
Intervallverstärkung- festes Intervall
jeweils erste erwünschte Reaktion im vorher festgelegten Intervall (5 Min) wird verstärkt
Tier zeigt nach verstärkter Reaktion keine weiter Reaktion weil es weiß, dass keine Verstärkung erfolgen wird
Intervallverstärkung-variables Intervall
erwünschte Reaktion wird im Durchschnitt alle 5 Minuten verstärkt, Intervalle können aber länger oder kürzer sein
Tier stellt seine Reaktionen nie vollständig ein
Quotenverstärkung-feste Quote
Jeweils erste erwünschte Reaktion, die nach vorher festgelegter Quote (10 mal gewünschte Reaktion) erfolgt wird verstärkt
Quotenverstärkung-variable Quote
Verstärkung erfolgt im Durchschitt nach 10 maliger Reaktion kann aber auch früher oder später erfolgen.
Hohe Löschungsresistenz z.B. Glücksspielautomaten
Reaktionsgeneralisierung
wenn verstärktes operantes Reaktionsmuster zur Stärkung oder Festigung anderer operanter Reaktionsmuster führt