PFH Göttingen


L. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über theoretische Ansätze der differentiellen Psychologie auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Konzepte wie persönliche Konstrukte, Verhaltensweisen und die subjektive Konstruktion von Erfahrungen. Die Karteikarten beleuchten die Rolle von Konstrukten bei der Vorhersage von Verhaltensweisen und die Bedeutung individueller Unterschiede in der Wahrnehmung von Situationen. Besonders nützlich sind sie für Studierende der Psychologie, die sich mit kognitiven Persönlichkeitstheorien und deren Anwendung in der Praxis vertraut machen möchten.
Karten
187
Lernende
9
Sprache
Deutsch
Kategorie
Psychologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
18.01.2015 / 02.02.2025

Lernkarten

Entstehung Psychoanalyse?

-Technik der freien Assoziation spiegelt die unbewussten Inhalte

-Hinweis auf Existenz des Unbewussten (Hypnose)

-Identifizierung und Bearbeitung der ursprünglichen Konfliktsituation als Behandlungsmethode

Drei Bedeutungen des Begriffs "Psychoanalyse"

1. Wissenschaft vom Unbewussten

2. diagnostische Methode zur Erforschung der tieferen Schichten der Seele

3. psychologische Behandlungsmethode zur Heilung nervöser Erkrankungen

 

Prinzip der psychischen Determiniertheit

menschliches Verhalten und Erleben entsteht nie zufällig, immer psychische Ursachen (freud'scher Versprecher)

 

Bewusstsein von Motiven ist eher die Ausnahme als die Regel

eigentliche Ursachen unseres Verhaltens bleiben uns in der Regel verborgen

2.2 Aufbau und Struktur der Persönlichkeit:

Libido

Triebenergie des Sexualtriebs

Destrudo oder Thanatos

Aggressionstrieb (einzige zwei Energiequellen des Verhaltens)

vorbewusste psychische Inhalte (nicht bewusst)

momentan nicht bewusst aber können durch Nachdenken, Konzentration bewusst gemacht werden

unbewusste psychische Inhalte

der Person nicht bewusst/zugänglich aber können durch psychoanalytische Methoden bewusste gemacht werden

Psychischer Apparat

Es, Ich, Über-Ich

Es

Ursprung der Triebe

-folgt dem Lustprinzip und strebt sofortige Triebbefriedigung an, keinen Kontakt mit der Außenwelt

-Prozesse im Es sind unbewusst→Verhalten überwiegend durch unbewusste Triebimpulse bestimmt

Ich

Vollstrecker der Triebe

-vermittelt zwischen Triebbedürfnissen aus dem Es und der Außenwelt

-folgt dem Realitätsprinzip und setzt "Ich-Funktionen" ein (Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis und Willkürmotorik)

Über-Ich

moralische Instanz

-repräsentiert die tradiotionellen Werte und Ideale der Gesellschaft

⇒"Ich" soll realistische durch ethische Ziele ersetzen

⇒Impulse von "Es" hemmen

Sanktionsmöglichkeiten "Über-Ich"

Schuldgefühle wenn Normen verletzt

Stolz wenn Erwartungen getroffen

Bewusstseinsebenen der 3 Instanzen

Es - ausschließlich unbewusst

Ich - unbewusst, vorbewusst und bewusst

Über-Ich - unbewusst, vorbewusst und bewusst

2.3 Entstehung von Angst

erst Angst als Folge unterdrückter/aufgestauter sexueller Triebenergie

dann wenn Ich von Ansturm von Reizen überwältigt wird ⇒ 3 Arten von Angst

Realangst

Individuum (Ich) sieht sich einer tatsächlcihen oder vermeintlichen Gefahrensituation (Bedrohung) gegenüber.
 

Neurotische Angst

Triebimpuls aus dem Es droht außer Kontrolle zu geraten

→innerpsychischer Konflikt zwischen Es und Ich

Moralische Angst

Schuld und Schamgefühl wenn man etwas tut was gegen die moralischen Normen des Über-Ichs verstößt

→innerpsychischer Konflikt zwischen Über-Ich und Ich

2.4 Abwehrmechanismen und Sublimierung

Ursache Abwehrmechanismen

-innerpsychische Konflikte können vom Ich nicht vermieden werden (ist an allen drei Arten der Angst beteiligt)

→kann den Zustand aber nicht über längere Zeit ertragen und wehrt sich gegen die Angst mit Abwehrmechanismen

Verdrängung

unerwünschten Triebimpulsen wird Zugang zum Bewusstsein verwehrt

→ Person mit starken sexuellen Triebimpulsen erlebt sich als asexuell

Projektion

Verlegung eines Triebimpulses der das Ich bedroht und an der eigenen Person nicht wahrgenommen wird, auf eine andere Person

→Person mit starkem aggressiven Triebimpuls denkt, dass ihr Nachbar ihr schaden will

Reaktionsbildung

Individuum handelt genau entgegengesetzt zu seinen unbewussten Impulsen

→Kind mit aggressivem Triebimpuls ggü. seiner kleinen Schwester zeigt ihr ggü. übermäßig beschützendes Verhalten

Verschiebung

Entladung von aufgestauten Triebimpulsen an Personen oder Objekten die weniger gefährlich sind als die, die die Impulse ausgelöst haben.

→Angestellte die vom Chef gerügt wurde, beschimpft zu Hause ihre Kinder

Verleugnung

Unangenehme Tatsachen werden nicht wahrgenommen und durch Phantasien ersetzt.

→Junge der Angst vor seinem großen Bruder hat, erklärt er sei der stärkste Mann der Welt und habe vor nichts Angst

Fixierung

Individuum bleibt auf einer frühen Stufe der psychosexuellen Entwicklung stehen

→Jugendlicher ist immer noch Bettnässer, weil er unbewusst fürchtet im Laufe des Älterwerdens die Liebe seiner Mutter zu verlieren.

Regression

um traumatischen Erfahrungen zu entgehen, zieht sich das Individuum auf einer frühere Stufe der psychosexuellen Entwicklung zurück

→nach der Geburt eines Geschwisterchens wird ein älteres Kind wieder Bettnässer, da es fürchtet die Liebe seiner Mutter zu verlieren.

Identifizierung

Identifikation mit einer anderen Person, um die Bedrohung die von dieser Person ausgeht zu reduzieren

→eine entführte Geisel sympathisiert mit ihren Entführern, um ihre unbewusste Todesangst zu beherrschen

Rationalisierung

um Verhalten zu rechtfertigen, redet Individuum sich ein, sein Verhalten sei rational begründet

→Mutter mit starkem aggressiven Treibimpuls ggü. ihren Kindern bestraft diese oft und sehr streng mit der Begründung, dass sie aus ihnen rechtschaffende Menschen machen möchte

Sublimierung

Gegenstück zu den Abwehrmechanismen

Umwandlung oder Umlenkung von Libido in sozial akzeptierte Betätigung

→Aspekt der normalen Ich-Funktionen, Impulse aus dem Es und Forderungen der Außenwelt möglichst vollständig in Einklang bringen

(Spielen mit Kot zu spielen mit Knete zu Töpfern als Beruf)

2.5 Persönlichkeitsentwicklung: Phasenlehre und Ödipuskomplex

psychosexuelle Entwicklungsphasen

Orale Phase (0-1,5 Jahre)

früh oral-einnehmende Phase (bis ca. 8 Monate)→ Saugen und Schlucken lustvoll

oral- aggressive Phase (nachfolgend)→ Beißen und Kauen als lustvoll

Anale Phase (1,5 bis 3)

anal-expulsive Phase- Lustgewinn durch das Ausscheiden von Kot

anal-retentive Phase-Lustgewinn durch das Zurückhalten von Kot

Phallische Phase (3 bis 5 Jahre)

Genitalien als primäre erogene Zone → wichtigste Phase für die Persönlichkeitsentwicklung nach Freud weil Ödipuskomplex

Latenzphase (6 Jahre bis Pubertät)

fehlen sexueller Triebimpulse → keine nennenswerte psychosexuelle Entwicklung

Genitale Phase (Erwachsensein)

echte Objektwahl→ heterosexuelle Beziehung

-zunehmend durch soziale Orientierung gekennzeichnet

-alle vorangegangenen Phasen erfolgreich durchlaufen

Ausgewählte Persönlichkeitsmerkmale versch. Charaktertypen

durch Fixierung oder Regression kann es zu Manifestation von Persönlichkeitsmerkmalen kommen

oral-einnehmend

wissbegierig,leichtgläubig, übermäßiger Nahrungsgenuss

oral-aggressiv

sarkastisch, streitlustig

anal-expulsiv

kreativ, produktiv, unordentlich, grausam, destruktiv, unkontrolliert, unzuverlässig

anal-retentiv
 

ordentlich, pedantisch, geizig, eigensinnig

phallisch, Frauen

naiv, kokett, verführerisch, exhibitionistisch

phallisch, Männer

übertriebenes Männlichkeitsbedürfnisse, übertriebenes Erfolgsstreben, Impotenz, Erfolglosigkeit

Ödipuskomplex des Jungen

Junge begehrt seine Mutter sexuell, Vater  wird als Rivale erlebt

→Ablehnung, will ihm Mutter wegnehmen, ihn kastrieren

→aus Kastrationsangst verdrängt er die Gefühle für die Mutter, sowie feindselige Gefühle

→Abwehrmechanismus Identifizierung mit dem Vater

→mitempfundene Befriedigung der auf die Mutter gerichteten sexuellen Triebimpulse

→verwandelt sich in Mutterliebe, asexuelle zärtliche Zuneigung

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