Diabetes mellitus
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Flashcards
Diabetes mellitus - Def.?
- Störungen des Zuckerstoffwechsels zusammengefasst, die den Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöhen (Hyperglykämie).
- chronische Stoffwechselerkrankung, die zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt
- Weltweit gibt es mehr als 370 Millionen Betroffene.
- Diabetes Typ 1 und den viel häufigeren Diabetes Typ 2, der in etwa 95 von 100 Fällen von Diabetes vorliegt.
Diabetes mellitus - Typ 1?
- beginnt meist in der Kindheit oder Jugend und führt zu ausgeprägten Beschwerden
- bestimmte Zellen werden in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zerstört, die das Hormon Insulin bilden
- Insulin ist notwendig, damit Zucker, der über die Nahrung ins Blut gelangt, von den Zellen aufgenommen und verarbeitet werden kann
- Mangelt es an Insulin, verbleibt der Zucker im Blut – der Blutzuckerspiegel steigt
Diabetes mellitus - Typ 2?
- meist ältere Menschen
- zunehmend sind auch jüngere Personen und sogar Kinder betroffen
- Bauchspeicheldrüse schüttet zwar meist ausreichend Insulin aus à Körperzellen, die Insulin brauchen, um den Zucker aus dem Blut aufzunehmen, reagieren jedoch zunehmend unempfindlicher auf das Insulin – sie werden resistent
- kann lange Zeit ohne Symptome verlaufen und erst durch Spätschäden auf sich aufmerksam machen
Diabetes mellitus - Zuckerstoffwechsel?
- Traubenzucker (Glukose) ist einer der wichtigsten Energielieferanten des Körpers
- Vor allem das Gehirn ist auf die konstante Zufuhr von Glukose angewiesen, aber auch Muskelzellen und Fettzellen decken so ihren Energiebedarf
- Bei Gesunden in einem Bereich von circa 80 bis 120 Milligramm pro Deziliter (mg/dl)
- Glukose gelangt über die Nahrung ins Blut
- Damit die Zellen Zucker aufnehmen und verarbeiten können, ist das Hormon Insulin notwendig
- Insulin wird in bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet
- Nach einer Mahlzeit schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin ins Blut aus
- Insulin dockt an bestimmten Rezeptoren der Zellen an und sorgt dafür, dass die Zellwände die mit der Nahrung aufgenommene Glukose passieren lassen
- Ohne Insulin verbleibt die Glukose im Blut – und kann somit die Zellen nicht mit Energie versorgen à In diesem Fall steigt der Blutzuckerspiegel
- Die Zellen, die das Insulin herstellen, heißen langerhanssche Inseln (auch Inselzellen oder Beta-Zellen) à liegen inselartig gruppiert über die gesamte Bauchspeicheldrüse verteilt
Diabetes mellitus - Häufigkeit?
In Europa gibt es rund 55 Millionen Diabetiker. Deutschland hat den höchsten Anteil: Hier sind 12 Prozent der 20 bis 79-Jährigen an Typ 1 oder Typ 2 erkrankt. Weltweit sind derzeit etwa 285 Millionen Menschen von Diabetes mellitus betroffen
Diabetes mellitus - Ursachen Typ 1?
- Etwa fünf Prozent der Diabetiker sind Typ-1-Diabetiker. Da Diabetes mellitus Typ 1 in der Regel in einem jugendlichen Alter beginnt, wurde er früher auch als juveniler (jugendlicher) Diabetes bezeichnet. Heute geht man davon aus, dass es sich bei Diabetes mellitus Typ 1 um eine Autoimmunerkrankung handelt, die durch bestimmte Erbfaktoren und Virusinfektionen begünstigt wird.
- Erst nachdem etwa 80 Prozent der insulinbildenden Zellen (Inselzellen) verschwunden sind, macht sich Diabetes mellitus Typ 1 mit seinen typischen Beschwerden bemerkbar. Zwischen dem Beginn der Erkrankung und dem Auftreten der ersten Symptome können Wochen, Monate oder auch Jahre vergehen.
- Tatsächlich schreitet der Krankheitsprozess beim Diabetes mellitus Typ 1 fort, bis schließlich alle insulinproduzierenden Inselzellen zerstört sind und kein eigenes Insulin mehr bilden
- Diabetes mellitus Typ 1 wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 2,5 bis 5 Prozent von der Mutter oder dem Vater auf die nachfolgende Generation vererbt. Sind beide Eltern Typ-1-Diabetiker, steigt das Risiko auf etwa 20 Prozent
Diabetes mellitus - Erbfaktoren?
Bis auf wenige Ausnahmen tragen alle Personen mit Diabetes mellitus Typ 1 spezielle Merkmale auf ihren weißen Blutkörperchen (sog. HLA-Merkmale DR 3 und DR 4). Deshalb nimmt man an, dass es genetische Veranlagungen für Diabetes mellitus Typ 1 als Ursachen eine Rolle spielen. Allerdings gibt es viele Menschen, die diese Erbinformationen tragen und dennoch nicht an der Zuckerkrankheit erkranken.
Diabetes mellitus - Virusinfektionen?
- Experten gehen davon aus, dass zusätzlich zu den Erbanlagen auch bestimmte Virusinfektionen zum Ausbruch von Diabetes mellitus Typ 1 beitragen können: Als Ursachen kommen Mumps- und Rötelnviren infrage.
Diabetes mellitus - Ursachen Typ 2?
- Mehrere Störungen der Insulinbildung in der Bauchspeicheldrüse und vor allem der Insulinwirkung an den Zellen spielen dabei eine Rolle.
- Die gestörte Insulinbildung beim Diabetes mellitus Typ 2 kann die nahrungsbedingten Blutzucker-Schwankungen nicht auffangenà postprandiale Hyperglykämie
- Bei einem Typ-2-Diabetes reagieren die Zellen nicht oder nicht mehr ausreichend auf das körpereigene Hormon Insulin: Es besteht eine sogenannte Insulinresistenz.
- Die hohe Konzentration an Glukose im Blut lässt dann auch den Insulinspiegel steigen. Als Reaktion darauf sinkt die Zahl der Insulinrezeptoren an den Körperzellen und sie werden weniger empfindlich.
- Obwohl die Bauchspeicheldrüse Insulin bildet und ins Blut abgibt, reicht aufgrund der Insulinresistenz bei Diabetes mellitus Typ 2 die Menge nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Es entwickelt sich ein sogenannter relativer Insulinmangel à Zellen erschöpfen mit der Zeit
- Übergewicht, Fettsucht à metabolisches Syndrom oder "Wohlstandssyndrom" (starkes Übergewicht, vor allem am Bauch (zu viel Bauchfett); Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, gestörter Zuckerstoffwechsel (zunächst gestörte Glukosetoleranz, später Diabetes mellitus Typ 2)
- Erblich, Kinder, von denen ein Elternteil Diabetes mellitus Typ 2 hat, erkranken später mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 50 Prozent ebenfalls
Diabetes mellitus - Sonderformen?
LADA (latent autoimmune diabetes with adult onset)
- absoluter Insulinmangel
- Antikörper im Blut, die belegen, dass das Immunsystem die Inselzellen angreift
MODY (maturity onset diabetes of the young)
- genetischen Defekt der insulinproduzierenden Inselzellen beruht
Diabetes durch Schäden der Bauchspeicheldrüse
- Ursachen für einen kompletten Ausfall der Bauchspeicheldrüse können sein: (Pankreatitis, Bauchspeicheldrüsen-Geschwulste (Tumoren), BauchspeicheldrüsenkrebsMukoviszidose (cystische Fibrose), Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit)
Schwangerschaftsdiabetes
Diabetes mellitus - Symptome?
- starker Durst
- Mattigkeit, Abgeschlagenheit
- vermehrtes Wasserlassen
- Juckreiz
- Heißhunger
- Sehstörungen
bei Diabetes Typ 1 können Symptome auch erst spät auftreten. die Symptome dann in der Regel sehr viel ausgeprägter als bei einem Diabetes vom Typ 2. So kann mitunter ein durch extrem hohe Blutzuckerwerte bedingtes diabetisches Koma (Coma diabeticum) ein erstes Anzeichen für Diabetes mellitus Typ 1 sein. Symptome eines diabetischen Komas sind Bewusslosigkeit und ein typischer Geruch der Ausatemluft nach Aceton
- Anfälligkeit für Infekte
Diabetes mellitus - Folgeschäden?
Zu solchen Folgeschäden zählen beispielsweise Erkrankungen der Netzhaut (diabetische Retinopathie), der Nieren (diabetische Nephropathie), der Nerven (diabetische Neuropathie), aber auch Erektionsstörungen oder Menstruationsstörungen.
Diabetes mellitus - Schädigung der kleinen Gefäße?
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen besonders die kleinen Blutgefäße. Dies bezeichnet man auch als diabetische Mikroangiopathie. Dabei werden die Gefäßwände durchlässig, sodass Blutungen auftreten können. Darüber hinaus entstehen Verdickungen an den Gefäßwänden, die Gefäßverschlüsse und somit auch Durchblutungsstörungen verursachen können.
Die diabetische Mikroangiopathie kommt vor allem an der Netzhaut des Auges (Retina) und in den Nieren vor und kann dort schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben. Diese sogenannte diabetische Retinopathie und diabetische Neuropathie gehören zu den häufigen Diabetes-Folgeerkrankungen.
Diabetes mellitus - Schädigung der Netzhaut (diabetische Retinopathie)?
Werden die Gefäße über einen längeren Zeitraum hinweg dauerhaft geschädigt, nimmt die Durchblutung der Netzhaut ab. Man spricht auch von einer sogenannten diabetischen Retinopathie. Dieser Diabetes-Folgeerkrankung kann man vorbeugen, wenn man auf seine Blutzuckerwerte achtet. Durch die Gefäßveränderungen wandelt sich der Augenhintergrund (Innenwand des Augapfels) um: Es bilden sich Narben, die zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen können. Etwa jede dritte Erblindung in Europa geht auf eine diabetische Retinopathie zurück. Etwa 90 von 100 Typ-1-Diabetikern und 25 von 100 Typ-2-Diabetikern erkranken nach 15 Jahren zumindest an einer milden Form der diabetischen Retinopathie.
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Schädigung der Nieren (diabetische Nephropathie)?Die diabetische Nephropathie zählt zu den weit verbreiteten Diabetes-Folgeerkrankungen. Sind die Blutzuckerwerte über lange Zeit hinweg schlecht eingestellt, können die dadurch entstehenden Gefäßschäden die Nieren in Mitleidenschaft ziehen. Die Folge: eine sogenannte diabetische Nephropathie. Dies kann zu einem Nierenversagen (Niereninsuffizienz) führen und eine regelmäßige künstliche Blutwäsche (Dialyse) notwendig machen. Als Folge starker Nierenschädigung kann sich zudem der Blutdruck erhöhen (Hypertonie). In Europa und den USA sind mehr als 50 Prozent aller Dialyse-Patienten Diabetiker. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, den Blutzucker konsequent einzustellen.
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Schädigung der Nerven?Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen neben den Gefäßen vor allem die kleinen Nerven. Diabetes führt daher zu Folgeerkrankungen wie Gefühlsstörungen, auch als diabetische Polyneuropathie bezeichnet. Betroffene klagen zum Beispiel über brennende Schmerzen in den Füßen (engl.: "burning feet syndrome"). Auch die Temperaturwahrnehmung kann sich durch die diabetische Polyneuropathie verändern, sodass ein Gefühl kalter Füße entsteht. Durch gezieltes Vorbeugen kann man eine Menge tun, um solche Nervenschäden zu verhindern.
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Diabetischer Fuß?Nervenschäden und Durchblutungsstörungen in den Füßen führen zu offenen, schlecht heilenden Wunden und Geschwüren (diabetische Gangrän). Schon kleine Verletzungen können zu langwierigen Beschwerden führen. Ältere Diabetiker sollten daher täglich ihre Füße auf Druckstellen und Einrisse kontrollieren und sofort zum Arzt gehen, falls sie solche entdecken. Auch auf bequeme Schuhe und sanfte Fußpflege sollte man besonderen Wert legen.
Der diabetische Fuß ist die häufigste Komplikation bei Diabetes mellitus. Der diabetische Fuß lässt sich, wie die anderen Diabetes-Komplikationen auch, vermeiden, wenn die Betroffenen sorgfältig den Blutzucker kontrollieren und auf eine gesunde Lebensführung achten. Eine Amputation ist nur in schweren, nicht mehr anders therapierbaren Fällen notwendig.
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Schädigung der großen Blutgefäße?Diabetes mellitus ruft zudem Folgeerkrankungen hervor, die mit den großen Blutgefäßen zusammenhängen. Der Grund: Diabetes beschleunigt in erheblichem Ausmaß die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) an den größeren Blutgefäßen. Man spricht auch von einer diabetischen Makroangiopathie.
Vor allem in Verbindung mit erhöhten Blutfettwerten, hohem Blutdruck, Übergewicht und Nikotingenuss erhöht sich das Risiko für Erkrankungen wie:
- Herzinfarkt,
- Schlaganfall,
- koronare Herzerkrankung (KHK) und
- Durchblutungsstörungen der Beine (sog. periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK).
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Erektionsprobleme und Menstruationsstörungen?Durch die im Rahmen von Diabetes entstehenden Nervenschäden und Durchblutungsstörungen können auch Potenzprobleme, Störungen der sexuellen Erregbarkeit und Erektionsschwierigkeiten auftreten. Bei Frauen kann die Monatsblutung ausbleiben.
Diabetes mellitus - Diagnose?
- HbA1c-Wert
- oralen Glukosetoleranztest (oGTT)
- Blutzucker
- Harnuntersuchungen
- Ketonkörper im Urin (Ketonurie)
Diabetes mellitus - Blutzucker?
Der Blutzucker liegt normalerweise nüchtern unter 90 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) im Vollblut beziehungsweise 100 mg/dl im Blutplasma. Er steigt nach dem Essen auf Werte von maximal 140 mg/dl.
Für einen Diabetes mellitus sprechen folgende Werte:
- entweder klassische Symptome und ein Gelegenheits-Blutzuckerwert von über 200 mg/dl oder
- Nüchtern-Blutzuckerwert von über 110 mg/dl im Vollblut bzw. 126 mg/dl im Blutplasma oder
- HbA1c-Wert über 6,5 % oder
- sogenannter oGTT-2-h-Wert von über 200 mg/dl (oGTT = oraler Glukosetoleranztest).
Diabetes mellitus - Harnuntersuchung?
Glukose im Urin (Glukosurie): Glukose im Urin ist ein Hinweis auf die Zuckerkrankheit. Bei einer erhöhten Ausscheidung von Glukose im Harn spricht man von einer Glukosurie. Ab einem Blutzucker von etwa 180 mg/dl wird die sogenannte Nierenschwelle für Glukose überschritten, bei der der Körper beginnt, überschüssige Glukose mit dem Urin auszuscheiden.
Bei Schwangeren liegt diese Nierenschwelle etwas niedriger. Der ausgeschiedene Zucker kann mithilfe von Glukose-Teststreifen im Harn nachgewiesen werden. Auch in der Schwangerschaft gesunder Frauen können geringe Mengen Glukose im Urin vorkommen; durch weitere Untersuchungen schließt der Arzt einen Schwangerschaftsdiabetes aus.
Diabetes mellitus - Ketonkörper im Urin (Ketonurie)?
Wenn die Körperzellen aufgrund eines Insulinmangels keinen Zucker verwerten können, decken sie ihren Energiebedarf durch sogenannte Ketonkörper, einem Produkt des Kohlenhydratstoffwechsels in der Leber. Eine erhöhte Konzentration von Ketonkörpern ist ein Warnsignal dafür, dass der Diabetes "entgleist" und es zu einer "Übersäuerung" des Organisums kommt (sog. Ketoazidose). Der Arzt kann die Ketonkörper mithilfe eines Teststreifens nachweisen (Ketonurie).
Diabetes mellitus - oralen Glukosetoleranztest (oGTT)?
Beim oGTT nimmt der Arzt dem Betroffenen zunächst Blut ab, um den Blutzuckerspiegel zu bestimmen.
In den drei Tagen vor dem Test darf der Patient nicht hungern, sondern muss sich mit ausreichend Kohlenhydraten ernähren. Mindestens 10 Stunden vor dem Test muss der Patient dann nüchtern bleiben, das heißt: 10 bis 16 Stunden ohne Nahrung, Alkohol und Rauchen. Am Test-Tag trinkt der Patient dann 75 Gramm Glukose in 250 bis 300 Milliliter Wasser gelöst. Diese Lösung muss er innerhalb von 5 Minuten langsam einnehmen. 2 Stunden später nimmt der Arzt erneut Blut ab.
Beim Nicht-Diabetiker liegen die Blutzuckerwerte im Blutplasma nüchtern unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und 2 Stunden nach dem Test unter 140 mg/dl. Liegen die Nüchternwerte bei Werten über 100 bis maximal 125 mg/dl, spricht man von einer abnormen Nüchternglukose, bei einem nach zwei Stunden gemessenen Wert von über 140 bis maximal 199 mg/dl von einer gestörten Glukosetoleranz.
Ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) liegt vor, wenn die Werte für den Nüchternblutzucker im Blutplasma mindestens 126 mg/dl oder mehr (bzw. im Blutserum mindestens 110 mg/dl oder mehr) und für den nach zwei Stunden gemessenen Wert (oGTT-2-h-Wert) über 200 mg/dl betragen. Bei Schwangeren liegen die Grenzwerte für den oGTT niedriger.
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HbA1c-Wert?Um den Zuckerstoffwechsel einer Person über einen längeren Zeitraum zu überprüfen, kann der Arzt den HbA1c-Wert bestimmen. Dieser gibt die Menge des mit Glukose verbundenen roten Blutfarbstoffs an, der normalerweise bei 20 bis 48 mmol/l (4-6,5%) liegt und direkt von der Höhe des Blutzuckers abhängt. Mithilfe des HbA1c-Werts kann der Arzt den Blutzuckerspiegel der letzten acht bis zehn Wochen beurteilen.
Welchen Wert der HbA1c unter der Therapie erreichen sollte, ist individuell unterschiedlich. Er richtet sich unter anderem danach, ob ein Patient dazu neigt, zu unterzuckern. Daher vereinbart der Arzt mit dem Betroffenen gemeinsam einen auf ihn abgestimmten Zielwert.
Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass für Menschen mit Typ-1-Diabetes ein HbA1c-Zielwert kleiner 58 mmol/l (7,5%) empfehlenswert ist, sofern keine Neigung zu schweren Unterzuckerungen (Hypoglykämien) besteht. In manchen Fällen kann auch ein niedrigerer HbA1c-Wert angepeilt werden.
Bei Typ-2-Diabetes lautet die Empfehlung, den Wert zwischen 6,5 und 7,5% (48 bis 58 mmol/mol) zu halten. Aber auch hier gibt es Patientengruppen, die von einem "strengeren" Wert (kleiner 6,5%) eher profitieren, und andere, für die sich ein höherer HbA1c-Zielwert eignet.
Ärzte nutzen den HbA1c-Wert auch zur Diagnose eines Diabetes mellitus. Allerdings besitzt der HbA1c-Wert als Diagnosekriterium nur bei Erwachsenen genug Aussagekraft.
Um bei Kindern einen Diabetes nachzuweisen, reicht der HbA1c-Wert alleine nicht aus, da sich die der Grenzwert von 48 mmol/mol beziehungsweise 6,5 Prozent nicht ohne Weiteres auf Kinder übertragen lässt. Zur Diagnose bei Kindern müssen deshalb immer auch andere Methoden herangezogen werden.
Diabetes mellitus - Therapie Typ-1-Diabetes?
Beim Typ-1-Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor, das heißt, dass die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin bildet. Da Insulin jedoch lebensnotwendig ist, müssen Betroffene es lebenslang spritzen. Insulin ist eine aus verschiedenen Aminosäuren (Bausteine der Eiweiße) zusammengesetzte Substanz. Zur Diabetes-Therapie stehen Normalinsulin und auch sogenannte Insulinanaloga zur Verfügung. Bei den Insulinanaloga sind im Gegensatz zum Normalinsulin einige Aminosäuren ausgetauscht.
Eine Therapie mit speziellen Medikamenten (sog. oralen Antidiabetika) ist bei Typ-1-Diabetes unwirksam. Der Grund: Orale Antidiabetika (OAD) sollen die Insulinausschüttung der Inselzellen erhöhen. Diese Zellen haben beim Typ-1-Diabetes jedoch ihre Funktion verloren.
Diabetes mellitus - Therapie Typ-2-Diabetes?
Beim Diabetes mellitus Typ 2 gibt es ein breiteres Therapie-Spektrum: Häufig liegt dem Diabetes mellitus Typ 2 eine ungesunde Ernährungsweise zugrunde – und damit verbunden auch Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas).
Wird der Typ-2-Diabetes rechtzeitig erkannt, kann man den gestörten Glukosestoffwechsel in vielen Fällen noch ohne Medikamente normalisieren. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten ist hier das A & O. Dazu gehört vor allem:
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, um den Blutzuckerspiegel entscheidend zu senken, können zusätzlich Medikamente (sog. orale Antidiabetika) helfen. Ist die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse schließlich erschöpft oder wirken die Tabletten nur unzureichend, kann eine Insulintherapie erforderlich sein, um die Blutzuckerwerte ausreichend zu senken.
Diabetes mellitus - Stufentherapie bei Typ 2?
Stufe Therapiemaßnahme Stufe 1 Basistherapie --> bisherigen Lebensstil zum Gesünderen hin zu verändern Stufe 2 Reichen die Maßnahmen in Stufe 1 nicht aus – was nach etwa 3 bis 6 Monaten durch den HbA1c-Wert kontrolliert wird –, empfiehlt der Arzt, zusätzlich zur Basistherapie ein Medikament einzunehmen. Der Wirkstoff Metformin gilt vor allem für Übergewichtige als Mittel der Wahl, er senkt den Blutzuckerspiegel. Menschen, die Metformin nicht gut vertragen oder bei denen Gegenanzeigen vorliegen, können auf andere Wirkstoff ausweichen. Dazu zählen z.B. Insulin und Sulfonylharnstoffe wie der Wirkstoff Glibenclamid. Stufe 3 Nach weiteren etwa 3 bis 6 Monaten erfolgt eine erneute Kontrolle. Ist der Blutzuckerspiegel nicht ausreichend gesunken, kann zusätzlich ein zweites Medikament in die Therapie aufgenommen werden. Für viele Kombinationen liegen keine ausreichenden Belege aus klinischen Studien vor. Alternativ zu einer Zweifachkombination kommt auch eine alleinige Therapie mit Insulin infrage. Stufe 4 In Stufe 4 kommen weiter angepasste Insulin- und Kombinationstherapieformen zum Einsatz, die bei manchen Diabetikern durchaus sinnvoll sein können. Für Dreifachkombinationen mit oralen Diabetesmitteln liegen bisher keine Studien vor, die die Wirksamkeit bezogen auf bedeutsame Endpunkte wie Folgekrankheiten oder die Lebensdauer untersucht haben. Nutzen und Risiken dieser Therapie sollten daher besonders kritisch hinterfragt werden.
Diabetes mellitus - Antidiabetika?
Biguanide (z.B. Metformin)
- Biguanide verbessern die Glukoseverwertung in den Zellen
- Zusätzlich hemmen sie die körpereigene Herstellung von Glukose (sog. Glukoneogenese) aus anderen Stoffwechselprodukten wie Eiweißen
Sulfonylharnstoffe
- Sulfonylharnstoffe erhöhen die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse
Medikamente, die die Zuckeraufnahme aus dem Darm verzögern
- Alpha-Glukosidasehemmer, Gliptine oder DDP-4-Inhibitoren (u.a. Sitagliptin, Vildagliptin)
Glinide
- Glinide wie das Repaglinid oder Nateglinid steigern wie die Sulfonylharnstoffe die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse
Glitazone (Thiazolidindione)
- erhöhen die Insulinempfindlichkeit im Leber-, Muskel- und Fettgewebe und senken so den Blutzuckerspiegel. Sie heißen daher auch "Insulin-Sensitizer" (engl. to sensitize = empfindlich machen
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Konventionelle Insulintherapie?Bei der konventionellen Insulintherapie spritzt sich der Diabetiker kurzwirksames Normalinsulin und langwirksames Verzögerungsinsulin in einem festen Mischverhältnis etwa zweimal täglich. Vorteil dieser Methode: die einfache Handhabung. Ein Nachteil ist die starre Wirkung, die den Diabetiker zwingt, sich in seinem Tagesablauf sowie in Menge und Zeitpunkt seiner Mahlzeiten an einen festen Ablauf zu halten.
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Intensivierte / ergänzende Insulintherapie?- Diabetiker passt die Insulindosis ständig seinem aktuellen Blutzuckerwert an.
- Basis-Bolus-Prinzip
- Ein zwei- bis dreimal täglich gespritztes Verzögerungsinsulin bildet die Basis
- Den erhöhten Insulinbedarf zu den Mahlzeiten deckt der Betroffene, indem er zusätzlich schnell wirksames Normalinsulin als Bolus spritzt (Einmalgabe).
- Die erforderliche Dosis berechnet der Betroffene, nachdem er seinen Blutzuckerwert gemessen hat. Erhöhte Blutzuckerwerte vor dem Essen kann er durch die zusätzliche Gabe von Normalinsulin nach einem Korrekturplan senken
- Insulinmenge an die verzehrten Kohlenhydrate angepasst wird und nicht umgekehrt
- Die intensivierte Insulintherapie ist derzeit Standard bei Diabetes mellitus Typ 1.
Diabetes mellitus - Schulung?
- seinen Blutzuckerspiegel zu messen,
- mit Medikamenten umzugehen (vor allem Insulin),
- wie eine angemessene Ernährung und Lebensführung aussehen sollte,
- wie man Folgeschäden vermeiden kann.
Diabetes mellitus - Unterzuckerung (hypoglykämie)?
Ein Blutzuckerwert unterhalb von 50 mg/dl gilt als Unterzuckerung, fachlich: "Hypoglykämie". Besonders das Gehirn ist auf den Energielieferant Glukose im Blut angewiesen. Ist nicht mehr ausreichend Glukose vorhanden, kann es dazu führen, dass der Betroffene bewusstlos wird und einen hypoglykämischen Schock erleidet. Dieser Zustand ist lebensgefährlich.
Ein zu niedriger Blutzucker entsteht meist durch eine Überdosierung von Insulin oder Sulfonylharnstoffen, oder der Diabetiker hat versäumt, nach der Einnahme der Medikamente ausreichend zu essen. Auch Erkrankungen, körperliche Belastung oder starker Alkoholkonsum können der Auslöser sein.
Diabetes mellitus - Hypoglykämie Warnzeichen?
- Heißhunger
- Übelkeit, Erbrechen
- Schwäche
- Unruhe
- Schwitzen
- Herzrasen
- Zittern
- weite Pupillen
- Kopfschmerzen
- Verstimmung, Reizbarkeit
- Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit
- Müdigkeit
Bei Verdacht auf eine Unterzuckerung sollten Sie ihren Blutzucker kontrollieren und bei Bedarf schnell verwertbare Kohlenhydrate (z.B. Traubenzucker oder Obstsäfte) zu sich nehmen.
Diabetes mellitus - geeignete BNahrungsmittel?
Als günstig hat sich bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) eine fettarme Kost in Verbindung mit viel Obst und Gemüse erwiesen. Vollkornprodukte setzen Kohlenhydrate langsamer frei und tragen auf diese Weise dazu bei, einen gleichmäßigeren Blutzuckerspiegel zu gewährleisten.
Nahrungsmittel, die leicht verdauliche Kohlenhydrate wie reine Glukose oder Haushaltszucker (Saccharose) enthalten, sollten Sie dagegen eher meiden, da sie den Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe treiben. Allerdings müssen Diabetiker keinesfalls gänzlich darauf verzichten. Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat und Aspartam, sowie Zuckeraustauschstoffe wie Fruktose und Xylit können dabei helfen, den Zuckerkonsum einzuschränken – für eine ausgewogene Diabetes-Ernährung sind sie aber nicht notwendig.
Eiweiß (fettarmes Fleisch, Fisch, pflanzliche Eiweiße) können bei Diabetikern 10 bis 20 Prozent der Gesamtkalorienmenge ausmachen – falls jedoch die Nieren geschädigt sind, sollte man weniger Eiweiß zu sich nehmen.
Der Alkoholkonsum sollte auf ein gelegentliches Glas niedrigprozentigen Alkohol wie Bier oder Wein beschränkt bleiben – Alkohol erhöht die Gefahr einer Unterzuckerung. Daher sollten Sie zu Bier oder Wein immer ein paar Kohlenhydrate zu sich nehmen.
Diabetes mellitus - Ernährung allg.?
Für alle Menschen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine gesunde Ernährung von großer Bedeutung. Besonders Typ-2-Diabetiker können davon profitieren. Häufig ist Übergewicht eine Ursache der Erkrankung. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung bei Diabetes senken das Körpergewicht, was die Zuckerwerte im Blut verbessert. Viele Diabetiker können auf diese Weise ihren Tabletten- beziehungsweise Insulinbedarf deutlich reduzieren.
Eine für Diabetes angemessene Ernährung entspricht keineswegs automatisch einer strengen Diät. So muss ein Diabetiker nicht zwangsläufig auf Süßigkeiten oder Alkohol verzichten – er muss den Konsum aber unter Kontrolle haben. Eine ausgewogene Ernährung, wie sie für gesunde Menschen empfohlen wird, ist auch bei Diabetes gesund. Um in Beruf und Freizeit leistungsfähig zu sein, benötigt ein Diabetiker genauso wie ein Gesunder eine Kalorienzufuhr, die der körperlichen Tätigkeit angemessen ist.
Wichtig ist, dass die mit der Nahrung zugeführten Kalorien vom Körper auch verwertet werden können und Kohlenhydrate nicht einfach über den Harn wieder ausgeschieden werden. Mehrere kleine Mahlzeiten (fünf bis sechs) am Tag sind besser als wenige große, weil der Insulinbedarf dann geringeren tageszeitlichen Schwankungen unterliegt.
Diabetes mellitus - Sport?
Vor allem für Menschen mit Diabetes Typ 2 ist Sport neben einer gesunden Ernährung eine gute Möglichkeit, aktiv etwas gegen ihre Zuckerkrankheit zu tun. Körperliche Aktivität steigert den Energieverbrauch, macht die Zellen empfindlicher für Insulin und senkt so den Blutzucker.
Allerdings sollten Sie es mit der körperlichen Betätigung nicht übertreiben. Unter Umständen kann der Gesamtstoffwechsel entgleisen. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche sportlichen Aktivitäten und welche Belastungsintensität für Sie gesund sind.
Wenn sich bei Ihnen bereits Folgeschäden des Diabetes mellitus wie koronare Herzkrankheit, Niereninsuffizienz oder ein diabetischer Fuß zeigen, können sich Einschränkungen in der Wahl der Sportart ergeben. Der Marathonlauf mag nicht für jeden Diabetiker das Richtige sein; es findet sich jedoch in aller Regel eine geeignete Sportart.
Wenn Sie Insulin spritzen oder sogenannte Sulfonylharnstoffe einnehmen, haben Sie ein gewisses Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) beim Sport. Bei kurz dauerndem Training können Sie der Unterzuckerung mit einer Zwischenmahlzeit vorbeugen. Bei länger dauernden Anstrengungen müssen Sie zusätzlich die Insulindosis anpassen. Sportler kennen durch viele Messungen und Erfahrung die Reaktion ihres Körpers auf Belastungen meist sehr genau – sie können ihren Zuckerstoffwechsel auch unter extremen Bedingungen gut kontrollieren.
Diabetes mellitus - Vorbeugung?
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Typ 1 können Sie nicht vorbeugen. Der Typ-2-Diabetes lässt sich jedoch recht zuverlässig verhindern, wenn seine Hauptursache ausgeschaltet wird: das Übergewicht. Dabei sind vor allem zwei Komponenten entscheidend, nämlich Ernährung und Bewegung.
Der beste Weg, um abzunehmen, besteht auch für Betroffene mit Diabetes darin, ihre Ernährung dauerhaft umzustellen:
- viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte,
- weniger Fett und schnell verdauliche Kohlenhydrate.