TU BS


B. V.
Diese Lernkarten behandeln Datenbussysteme auf Universitätsebene und konzentrieren sich auf die Eigenschaften und Funktionsweisen verschiedener Busstandards wie Profibus, Powerline, LIN, FlexRay, Ethernet, CAN, Bluetooth und ASi. Sie beleuchten auch Themen wie AUTOSAR, Netzwerktopologien, Fehlererkennung und -korrektur sowie die Kopplung von Bussystemen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in der Elektrotechnik, die ein tiefes Verständnis der Kommunikationstechnologien in der Automatisierungstechnik und Fahrzeugtechnik erlangen möchten.
Karten
61
Lernende
8
Sprache
Deutsch
Kategorie
Elektrotechnik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
26.03.2016 / 05.08.2025

Lernkarten

Welche grundlegenden Festlegungen sind für eine datenbusbasierte Kommunikation erfordlich?

Physikalische Verbindung

  • Typ (Anz. Leiter, Kupfer/Glas/Funk)
  • Schirmung
  • Stecker/Pinbelegung
  • Topologie
  • Redundanz?

Signale

  • Signalverläufe
  • Pegel (Spannung/Strom)
  • Timing
  • Signalcodierung

Zeitliche Synchronisation

  • Sondermaßnahmen erforderlich?
  • Takt aus Signalverlauf rekonstruierbar?

Logische Zuordnung zu phy. Zustand

  • Logisch "1" entspricht physikalisch "0" oder "1"?

Regelung des Buszugriffs

Wie könnten diese Festlegungen exemplarisch für eine "low cost"-Kommunikation aussehen?

Bsp "low cost" Bus

  • phy. Verbindung: 1-Drahtleitung, Bustopologie
  • phy. Signale: hohe Pegel, niedrige Datenraten
  • Synchronisation: z.B. kleine Pakete mit Start/Stop-Bit (zur Synchro)
  • Logische Zustände: z.B. "0" entspricht 12V, "1" = 0V
  • Buszugriff: z.B. Master-Slave -> Slaves sehr günstig

Bsp "low cost" Bus

  • phy. Verbindung: 1-Drahtleitung, Bustopologie
  • phy. Signale: hohe Pegel, niedrige Datenraten
  • Synchronisation: z.B. kleine Pakete mit Start/Stop-Bit (zur Synchro)
  • Logische Zustände: z.B. "0" entspricht 12V, "1" = 0V
  • Buszugriff: z.B. Master-Slave -> Slaves sehr günstig

Was müsste geändert werden wenn die Kommunikation als sicherheitskritisch eingestuft würde?

sicherheitskritisch

  • phy. Verbindung: z.B. twisted pair oder LWL, Sterntopologie (Redundanz)
  • phy. Signale: 5V als Kompromiss zwischen Pegel und Störaussendung (\(\frac{\Delta U}{\Delta t}\)) und Störempfindlichkeit
  • Synchronisation: z.B. spezielle Start-Sequenzen zur Synchro
  • Logische Zustände: z.B. "1" = "0"
  • Buszugriff: deterministische: Master-Slave oder TDMA

Welche der Aussagen sind richtig?

  1. In der Vermittlungsschicht werden logische Adressen in phy. Adressen umgewandelt
  2. Das ISO/OSI-Schichtenmodell ist eine Normung für homogene Netze
  3. Die Ermittlung des günstigsten Weges einer Datenübertragung erfolgt in der Vermittlungsschicht
  4. In der Darstellungsschicht findet eine Synchronisation der Datenübertragung statt
  5. Als Transportsystem bezeichnet man die drei untersten Schichten
  6. Die physikalische Schicht stellt eine ungesicherte Verbindung dar

  1. Richtig
  2. Falsch, Netze müssen nicht zwangsläufig homogen sein
  3. Richtig
  4. Falsch sie findet in der Sicherungsschicht statt
  5. Falsch, die untersten 4 Schichten sind das Transportsystem
  6. Richtig die Sicherung erfolgt in Schicht 2

Die folgende logische Signalfolge ist nach unterschiedlichen Vorschriften zu Codieren:

1 0 0 0 1 0 1 0 1 1 1 1 1 0

  1. NRZ
  2. NRZ-M (NRZI-M)
  3. NRZ-S (NRZI-S)
  4. AMI
  5. HDB2
  6. AFP
  7. Manchester II

  1. NRZ: Standard 1:1 Übertragung
  2. NRZ-M: Flankenwechsel bei neuer steigender Flanke von "1"
  3. NRZ-S: Flankenwechsel bei neuer steigender Flanke von "0"
  4. AMI: "1"er werden auf High und -High codiert wegen Gleichspannungsfreiheit
  5. HDB2: "1"er wechseln den Pegel abwechselt von High auf -High. Zusätzlich bei 3ter folgenden Null ein Verletzungsimpuls in selbe Richtung. Nächste 1 von Verletzungsimpuls unberührt, also entgegengesetzt zu vorheriger 1
  6. AFP: 1 schwacher Impuls in pos. Richtung bei 1 und in negativer Richtung bei 0
  7. Manchester II: fallende Flanke in Bitmitte bei "1", steigender Impuls bei "0" in Bitmitte

Kodieren sie die angegebene Signalfolge nach HDB2 und erläutern Sie die Begriffe Verletzungsimpuls und Ausgleichsimpuls

1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0

  • Verletzungsimpulse bei langen Nullfolgen entgegengesetzt für Gleichstromfreiheit
  • Ausgleichsimpuls zur Kennzeichnung das Verletzungsimpuls keine "1" ist

Frage siehe Bild:

geg:

spez. Signallaufzeit: \(5 ns/m\). -> Signalgeschwindigkeit: \(c_s=\frac{1}{5ns/m}=2\cdot8 \ m/s\)

Ausbreitungszeit soll 70% der Bitzeit betragen:

ges: \(l_{max}=f(V,\tau_{Trans})\)

\(T_{Bit}=\frac{1}{V}\)

\(\tau_{Trans}\): Verzögerungszeit im Transceiver

\(\tau_{Controller}=0\) (Annahme, dass schon in 70% Bitzeit berücksichtigt.

Ansatz: \(T_{Bit}\ge 2T_D\)

  1. \(T_D=\tau_{Leitung}+\tau_{Trans}+\tau_{Controller}\le \frac{T_{Bit}}{2}\)
  2. \(l_{max}=c_s \cdot \tau_{Leitung} \le c_s(\frac{T_{Bit}}{2}-\tau_{Trans})\)
  3. Bei nur 70% der Bitzeit
  4. \(l_{max}\le c_s(\frac{0,7\cdot T_{Bit}}{2}-\tau_{Trans})=c_s(\frac{0,35}{V}-\tau_{Trans})\)

 

Frage siehe Bild:

Gesamtbuslast: \(60 \Omega\)

Innenwiderstand Steuergeräte: \(R_i=5600\Omega\)

Anzahl Steuergeräte: 3-10

betrachtete Extreme:

 \(R_{ismax}=\frac{1}{\frac{3}{5600 \Omega}}=1866,6\Omega\)

\(R_{ismin}=\frac{1}{\frac{10}{5600 \Omega}}=560\Omega\)

symmetrische Buslast -> \(R_1=R_2=R\),

Toleranzband 5%: untere Grenze 60-0,05*60=57, obere Grenze 60+0,05*60=63

untere Grenze: \(\frac{1}{R_{ges}}=\frac{2}{R_u}+\frac{1}{R_{ismin}}\rightarrow\frac{1}{57\Omega}=\frac{2}{R_u}+\frac{1}{560\Omega}\rightarrow R_u=126,92\Omega\)

obere Grenze: \(\frac{1}{R_{ges}}=\frac{2}{R_o}+\frac{1}{R_{ismin}}\rightarrow\frac{1}{63\Omega}=\frac{2}{R_o}+\frac{1}{1866,6\Omega}\rightarrow R_o=130,4\Omega\)

Wahl: Mittelwert: 128,66 Ohm

 

Fragen siehe Bild

geg:

  •  \(v=500kBit/s \rightarrow T_{Bit}=\frac{1}{v}=2\cdot10^{-6}s\), \(T_{prop}=0,5\cdot 2\cdot10^{-6}s=1\cdot10^{-6}s\)
  • Ausbreitungsgeschw.: \(c_s=1,754\cdot10^{8}\frac{m}{s}\), Zeit pro m: \(t_p=\frac{1}{c_s}=5,7\cdot 10^{-9}\frac{s}{m}\)

a) einzelne Stichleitung:

  • \(L_{dcsum}\lt \frac{T_{prop-seg}}{50\cdot t_p}\approx 3,5m\)

b) max. kumulative Länge aller Stichleitungen:

  • \(L_{dcsum}\lt \frac{T_{prop-seg}}{10\cdot t_p}\approx 17,5m\)

Wie zuvor gesehen ist die max. Länge eines Netzes und die Länge seiner Stichstrecken durch die Übertragungsrate beschränkt

a) Mit welchen Bausteinen lassen sich dennoch in einem größeren Netz hohe Datenübertragungsraten erzielen?

b) Worin unterscheiden sich die Bausteine?

a)

  • Gateway (Unterteilung in Subnetze)
  • Bridge (Unterteilung in Subnetze)

In Summe erhöhen der Datenrate durch Kombination schneller Datennetze, aber auch erhöhte Latenz bei Kommunikation zwischen Subnetzen.

Ein Repeater ist nicht geeignet (lediglich Auffrischung der Signalpegel)

b)

  • Repeater: Reine Signalauffrischung (simple Elektronikschaltung)
  • Bridge: Verbindet Netze gleichen Typs (Copy, ggf. Filter)
  • Gateway: Verbindet auch verschiedenartige Netze (hat Informationen über Datenpakete und kann sie entpacken und neu verpacken (Copy, Modify, Delete, Create, Filter)

Fragen siehe Bild

geg:

  • Backbone: 8MBit/s (0,32s Füllen, dann 18s Pause)
  • Sub-Bus: 125kBit/s (kontinuierlich)
  • Gateway: Puffer: 0,5MB

a) ausreichend für 1 Zyklus?

Füllen: \(0,32s\cdot 8MBit/s=2,56MBit =0,32MB\). Puffer reicht für einen Zyklus!

b) kontinuierliche Übertragung möglich (Achtung! Abfluss beginnt sofort bei Befüllung)?

Datenabfluss: \(18,32\cdot 125kBit/s=2290kBit=0,286MB\)

Datenabfluss ist kleiner als Füllmenge, ein kontinuierlicher Betrieb ist nicht gewährleistet

c) Wie lange kann kontinuierlich kommuniziert werden?

Betrachtung erforderlicher Puffer pro Zyklus (direkt nach Befüllen)

\(0,32MB-0,32s\cdot 125kBit/s=0,32MB-5kB=0,315MB\)

Restpuffer (Spielraum): \(0,5MB-0,315MB=0,185MB\) 

Wieviel Restdaten pro Zyklus: \(\Delta=0,32MB-0,286MB=0,03375MB\)

Wie lange reicht Spielraum? \(t=\frac{Spielraum}{\Delta}=\frac{0,185MB}{0,03375MB}=5,48 Zyklen\)

d) Gegenmaßnahmen:

  • Sende-/Wartezeit anpassen
    • Backbone kürzer senden
    • Backbone länger warten
  • Bitraten anpassen
    • Sub-Bus schneller
    • Backbone langsamer
  • Puffer erhöhen (aber nach wie vor kein kontinuierlicher Betrieb)
  • Gateway könnte unwichtige Informationen wegfiltern)

 

Fragen siehe Bild

a) Ein Gateway ist erforderlich weil zwei verschiedenartige CAN-Netze miteinander verknüpft werden sollen. Eine Bridge kann nur gleiche Netze miteinander verbinden.

b) Latenz/Jitter

  • Ansprechen der Taste
  • Datenerfassung (Änderung detektieren -> Interrupt/Polling
  • Verarbeiten des Signals im µC (Verpacken in Telegramm)
  • Verschicken über LIN (Zykluszeit durch Master/Slave)
  • MMC (Empfangen von LIN, entpacken, auswerten, neu verpacken)
  • Umsetzung auf Entertainment-CAN am Gateway (einlesen, entpacken, auswerten, neu verpacken)
  • Warten auf Buszugriff im Entertainment-CAN (stochastisch->viel Jitter)
  • Radio: Empfang, entpacken, auswerten, reagieren
  • Leitungsverzögerungen

c) Bis zum MMC ist die Kommunikation deterministisch, ab da erstes Mal stochastischer Prozess. Abhilfe:

  • z.B. LIN, FlexRay, Most statt CAN verwenden
  • ggf. CAN-ID mit höchster Priorität vergeben
  • eine "intelligente" Schicht 7 schaffen (dynamische Nachrichtenpriorisierung)

Aufgabe siehe Bild

  • Tragen Sie den Zustand der einzelnen Teilnehmer über 20 Zeiteinheiten auf.
  • Kennzeichnen Sie die Wartezeiten und eventuell auftretende Kollisionen bei der gleichzeitigen Busbelegung

Paketlänge     Wartezeit

TN A:         2                     1

TN B:         2                     2

TN C:         2                     3

Regeln

  • alle versuchen so viel wie möglich zu senden
  • nie 2x hintereinander
  • bei nicht freiem Bus Wartezeit warten
  • bei Kollision Wartezeit warten. schon mal gewartet?->wartezeit verdoppeln

Aufgabe siehe Bild

TN 1: 0xC9 -> 0b 1100 1001

TN 2: 0xD3 -> 0b 1101 0011

TN 3: 0x69 -> 0b 0110 1001

TN 2: 0xD8 -> 0b 1101 1000

Logische 1 = 0V soll als dominanter Zustand angenommen werden. Arbitrierung siehe Bild! Von vorne nach hinten auf den Bus geschrieben.

b) TN 4 erhält Buszugriff, da seine Adresse die höchstpriore ist.

c) Nein ein CSMA/CR-Zugriffsverfahren ist nicht echtzeitfähig. Es kann nicht sichergestellt werden, dass Nachrichten auf dem Bus (zeitnah oder überhaupt) übertragen werden. (CAN ist nur mit einem Teilnehmer deterministisch)

Aufgaben siehe Bild

a) Erkennbare Fehler: \(f_e=d(C)-1\) hier: \(f_e=1=d(C)-1 \rightarrow d(C)=2=Hammingdistanz\)

b) insgesamt darstellbar: \(2^3=8Zeichen\). Für Hammingdistanz 2 \(\frac{8}{d(C)}=4 Zeichen\)(000,110,011,101

c) korrigierbare Fehler. Welche Hammingdistanz für gültige Codeworte bei Korrektur von Einzelbitfehlern

\(f_k=\frac{d(C)-2}{2} \rightarrow f_k grade\), \(f_k=\frac{d(C)-1}{2} \rightarrow f_k ungrade\)

\(1=\frac{D(C)-1}{2}\rightarrow d(C)=3\)

d) 8 Zeichen bei Hammingabstand 3-> maximal 2 Zeichen codierbar

Aufgaben siehe Bild

a) min Hammingdistanz ist 3!

A->B=3

A->C=3, B->C=6

A->D=3 B->D=4, C->D=6

A->E=4, B->E=3, C->E=3, D->E=7

b) bei ungerader Hammingdistanz: \(f_k=\frac{d(C)-1}{2} =1 \). 1 Bitfehler ist korrigierbar

c)

1=D

2=>C

3=>E

4=>B

5=>E

Aufgabe siehe Bild

geg: d(C)=3 -> 1 Bit korrigierbar, Bitfehlerrate p=0,01

a)

Fehlerwahrscheinlichkeit: \(P_{xi}=(\frac{N}{i})\cdot p^i \cdot (1-p)^{(N-i)}\)

i=0: \(P_{x0}=(\frac{3}{0})\cdot 0,01^0 \cdot (1-0,01)^{(3-0)}=1\cdot1\cdot(1-0,01)^3=0,970299\)

i=1: \(P_{x1}=(\frac{3}{1})\cdot 0,01^1 \cdot (1-0,01)^{(3-1)}=1\cdot0,01^1\cdot(1-0,01)^2=0,029403\)

i=2: \(P_{x2}=(\frac{3}{2})\cdot 0,01^2 \cdot (1-0,01)^{(3-2)}=3\cdot0,01^2\cdot(1-0,01)^1=0,000297\)

i=3: \(P_{x3}=(\frac{3}{3})\cdot 0,01^3 \cdot (1-0,01)^{(3-3)}=1\cdot0,01^3\cdot1=1\cdot10^{-6}\)

b)

Wahrscheinlichkeit für fehlerhafte Übertragung ist beschränkt auf Übertragung mit 2 oder mehr Bitfehlern, da diese nicht korrigiert werden können:

\(R=P_{x2}+P_{x3}=0,000297+1\cdot10^{-6}\approx0,0003\)

Aufgaben siehe Bild.

Kurzanleitung:

  • Generatorploynom G(x) in Bitfolge überführen
  • Anhängen von N Nullen an die zu überprüfende Zahlenfolge (N=Grad von G(x))
  • Polynomdivision der Nutzdaten inkl. angehöngter Nullen des Generatorpolynoms (modulo 2 = XOR)
  • Ersetzen der vorher angefügten Nullen durch Rest der Polynomdivision
  • Botschaft übertragen

a) \(G(x)=x^4+x+1=10011\)

b) N=4

c) siehe Bild

 

Aufgaben siehe Bild!

    Datenstrom+ CRC

a) 110000111010011

Generatorpolynom \(G(x)=x^5+x^4+x^2+1=110101\), N=5

b) siehe Bild

Geben sie für die gezeigten Verläufe alle möglichen Rahmenformate an. Die Verläufe sind für fehlerfrei Übertragung angegeben. Der Beginn der Übertragung ist immer das Startbit ("0) im 3. Zeitabschnitt

Lösung ist quasi ausprobieren der verschiedenen Datenformate auf Nachrichtenstream. Datenstrom und Lösung ist in der Lösung angegeben.

dritter Datenstrom hier nicht angegeben...

a) Was versteht man beim CAN-Bus unter "Bitstuffing" und wofür ist es gut?

b) Wie sehen folgende Folgen auf dem CAN-Bus aus?

  • 0x204
  • 0x104
  • 0x84

a)

CAN verwendet NRZ-Codierung (Nachteil: Takt nicht rekonstruierbar)

-> Bei langen "1" oder "0"-Sequenzen keine Taktinformation mehr

-> keine zeitliche Synchronisation mehr möglich

Abhilfe: nach 5 gleichwertigen Bits ein invertiertes Bit in den Datenstrom einfügen ("Stuff"-Bit) ->Synchronisation möglich

b) 

\(204h=2\cdot16^2+0\cdot16+4\cdot 16^0=516=1000000100\)

Übertragung: 10000010100 ->11 Bits werden übertragen

beim Empfang: 1000000100 -> 10 Bits werden decodiert

\(104h=1\cdot16^2+0\cdot16+4\cdot 16^0=260=100000100\)

Übertragung: 1000001100 ->10 Bits werden übertragen

beim Empfang: 100000100 -> 9 Bits werden decodiert

\(84h=8\cdot16+4\cdot 16^0=132=10000100\)

Übertragung: 10000100 ->8 Bits werden übertragen

beim Empfang: 10000100 -> 8 Bits werden decodiert

Welche Eckdaten charakterisieren den LIN-Bus?

 

  • Master-/Slave (deterministisch)
  • max. 16 Teilnehmer (1Master, 15 Slaves)
  • bis 20kBit/s (übrlich 2400, 9600, 19200 kBit/s)
  • Spannung 8-18V
  • sehr günstig

Wie wird die zeitliche Synchronisation bei LIN-Teilnehmern realisiert?

Beschreiben sie diese kurz und skizzieren sie den relevanten Teil des Telegrams

  • Master sendet Synchronisationsfeld am Anfang jeden Telegramms
  • Slaves synchronisieren sich auf (RC-Glied)->keine eigenen Uhren erforderlich
  • Anfang Telegramm besteht aus:
    • sync break:
      • Dominanter Pegel für min 13 Bitzeiten (0V)
      • 1-Bit High-Pegel
    • sync field:
      • Master sendet 0x55=01010101 (stellt Synchronisationsflanken für Slaves sicher)

Welche Art der Adressierung findet beim LIN-Bus statt?

Skizzieren sie den für die Adressierung relevanten Teil des Telegramms

  • LIN verwendet inhaltsadressierung (Nachrichten tragen ID´s, keine Slaveadressierung!)
  • Jedes Telegramm besitzt Identifier-Feld (direkt hinter sync-field), dass die Nachricht klassifiziert

Geben Sie für den LIN-Bus exemplarisch das Identifier-Feld für ein Telegramm an die Adresse 14 (Dezimal) mit 8 Datenbytes an.

  1. 14=0xE=1110 (ID3...ID0), ID4=1,ID5=1 (Nach Tabelle für 8 Datenbytes 4 und 5 =1)
  2. PO (gerade Parität) für ID0,1,2,4 (0,1,1,1) => PO=1
  3. P1 (ungerade Parität) für ID1,3,4,5 (1,1,1,1) => PO=1

Auf welchen Mechanismen basiert die Fehlererkennung bei LIN? (2 Aspekte)

  1. Im ID-Feld sind nur die unteren 6 Bit unabhängig (4Bit ID+ 2Bit Datenlänge) =>2^6=64 Kombinationen von 256 (2Parity-Bits) Daher können 192 Kombinationen als Fehler erkannt werden
  2. Checksumme als Checkbyte wird Nutzdaten angehängt
    1. Berechnung aus sequentieller Summation der Datenbytes
    2. Findet bei Addition Übertrag statt wird dies dem LSB des Ergebnisses hinzuaddiert
    3. Inversion der Checksumme=Checkbyte

LIN-Bus:

Der Empfänger empfängt vier Datenbytes: 0x37, 0x5B, 0x97, 0x4C und das Checkbyte 0x79.

War die Übertragung fehlerfrei?

  1. Datenpakete sequentiell addieren. Überträge auf das LSB des Ergebnisses addieren
  2. Checksumme+Checkbyte müssen 0xFF ergeben

LIN-Bus:

Ermitteln Sie die ID und die Anzahl der Datenbytes für das Identifier-Feld 163 (dezimal)

ID 163= 1010 0011

ID0...ID3 = ID=3

ID4=0,ID5=1 -> Datenlänge 2 Byte (nach Tabelle)

PO (grade Parität)=0: ID0,1,2,4 = 1100 ->grade

P1 (ungerade Parität)=1: ID1,2,4,5 = 1001 ->P1=1->ungerade

Frage siehe Bild

Ganz normale Bustopologie (offensichtlich für jedes Element 1 Slave vorgesehen)

Profibus-Netz Förderband

e) Das Förderband soll auf eine Gesamtlänge von 1000m verlängert werden. Welches Problem ergibt sich darau in Bezug auf das gewählte Bussystem und die gestellte Aufgabe?

b)

Telegramm: SD|DA|SA|FC|DU|FCS|ED

SD: Start; DA: Zieladdr.; SA: Sendeaddr; FC: Function Code ->Art Telegramm; DU: Nutzdaten; FCS: Prüfsumme;ED:Ende

Länge: 8Byte Nutzdaten + 6 Byte Kopf/Ende

UART: 1Byte Nutzdaten entspricht 11 Bit. 1Startbit + 8 Nutzbits + 1 Paritätsbit + 1Stopbit

Telegrammlänge: L_T: 154 Bit (14x 11 Bit)

c) Dauer Übertragung eines Telegramms:

\(T_t=\frac{L_T}{v}=\frac{154 Bit}{500\cdot10^{-3}Bit/s}=308\mu s\)

angesetzer Overhead:

\(T_o=500 T_{Bit}=\frac{500}{v}=1ms\)

Dauer Transaktion mit Slave:

\(T_s=2T_T+T_o=1616\mu s\)

Dauer Zyklus:

\(T_{zmin}=8T_s=12928\mu s\lt 50 ms\)

d) worst-case 8 Teilnehmer. Maximale Wartezeit dann:

\(T_{zmax}=n(2T_{wait}+T_s)\rightarrow T_{wait}=\frac{1}{2}(\frac{50ms}{8}-1616\mu s)=2,317ms\)

e)

Bei v=500kBit/s ist die Leitungslänge auf 400m begrenzt. Bei Verlängerung muss die Baudrate abgesenkt werden.

1000m: 187,5kBit/s

1200m: 93,75kBit/s -> Wahl um Reserven zu haben.

Zykluszeit ist proportional zur Busgeschwindigkeit. 

93,75kBit/s: T_z: 68,95ms -> kein sicherer Betrieb möglich

187,5kBit/s: T_z: 34,47ms -> Betrieb möglich

 

Wie sind die Aufgaben und Anforderungen in der Fertigungsautomatisierung (Pyramide)?

  • Datenmenge steigt mit höheren Ebenen
  • Echtzeitfähigkeit steigt je maschinennaher die Kommunikation

Wie heißen die einzelnen ISO/OSI-Schichten und was tun sie?

  • Schicht 7: Schreiben, Lesen und Status der Daten ohne Details der Kommunikation
  • Schicht 6: Konvertierung von Daten in kompatible universelle Formate. Kompression und Encryption
  • Schicht 5: Auf-/Abbau der Verbindung, Überwachung, Datenflusssteuerung (Synchro)
  • Schicht 4: Schirmt Details des Datentransports gegenüber höheren Schichten ab. Gehört mit den unteren Schichten zu den netzorientierten Schichten (darüber anwendungsorientiert). Aufteilung von Paketen, Sortierung, Reaktion auf Wiederholanforderung
  • Schicht 3: Speichert Daten bis zum vollständigen Empfang zwischen, ermöglicht Routing der Pakete
  • Schicht 2: Regelung Buszugriff (Arbitration), Kennzeichnung von Telegrammen und Behandlung von Übertragungsfehlern
  • Schicht 1: Physikalische Schicht. Codierung und Form elektrischer Impulse

Was für Netzwerktopologien kennen sie und was zeichnet sie aus?

siehe Bild

Wie können Bussysteme miteinander gekoppelt werden?

siehe Bild

Was sind die zentralen Anforderungen für die Signalkodierung?

  • Definition unterschiedlicher Zustände (min. 2)
  • Ermöglichung zeitlicher Synchronisation der kommunizierenden Geräte
    • durch zusätzliche Taktleitung
    • durch Rückgewinnung aus Nutzsignal
  • Erzielung hoher Datenraten mit möglichst geringem Aufwand
  • Optional: Gleichstromfreiheit

Welche Signalkodierungen gibt es und wie ist ihre Kodierung festgelegt?

  • NRZ (non return to zero):
    • "1" ist High-Pegel, High über gesamte Bitzeit
    • NRZI-M: Bitwechsel bei jeder neuen "1"
    • NRZI-S: Bitwechsel bei jeder neuen "0"
  • AMI (Alternate Mark Inversion)
    • High-Pegel bei "1". Vorzeichen alterniert mit jeder neuen "1"
    • HDB2 (High Density Bipolar): Zusätzlich Ausgleichsimpuls bei dritter null in Folge in Richtung des letzten High-Impulses
  • AFP (Alternierendes Flankenpulsverfahren
    • Flanke "0"->"1": positiver Puls
    • Flanke "1"->"0": negativer Puls
    • Folge von Einsen oder Nullen: keine Änderung
    • Pulse weisen sehr geringe Störabstrahlung auf (praktische keine Oberwellen)
  • Manchester II:
    • Kodierung mit Taktinformation (Positive Flanke: "0", negative Flanke: "1")
    • Nachteil: max auftretende Frequenz gleich der Taktfrequenz. (2x von NRZ!->höhere Störabstrahlung)

Welche zwei grundlegenden Arten der Adressierung gibt es?

  • Teilnehmeradressierung (Client-Server):
    • Adressierung einer Nachricht an die Adresse eines Clients
    • Request-Respond
  • Inhaltsadressierung (Producer-Consumer):
    • Versenden einer Nachricht, welche optional alle Clients auswerten können
    • Adresse beschreibt den Inhalt, nicht das Ziel

Welche grundsätzliche Unterscheidung kann bei Zugriffsverfahren getroffen werden?

Welche Buszugriffsverfahren gibt es und was zeichnet sie aus?

Unterscheidung:

  • deterministisch
    • zentral gesteuert: Master/Slave: z.B. LIN, Profibus DP
    • dezentral gesteuert: TDMA: z.B. FlexRay
  • stochastisch (zufällig)
    • kollisionsfrei: CSMA/CR: z.B. CAN
    • nicht kollisionsfrei: CSMA/CD: z.B. Ethernet

Buszugriffsverfahren:

  • Master/Slave
    • Master steuert Buszugriff. zyklischer Aufruf durch Polling
    • Vorteile:
      • Aufwand im Master, einfache Slaves
      • leicht skalierbar
      • Deterministisch
    • Nachteile:
      • kein direkter Datenaustausch zwischen Slaves
      • Maximale Latenzzeit bestimmt durch Zykluslänge
      • Kommunikationsbedarf der Slaves nicht berücksichtigt
      • Totalausfall bei Ausfall Master
  • CSMA (Carrier Sense Multiple Access)
    • stochastischer Zugriff
    • jeder Teilnehmer bezüglich Buszugriff gleichberechtigt
    • Multi-Master-System
    • man unterscheidet zwischen teilnehmerorientierten Protokollen und Protokollen auf Basis priorisierter Nachrichten
    • Varianten:
      • Collision Detection (CD) Abbruch der Übertragung bei Kollision, statistische Wartezeit
      • Collision Avoidance (CA) Sendeversuch bei freiem Bus erst nach stat. Wartezeit, sonst wie CD
      • Collision Resolution (CR) Bei Erkennung von Kollision während Arbitrierungsphase bricht niedrigpriorer Knoten ab.
  • TDMA (Time Division Multiple Access)
    • Jeder Knoten besitzt pro Zyklus einen/mehrere Zeitslots
    • Synchronität entweder durch zentrale Synchronisation oder dezentrale Nachsynchronisierung
    • Exclusive Sending Permission (Time Multiplexing) mit deterministischen kollisionsfreiem Buszugriff
    • Herausforderungen:
      • Hohe Anforderung an Leistungsfähigkeit der Knoten
      • zuverlässige Zeitsynchronisation ohne Drift zwischen Knoten
      • Vorausschauende Netzwerkauslegung

Was ist der Unterschied zwischen Token-Passing und Delegated Token?

  • Token Passing: Token wird von Knoten zu Knoten weitergereicht
    • Wichtig ist ein Mechanismus um die Weitergabe des Tokens nach maximaler Haltezeit sicherzustellen
    • logische Ringstruktur
    • Schwierigkeiten bei der dynamischen Verwaltung des Ring sowie in der Startphase des Systems
  • Delegated Token: Token wird von Knoten immer erst an verwaltende Instanz zurückgegeben und von dort aus weitergereicht

Was sind Latenz und Jitter und wie entstehen Sie?

  • Latenz: Gesamtübertragungsdauer vom Ereignis bis zum Erhalt beim Empfänger.
  • Jitter: Zeitliche Variation bei der Übertragung von Daten auf derselben Übertragungsstrecke

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