Daten- und Dokumentenmanagement im Internet KE1 - Das Modell der strukturierten Dokumente
Erster Abschnitt des Moduls
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Was ist der große Vorteil den Stylesheets erbringen?
- Die Unabhängigkeit der Stylesheets von den Dokumenten ermöglicht auf der einen Seite, dass ein- und dasselbe Dokument durch Kombination mit verschiedenen Stylesheets passend zum Anwendungszweck formatiert werden kann;
- auf der anderen Seite kann man verschiedene Dokumente durch Kombination mit ein- und demselben Stylesheet einheitlich formatieren.
- Auch lässt sich die Struktur beim Erstellen und Lesen von Dokumenten nutzen, etwa zur Navigation und zur Definition von Sichten etwa von Outline-Sichten.
Was versteht man unter einem Modell?
Die Modellierung ist eine vereinfachte und auf das im aktuellen Kontext Wesentliche reduzierte und - unter geeigneten Gesichtspunkten - systematisierte Darstellung. Modelle sind aus vielen Bereichen bekannt wie etwa aus der Architektur, der Biologie oder der Physik. Modelle können physikalischer oder gedanklicher Art sein; letztere können umgangssprachlich oder formal definiert sein.
Was versteht man unter einem Modell?
Die Modellierung ist eine vereinfachte und auf das im aktuellen Kontext Wesentliche reduzierte und - unter geeigneten Gesichtspunkten - systematisierte Darstellung. Modelle sind aus vielen Bereichen bekannt wie etwa aus der Architektur, der Biologie oder der Physik. Modelle können physikalischer oder gedanklicher Art sein; letztere können umgangssprachlich oder formal definiert sein.
Was ist i.d.R. der Gegenstandsbereich von Modellierung (und in Software-Fragen)?
Gegenstandsbereich einer Modellierung können Konzepte, Vorgänge oder Erscheinungen und ihre Wechselwirkungen sein. In der Softwareentwicklung spielen Modelle bei der Anforderungsdefinition und im Design eine zentrale Rolle. Sie dienen der Kommunikation zwischen Ingenieuren und ihren Kunden und als Ausgangspunkt der weiteren Entwicklung.
Wie hat sich die Softwaretechnik auf die Modellbildung eingestellt?
Die Softwaretechnik entwickelt Vorgehensmodelle auf verschiedenen Ebenen für den Prozess der Softwareentwicklung wie etwa das zwischenzeitlich veraltete Wasserfallmodell, das aktuellere Spiralmodell und neuerdings Verfeinerungen rund um die Modellierungssprache UML. Grundlage relationaler Datenbanksysteme ist das Tabellenmodell für Daten. Datenbankanwendungen selbst basieren auf einer Modellierung der Anwendungsdaten, meistens einem Entity-Relationship-Modell.
Welchen Zwecken können Modellen dienen?
Modelle können unterschiedlichen Zwecken dienen: etwa der Entwicklung einer gemeinsamen Sicht und Terminologie, der Vermittlung erprobter Vorgehensweisen und Techniken, dem rationalen Beweisen oder Widerlegen von Hypothesen oder der Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Was besagt die historische Dokumentendefinition (1968)?
„Als Dokumente können alle Unterlagen betrachtet werden, die Informationen beinhalten, also nicht nur publiziertes Wissen, sondern auch Briefe, Akten, Urkunden, Bildsammlungen, Filme u.v.a.“
Was ist das Gemeinsame, wenn man eine alte und eine neue Dokumentendefinition vergleicht?
Das Gemeinsame an Dokumenten ursprünglicher und neuerer Art ist, dass sie durch ihre Schriftform eine ursprünglich sprachliche Mitteilung von der auditiven in die visuelle Übertragungsform und von der Flüchtigkeit der mündlichen Erzählung in die Dauerhaftigkeit des geschriebenen Wortes umsetzen. Somit werden die Grenzen von Zeit und Raum, die sonst der Senderin und dem Empfänger flüchtiger sprachlicher Mitteilungen gesetzt sind, überschritten.
Was sind wesentliche Tätigkeiten des Computers, mit denen er geholfen hat den modernen Dokumentinbegriff zu prägen?
- Gedankengänge organisieren und Dokumente planen
- Gedanken verbalisieren und Dokumente erfassen
- Dokumente editieren, formatieren und publizieren, also der Öffentlichkeit zugänglich machen
- Dokumente ablegen, verwalten, abfragen, zusammenfassen, kombinieren, transformieren, extrahieren
- Dokumente lesen, verstehen, memorieren, aus ihnen lernen und über sie nachdenken.
Erläutere den modernen Dokumentenbegriff
Moderne Dokumente sind Informationsträger, die alle diese Funktionen effizient unterstützen. Moderne Dokumente müssen deshalb in ihrer Urform elektronisch gespeichert sein und je nach Anwendungszweck unterschiedliche Präsentationsmedien unterstützen.
Was fasst der Begriff der modernen Textdokumente zusammen?
Unter diesem Begriff werden Textdokumente verstanden die in weltweit verteilten Systemen wie dem Internet und dem World Wide Web, für die unterschiedlichen Nutzungsarten und Anwendungszwecke bereitgestellt werden.
Erläutere die Entwicklung der HTML.
- HTML-Version 2.o erstellt durch die Internet Engineering Task Force im Jahr 1995 (150 Sprachelemente)
- HTML-Version 4.0, welche am 24. April 1998 vom World Wide Web Consortium verabschiedet wurde, umfasste dann bereits ca. 1.600 Sprachelemente
Welches sind relevante Formate für die HTML?
- Extensible Markup Language
- Cascading Style Sheets
- Extensible Style Language
- XML Schema
- XML Linking Language
- XML Path Language
- XML Pointer Language
Was bedeutet Semantik?
Die Belegung von Symbolen mit Bedeutungen wird Semantik genannt. Der informationelle Inhalt des Dokuments wird also vom Leser erfasst. Dies ist eine Fähigkeit, die der Mensch den Maschinen zunächst voraus hat.
Was ist entscheidend für die „Identität“ eines Dokuments?
Entscheidend für die „Identität“ eines Dokumentes ist, dass aus den verschiedenen Formaten immer noch dieselbe Aussage und im Wesentlichen dieselbe Struktur erkannt wird.
Wie stellt sich für menschliche Leserinnen und Leser der Prozess der Informationsaufnahme und -verarbeitung folgendermaßen dar?
- Das Dokument wird mit Inhalt und Format präsentiert.
- Menschliche Leserinnen und Leser extrahieren daraus die Aussage des Dokumentes und konstruieren eine Struktur für die einzelnen Textelemente.
- Durch visuelle Wahrnehmung und gedankliche Arbeit unter Rückgriff auf das Sprachverständnis und das kulturelle Wissen wird die Bedeutung der Aussage interpretiert.
- Die Verwendung von Formatmerkmalen, Aussage und Struktur bilden die Grundlage für die weitere intellektuelle Informationsverarbeitung.
Wie sieht der Ausgangspunkt für den die computergestützte Informationsverarbeitung durch strukturierte Dokumente aus?
- eine explizite Repräsentation von Inhalt und vor allem auch Struktur des Dokumentes im Sinne eines Repräsentationsmediums.
- Autorin oder Autor eines strukturierten Dokumentes editieren den eigentlichen Inhalt des Dokumentes und markieren die notwendigen Strukturelemente.
- Das zu den Textelementen passende Format kann aus einer separaten, vom Dokument unabhängigen und bei Bedarf auswechselbaren Formatvorlage, auch Stylesheet genannt, berechnet werden.
Wie sieht der Ausgangspunkt für den die computergestützte Informationsverarbeitung durch strukturierte Dokumente aus?
- eine explizite Repräsentation von Inhalt und vor allem auch Struktur des Dokumentes im Sinne eines Repräsentationsmediums.
- Autorin oder Autor eines strukturierten Dokumentes editieren den eigentlichen Inhalt des Dokumentes und markieren die notwendigen Strukturelemente.
- Das zu den Textelementen passende Format kann aus einer separaten, vom Dokument unabhängigen und bei Bedarf auswechselbaren Formatvorlage, auch Stylesheet genannt, berechnet werden.
Welche Fähigkeit bringt das Stylesheet mit, wenn es um die Formatierung von einzelnen Strukturelemente geht?
- Das Stylesheet enthält allgemeine Regeln, wie die einzelnen Strukturelemente zu formatieren sind. Durch eine Regel kann beispielsweise festgelegt werden, dass Überschriften in einer fetten Kursivschrift mit einem gewissen Abstand zum umgebenden Text formatiert werden sollen.
Welche Aufgabe übernimmt der Formatierer im Zusammenhang mit dem Stylesheet mit?
- Ein so genannter Formatierer bringt das mit Strukturmarkierungen versehene Quelldokument mit dem Stylesheet zusammen und formatiert das Dokument entsprechend der Vorgaben in dem Stylesheet.
Welche Vorteile bringt das Dokumentenmodell mit?
- schafft Flexibilität, mit welcher die Formatierung der Texte immer wieder geändert werden kann
- Erlaubt Anwendungen der Dokumentenverwaltung, sodass etwa die automatische Generierung von Katalogeinträgen und Verzeichnissen möglich wird oder das Wiederfinden von Information nach bestimmten logischen Kriterien. -> eigentliche Informationsverarbeitung kann sich also direkt auf die logische Struktur stützen
- ein Dokument kann durch Kombination mit verschiedenen Stylesheets passend zum Anwendungszweck formatiert werden
- Außerdem können verschiedene Dokumente durch Kombination mit ein- und demselben Stylesheet einheitlich formatiert werden.
Inwieweit sind Namen der Strukturelemente wählbar im vollen Modell der strukturierten Dokumente?
- Zum vollen Modell der strukturierten Dokumente gehört wesentlich dazu, dass die Namen der Strukturelemente frei wählbar sind.
Welche zwei Konzepte existieren zur Markierung der Strukturelemente?
- Bei dem ersten Konzept bzw. bei der ersten Methode wird die hierarchische Struktur graphisch dargestellt.
- Eine nicht so anspruchsvolle Möglichkeit besteht darin, die hierarchische Struktur mittels einer Klammerstruktur zu linearisieren.
Erläutere die möglichen Variationen bei der Methode hierarchische Strukturen graphisch darzuestellen.
- Bei der ersten Variante werden ineinander geschachtelte Rechtecke oder Boxen, die mit dem Namen des jeweiligen Elementes gekennzeichnet sind, genutzt.
- Die zweite – dynamische - Variante, bei der mit Einrückungen und Ikonen gearbeitet wird, könnte aus Dateibrowsern bereits bekannt sein.
- Eine dritte – ebenfalls dynamische – Variante besteht darin, die logische Struktur als einen Baum darzustellen.
Erläutere die Möglichkeit die hierarchische Struktur mittels einer Klammerstruktur zu linearisieren?
- Eine nicht so anspruchsvolle Möglichkeit besteht darin, die hierarchische Struktur mittels einer Klammerstruktur zu linearisieren. Zu diesem Zweck wird jeder Textbereich, der Inhalt eines logischen Elementes ist, an seinem Anfang und an seinem Ende mit einer öffnenden und einer schließenden Klammer versehen, die den Namen des entsprechenden Strukturelementes enthält. Eine solche Klammer ist einfach so genannter Klartext, der sich durch syntaktische Konventionen vom eigentlichen Inhalt abhebt. Der Inhalt ist unformatiert. Bei der XML-Konvention wird der Anfang eines Tags durch den Begriff der in spitzen Klammern steht signalisiert <XXX>. Soll das Tag nicht mehr gelten, wird der Schrägstrich eingesetzt: </XXX>. Der Klartext für die öffnende oder schließende Klammer heißt Tag, was Auszeichnung bedeutet.
Was bedeutet Markup?
- Oberbegriff zu Tags und eventuellen weiteren Möglichkeiten, nicht zum Inhalt zählende Zeichen in einen Text einzustreuen, ist Markup. Eine grafische Verfeinerung dieser Darstellung wird erreicht, wenn mit Einrückungen und mit typografischer Differenzierung von Text und Markup gearbeitet wird.
Wann spricht man von einem eingebetteten Markup?
- Da der Markup mit im Text enthalten ist, wenn auch über syntaktische Konventionen vom eigentlichen Inhalt getrennt, spricht man auch von einem eingebetteten Markup.
Was ist Vor- und Nachteil des eingebetteten Markups?
- Die Repräsentation der hierarchischen Struktur durch eingebetteten Markup ist technisch am einfachsten zu handhaben und ist deshalb derzeit noch die gängigste. Sie hat den Vorteil, dass Dokumente mit eingebettetem Markup mit jedem einfachen ASCII-Texteditor angesehen und bearbeitet werden können. Die Darstellungsweise ist allerdings unübersichtlich und nicht sehr eingängig.
Inwieweit können das Modell der strukturierten Dokumente, Dokumente für die weitere Computerverarbeitung vorbereiten?
- Das Modell der strukturierten Dokumente wird eingesetzt, um Dokumente für die Computerverarbeitung vorzubereiten. Die zentrale Idee ist, die Kerndaten des Dokuments redundanzfrei in einer Art Reinform vorzuhalten, wie man es auch beim Design relationaler Faktendatenbanken mit Normalformen verfolgt.
Wie geht das Modell der strukturierten Dokumente mit Faktendaten um?
- Faktendaten, die sich aus dieser Quellform berechnen lassen oder die variabel gehalten werden sollen, werden nicht in der Quellform mit kodiert sondern bei Bedarf berechnet und gegebenenfalls als Sichten generiert. Verarbeitungsfunktionen können auf dieser Reinform der Daten aufsetzen und werden nicht belastet durch Idiosynkrasien im Datenbestand, die durch einzelne Anwendungen begründet sind.
Was ist eine Idiosynkrasie?
- In der Sprachwissenschaft zeichnet sich ein idiosynkratischer Begriff dadurch aus, dass er in der bezeichneten Bedeutung nur von einer einzelnen Person oder Gruppe verwendet wird und üblicherweise einer anderen Bedeutung zugeordnet ist. In einem anderen Verständnis ist ein Begriff (ein Wort oder eine Phrase) dann idiosynkratisch, wenn er über Eigenschaften verfügt, die sich nicht aus allgemeineren Regeln ableiten lassen und die man deshalb im Lexikon explizit vermerken muss.
Was bedeutet das Modell der strukturierten Dokumente für die Datenbankunabhängigkeit?
- Im Datenbankbereich dient diese Methode gleichzeitig der logischen Datenunabhängigkeit. Änderungen an der Struktur der Quelldaten können vor Endsystemen, die über Sichten mit der Datenbasis zu tun haben, verborgen bleiben. Das Potential der Datenunabhängigkeit ist durch das Modell der strukturierten Dokumente und seine Umsetzung mit XML auch im Bereich der Webdokumente gegeben.
Wozu dient das Modell der strukturierten Dokumente hinsichtlich der Repräsentationsaufgabe?
- Das Modell der strukturierten Dokumente dient dazu, Inhalt und Struktur eines Dokumentes, auf denen die automatische Verarbeitung basieren soll, zu repräsentieren.
Was ist die Bedeutung der Dokumentenverarbeitung und der Dokumentenverwaltung für das Modell der strukturierten Dokumente?
- Historisch stammt das Modell aus dem Bereich der Dokumentenverarbeitung und Dokumentenverwaltung. Ein wichtiger Anwendungsfall in diesem Bereich ist die Formatierung. Vorgaben für die Formatierung werden in separaten und auswechselbaren Stylesheets vorgehalten und Formate aus beiden Beschreibungen zusammen berechnet. Über die Generierung formatierter Sichten hinaus sind Systeme des Document Management typischerweise in der Lage, Nummerierungen, Verzeichnisse und Querverweise aus der expliziten Repräsentation von Inhalt und Struktur zu erzeugen. Dies geschieht unter Hinzunahme von oft ebenfalls in Stylesheets enthaltenen Steuerungsdaten.
Welche Rolle kommt dem Wissensmanagement und dem Knowledge Management für das Modell der strukturierten Dokumente zu?
- Das Modell unterstützt jedoch nicht nur Anwendungsfälle des Document Management im engeren Sinne, sondern trägt auch Anwendungen im weiteren Bereich des Wissensmanagements. Das Modell der strukturierten Dokumente dient als Stütze, den Schritt Texte zu gut zu verwaltenden Texten weiterzuentwickeln und die maschinelle Lesbarkeit zu ermöglichen.
Was versteht man unter glattem Text?
- Dies ist eine Folge von elementaren Texteinheiten wie Buchstaben, Ziffern, Interpunktionszeichen und anderen Zeichen. Diese Zeichen müssen letztendlich in Bits und Bytes kodiert werden. Eine Zeichenkodierung gibt dazu eine Vorschrift an.
Was sind bekannte Zeichenkodierungen?
- US-ASCII
- ISO 8859
- Code Page 1252
- ISO/IEC 10646
- Unicode
Was stellt das Codierungsmodell dar?
- Das Kodierungsmodell stellt einen konzeptuellen Rahmen dar, innerhalb dessen man die Kodierung von potentiell einigen Milliarden Zeichen in Bitmuster strukturieren und so besser verstehen kann.
Was sind die einzelnen Bestandteile des Kodierungsmodells?
- ein abstrakter Zeichensatz
- eine Codetabelle
- ein Kodierungsformat
- ein Kodierungsschema
- eine Übertragungssyntax, die über so genannten „glatten Text“ hinaus geht
Was für eine Zusammenhang besteht beim Codierungsmodell zwischen der abstrakten Repräsentationsebene und der konkreteren Repräsentationsebene?
- Zwischen einer abstrakten Repräsentationsebene und der nächstliegenden konkreteren Repräsentationsebene besteht eine Abbildungsvorschrift im mathematischen Sinne. Um über mehrere Ebenen hinweg von einer Zeichenposition in einer Codetabelle direkt zu seiner Kodierung in einem Kodierungsschema zu gelangen, können die verschiedenen Abbildungs-vorschriften konkateniert werden. Daraus entsteht eine so genannte Zeichenkarte.