chronischer Schmerz
chronischer Schmerz, Bsc Physiotherapy, Modul Muskuloskelettales System 3
chronischer Schmerz, Bsc Physiotherapy, Modul Muskuloskelettales System 3
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Flashcards
Definition Schmerz
ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktuellen oder potenziellen
Gewebeschädigungen verknüpft ist (oder mit Begriffen solcher Schädigungen beschrieben wird).
akuter & chronischer Schmerz
akut: ein Schmerz der infolge eines noxischen Reizes entsteht und dessen Merkmale auch wiederspiegelt
chronisch: wenn der Schmerz ohne noxischen Reiz aufritt oder wenn er, bezogen auf den noxischen Reiz oder das klinische Erscheinungsbild, unverhältnissmässig stark ausfällt
Nozizeption
ist die Aufnahme und Verarbeitung noxischer (potenziell oder aktuell
gewebeschädigender) Reize durch das Nervensystem. Darauf spezialisierte Nervenzellen
(Nozizeptoren) bilden zusammen das nozizeptive System. Die Aktivierung des nozizeptiven Systems
erzeugt im bewussten Zustand die subjektive Sinnesempfindung Schmerz.
zentrale Schmerzen
werden verurscht durch eine Dysfunktion innerhalb des ZNS
Ruheschmerz / spontaner Schmerz
ist ein anhaltender Schmerz ohne äussere Einwirkung
spontan Schmerz: wenn Pat an einem Unfall vorbeifährt und plötzlih Schmerzen hat
Hyperalgesie
wenn schmerzhafte Reize stärker empfunden werden. Die Reiz-Schwelle
ist gesenkt.
Primäre Hyperalgesie: Sensitivierung der Nozizeptoren (ist peripher).
Sekundäre Hyperalgesie: Sensitivierung der Nozizeptoren und des ZNS (wird zentral verursacht).
Allodynie
Schmerzen bei normalerweise nicht schmerzhaften Berührungsreizen
Phantomschmerz
ist ein Schmerz, der in einem nicht mehr vorhandenen Körpeteil empfunden wird (z.B. nach Amputationen)
projizierte Schmerzen
sind Schmerzen, die nicht am Ort der Schädigung, sondern im peripheren Versorgungsareal der Nervenfasern empfundne werden
mirror pain
Schmerzen die plötzlich auf der Gegenseite der Verletzung auftreten (ohne Befund)
Warum ist es zu einer Chronifizierung des Scherzes gekommen?
- peripherer Antrieb andauernd -> Hinterhorn kann sich neu orientieren durch dauernde Stimulation, jede unschuldige Information schaltet auf C-Faser -> sehr viele Sz- Informationen an Gehirn, durch viel Substanz P, werden die hemmenden Interneurone getötet -> noch mehr c-Faser-Info an Gehirn
- deszendierende Bahnen: verlieren ihre Hemmung, Grund dafür können die Yellow Flags, White Flags, Black Flags oder Stress sein -> viele Adrenaline und Cortisol wird produziert, was wiederum das Immunsystem hemmt
Wie stellt sich eine Patientin mit überwiegend zentralem Schmerzmechanismus vor?
- Konstante Beschwerden (nicht abhängig von Aktivität oder Belastung)
- Spontan (Schmerz macht was er will)
- Blumige, ausführliche Beschreibung der Schmerzen
- Hyperalgesie und Allodynie über normale Heilungsdauer hinaus
- Spiegelschmerzen
- Schmerz-Vergangenheit
- Medical shopping
- Widersprüche c/o und p/e
- Schmerzen sind nicht differenzierbar
- Neurale Testresultate sind nicht aussagekräftig
- 11/10 Schmerzen (NRS)
- Yellow flags in der Anamnese
- Pseudo-Irritierbarkeit
Management-Einkaufskorb nach Louis Gifford
Kategorie 1:
- biomedizinische Faktoren (red flags)
Kategorie 2:
- therapeutische Aufklärung
o Explain Pain: z.B.
erkläre deine Befunde
erkläre normale Schmerzverarbeitung
was passiert, wenn Schmerzen anhalten ("was passiert bei Ihnen...."): ZNSSensibilisierung,
sekundäre Hyperalgesie, Yellow Flags
das Phänomen eines Schmerzgedächtnis
ZNS Plastizität wird manifest (Verschmierung der Homunculi)
die Alarmsysteme sind manchmal überempfindlich
sind meine Schmerzen "echt" oder bilde ich mir das ein...?
erläutere den enormen Einfluss mentaler Prozesse auf unsere Wahrnehmung
(z.B. Fakir)
die Bedeutung der "Output Systeme" nicht vergessen...
o Behandlungsziele mit dem Patienten formulieren
Kategorie 3:
- Wiederherstellung von Aktivitäten- und Funktionen (Pacing, graded exposure, virtuelle
Körperübungen)
Kategorie 4:
- spezifische Dysfunktionen
Kategorie 5:
- allgemeine körperliche Verfassung
Kategorie 6:
- lokale/regionale körperliche Verfassung
Kategorie 7:
- Schmerzen
Pacing
ist ein systematischer Ansatz, die Menge, welche im Moment leicht bewältigt werden kann,
anhand eines Quotensystems zu steigern. Es ermöglicht die Einteilung und stufenweise Steigerung
alltäglicher Aktivitäten und Positionen, bei gleichzeitigem Vermeiden von Schmerzverstärkung. Es
verändert das Verhalten von schmerzabhängigem zu zeit- oder quotenabhängigem Verhalten.
Pacing Ablauf
1. Der Therapeut informiert dem Patient über das geplante Vorgehen (Übung suchen, die gut
tut und den Alltagsaktivitäten entspricht, um ein Trainingsprogramm zusammenzustellen)
und fragt nach Aktivitäten die der Patient gerne oder besser ausführen möchte.
2. Der Therapeut wählt die Aktivitäten und setzt die in 2-max 3 Übungen um.
3. Tag 1: Die Übungen so lange ausführen lassen, ohne das die Beschwerden schlimmer
werden (bis der Patient das Gefühl kriegt‚es könnte jetzt unangenehm werden’). Die Anzahl
Wiederholungen notieren.
4. Tag 2: Die Übungen so lange ausführen lassen, ohne dass die Beschwerden schlimmer
werden (bis der Patient das Gefühl kriegt‚es könnte jetzt unangenehm werden’). Die Anzahl
Wiederholungen notieren.
5. Tag 3: Die Übungen so lange ausführen lassen, ohne das die Beschwerden schlimmer
werden (bis der Patient das Gefühl kriegt‚es könnte jetzt unangenehm werden’). Die Anzahl
Wiederholungen notieren.
6. Der Therapeut errechnet den Mittelwert von Tag 1,2 und 3 und nennt den Ausgangswert
(80% des Mittelswertes) für die einzelnen Übungen.
7. Der Therapeut informiert dem Patienten, wie er sich beim Auftreten von Schmerzen
verhalten soll: an Schmerzhafte Tagen nicht weniger und an ‚gute Tagen’ nicht mehr üben
als abgemacht (Schmerzaufklärung).
8. Der Therapeut und der Patient planen zusammen eine Steigerung.
Motivationsprozess
1. Präkontemplation -> Pat ist icht bereit eine aktive Rolle zur Besserung zu übernehmen
2. Kontemplation -> Pat ist am zweifeln, Vor- & Nachteile abwägen -> Infos von Physio sehr wichtig!!!
3. Handlung & Aufrechterhaltung der Veränderung -> man muss Pat belohnen, Plan besprechen, Strategien: was tun, wenn es wieder schimmer wird