chronischer Schmerz

chronischer Schmerz, Bsc Physiotherapy, Modul Muskuloskelettales System 3

chronischer Schmerz, Bsc Physiotherapy, Modul Muskuloskelettales System 3


S. Z.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über chronische Schmerzen und deren Management auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Schmerzverarbeitung, verschiedene Schmerzarten, und therapeutische Ansätze. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Therapeuten, die sich mit der Diagnose und Behandlung von chronischen Schmerzen befassen. Sie enthalten wertvolle Informationen über die Motivation von Patienten, Pacing-Methoden, und die Rolle von Nozizeptoren und Hyperalgesie.
Flashcards
18
Students
4
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
16.03.2016 / 31.08.2024

Flashcards

 

Definition Schmerz

ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktuellen oder potenziellen
Gewebeschädigungen verknüpft ist (oder mit Begriffen solcher Schädigungen beschrieben wird).

 

akuter & chronischer Schmerz

akut: ein Schmerz der infolge eines noxischen Reizes entsteht und dessen Merkmale auch wiederspiegelt

chronisch: wenn der Schmerz ohne noxischen Reiz aufritt oder wenn er, bezogen auf den noxischen Reiz oder das klinische Erscheinungsbild, unverhältnissmässig stark ausfällt

 

Nozizeption

ist die Aufnahme und Verarbeitung noxischer (potenziell oder aktuell
gewebeschädigender) Reize durch das Nervensystem. Darauf spezialisierte Nervenzellen
(Nozizeptoren) bilden zusammen das nozizeptive System. Die Aktivierung des nozizeptiven Systems
erzeugt im bewussten Zustand die subjektive Sinnesempfindung Schmerz.

 

zentrale Schmerzen

werden verurscht durch eine Dysfunktion innerhalb des ZNS

 

Ruheschmerz / spontaner Schmerz

ist ein anhaltender Schmerz ohne äussere Einwirkung

spontan Schmerz: wenn Pat an einem Unfall vorbeifährt und plötzlih Schmerzen hat

 

Hyperalgesie

wenn schmerzhafte Reize stärker empfunden werden. Die Reiz-Schwelle
ist gesenkt.


Primäre Hyperalgesie: Sensitivierung der Nozizeptoren (ist peripher).
Sekundäre Hyperalgesie: Sensitivierung der Nozizeptoren und des ZNS (wird zentral verursacht).

 

Allodynie

Schmerzen bei normalerweise nicht schmerzhaften Berührungsreizen

 

Phantomschmerz

ist ein Schmerz, der in einem nicht mehr vorhandenen Körpeteil empfunden wird (z.B. nach Amputationen)

 

projizierte Schmerzen

sind Schmerzen, die nicht am Ort der Schädigung, sondern im peripheren Versorgungsareal der Nervenfasern empfundne werden

 

mirror pain

 

Schmerzen die plötzlich auf der Gegenseite der Verletzung auftreten (ohne Befund)

 

Schema Schmerzverarbeitung

et voilà


Warum ist es zu einer Chronifizierung des Scherzes gekommen?

- peripherer Antrieb andauernd -> Hinterhorn kann sich neu orientieren durch dauernde Stimulation, jede unschuldige Information schaltet auf C-Faser -> sehr viele Sz- Informationen an Gehirn, durch viel Substanz P, werden die hemmenden Interneurone getötet -> noch mehr c-Faser-Info an Gehirn

- deszendierende Bahnen: verlieren ihre Hemmung, Grund dafür können die Yellow Flags, White Flags, Black Flags oder Stress sein -> viele Adrenaline und Cortisol wird produziert, was wiederum das Immunsystem hemmt 

 

Wie stellt sich eine Patientin mit überwiegend zentralem Schmerzmechanismus vor?

- Konstante Beschwerden (nicht abhängig von Aktivität oder Belastung)
- Spontan (Schmerz macht was er will)
- Blumige, ausführliche Beschreibung der Schmerzen
- Hyperalgesie und Allodynie über normale Heilungsdauer hinaus
- Spiegelschmerzen
- Schmerz-Vergangenheit
- Medical shopping
- Widersprüche c/o und p/e
- Schmerzen sind nicht differenzierbar
- Neurale Testresultate sind nicht aussagekräftig
- 11/10 Schmerzen (NRS)
- Yellow flags in der Anamnese
- Pseudo-Irritierbarkeit

 

referred pain

ein rezeptives Feld sendet ständig noxische Infos an RM, da diese so stark sind, übernehmen auch andere Laminas und sogar andere Segmente die noxischen Informationen, und schlussendlich erhält das Gehirn eine riesige Anzahl an Schmerzinfos

 

Management-Einkaufskorb nach Louis Gifford

Kategorie 1:
- biomedizinische Faktoren (red flags)
Kategorie 2:
- therapeutische Aufklärung
o Explain Pain: z.B.
  erkläre deine Befunde
  erkläre normale Schmerzverarbeitung
  was passiert, wenn Schmerzen anhalten ("was passiert bei Ihnen...."): ZNSSensibilisierung,
sekundäre Hyperalgesie, Yellow Flags
  das Phänomen eines Schmerzgedächtnis
  ZNS Plastizität wird manifest (Verschmierung der Homunculi)
  die Alarmsysteme sind manchmal überempfindlich
  sind meine Schmerzen "echt" oder bilde ich mir das ein...?
  erläutere den enormen Einfluss mentaler Prozesse auf unsere Wahrnehmung
(z.B. Fakir)
  die Bedeutung der "Output Systeme" nicht vergessen...
o Behandlungsziele mit dem Patienten formulieren
Kategorie 3:
- Wiederherstellung von Aktivitäten- und Funktionen (Pacing, graded exposure, virtuelle
Körperübungen)
Kategorie 4:
- spezifische Dysfunktionen
Kategorie 5:
- allgemeine körperliche Verfassung
Kategorie 6:
- lokale/regionale körperliche Verfassung
Kategorie 7:
- Schmerzen

 

Pacing

ist ein systematischer Ansatz, die Menge, welche im Moment leicht bewältigt werden kann,
anhand eines Quotensystems zu steigern. Es ermöglicht die Einteilung und stufenweise Steigerung
alltäglicher Aktivitäten und Positionen, bei gleichzeitigem Vermeiden von Schmerzverstärkung. Es
verändert das Verhalten von schmerzabhängigem zu zeit- oder quotenabhängigem Verhalten.

 

Pacing Ablauf

1. Der Therapeut informiert dem Patient über das geplante Vorgehen (Übung suchen, die gut
tut und den Alltagsaktivitäten entspricht, um ein Trainingsprogramm zusammenzustellen)
und fragt nach Aktivitäten die der Patient gerne oder besser ausführen möchte.
2. Der Therapeut wählt die Aktivitäten und setzt die in 2-max 3 Übungen um.
3. Tag 1: Die Übungen so lange ausführen lassen, ohne das die Beschwerden schlimmer
werden (bis der Patient das Gefühl kriegt‚es könnte jetzt unangenehm werden’). Die Anzahl
Wiederholungen notieren.
4. Tag 2: Die Übungen so lange ausführen lassen, ohne dass die Beschwerden schlimmer
werden (bis der Patient das Gefühl kriegt‚es könnte jetzt unangenehm werden’). Die Anzahl
Wiederholungen notieren.
5. Tag 3: Die Übungen so lange ausführen lassen, ohne das die Beschwerden schlimmer
werden (bis der Patient das Gefühl kriegt‚es könnte jetzt unangenehm werden’). Die Anzahl
Wiederholungen notieren.
6. Der Therapeut errechnet den Mittelwert von Tag 1,2 und 3 und nennt den Ausgangswert
(80% des Mittelswertes) für die einzelnen Übungen.
7. Der Therapeut informiert dem Patienten, wie er sich beim Auftreten von Schmerzen
verhalten soll: an Schmerzhafte Tagen nicht weniger und an ‚gute Tagen’ nicht mehr üben
als abgemacht (Schmerzaufklärung).
8. Der Therapeut und der Patient planen zusammen eine Steigerung.

Motivationsprozess

1. Präkontemplation -> Pat ist icht bereit eine aktive Rolle zur Besserung zu übernehmen
2. Kontemplation -> Pat ist am zweifeln, Vor- & Nachteile abwägen -> Infos von Physio sehr wichtig!!!
3. Handlung & Aufrechterhaltung der Veränderung -> man muss Pat belohnen, Plan besprechen, Strategien: was tun, wenn es wieder schimmer wird

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