Chronische Erkrankungen im Kindes- & Jugendalter

Vertiefungsseminar Klinische Psychologie des Kindes- & Jugendalters

Vertiefungsseminar Klinische Psychologie des Kindes- & Jugendalters


K. DV.
Diese Lernkarten decken chronische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter auf Universitätsniveau ab. Sie behandeln häufige Krankheiten wie Dermatitis, Asthma, Epilepsie und das Prader-Willi-Syndrom, sowie deren Symptome, Behandlungen und Verlaufsformen. Die Karteikarten sind besonders für Medizinstudierende und Fachkräfte in der Pädiatrie nützlich, da sie ein breites Spektrum an Erkrankungen abdecken und detaillierte Informationen zu Diagnose und Therapie bieten.
Karten
371
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Psychologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
16.01.2015 / 16.07.2017

Lernkarten

Was sind chronische Krankheiten?

  • Störungsbilder, die über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben (1 Monat - 1 Jahr)
  • Schwer oder gar nicht heilbar
  • Es besteht eine dauerhafte bis lebenslange Behandlungsnotwendigkeit

Wie ist eine Behinderung definiert?

„ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.“

Wie viel Prozent aller Kinder & Jugendlichen sind von mind. 1 chronischen KRankheit betroffen?

23,7%

Welche Gründe hat die Zunahme chronischer Erkrankung während der Abnahme akuter?

  • Verbesserte Präventions- & Behandlungsmöglichkeiten
  • Veränderte Umgebungsbedingungen
  • Verbesserte medizinische Diagnosemöglichkeiten

Welche Gründe hat die Zunahme chronischer Erkrankung während der Abnahme akuter?

  • Verbesserte Präventions- & Behandlungsmöglichkeiten
  • Veränderte Umgebungsbedingungen
  • Verbesserte medizinische Diagnosemöglichkeiten

Auf welche Bereiche können sich chronische Krankheiten bei Kindern auswirken?

  • Kognitive Entwicklung:
    durch Intelligenzdefizite,  aber auch indirekt durch Schulausfall; Krankheitsverständnis muss sich mit der Zeit entwickeln
  • Emotionale Entwicklung:
    es entwickeln sich eher internalisierende Störungen, hängt aber vom individuellen Zustand ab
  • Soziale Entwicklung:
    durch Fehlzeiten wenig Kontakt zu Gleichaltrigen; Teufelskreis durch sozialen Rückzug
  • Schulische & berufliche Entwicklung:
    Fehlzeiten & Ermüdbarkeit à Leistungsminderung (à Schulunlust!), aber auch Arbeitsbedingungen (z.B. Pausen, Material)

Inwiefern wirkt sich eine chronische Krankheit auf Familie, Eltern & Geschwister aus?

  • Familie:
    • Risikofaktor à kann zusammen schweißen, aber auch isolieren
    • Resilienzfaktoren:
      • Die Fähigkeit der Familie, eine gemeinsame Problemsicht & Problemdefinition zu entwickeln
      • Starke, tragfähige emotionale Bindungen innerhalb der Familie
      • Ein optimistisches Selbstbild der Familie
      • Bewährte Prinzipien zum Umgang mit Stressbelastungen
      • Die Bereitschaft, die Krankheit außerhalb der Familie offenzulegen
  • Eltern:
    • chronische Krankheit des Kindes als starker Belastungsfaktor
    • Mütter meist stärker betroffen
    • Partnerschaft kann enger werden, aber auch auf der Strecke bleiben
  • Geschwister:
    • Höheres Risiko für emotionale & Verhaltensauffälligkeiten
    • Auch positive Erfahrungen möglich à Art der Krankheit!
    • Interaktionsmuster zwischen Geschwistern verändert

Was bedeutet "Krankheitsmanagement"?

erforderliche Maßnahmen zur Bewältigung einer chronischen Erkrankung. Eine
    erfolgreiche Bewältigung hängt dabei einerseits von den gestellten Anforderungen &
    andererseits von dem vorhandenen Bewältigungspotential ab

Was besagt das Transaktionale Stressmodell?

Wichtige Rolle von 2 subjektiven Bewertungsprozessen:

  1. subjektive Bewertung der Anforderungssituation
  2. subjektive Bewertung des vorhandenen Bewältigungspotentials

Was sind individuelle Ressourcen?

  • situationsgerechte Verfügbarkeit von Bewältigungsstrategien, Einstellungs- & Persönlichkeitsmerkmale
  • Unterscheidung: emotionsorientiertes (z.B. Ablenkung zur Entspannung)  vs. Problemorientiertes (z.B. Einhalten der medizinischen Vorgaben) Coping

Was sind soziale Ressourcen?

Unterstützungsressourcen aus dem sozialen Umfeld

Welche Unterstützungsmöglichkeiten für chronische Kinder gibt es allgemein?

  • Patientenaufklärung, -beratung & -schulung
  • Psychotherapeutische Unterstützung
  • Psychosoziale Interventionen

Welche Entwicklungschancen ergeben sich allgemein aus einer chronischen Krankheit?

  • Aufbau eines erweiterten Bewältigungspotentials
  • Intensivierung sozialer Beziehungen
  • Aufbau neuer Lebensperspektiven

Was kennzeichnet einen Diabetes mellitus Typ 1?

Absoluter Insulinmangel führt zu gestörtem Glukosehaushalt
à ausreichende Energieversorgung des Körpers ist nicht mehr gewährleistet

häufigste Stoffwechselkrankheit bei Kindern

Was weiß man zur Störungsgenese des diabetes mellitus?

  • Autoimmunkrankheit
  • Zerstörung der insulinproduzierenden Beta-Zellen im Pankreas (Bauchschpeicheldrüse)

Wie viele Kinder sind in Deutschland ca. vom diabetes mellitus betroffen?

27.000 bis 15 Jahre --> häufigste Stoffwechselkrankheit bei Kindern

Was kennzeichnet eine Hypoglykämie?

Insulingabe > aufgenommene Kohlenhydrate

--> häufigste akute Komplikation

Wie unterscheidet sich eine leichte Hypoglykämie von einer schweren?

Leicht: Ausgleich mit kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln
Schwer: Bewusstseinseinschränkungen

Was kennzeichnet eine Hyperglykämie?

Insulingabe < aufgenommene Kohlenhydrate

In welchem Verhältnis stehen Insulingabe und aufgenommene Kohlenhydrate bei der Hypoglykämie?

Was ist eine Ketoazidose & welche Symptome können dabei auftreten?

  • Ketoazidose:
    •  schwere Stoffwechselentgleisung
    • Wenn längere Zeit kein Ausgleich stattfindet
    • Potentiell lebensgefährlicher Zustand
    • Symptome:
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Schläfrigkeit, bis hin zum Bewusstseinsverlust

Welche Folgeerkrankungen können beim diabetes mellitus auftreten?

  • Schädigungen an kleinen & großen Gefäßen
  • Augenveränderungen (Retinopathie)
  • Nierenveränderungen (Nephropathie)
  • Veränderung der Sensibilität (Neuropathie), v.a. an den Extremitäten

Bei welcher Krankheit können Hypoglykämie, Hyperglykämie und Ketoazidose auftreten?

Was beinhaltet die medizinische Therapie bei diabetes mellitus?

  • Möglichkeit einer subkutanen Insulinpumpe
  • Überprüfung des HbA1c-Wert (Blutzuckerlangzeitwert)
  • 5-7 Blutzuckermessungen pro Tag
  • Therapieverantwortung ≠ Therapiedurchführung

Was ist Asthma bronchiale?

  • Chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege
  • Bronchiale Hyperreagibilität (übersteigerte Reaktionsbereitschaft eines Organismus auf einen exogenen Reiz)
  • Variable meist reversible Atemwegsobstruktion (Verengung)

Welche 2 Formen werden beim Asthma unterschieden und welche Form liegt meistens bei Kindern & Jugendlichen vor?

  • Extrinsisches Asthma: durch Allergene ausgelöst
  • Instrinsisches Asthma: durch nicht-allergische Reize ausgelöst
  •  
  • Meistens liegt bei Kindern & Jugendlcihen eine Mischform vor

Welche Symptome können bei Asthma bronchiale auftreten?

  • wiederholt auftretende Atemnotsymptomatik
  • lang anhaltender Husten ohne subjektiv empfundene Atemnot
  • Engegefühl in der Brust
  • Giemen (hochfrequente Ausatmungsgeräusche beim Abhören des Brustbereichs)
  • Häufig: obstruktive Bronchitis in der Anamnese

Wann wird eine Lungenfunktionsmessung durchgeführt und wie läuft diese ab?

  • Ab dem 6. Lebensjahr durchführbar
  • Diagnose: Nachweis einer Verengung der Atemwege, die nach Anwendung eines kurzwirksamen Beta-2-Mimetikums (zur Entspannung der Bronchialmuskulatur) wieder zurück geht
  • Obstruktion kann provoziert werden (z.B. durch Kaltluft)
  • Messung mit Peak-Flow-Meter

Welche Kontrollgrade werden beim Asthma unterschieden?

siehe bild

Was weiß man zur Störungsgenese von Asthma bronchiale?

  • Verkrampfung der Bronchialmuskulaur
  • Produktion von zu viel & zähem Schleim
  • Entzündung & Schwellung der bronchialen Schleimhaut

Wie verändert sich die 1-Jahres-Prävalenz von Asthma zwischen 0 und 13 Jahren?

ansteigende Prävalenz von 0,5% im Alter von 0-2 Jahren bis auf fast 4,4% im Alter von 11-13 Jahren

Wie hoch ist die Lebenszeitprävalenz von Asthma?

7%

Wie lautet die Geschlechterverteilung bei Asthma?

bis 14-17: ♂ > ♀; dann ♀ > ♂

Wie lautet die Prognose bei Asthma?

  • Erreichen eines kontrollierten Asthmas bei optimaler medikamentöser & nicht-medikamentöser Behandlung möglich
  • Ca. 30% der Jungen verlieren während der Adoleszenz ihre Asthmasymptomatik

Was beinhaltet die medizinsiche Therapie bei Asthma?

  • Inhalative Medikamente (muskelentspannend & anti-entzündliche)
  • Antiasthmatische Dauertherapie mit inhalierbarem Kortison, Leukotrienantagonisten (Antihistaminika)  & langwirksamen Beta-2-Mimetika bei teilweise oder unkontrolliertem Asthma
  • Nicht-medikamentös: Atemtechniken, Asthmaschulungen

Was bedeutet Atopie?

Genetisch bedingte Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen, die mit einer erhöhten Produktion von Antikörpern (Immunglobulin IgE) oder mit unspezifischen Abwehrreaktionen einhergehen

Was bedeutet atopische Dermatitis?

Chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit chronisch-rezidivierendem Verlauf

Was gehört außer der atopischen Dermatitis noch alles zum atopischen Formenkreis?

  • Ehinitis allergica
  • allergisches Asthma bronchiale
  • allergische Konjunktivitis

Was ist eine ehinitis allergica?

Was ist eine allergische Konjunktivitis?

Lernen