Chemotherapie
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Cartes-fiches
Ziel der Chemotherapie
Hemmung der Erregervermehrung = Bakteriostase, Abtötung der Erreger = Bakterizidie
Möglichkeiten für Chemotherapie
- DNA-Replikation --> DNA-Gyrase
- Chinolone
- DNA-abhängige RNA-Polymerase
- Rifampicin
- Zellwandsynthese
- Penicilline
- Cephalosporine
- Vancomycin
- Teicoplanin
- Cycloserin
- Fosfomycin
- Folsäuremetabolismus
- Sulfonamide --> kompetitive Antagonisten der p-Aminobenzoesäure
- Trimethoprim --> Folsäurereduktase
- Proteinsynthese --> 50S-Inhibiton
- Chloramphenicol
- Erythromycin
- Lincomycin
- Proteinsynthese --> 30S-Inhibition
- Tetracyclin
- Spectinomycin
- Aminoglykoside
Penicilline
Wirkung Penicillne:
- Hemmung der Transpeptidasen/Zellwandsynthese über Penicillinbindende Proteine (PBP)
- Austritt von Autolysinen --> L-Form
- Lyse durch osmotischen Druck
Benzylpenicilline
- Penicillin G: nicht säurestabil --> daher nicht oral, leicht lösliches Na- oder Ksalz. Applikation parenteral (iv oder im). T1/2 nur 40 min --> 4x tgl
- Procain-Penicillin G: schwer wasserlöslich, Applikation im, Depotpeniciliin
Phenoxypneicillin
- Penicillin V, oral
Indikation:
- Streptokokken (nicht Serogruppe D) - Enterokkoken bspw)
- Streptococcus pneumoniae (teilw. R aus Ausland)
- Neisseria meningitidis
- Treponema pallidum
Penicilline mit erweitertem Spektrum: Ausscheidung über Niere (HWI), aber beide nicht beta-Laktamase stabil
- Ampicillin/Amoxycillin: oral und parenteral
- Enterobakterien bspw. E. coli, Enterococcus facalis (Gr. D), Haemophilus influenza
- + die für Penicillin empfindlichen Keime
- Piperacillin
- wie Amoxi + Pseudomonas
MHK - minimale Hemmkonzentration
MHK ist die niedrigste Konzentration eines Antibiotikums, die die Vermehrung eines Bakteriums verhindert.
MHK ist das exakt zu bestimmende Mass für die Empfindlichkeit eines Erregers gegnüber einem AB unter artefiziellen Bedingungen.
Für die praktische Beurteilung ist aber nciht nur dei MHK wichtig, sondern auch, ob im Serum eines Menschen ein ausreichender Wirkspiegel erreicht werden kann.
MBK - Minimale Bakterizide Konzentration
MBK ist die niedrigste Konzentration eines AB, die 99.9% einer definierten Zahl an bakterien im Reihenverdünnungstest tötet.
Reihenverdünnungstest
konstante Menge an Bakterien, aber abfallende Konzentratioin des AB in den Reagenzien.
trüb = Wachstum, klar = kein Wachstum
dazwischen Grenze = MHK
sensibel
Ein Erreger wird als sensibel bezeichnet, wenn die für ein entsprechendes Chemotherapeutikum ermittelte MHK so gering ist, daß bei einer Therapie mit der üblichen Dosierung und bei geeigneter Indikation im allgemeinen ein Therapieerfolg zu erwarten ist
Resistenz gegenüber Antibiotika
Definiton: Eine Resistenz liegt vor, wenn sich die Keime bei therapeutisch relevanten Konzentrationen des Antibiotikums vermehren.
Primäre oder natürliche R.: Fehlen des Zielmoleküls (Transpeptidase bei ZW-losen Mykoplasmen), Fehlen von Porinen, Fehlen von Transportmechanismen
erworbene bzw. sekundäre Resistenz
- Mutation: Einschritt-Mutation (Makrolide), Mehrschritt-Mutation (Penicillin-R bei Pneumokokken)
- Konjugation (Transfer von R-Plasmiden mit Einfach bis Mehrfachresistenzen bes.bei Gram neg.Bakterien)
- Transduktion (temperenter Bakteriophage, insbes. bei Gram positiven Bakterien)
- Transformation (in vivo ???)
Agardiffusionstest
Agarplatte wird gleichmässig mit passender Bakterienmenge beimpft. Obendrauf wird ein in AB getränktes Filterpapierblättchen aufgelegt. Wenn das AB in den Agar diffundiert entsteht ein Konzentrationsgefälle. In der Nàhe des Blättchens, wo hohe Konz herschen, wird das Wachstum des Keims vollständig gehemmt, sobald aber die Konz unter einen kritischen Wert sinkt, können sich die Bakterien wieder vermehren.
--> Grösse des Hemmhofes kann exakt gemessen werden und steht in gewissem Verhältnis zur MHK.
Cephalosporine
Wirkung:
- beta-Laktamantibiotika
- bakterizid: Hemmung der Querwandvernetzung (Transpeptidase)
- Unterschied zum Spektrum der Peniclline:
- --> wirkt NICHT bei Enterokokken
Generation
- Cefazolin: Staph, gram+
- Cefuroxim: gram+, einige gram-
- a) Cefotaxim/Ceftriaxon: breit gram+, ZNSgängig
- b) Ceftazidim: wie 3a + Pseudomonas aeruginosa
Beta-Laktamase
Definition
- beta-Laktamsen sind induzierbare oder auch konstitutiv exprimierte Enzyme, die den beta-Laktamring von Penicillin (Penicillinasen) und von Cephalosporinen (Cephalosporinasen) spalten. Dadurch werden beta-Laktam-AB von Bakterien inaktiviert
Experten:
- Staph aureus (MRSA)
- Enterobakterien (Klebsiella spp., E.coli, Enterobacter spp, Serratia spp)
- Pseudomonas
- Acentobacter
- Anaerobier
--> Erreger von Hospitalismusinfektionen
Beta-Laktamase-Inhibitoren
- Clavulansäure
- Sulbactam
Inhibitoren besitzen nur geringe antibakterielle Aktivität, aber hemmen die beta-Laktamsen II-V
--> Kombinationen: zB: Clavulans + Amoxycillin (Augmentin, Co-Amoxi), Sulbactam + Ampicillin (Unacid)
--> Nachteil: Induktion von beta-Lactamase-Überexpression
Glykopeptide
Reserveantibiotika: Vancomycin, Teicoplanin
Wirkung: bakterizid, Hemmung der Polymerisation der Murein-Zuckerbausteine
Spektrum: nur gram+ Bakterien
Indikation: MRSA Clostridium difficile
Resistenzien - VRE-Problem
- Vancomycin-Resistente-Enterokokken
Wirkungsspektrum
Schmalspektrum AB
- gezielte Chemotherapie (zB Penicillin bei Angina tonsillaris, gezielte perioperative Chemoprophylaxe)
Breitspektrum AB
- für kalkulierte und initiale Chemotherapie bei unbekannten Infektionserregern
Reserve AB
- bei Therapieversagern
Breitspektrum Chemoprohylaxe
- Carbapeneme
- Wirkung: bakterizid, beta-Laktam-AB mit hoher beta-Laktamase Stabilität
- Spektrum: gram+ und -, aerobe und anaerobe Bakterieren, ESBL. Lücke: Pseudomonas cepacia, Xanthomonas maltophilia, E. faecium
- Chinolone
- Gyrasehemmer
- E. coli
- UAW: GIT, ZNS, Phototoxizität, QT-Intervall-Verlängerung, Lebertoxizität, Tendinitis (nicht unter 18J)
ReserveAB
- Aminoglycoside: Gentamicin, Tobramycin, Amikacin
- 30S-UE Ribosomen.
- iv, lokal, Inhalation
- UAW: Ototoxizität (Spiegelbestimmung!!)
- Ind: gram- und +, Pseudomonas.
- schnelle Resistenzentwicklung --> Kombinationstherapie
- Fosfomycin
- Mureinbiosynthesestörung
- iv, oral
- wenig UAW
- breite HWI-Therapieanwendung
- Ind: Gram - und +
- Colistin oder Polymyxin B
- Permeabilitätsstörung der gram- Zellmembran
- iv und Inhalation
- UAW: nephrotoxisch
- nur gram- wirksam
- Tigecyclin:
- 30S UE Proteinsyntheseinhibition,
- iv
- Ind: MRSA; VRE, MRGN
Aminoglykoside
Gentamycin, Amikacin
Wirkung: bakterizid--> Proteinbiosynthese, parenteral: diffundiert schlecht ins Gewebe, aber hohe intravasale Aktivität --> Sepsis
Spektrum: Pseudomonas und Enterobakterien
Vorteil: Synergismus mit beta-Laktam-AB
UAW: nephrotoxisch, ototoxisch, Gleichgewichtsorgan --> max 7-10d Therapie
Lincosamide
Clindamycin
Wirkung: bakteriostatisch --> Proteinbiosynthese, oral und iv
Spektrum: Weichteilinfektionen durch S. aureus, Anaerobier
Ausscheidung über Galle
UAW: AB assoziierte Colitis, pseudomembranöse Colitis mit Clostridium difficile
Tetracycline
Doxycyclin
Wirkung: bakteriostatisch --> Proteinbiosyntehse, oral, Ausscheidung über Galle
Spektrum: Mykoplasmen, Chlamydien, H.influenza
UAW: Gelbfärbung der angelegten Zähne --> nicht vei Kindern, Photodermatosen, Leberschäden, GIT
Tetracycline
Doxycyclin
Wirkung: bakteriostatisch --> Proteinbiosyntehse, oral, Ausscheidung über Galle
Spektrum: Mykoplasmen, Chlamydien, H.influenza
UAW: Gelbfärbung der angelegten Zähne --> nicht vei Kindern, Photodermatosen, Leberschäden, GIT
Makrolide
Erythromycin, Clarithromycin
Wirkung: bakteriostatisch --> Proteinbiosynthese, oral (Ery. auch iv), Ausscheidung über Galle, Hohe intrazelluläre Anreicherung von Clarithromycin
Spektrum: Mycoplasmen, Chlamydien, Legionellen, Pneumokokken, H.infulenzae, Campylobacter, Listerien
UAW: GIT, hepatotoxisch
Resistenzmechanismen
- Inaktivierung des Antibiotikums (ß-Lactamase)
- Überproduktion von Bausteinen (Mureinbausteine
- Veränderung der Zielmoleküle (Topoisomerase, Ribosomen)
- Alternative Synthesewege (Metabolisch gehemmt)
- Mechanismen zur Ausschleusung des Antibiotikums aus der Bakterienzelle (Makrolide)
- Persister=ruhender, unver.Keim, Relapsegefahr
Eingriff in Folsäuremetabolismus
Sulfonamid
- bakteriostatisch, breites Spektrum, oral, gernige Toxizität, Ausscheidung über Niere
- Nachteil: schnelle Resistenzentwicklung --> GO
- wirkung: antagonist zur Folsäure, die von Bakterien nicht aufgenommen werden kann und synthetisiert werden muss.
Kombinationspräparat zur Störung der Tetrahydrofolsäuresynthese
Cotrimoxazol = Sulfonamidderivat + Trimethoprim (5:1)
Indikation: Infektionen mit Enterobakterien, Sonderindikation bei Immunsupprimierten mit Pneumocystis carinii
UAW: Hämatoxizität, allergische Reaktion