BWL07 Finanzierung
Detailfragen zu BWL07 stammend aus fernstudenten
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Lernkarten
Wie kann der Kapitalbedarf (jeweils differenziert nach AV und UV) gesenkt werden?
Anlagevermögen:
- Durch Pachten von Grundstücken und Mieten von Gebäuden statt Kauf kann der Kapitalbedarf reduziert werden.
- Durch Leasing von Maschinen und Anlagen kann der Kapitalbedarf zu Beginn eines Projekts reduziert und auf die Nutzungsdauer verteilt werden.
- Durch Factoring (Verkauf der Kundenforderungen) kann das Kundenziel verkürzt werden.
Umlaufvermögen:
- Durch Just-in-time- Anlieferung kann die Lagerdauer des Wareneingangslagers verkürzt werden.
- Durch verbesserte Produktions- und Absatzplanung kann die Ausgangslagerdauer deutlich reduziert werden.
- Durch Outsourcing und Lean Production kann der Kapitalbedarf der Produktion reduziert werden.
- Alternativ führt Skontogewährung, sofern im Verkaufspreis kalkulierbar, zu schnelleren Zahlungseingang.
- Das Lieferantenziel kann durch Auswahl und Verhandlungen mit Lieferanten gestreckt werden. Bei entsprechender Vertragsgestaltung kann der eiserne Bestand gesenkt werden.
Gehen Sie in allgemeiner Art auf die Gründe ein, warum mittelständische Unternehmen
im Zuge der Einführung von BASEL II ihre Finanzierungspolitik überdenken müssen!
Die geschäftspolitische Neuausrichtung der Banken wirkt sich unmittelbar auf kreditsuchende mittel-
ständische Unternehmen aus. Die Mehrheit der deutschen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
ist bei der Fremdfinanzierung vor allem auf Bankkredite angewiesen. Demzufolge müssen sich die
KMU aktiv und frühzeitig mit dem Thema Rating befassen, um eine möglichst vorteilhafte Konditio-
nengestaltung zu erreichen. Basel II gibt ihnen somit einen nicht zu unterschätzenden Anstoß, sich mit
strategischen Aspekten der Unternehmensführung kritisch auseinanderzusetzen. Durch Basel II wan-
delte sich die Kreditvergabe von der vergangenheits- und zahlenorientierten Unternehmensanalyse
hin zur ganzheitlichen Kreditwürdigkeitsprüfung mit quantitativen und qualitativen Aspekten
Im Zusammenhang mit der Basel II-Diskussion wird gerade für den Sektor der mittel-
ständischen Unternehmen über Alternativen zur Deckung des Kapitalbedarfes nachge-
dacht.
Erläutern Sie in diesem Zusammenhang, welche Bedeutung das Rating gewonnen hat.
Stellen sie am Beispiel des „Mezzanine-Kapitals“ dar, wodurch sich solche Finanzie-
rungsalternativen auszeichnen.
Rating:
„Rating“ ist ein standardisiertes, nachvollziehbares, aktuelles und skaliertes Urteil über die Bonität
bzw. wirtschaftliche Lage eines Unternehmens. Die Bewertung erfolgt über das Verfahren einer „Kre-
ditwürdigkeitsprüfung“. Dabei werden quantitative und qualitative Faktoren bewertet: Grundlage für die
Beurteilung ist ein aussagekräftiges Unternehmenskonzept. Ergebnis sind definierte Symbole oder
Noten, die das Maß einer möglichen Zahlungsunfähigkeit anzeigen sollen. Dabei werden auch soge-
nannte K.-o.-Kriterien und andere Warnhinweise überprüft. Diese Kriterien führen meist zur Einordung
in eine schlechte Ratingklasse.
Mezzanine-Kapital:
Finanzierungsalternative zwischen Eigen- und Fremdkapital. Mezzanine-Verträge bieten flexible Aus-
gestaltungsmöglichkeiten, die sich auf die individuelle Situation des Unternehmens anpassen lassen.
In der Bilanz wird Mezzanine-Kapital als Eigenkapital behandelt und kann deshalb zu einer Verbesse-
rung des Ratings führen. In der Regel werden auch keine Sicherheiten verlangt. Ein Mezzanine-Kredit
ist aber im Gegenzug für den Kreditnehmer teurer als ein klassischer Bankkredit.
Inwiefern ist Mezzanine-Finanzierung gerade für den Mittelstand interessant?
Wenn Mezzanine-Kapital aufgenommen wird, wird das für mittelständische Unternehmen charakteris-
tische Unabhängigkeitsstreben nicht gefährdet. Der Mezzanine-Geber verfügt zwar über Informations-
und Kontrollrechte, seine Mitspracherechte sind jedoch weitgehend beschränkt. Daher ist Mezzanine-
Kapital besonders für den Mittelstand interessant.
Erklären Sie im Zusammenhang mit der langfristigen Außenfremdfinanzierung den
prinzipiellen Unterschied zwischen der „traditionellen“ Kreditwürdigkeitsprüfung und
einem „BASEL II-konformen“ Rating.
Bei der Kreditwürdigkeitsprüfung ewrden die rechtlichen (Rechtsform, Gesellschafterarten, Haftungs-
verhältnisse, Vertretungsbefugnisse), persönlichen (Qualifikation, Zuverlässigkeit Geschäfts- und Zah-
lungsmoral des Unternehmers) und wirtschaftlichen Verhältnisse (Vermögens-, Finanz- und Ertragsla-
ge und Bonität) des Kreditnehmers geprüft.
Beim Rating sind Grundlage und Ausgangspunkt, um ein Unternehmen zu beurteilen, um aussage-
kräftiges Unternehmenskonzept. Ein Unternehmenskonzept wird häufig in Form eines Businessplanes
dargestellt.
A) Ausgabe von Gratisaktien (Berichtigungsaktien)
B) Ausgabe von jungen Aktien beide Kapitalmaßnahmen erklären warum macht man das (jeweils zwei Gründe)
a) Einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln stellt bilanziell nur eine Umbuchung von Rücklagen
– vor allem Kapitalrücklagen – in Grundkapital darstellt. Der Aktionär erhält Gratisaktien in einem be-
stimmten Verhältnis. Praktisch bekommt er jedoch „nichts geschenkt“, da sein Anteil am Gesamtver-
mögen der AG gleich bleibt.
- Der Börsenkurs der Aktien wird sinken und auch die Dividende pro Aktie.
- hat den Vorteil, dass übertrieben hohe Aktienkurse reduziert werden.
- ohne Zufluss neuer Mittel wird eine Erhöhung des Grundkapitals erreicht und das Bilanzbild wird
optisch verbessert.
b) Mit der ordentlichen Kapitalerhöhung ist in der Regel ein sogenanntes Bezugsrecht verbunden. Die
Altaktionäre erhalten das Recht, im bestimmten Verhältnis zu einem meist günstigeren Kurs junge
Aktien zu erwerben. Der Wert des Bezugsrechts richtet sich nach dem Anteil am Grundkapital. Das
Bezugsrecht wird an der Börse gehandelt.
- Für das Unternehmen ergibt sich in der Bilanz eine Erhöhung des Grundkapitals
- Für das Unternehmen ergibt sich in der Bilanz eine Zunahme der Kapitalrücklagen in Höhe des Agi-
os
Optionsschuldverschreibung inkl. Vorteile
Im Unterschied zu Wandelschuldverschreibungen (Convertible Bonds) gewähren Optionsschuldver-
schreibungen (Warrants) ein zusätzliches Recht, während einer bestimmten Frist Aktien oder Obligati-
onen zu im Voraus festgelegten Bedingungen zu beziehen. Nach Ausübung der Option bleibt die
Schuldverschreibung als Gläubigerpapier bestehen. Der Optionsschein, der das Optionsrecht zum
Erwerb von Anleihen oder Aktien verbrieft, kann auch getrennt von der Obligation gehandelt werden.
Es gibt verschiedene Formen von Optionsobligationen:
Es gibt a) Stock Warrant Bonds, b) Interest Warrants bzw. Bond Warrants und c) Naked
Warrants.
a) Bei Warrant Bonds (dominieren in Deutschland) wird man im Optionszeitpunkt Aktien kaufen, wenn
der im Voraus festgelegte Kurs günstiger ist als der Börsenkurs.
b) Bei Interest Warrants wird man Anleihen erwerben, wenn sie höher verzinst werden
als der im Optionszeitpunkt geltende Marktzins.
c) Naked Warrants wird man ebenfalls nutzen, wenn der im Optionszeitpunkt geltende
Marktzins niedriger liegt als der für die aufgrund der Naked Warrants zu erwerbenden
Papiere.